Test: Mesh System

WLAN-Mesh-Systeme im Test : Voll auf Empfang

von
Update 08.10.2020

Wenn zuhause der WLAN-Empfang unzureichend ist, stellen Mesh-Systeme eine interessante Möglichkeit dar, diesen zu verbessern. Das ist aber noch längst nicht alles, was diese kleinen Wunderwerke leisten können. Wir haben 11 Systeme getestet und sagen Ihnen, welche davon empfehlenswert sind.

Update 8. Oktober 2020

Wir haben weitere Mesh-Systeme getestet und können zwei davon empfehlen: das Amazon eero und das Google Nest Wifi.

Michael Seemann
Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Die neueste Technologie für WLAN-Heimnetze sind WLAN-Mesh-Systeme. Mit diesen leistungsstarken Funkgeräten versorgen Sie selbst noch so abgelegene Winkel der eigenen vier Wände. Im Gegensatz zu WLAN-Powerline-Sets und WLAN-Repeatern erweitern Mesh-Systemen nicht nur die WLAN-Abdeckung, auch bieten Sie bessere Übertragungsraten als die bisherigen Methoden. Ein solches Mesh-System entfaltet sein volles Potenzial, wenn das WLAN-Signal über eine größere Entfernung oder über Etagen hinweg weitergereicht werden soll. Bei einer kürzeren Distanz reichen gewöhnliche WLAN-Repeater oder WLAN-Powerline-Sets in der Regel aus.

Wie bei unserem WLAN-Repeater-Test haben wir zwei Szenarien als Testaufbau gewählt: Eine kürzere und weniger blockierte Strecke (Weg 1) und eine mit zwei massiven Hindernissen versehene Übertragungsstrecke (Weg 2) mussten überbrückt werden.

Schnell, elegant und preiswert: Netgear Orbi RBK20

Schnell, elegant und preiswert

Netgear Orbi RBK20

Das Orbi RBK20 von Netgear sagte uns im Test mit seiner modernen Ausstattung und seinem schlichten Design zu. Der von Werk aus integrierte Circle-Webfilter ist eine tolle Zusatzfunktion, die im Test zuverlässig funktionierte. Die Circle-Kindersicherung benötigt jedoch eine Registrierung und eine App für die Ersteinrichtung.

Anders als manche Mesh-Geräte setzt Netgear nicht auf das Mesh-Protokoll (802.11s) der IEEE, sondern auf ein vorteilhafteres Triband-WLAN (867/867/400 Mbit/s). Bei einer Triband-Lösung wird eines der beiden 5-GHz-Bänder für die Kommunikation der Stationen verwendet. Im Test erreichten wir konstante 260 Mbit/s und das auf beiden Teststrecken (Weg 1 und Weg 2), was ein klasse Ergebnis ist. Über die LAN-Ports, wovon der RBK20 gleich zwei, nämlich am Router und am Satellit besitzt, haben wir sehr gute Werte jenseits der 300-Mbit/s-Marke gemessen. Das alles schafft der Orbi bei einem für Mesh-Systeme relativ günstigen Preis.

Das Triband-WLAN des RBK20 zeigte beim Übertragungstest seine Überlegenheit gegenüber Dualband-Mesh-Geräten, wie etwa dem ebenfalls getesteten Linksys Velop. Bei unserem Test über eine weitere und anspruchsvollere Strecke (Weg 2) können Geräte mit Dualband nicht mithalten und die Übertragungsraten brechen teils drastisch ein. Bei diesen Leistungsdaten meistert der RBK20 dann auch ganz selbstverständlich unseren Streaming-Test.

Um das Orbi RBK20 mit dem Heimnetz-Router oder Modem zu verbinden und die Orbi-Geräte zu synchronisieren, bietet Netgear eine allgemeine Weboberfläche und Orbi-App für Smartphones an. Ob Router und Satellit erfolgreich gekoppelt sind, sieht man an den LED-Ringen der beiden Orbi-Stationen. Deshalb ist es zu empfehlen, die Geräte in Sichtweite zu halten, solange der Setup-Vorgang nicht abgeschlossen ist. Allgemein ist es vorteilhafter, die Ersteinrichtung mit einer Kabelverbindung am Computer vorzunehmen, da man einerseits eine garantierte Verbindung erhält und andererseits so die Voreinstellungen für das WLAN ändern kann. Das Webmenü wird über die Adresse http://orbilogin.net aufgerufen, anschließend startet auch schon automatisch der Setup-Assistent.

Ist die Einrichtung abgeschlossen, lassen sich über die Orbi-Smartphone-App die wichtigsten Einstellungen tätigen. Wer sein Mesh-Netzwerk auch unterwegs mit dem Smartphone verwalten möchte, sollte sich bei Netgear registrieren und sich ein kostenloses Benutzerkonto anlegen. Als Alternative zur Orbi-App gibt es von Netgear eine weitere »Genie« genannte App, welche zur allgemeinen Steuerung von allen, auch nicht-Orbi Geräten, dient. Gut und nicht immer selbstverständlich: Der Remote-Zugriff funktioniert auch bei DS-Lite-Anschlüssen, die nur über das IPv6-Protokoll erreichbar sind.

Das erweiterte Webmenü des Mesh-Systems erlaubt zahlreiche weitere Einstellungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Zugriffsregeln zu erstellen, Portweiterleitungen anzulegen oder auch das Orbi-System als Access-Point zu verwenden. Interessant ist, dass Netgear in den Werkseinstellungen MU-MIMO und Beamforming für das WLAN deaktiviert hat. Diese Funktionen können nach dem Aktivieren die Funkqualität erheblich steigern.

Schade ist, dass Orbi keine besondere Priorisierung (QoS – Quality of Service) einzelner Netzwerkgeräte mehr anbietet. Während unseres Tests haben wir im Menü zwar einen Menüpunkt zu QoS gefunden, dieser hat aber lediglich die aktuelle Up- und Downstream-Geschwindigkeit zwischen Orbi-Router und dem Internet angezeigt. Auch finden wir es etwas umständlich, dass man mindestens zwei Apps benötigt, um das Orbi-System und die Kindersicherung vom Smartphone verwalten zu können. Auch haben wir nicht ganz nachvollziehen können, weshalb wir trotz automatischer Update-Funktion den Disney-Kinderschutz – der nachträglich von Netgear eingeführt wurde – manuell installieren mussten.

Benutzerfreundlich: Amazon eero

Das Mesh-System von Amazon heißt eero und kommt im Dreierpack daher. Die drei identischen Stationen verfügen jeweils über zwei Gigabit-Lan-Steckplätze, für die drahtlose Verbindung steht der 802. 11ac WLAN-Standard mit Multi-user MIMO zur Verfügung. Gesteuert wird das System über eine Smartphone-App oder die Cloud. Einen Zugang über den Browser bietet Amazon nicht.

Benutzerfreundlich

Amazon eero

Test: Eero (amazon) Eero
Für ein 2x2-Dualband-Mesh bietet das kleine eero annehmbare Transferraten. Setup und Bedienung sind komfortabel und einsteigerfreundlich.

Um sich für die Cloud zu registrieren und den entsprechenden Zugangscode zu erhalten, muss man Mailadresse und Handynummer angeben. Die Zugangsdaten für das WLAN müssen nur beim Einrichten der ersten eero eingegeben werden, für alle weiteren ist dies nicht mehr notwendig.

Die von Amazon zur Verfügung gestellte App ist sehr übersichtlich, alle relevanten Statusinformationen bezüglich des Mesh kann man hier komfortabel abrufen. Dass sich beim Aufrufen der erweiterten Einstellungen nur auf das Nötigste beschränkt wird, hat uns aber ein wenig überrascht. Aufgrund des geringen Funktionsumfangs des eero ist es zum Beispiel nicht möglich, ein bestimmtes Gerät zu priorisieren.

Positiv an der App ist, dass diese sofort meldet, wenn sich ein Gerät verbinden will, dass für das eero-Mesh neu ist. Es besteht auch die Möglichkeit, dieses Gerät direkt zu sperren. Mithilfe der Option »Familienprofile« hat man zusätzlich die Möglichkeit, Zeitfenster für bestimmte Profile zu definieren. Diesem kann – je nach angegebenem Zeitfenster – der Internetzugang entzogen werden. Dieser geplante Internetentzug nennt sich »Pause«, sobald die Pause auf »aktiviert« gestellt wird, ist das Internet für den jeweiligen Nutzer gesperrt.

Diese einzelnen Familienprofile mit ihren jeweiligen Pausenzeiten funktionieren allerdings nur, sofern der Brückenmodus nicht aktiv ist. Aktiviert man diesen, werden sämtliche Routing-Funktionen – auch die IP-Adressvergabe mittels DHCP – vom alten Router übernommen. Amazon bietet auch einen speziellen Online-Schutzdienst namens »eero Secure« an, der aktuell jedoch aktuell den Kunden in Kanada und den USA zu einem Preis von knapp drei Dollar im Monat vorbehalten bleibt.

Beim 5-Gigahertz-Band wird vom eero-System lediglich das UNII-1-Band mit den Kanälen 36 bis 48 verwendet. Solange WLAN-Clients im Heimnetz sind, die ebenfalls auf diese 5 Gigahertz Unterstützung beschränkt sind (z.B. die Fire-TV-Clients von Amazon) ist das ein Vorteil, arbeiten in der Nähe jedoch weitere Access Points mit dem UNII-1-Band, wird die eingeschränkte Verwendung des 5-Gigahertz-Bandes ganz schnell zum Nachteil.

Was die Übertragungsrate des eero-Systems im WLAN angeht, ist die Leistung ausreichend, in unserem Test war es durchaus möglich, zwei Videostreams mit hoher Auflösung vom Gateway zu einer eero zu streamen. Erfreulich gering war der Stromverbrauch des Amazon eero, pro Station wurden lediglich 3,5 Watt gemessen.

Für uns unverständlich ist, dass Amazon lediglich ein Jahr Garantie auf sein System gibt und die sehr ausführlichen FAQs lediglich in englischer Sprache vorliegen.

Alleskönner: Google Nest Wifi

Das Nest Wifi von Google ist in zwei Komponenten aufgeteilt, einem Wifi-Router und einem Wifi-Zugangspunkt. Ersterer kann auch ohne den Zugangspunkt verwendet werden, was ein nettes Extra ist.

Alleskönner

Google Nest Wifi

Test: Google Nest Wifi (router Und Zugangspunkt)
Google Nest Wifi ist kein überragender Funker, dafür extrem innovativ und unser aktuell smartestes Mesh - sofern man Google beim Datenschutz über den Weg trauen mag.

Das Google Nest Wifi ist Dualband-fähig und sein Router ist mit einem 4×4-5-Gigahertz-Modul ausgestattet. Zwar ist das Modul etwas besser als das des Vorgängers, aber auch hier gibt es noch immer Luft nach oben, was wahrscheinlich an dem 2×2-Gigahertz-Modul im Zugangspunkt sowie den fehlenden LAN-Ports liegt. Das Fehlen Letzterer ist wohl den mit den Lautsprechern einhergehenden Platzbedarf geschuldet, schließlich braucht ein solches Bauteil nicht gerade wenig Platz.

Bemerkbar macht sich diese spartanische Ausstattung im Hinblick auf die Funkmodule, wenn man am Zugangspunkt einen zweiten hochauflösender Videostream übertragen will – es kommt zu Rucklern.

Wie schon das eero von Amazon, kommt auch das Nest Wifi von Google bei der Erstinstallation sehr benutzerfreundlich daher. Auch hier wird vom Hersteller eine App zur Seite gestellt (»Google Home«), die mit persönlichen Daten gefüttert werden muss, um ein Konto anlegen zu können. Zugegriffen werden kann auf das System nur über die entsprechende Cloud. Wie schon bei der eero (und übrigens auch bei der eero Pro), kann eine direkte Verbindung zum Router des Mesh-Systems nicht hergestellt werden, wenn die Online-Verbindung unterbrochen ist.

Damit Client-Geräte, die angemeldet sind, angezeigt werden, sollte beim Einrichten des Routers der Nest-Wifi-Cloud-Dienst aktiviert werden. Das kann man unter dem Punkt »Übermittlung von Nutzungsdaten« machen.

Im Vergleich zur Konkurrenz gestaltet sich das Einrichten des Nest Wifi etwas komplexer. Das liegt daran, dass der Wifi-Zugangspunkt neben der Mesh-Funktionalität auch über einen integrierten Lautsprecher (der seine Sache übrigens mehr als ordentlich macht) und einige Fernfeld-Mikrofone verfügt. Ebenso muss Googles Sprachsteuerung (Google Assistant) eingerichtet werden.

Dieser Mehraufwand lohnt sich, denn Fragen und Anweisungen können danach direkt an den Zugangspunkt gerichtet werden. So kann auf Zuruf Musik abgespielt werden, die sich das Google Nest Wifi beispielsweise vom Spotify-Konto streamt – sofern dieses zuvor verknüpft wurde. Sobald die Duo-App von Google installiert wurde, können sogar Telefonate über das Nest Wifi geführt werden. Dazu muss in der Home App (Google) der Wifi-Zugangspunkt mit Google Duo verknüpft werden, so kann der smarte Lautsprecher direkt vom Smartphone aus angerufen werden.

Entgegengenommen wird der Anruf, indem man den klingelnden Zugangspunkt an seiner Oberseite leicht antippt, denn dort ist ein Touch-Feld angebracht. Damit kann man übrigens auch die Lautstärke regulieren, oder Musik pausieren. Als Kindersicherung, oder auch für Gäste, lässt sich ferner eine »Safe Search« einstellen, die einen recht effektiven Webfilter darstellt.

Was den Funktionsumfang angeht, setzt sich Google mit seinem Nest Wifi in Summe deutlich von der Konkurrenz ab. Dazu kommt, dass das System sehr Benutzerfreundlich ist. Weil die Home App derzeit noch nicht alle Funktionen des Mesh-Systems abdeckt, wird für bestimmte Status-Infos und Einstellungen nach wie vor die Wifi App benötigt.

Positiv hervorzuheben ist, dass Googles Nest Wifi mit dem Vorgängermodell Google Wifi kompatibel ist. Ferner unterstützt das Google Nest Wifi »Thread«, ein neues IoT-Protokoll. Zum Zeitpunkt des Tests konnten damit aber noch keine anderen Geräte aus dem Smart-Home-Bereich gekoppelt werden.

Trotz aller Lobeshymnen auf die vielen Möglichkeiten und die leichte Bedienbarkeit des Google Nest Wifi, sollte man im Hinterkopf behalten, dass ein Kauf eines solchen Geräts auch immer mit einem Eingriff in die Privatsphäre einhergeht. Wie bei allen smarten Endgeräten mit Sprachsteuerung und Internetanbindung gilt, dass die Mikrofone immer aktiv sind. Der Comfort der Sprachsteuerung wird deshalb mit einer gewissen Ungewissheit im Hinblick auf die Nutzung der dabei entstehenden privaten Daten bezahlt.

Wer bereit ist, diese Ungewissheit dem eigenen Komfort unterzuordnen, oder dies bereits schon mit einem anderen Gerät getan hat, dem bietet Google hier ein komfortables Rundum-sorglos-Paket. Wem es vor allem auf die smarten Funktionen des Mesh-Routers ankommt, dem empfehlen wir den Verzicht auf den Zugangspunkt. Anstelle dessen sollte lieber ein zweiter Router erworben werden, die beiden Router können dann ebenso als Mesh kombiniert werden.

Sehr schnell: Netgear Orbi RBK50

Sehr schnell

Netgear Orbi RBK50

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Netgear Orbi RBK50
Mit seiner 4x4-MIMO-Brücke verlegt das große Orbi-System ein "drahtloses Kabel" zwischen seinen Mesh-Stationen.

Die Top-Ausstattung der Orbi-Reihe stellt der Orbi RBK50 dar. Optisch ähnelt das Gerät der RBK20 und auch der Satellit ist hier als Standgehäuse konzipiert, das mit vier Gigabit-LAN-Ports ausgestattet ist. Diese vier LAN-Ports kann es auch gut versorgen, denn der Orbi RBK30 kommt mit einem deutlich stärkeren 4×4-MIMO-Modul, womit der Satellit eine ausgezeichnete Verbindung mit dem Mesh-Router herstellen kann. Der Vorteil gegenüber eines 2×2-Modul ist, dass sich in unserem Test damit rasante Linkraten 1.733 Mbit/s erzeugen ließen. Selbst über unsere ungünstige Teststrecke (Weg 2) sind außergewöhnlich hohe Datenraten von 400 Mbit/s (LAN-Client) und 320 Mbit/s (WLAN-Client) zwischen Orbi-Router und einem Client am Orbi-Satellit ohne Probleme möglich gewesen.

Mit dieser Leistung eignet sich der Orbi RBK50 vor allem für Poweruser und wenn eine sehr große Fläche mit WLAN versorgt werden soll. Wer häufig große Datenmengen in seinem Heimnetzwerk übertragen will oder viele Nutzer mit vielen Geräten im Haushalt hat, wird mit dem teuersten Orbi-Gerät zufrieden sein. Selbst wenn Sie Ihren Internetanschluss für eine weitere Etage freigeben möchten oder gar ein Nebengebäude mit Internet versorgen möchten, sollte die Leistung der Orbi RBK50 noch ausreichen. Mit dem 4×4-MIMO-WLAN und den Gigabit-Ports wäre es auch denkbar, eine NAS kabellos ins Heimnetz einzubinden.

Die restlichen Besonderheiten teilt der RBK50 mit den anderen Modellen aus der Orbi-RBK-Reihe. Das gleiche Webmenü, mit derselben Menüführung und auch die Apps zum Verwalten und Fernsteuern sind identisch. Selbstverständlich bietet Netgear denselben Circle-Kinderschutz auch für sein Top-Modell an. Damit sind die relativ kleinen Kritikpunkte identisch mit den günstigeren Orbi-Modellen. Auch hier mussten wir das Update auf den neuen Disney-Kinderschutz einmal händisch durchführen und auch hier werden mindestens zwei Apps zur Verwaltung der Kindersicherung benötigt. Dass ebenfalls eine QoS-Priorisierung fehlt, wiegt sogar schwerer bei so einem Premium-Gerät.

Praktisch: AVM FritzWLAN Repeater 1750e

Praktisch

AVM FritzWLAN Repeater 1750e

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM Fritz WLAN Repeater 1750E
Wer eine Fritzbox mit AC-WLAN besitzt, baut sich sein Mesh-System günstig mit dem FritzWLAN Repeater 1750E und zwei Firmware-Updates.

von 547 Lesern gekauft

Wer im Besitz eines FritzBox Routers ist, der innerhalb eines AC-WLANs als Access-Point fungieren kann (wie es etwa bei den Modellen 7580, 7590, 7490 der Fall ist), verfügt bereits über einen Router, der Mesh beherrscht. Es muss lediglich sichergestellt werden, dass darauf die aktuellste Firmware installiert ist. Um ein WLAN-Mesh aufzubauen, muss nun lediglich noch eine weitere Mesh-Station besorgt werden. Dafür besonders gut geeignet ist beispielsweise der FritzWLAN Repeater 1750e von AVM.

Um die Mesh-Funktion beider Geräte zu aktivieren, reicht es dabei schon, den WPS-Knopf zu betätigen, schon verfügt der Fritzbox-Nutzer über sein eigenes WLAN-Mesh-System, das obendrein noch äußerst günstig in der Anschaffung ist. Auf einen zusätzlichen Modem-Router oder ein zusätzliches Modem kann dabei verzichtet werden. Lediglich ein zufriedenstellender Fernzugriff, sowie ein Webfilter, basierend auf jenem Modul, welches von der für Jugendschutz zuständigen Bundesprüfstelle zur Verfügung gestellt wurde, fehlen an dieser Stelle leider.

Ebenso kann für den Aufbau eines Mesh-Systems das AVM FritzPowerline-1260E-WLAN-Set genutzt werden. Weil die Verbindung zum Router in diesem Fall über den FritzPowerline-Adapter erfolgt, welcher an das Stromnetz angebunden ist, sind die beiden Geräte folglich nicht über das WLAN miteinander verbunden, sondern über das Stromnetz.

Was gibt es sonst noch?

Das Amazon eero Pro ist für alle, denen dass »normale« Amazon eero nicht ausreicht. Die Installation, und die Konfiguration unterscheiden sich dabei nicht von der Basisversion. Der größte Unterschied der Pro-Version ist ihre Ausstattung mit Triband-WLAN und einem zusätzlichen 5 Gigahertz Modul, welches auch mit den oberen Kanälen (über 100) zurechtkommt.

Während beim Orbi von Netgear eines der Module als festes Backbone verwendet wird, funken die eero Pros dynamisch. Verglichen mit dem Orbi konnte die Übertragungsleistung des Amazon eero Pro allerdings nicht mithalten.

Mit Übertragungsraten zwischen 80 und 130 Megabit pro Sekunde blieb das Ubiquiti AmpliFi Home WiFi System AFi-HD deutlich hinter den Erwarten zurück, die wir aufgrund der Ausstattung hegten. Zwar konnten wir auch mit 80 Megabit pro Sekunde flüssig streamen, aber das rechtfertigt in unseren Augen nicht den hohen Preis des Systems. Dieser ist wohl dem schicken Design und dem Touchscreen geschuldet, auf dem sich der Traffic anzeigen lässt. Positiv hervorzuheben ist außerdem die App des Ubiquiti, über die sich das System sehr komfortabel bedienen lies.

Das Linksys Velop WHW01 verwendet für jede seiner Stationen Dualband-Access-Points. Im Test konnte das System mit hohen Übertragungsraten überzeugen, solange man keinen WLAN-Client anschloss. War das der Fall, sank die Übertragungsleistung auf 100 Megabit pro Sekunde ab. Verantwortlich dafür ist, dass der Access-Point eine Verbindung zum Client und zum Node bedienen muss. Trotz dieses Flaschenhalses war es im Test möglich, zwei Full-HD-Filme flüssig zu streamen.

Wissenswertes über Mesh-Systeme

Bei Mesh-Systemen sendet jede Station den gleichen WLAN-Namen mit der gleichen Zugangskennung. Ein solches System setzt sich aus zwei oder mehr Mesh-Stationen zusammen, die untereinander mittels WLAN kommunizieren, während sie als selbstständige Zugangspunkte für alle WLAN-Geräte arbeiten.

WLAN-Mesh-System Test: Mesh System

Die Clients im Heimnetz können so ins Heimnetz eingebunden werden, ohne dass die Zugangsdaten für das Verbinden mit einer anderen Station geändert werden müssten. Man merkt als Nutzer meist nicht einmal, wenn der Client die Mesh-Station wechselt. Die SSIDs sind identisch und treten als einheitliches Netzwerk auf, sie weisen zudem die WLAN-Clients immer der optimalen WLAN-Station zu.

Ein weiterer Vorteil von Mesh-Systemen: Das System ist beliebig erweiterbar, Sie können jederzeit neue WLAN-Stationen hinzufügen. Um eine Verbindung mit dem Internet herzustellen, fungiert dabei eine der Stationen als Router, weswegen dieses Gerät auch als Mesh-Router bezeichnet wird.

Der Mesh-Router kann ein Modem integriert haben, muss aber nicht. Ist ein Modem nicht integriert, benötigen Sie also zusätzlich ein externes Modem für das Mesh-System. Die Verbindung des Modems geschieht kabellos oder per LAN-Kabel. Entscheidet man sich für eine kabelgebundene Lösung, sollte man allerdings auch das WLAN im Modem-Router abschalten.

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