Test: Mesh System

WLAN-Mesh-Systeme im Test : Voll auf Empfang

Update 30.05.2021

Wenn zuhause der WLAN-Empfang unzureichend ist, stellen Mesh-Systeme eine interessante Möglichkeit dar, diesen zu verbessern. Das ist aber noch längst nicht alles, was diese kleinen Wunderwerke leisten können. Wir haben 17 Systeme getestet und sagen Ihnen, welche davon empfehlenswert sind.

Update 30. Mai 2021

Wir haben weitere Mesh-Systeme getestet. Zwei Produkte von Asus, nämlich das ZenWiFi AX Mini XD4 und das ZenWiFi AX XT8, sowie das Tenda Nova MW6 und das Telekom Speed Home WiFi sind neue Empfehlungen.

8. Oktober 2020

Wir haben weitere Mesh-Systeme getestet und können zwei davon empfehlen: das Amazon eero und das Google Nest Wifi.

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Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Die neueste Technologie für WLAN-Heimnetze sind WLAN-Mesh-Systeme. Mit diesen leistungsstarken Funkgeräten versorgen Sie selbst noch so abgelegene Winkel der eigenen vier Wände. Im Gegensatz zu WLAN-Powerline-Sets und WLAN-Repeatern erweitern Mesh-Systemen nicht nur die WLAN-Abdeckung, sie bieten auch bessere Übertragungsraten als die bisherigen Methoden. Ein solches Mesh-System entfaltet sein volles Potenzial, wenn das WLAN-Signal über eine größere Entfernung oder über Etagen hinweg weitergereicht werden soll. Bei einer kürzeren Distanz reichen gewöhnliche WLAN-Repeater oder WLAN-Powerline-Sets in der Regel aus.

Wie bei unserem WLAN-Repeater-Test haben wir zwei Szenarien als Testaufbau gewählt: Eine kürzere und weniger blockierte Strecke (Weg 1) und eine mit zwei massiven Hindernissen versehene Übertragungsstrecke (Weg 2) mussten überbrückt werden.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Schnell, elegant und preiswertSehr schnellMit SicherheitssoftwareLeistungsstarkGünstigOhne Router
Test  besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: Netgear Orbi RBK20Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Netgear Orbi RBK50Test: Asus Zenwifi Ax Mini 2erTest: Asus Zenwifi Ax Xt8 2erTest: Tenda Nova Mw6 2erTest: Telekom Speed Home Wifi (2 Geräte)
Modell Netgear Orbi RBK20 Netgear Orbi RBK50 Asus ZenWiFi AX Mini (XD4) 2er Asus ZenWiFi AX XT8 2er Tenda Nova MW6 2er Telekom Speed Home Wifi (2er-Pack)
Pro
  • Gute Übertragungs­leistung zwischen den Mesh-Stationen
  • Guter Circle-Webfilter
  • Access-Point-Modus
  • Komfortabler Fernzugriff
  • Sehr hohe Datenraten durch separates 4x4-Wifi-5-Modul
  • Komfortabler Fernzugriff
  • 4 Gigabit-Ports am Satellite
  • Guter Circle-Webfilter
  • Überzeugende 2x2-Wifi-6-Datenraten
  • Große Funktionalität
  • AiProtection (Netzwerkschutz) ohne Abo-Gebühr
  • 3 Jahre Herstellergarantie
  • Sehr schnelles Triband-Wifi-6
  • Sehr große Funktionalität
  • AiProtection+ inklusive Web-Filter ohne Abogebühr
  • 2,5GbE-WAN, USB3-Port für Media/Print(/NAS)
  • 3 Jahre Herstellergarantie
  • Sehr günstiges Mesh-System
  • Sehr einfaches Setup
  • App-Steuerung mit komfortablem Fernzugriff
  • Für 2x2-Wifi-5-Mesh annehmbare Datenraten
  • Einfaches Knopfdruck-Setup
  • Gelungenes Webmenü mit guter Online-Hilfe
  • Hohe Wifi-5-Transferraten dank 4x4-MIMO (5 GHz)
  • Als WLAN-Ersatz eines vorhandenen Routers geeignet
Contra
  • Handbuch englischsprachig
  • Nur 1 Jahr Herstellergarantie
  • Handbuch englischsprachig
  • Nur 1 Jahr Herstellergarantie
  • Fernzugang ohne Relay-Dienst
  • Online-Hilfe derzeit nur im englischen Webmenü
  • Nur einfacher Webfilter
  • Teuer
  • Kein Relay-Fernzugang
  • Höhere Leistungsaufnahme
  • USB-NAS mit SMBv1-Lücke
  • 5-GHz-Band auf Kanal 36-48 beschränkt
  • WPA-TKIP nicht deaktivierbar
  • Kein Webfilter, kein clientbezogenes QoS
  • WLAN-Upstream erreicht nur etwa 50% der Downstream-Rate
  • Keine Router-Funktionen
  • Steuerung per Magenta-App erfordert Telekom-Router
  • Keine Herstellergarantie (nur gesetzl. Gewährleistung)
Bester Preis
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Schnell, elegant und preiswert: Netgear Orbi RBK20

Schnell, elegant und preiswert

Netgear Orbi RBK20

Test  besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: Netgear Orbi RBK20
Die Stärke des kleinen Orbi liegt darin, dass es in keiner Testdisziplin eine echte Schwäche zeigt, was es zu unserem Testsieger macht.

Das Orbi RBK20 von Netgear sagte uns im Test mit seiner modernen Ausstattung und seinem schlichten Design zu. Der von Werk aus integrierte Circle-Webfilter ist eine tolle Zusatzfunktion, die im Test zuverlässig funktionierte. Die Circle-Kindersicherung benötigt jedoch eine Registrierung und eine App für die Ersteinrichtung.

Anders als manche Mesh-Geräte setzt Netgear nicht auf das Mesh-Protokoll (802.11s) der IEEE, sondern auf ein vorteilhafteres Triband-WLAN (867/867/400 Mbit/s). Bei einer Triband-Lösung wird eines der beiden 5-GHz-Bänder für die Kommunikation der Stationen verwendet. Im Test erreichten wir konstante 260 Mbit/s und das auf beiden Teststrecken (Weg 1 und Weg 2), was ein klasse Ergebnis ist. Über die LAN-Ports, wovon der RBK20 gleich zwei, nämlich am Router und am Satellit besitzt, haben wir sehr gute Werte jenseits der 300-Mbit/s-Marke gemessen. Das alles schafft der Orbi bei einem für Mesh-Systeme relativ günstigen Preis.

Das Triband-WLAN des RBK20 zeigte beim Übertragungstest seine Überlegenheit gegenüber Dualband-Mesh-Geräten, wie etwa dem ebenfalls getesteten Linksys Velop. Bei unserem Test über eine weitere und anspruchsvollere Strecke (Weg 2) können Geräte mit Dualband nicht mithalten und die Übertragungsraten brechen teils drastisch ein. Bei diesen Leistungsdaten meistert der RBK20 dann auch ganz selbstverständlich unseren Streaming-Test.

Um das Orbi RBK20 mit dem Heimnetz-Router oder Modem zu verbinden und die Orbi-Geräte zu synchronisieren, bietet Netgear eine allgemeine Weboberfläche und Orbi-App für Smartphones an. Ob Router und Satellit erfolgreich gekoppelt sind, sieht man an den LED-Ringen der beiden Orbi-Stationen. Deshalb ist es zu empfehlen, die Geräte in Sichtweite zu halten, solange der Setup-Vorgang nicht abgeschlossen ist. Allgemein ist es vorteilhafter, die Ersteinrichtung mit einer Kabelverbindung am Computer vorzunehmen, da man einerseits eine garantierte Verbindung erhält und andererseits so die Voreinstellungen für das WLAN ändern kann. Das Webmenü wird über die Adresse http://orbilogin.net aufgerufen, anschließend startet auch schon automatisch der Setup-Assistent.

Ist die Einrichtung abgeschlossen, lassen sich über die Orbi-Smartphone-App die wichtigsten Einstellungen tätigen. Wer sein Mesh-Netzwerk auch unterwegs mit dem Smartphone verwalten möchte, sollte sich bei Netgear registrieren und sich ein kostenloses Benutzerkonto anlegen. Als Alternative zur Orbi-App gibt es von Netgear eine weitere »Genie« genannte App, welche zur allgemeinen Steuerung von allen, auch nicht-Orbi Geräten, dient. Gut und nicht immer selbstverständlich: Der Remote-Zugriff funktioniert auch bei DS-Lite-Anschlüssen, die nur über das IPv6-Protokoll erreichbar sind.

Das erweiterte Webmenü des Mesh-Systems erlaubt zahlreiche weitere Einstellungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Zugriffsregeln zu erstellen, Portweiterleitungen anzulegen oder auch das Orbi-System als Access-Point zu verwenden. Interessant ist, dass Netgear in den Werkseinstellungen MU-MIMO und Beamforming für das WLAN deaktiviert hat. Diese Funktionen können nach dem Aktivieren die Funkqualität erheblich steigern.

Schade ist, dass Orbi keine besondere Priorisierung (QoS – Quality of Service) einzelner Netzwerkgeräte mehr anbietet. Während unseres Tests haben wir im Menü zwar einen Menüpunkt zu QoS gefunden, dieser hat aber lediglich die aktuelle Up- und Downstream-Geschwindigkeit zwischen Orbi-Router und dem Internet angezeigt. Auch finden wir es etwas umständlich, dass man mindestens zwei Apps benötigt, um das Orbi-System und die Kindersicherung vom Smartphone verwalten zu können. Auch haben wir nicht ganz nachvollziehen können, weshalb wir trotz automatischer Update-Funktion den Disney-Kinderschutz – der nachträglich von Netgear eingeführt wurde – manuell installieren mussten.

Sehr schnell: Netgear Orbi RBK50

Sehr schnell

Netgear Orbi RBK50

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Netgear Orbi RBK50
Mit seiner 4x4-MIMO-Brücke verlegt das große Orbi-Triband-System ein "drahtloses Kabel" zwischen seinen Mesh-Stationen.

Die Top-Ausstattung der Orbi-Reihe stellt der Orbi RBK50 dar. Optisch ähnelt das Gerät dem RBK20 und auch der Satellit ist hier als Standgehäuse konzipiert, das mit vier Gigabit-LAN-Ports ausgestattet ist. Diese vier LAN-Ports kann es auch gut versorgen, denn der Orbi RBK30 kommt mit einem deutlich stärkeren 4×4-MIMO-Modul, womit der Satellit eine ausgezeichnete Verbindung mit dem Mesh-Router herstellen kann. Der Vorteil gegenüber eines 2×2-Modul ist, dass sich in unserem Test damit rasante Linkraten von 1.733 Mbit/s erzeugen ließen. Selbst über unsere ungünstige Teststrecke (Weg 2) sind außergewöhnlich hohe Datenraten von 400 Mbit/s (LAN-Client) und 320 Mbit/s (WLAN-Client) zwischen Orbi-Router und einem Client am Orbi-Satellit ohne Probleme möglich gewesen.

Mit dieser Leistung eignet sich der Orbi RBK50 vor allem für Poweruser und wenn eine sehr große Fläche mit WLAN versorgt werden soll. Wer häufig große Datenmengen in seinem Heimnetzwerk übertragen will oder viele Nutzer mit vielen Geräten im Haushalt hat, wird mit dem teuersten Orbi-Gerät zufrieden sein. Selbst wenn Sie Ihren Internetanschluss für eine weitere Etage freigeben möchten oder gar ein Nebengebäude mit Internet versorgen möchten, sollte die Leistung der Orbi RBK50 noch ausreichen. Mit dem 4×4-MIMO-WLAN und den Gigabit-Ports wäre es auch denkbar, eine NAS kabellos ins Heimnetz einzubinden.

Die restlichen Besonderheiten teilt der RBK50 mit den anderen Modellen aus der Orbi-RBK-Reihe. Das gleiche Webmenü mit derselben Menüführung und auch die Apps zum Verwalten und Fernsteuern sind identisch. Selbstverständlich bietet Netgear denselben Circle-Kinderschutz auch für sein Top-Modell an. Damit sind die relativ kleinen Kritikpunkte identisch mit den günstigeren Orbi-Modellen. Auch hier mussten wir das Update auf den neuen Disney-Kinderschutz einmal händisch durchführen und auch hier werden mindestens zwei Apps zur Verwaltung der Kindersicherung benötigt. Dass ebenfalls eine QoS-Priorisierung fehlt, wiegt sogar schwerer bei so einem Premium-Gerät.

Mit Sicherheitssoftware: Asus ZenWiFi AX Mini XD4 (2er)

Mit Sicherheitssoftware

Asus ZenWiFi AX Mini (XD4) 2er

Test: Asus Zenwifi Ax Mini 2er
Wer auf einen komfortablen (Relay-) Fernzugang verzichten kann, findet hier ein leistungsfähiges, sehr gut ausgestattetes Wifi-6-Dualband-Mesh-System mit integrierter Netzwerksicherheit.

Das ZenWiFi AX Mini XD4 besteht aus zwei Bauteilen: Einer Basis, die als Router fungiert und einer Erweiterungseinheit, die sich optisch jedoch kaum von der Basis unterscheidet. Nur anhand der Anschlüsse lassen sich die beiden Geräte zuverlässig unterscheiden, die Erweiterungseinheit, »Node« bei Asus genannt, besitzt nämlich nur einen Gigabit-Anschluss.

Das Einrichten des Mesh-Systems via App hat im Test sehr gut funktioniert, weniger geübten Nutzern sei an dieser Stelle gesagt, dass man bei diesen ersten Schritten allerdings mit der ungesicherten WLAN-Verbindung vorlieb nehmen muss, weil die App nur so den Router finden kann. Diese Info fehlt im Setup-Assistenten leider. Wir raten dazu, das Setup am PC (Browser) durchzuführen. Ist diese Hürde erst einmal genommen, geht das Einrichten leicht von der Hand und ist innerhalb kürzester Zeit erledigt.

Im Webmenü des Mesh-Systems werden viele Einstellungsoptionen mithilfe von Ballon-Hinweisen erklärt. Das ist zwar eine gute Idee, jedoch sind die Erklärungen nur in englischer Sprache verfügbar, was wir ein wenig schade finden. Und wo wir gerade am meckern sind: Dass es keinen Relay-Dienst gibt, ist ebenso ein Nachteil des Mesh-Systems, denn dadurch erschwert man den Remote-Zugriff nur unnötig. Wer sich allerdings sowieso Zuhause befindet, der kann das Mesh mithilfe der Router-App steuern, die uns im Test sehr gut gefallen hat.

Bei der Übertragungsleistung kann das ZenWiFi  Mini mit seinem Dualband-WLAN überzeugen, einem Wifi-5-Mesh-System mit Dualband ist es deutlich überlegen. Gegenüber dem Nova MW6 von Tenda waren die im Test erzielten Datenraten des ZenWiFis zwischen 50 und 80 Prozent schneller. Für fortgeschrittene Netzwerker gibt es zudem Spezialfunktionen wie beispielsweise den OpenVPN-Client.

Für einen Website- und Netzwerk-Schutz sorgt AiProtection. Einen Content-Filter wie ihn mancher Mitbewerber besitzt, bietet die Sicherheitssoftware leider nicht. Dafür fallen mit Nutzung der Software glücklicherweise keine Abogebühren an. Man man beim ZenWifi Mini auf einen Fernzugriff verzichten, der für DS-Lite geeignet ist. Das wird vom Asus-Mesh-System aber durch das schelle Wifi-6-Dualband und die vielen Spezialfunktionen, die mit an Bord sind, gut kompensiert.

Leistungsstark: Asus ZenWiFi AX XT8

Leistungsstark

Asus ZenWiFi AX XT8 2er

Test: Asus Zenwifi Ax Xt8 2er
Das große Asus ZenWiFi AX XT8 punktet mit deutlich höheren Transferraten und einer noch besseren Ausstattung als das kleinere, jedoch deutlich günstigere ZenWifi-Mini-System von Asus.

Das ZenWiFi AX XT8 von Asus ist so etwas wie der große Bruder des MiniXD4. Neben dem deutlich leistungsstärkeren Triband hat Asus dem Router auch eine bessere Ausstattung und mehr Funktionen spendiert. Das hat natürlich auch seinen Preis.

Die beiden im Set enthaltenen Mesh-Systeme sind absolut baugleich, man kann beim Setup des Systems also selbst bestimmen, welche Station hier die Rolle des Routers übernehmen soll. Deshalb verfügt auch jede der Stationen über jeweils drei 1GbE-LAN-Anschlüsse, eine Variante mit 2,5 Gigabit, sowie einen USB-Anschluss. Das Triband besteht aus einem 2,4- und zwei 5-Ghz-Funkmodulen. Letztere funken dabei auf jeweils unterschiedlichen Frequenzen.

Was die Übertragungsleistung des Systems angeht, ist man hier durch das 2×2-MIMO und die Beschränkung auf eine Bandbreite von 80 Mhz zwar ein wenig eingeschränkt, die Nettoübertragungsleistung beträgt aber trotzdem bis zu 780 Mbit/s.

Die 2,5-GbE-Anschlüsse haben uns schließlich vor das Problem gestellt, dass man, um ihr volles Potential ausreizen zu können, einen Internetanschluss mit einer Bandbreite von über einem Gigabit benötigt. Unser Test-Equipment gab das leider nicht her, immerhin haben wir aber eine Datenrate von 900 Mbit/s zwischen den beiden Stationen gemessen.

Kritik gibt es für den Dateiserver, weil Asus hier auf SMBv1 setzt, was sehr unsicher ist. Alternativ kann man den Zugriff via SMB auch einfach deaktivieren, und Inhalte mithilfe des UPnP-Medienservers lokal bereitstellen.

Mit einer Leistungsaufnahme von acht Watt, die wir im Leerlauf pro Station gemessen haben, ist das Mesh-System zwar nicht das sparsamste, dafür gehört es aber ganz eindeutig zu den leistungsstärksten. Fortgeschrittene Anwender können sich zudem über die umfangreiche Funktionalität des ZenWiFi AX XT8 freuen.

Günstig: Tenda Nova MW6 (2er)

Günstig

Tenda Nova MW6 2er

Nur etwa 70 Euro ruft Tenda für das Nova MW6 auf. Jeder der beiden identischen Zugangspunkte des Mesh-Systems ist mit zwei Anschlüssen für Gigabit-LAN ausgestattet. Basis-Router ist hier, wer zuerst ans Stromnetz angeschlossen und konfiguriert wird.

Setup und Steuerung funktioniert über die Wifi-App von Tenda, ein Webmenü gibt es hier ebenso wenig wie bei den Modellen von Google oder Linksys. Sobald man die Basis-Station konfiguriert und sie mit den WLAN-Zugangsdaten gefüttert hat, kann man sich um den zweiten Mesh-Point kümmern. Viel zu tun gibt es damit allerdings nicht, denn die Geräte sind bereits ab Werk miteinander gekoppelt.

Zum Senden hat Tenda den Mesh-Points jeweils ein Dualband-WLAN spendiert (x2-(MU-)MIMO). Beim Band mit 5-GHz-Funkfrequenz erreichten wir so Datenraten von bis zu 867 Mbit/s, bei 2,4 GHz waren es noch 300 Mbit/s. Weil die Funkmodule auch eine Verbindung der beiden Mesh-Stationen sicherstellen, sind die Downstream-Raten ein wenig schlechter, als bei Systemen, die mit einem Triband ausgerüstet sind oder mit Wifi-6 arbeiten können. Um unser Testvideo in 4K-Auflösung mit maximal 90 Mbit/s zu streamen, hat es aber ausgereicht.

Das Nova MW6 von Tenda kann man ausschließlich per App steuern, glücklicherweise ist das Menü dort sehr übersichtlich. Schade ist allerdings, dass das Mesh-System, wenn es im Band mit 5 GHz funkt, kein DFS unterstützt, es also auf die Kanäle zwischen 36 und 48 beschränkt ist. Damit ist man, was die Ausweichmöglichkeiten zu anderen Access-Points angeht, recht limitiert. Auch einen MAC-Filter haben wir hier vergeblich gesucht.

Ein wenig Boden gut machen konnte Tenda mit dem Bridge-Modus. Mit dem kann man einen Router, der bereits im Heimnetz vorhanden ist, als Netzwerkzentrale nutzen. Auch das Verbinden der Tenda-Geräte via LAN-Kabel ist damit möglich, was merklich höhere Nettotransferraten zur Folge hat. Das Nova MW6 macht seine Sache gut und ist obendrein noch günstig. Das macht es zu einer Empfehlung.

Ohne Router: Telekom Speed Home WiFi (2er)

Ohne Router

Telekom Speed Home Wifi (2er-Pack)

Test: Telekom Speed Home Wifi (2 Geräte)
Mit dem Speed Home Wifi im 2er-Pack lässt sich das schwache WLAN eines vorhandenen Routers durch ein leistungsfähiges 4x4-Wifi-5-Mesh ersetzen.

Das Speed Home WiFi lässt sich nicht nur als Telekom-Router in einem mesh-fähigen System nutzen, sondern man kann es auch mit einem anderen Router – mit der ein oder anderen kleineren Einschränkung – als WLAN-Repeater verwenden. Wer hingegen zwei Telekom-Router besitzt, kann die beiden auch als Bridge nutzen.

Die Installation hat uns vor keine allzu großen Probleme gestellt, was nicht zuletzt am ausführlichen und in ausgedruckter Form vorhandenen Handout liegt, das der Hersteller dem System beigelegt hat. Nachdem man eines der beiden Geräte drahtlos ins WLAN-Netz eingebunden hat, reicht es, eine Verbindung mit demselben Gerät zum LAN-Kabel herzustellen. Die darauf folgende Konfiguration läuft automatisch ab.

Beim zweiten Speed Home Wifi genügt dann ein Tippen auf die WPS-Taste – und fertig ist das Mesh-System. Theoretisch gibt es mit der Magenta-App zwar auch die Möglichkeit, das Netzwerk via Smartphone einzurichten, das funktioniert allerdings nur mit einem Telekom-Router.

Ebenso verhält es sich übrigens bei der Steuerung der eingerichteten Geräte. Wer nicht im Besitz eines Telekom-Routers ist, der muss zum Steuern der Mesh-Basis auf die Weboberfläche zurückgreifen, die zum Glück übersichtlich und darüber hinaus recht auskunftsfreudig ist.

Das Installieren eines Software-Updates gestaltete sich im Test sehr zäh. Die Datei musste manuell heruntergeladen und installiert werden, was Zeit und Nerven kostet. Trotz der fehlenden Router-Funktion ist das Speed Wifi der Telekom für viele Anwendungsfälle geeignet. Sein günstiger Preis und die Tatsache, dass man hier eine leistungsstarke Mesh-Bridge erhält, machen es zu einer Empfehlung.

Was gibt es sonst noch?

Das Mesh-System von Amazon heißt eero und kommt im Dreierpack daher. Die drei identischen Stationen verfügen jeweils über zwei Gigabit-Lan-Steckplätze, für die drahtlose Verbindung steht der 802. 11ac WLAN-Standard mit Multi-user MIMO zur Verfügung. Gesteuert wird das System über eine Smartphone-App oder die Cloud.

Die von Amazon zur Verfügung gestellte App ist sehr übersichtlich, alle relevanten Statusinformationen bezüglich des Mesh kann man hier komfortabel abrufen. Dass sich beim Aufrufen der erweiterten Einstellungen nur auf das Nötigste beschränkt wird, hat uns aber ein wenig überrascht. Aufgrund des geringen Funktionsumfangs des eero ist es zum Beispiel nicht möglich, ein bestimmtes Gerät zu priorisieren.

Positiv an der App ist, dass diese sofort meldet, wenn sich ein Gerät verbinden will, dass für das eero-Mesh neu ist. Es besteht auch die Möglichkeit, dieses Gerät direkt zu sperren. Mithilfe der Option »Familienprofile« hat man zusätzlich die Möglichkeit, Zeitfenster für bestimmte Profile zu definieren. Diesem kann – je nach angegebenem Zeitfenster – der Internetzugang entzogen werden.

Beim 5-Gigahertz-Band wird vom eero-System lediglich das UNII-1-Band mit den Kanälen 36 bis 48 verwendet. Solange WLAN-Clients im Heimnetz sind, die ebenfalls auf diese 5 Gigahertz Unterstützung beschränkt sind (z.B. die Fire-TV-Clients von Amazon) ist das ein Vorteil, arbeiten in der Nähe jedoch weitere Access Points mit dem UNII-1-Band, wird die eingeschränkte Verwendung des 5-Gigahertz-Bandes ganz schnell zum Nachteil.

Was die Übertragungsrate des eero-Systems im WLAN angeht, ist die Leistung ausreichend, in unserem Test war es durchaus möglich, zwei Videostreams mit hoher Auflösung vom Gateway zu einer eero zu streamen. Erfreulich gering war der Stromverbrauch des Amazon eero, pro Station wurden lediglich 3,5 Watt gemessen. Für uns unverständlich ist, dass Amazon lediglich ein Jahr Garantie auf sein System gibt und die sehr ausführlichen FAQs lediglich in englischer Sprache vorliegen.

Das Nest Wifi von Google ist in zwei Komponenten aufgeteilt, einem Wifi-Router und einem Wifi-Zugangspunkt. Ersterer kann auch ohne den Zugangspunkt verwendet werden, was ein nettes Extra ist. Das System ist Dualband-fähig und sein Router ist mit einem 4×4-5-Gigahertz-Modul ausgestattet. Zwar ist das Modul etwas besser als das des Vorgängers, aber auch hier gibt es noch immer Luft nach oben, was wahrscheinlich an dem 2×2-Gigahertz-Modul im Zugangspunkt sowie den fehlenden LAN-Ports liegt.

Das Nest Wifi von Google kommt bei der Erstinstallation sehr benutzerfreundlich daher. Auch hier wird vom Hersteller eine App zur Seite gestellt (»Google Home«), die mit persönlichen Daten gefüttert werden muss, um ein Konto anlegen zu können. Zugegriffen werden kann auf das System nur über die entsprechende Cloud. Damit Client-Geräte, die angemeldet sind, angezeigt werden, sollte beim Einrichten des Routers der Nest-Wifi-Cloud-Dienst aktiviert werden.

Im Vergleich zur Konkurrenz gestaltet sich das Einrichten des Nest Wifi etwas komplexer. Das liegt daran, dass der Wifi-Zugangspunkt neben der Mesh-Funktionalität auch über einen integrierten Lautsprecher und einige Fernfeld-Mikrofone verfügt. Ebenso muss Googles Sprachsteuerung (Google Assistant) eingerichtet werden. Dieser Mehraufwand lohnt sich, denn Fragen und Anweisungen können danach direkt an den Zugangspunkt gerichtet werden. So kann auf Zuruf Musik abgespielt werden, die sich das Google Nest Wifi beispielsweise vom Spotify-Konto streamt. Sobald die Duo-App von Google installiert wurde, können sogar Telefonate über das Nest Wifi geführt werden.

Trotz aller Lobeshymnen auf die vielen Möglichkeiten und die leichte Bedienbarkeit des Google Nest Wifi, sollte man im Hinterkopf behalten, dass ein Kauf eines solchen Geräts auch immer mit einem Eingriff in die Privatsphäre einhergeht. Wie bei allen smarten Endgeräten mit Sprachsteuerung und Internetanbindung gilt, dass die Mikrofone immer aktiv sind. Der Comfort der Sprachsteuerung wird deshalb mit einer gewissen Ungewissheit im Hinblick auf die Nutzung der dabei entstehenden privaten Daten bezahlt.

Das Amazon eero Pro ist für alle, denen dass »normale« Amazon eero nicht ausreicht. Die Installation, und die Konfiguration unterscheiden sich dabei nicht von der Basisversion. Der größte Unterschied der Pro-Version ist ihre Ausstattung mit Triband-WLAN und einem zusätzlichen 5 Gigahertz Modul, welches auch mit den oberen Kanälen (über 100) zurechtkommt. Während beim Orbi von Netgear eines der Module als festes Backbone verwendet wird, funken die eero Pros dynamisch. Verglichen mit dem Orbi konnte die Übertragungsleistung des Amazon eero Pro allerdings nicht mithalten.

Mit Übertragungsraten zwischen 80 und 130 Megabit pro Sekunde blieb das Ubiquiti AmpliFi Home WiFi System AFi-HD deutlich hinter den Erwartungen zurück, die wir aufgrund der Ausstattung hegten. Zwar konnten wir auch mit 80 Megabit pro Sekunde flüssig streamen, aber das rechtfertigt in unseren Augen nicht den hohen Preis des Systems. Dieser ist wohl dem schicken Design und dem Touchscreen geschuldet, auf dem sich der Traffic anzeigen lässt. Positiv hervorzuheben ist außerdem die App des Ubiquiti, über die sich das System sehr komfortabel bedienen lies.

Das Linksys Velop WHW01 verwendet für jede seiner Stationen Dualband-Access-Points. Im Test konnte das System mit hohen Übertragungsraten überzeugen, solange man keinen WLAN-Client anschloss. War das der Fall, sank die Übertragungsleistung auf 100 Megabit pro Sekunde ab. Verantwortlich dafür ist, dass der Access-Point eine Verbindung zum Client und zum Node bedienen muss. Trotz dieses Flaschenhalses war es im Test möglich, zwei Full-HD-Filme flüssig zu streamen.

Wissenswertes über Mesh-Systeme

Bei Mesh-Systemen sendet jede Station den gleichen WLAN-Namen mit der gleichen Zugangskennung. Ein solches System setzt sich aus zwei oder mehr Mesh-Stationen zusammen, die untereinander mittels WLAN kommunizieren, während sie als selbstständige Zugangspunkte für alle WLAN-Geräte arbeiten.

WLAN-Mesh-System Test: Mesh System

Die Clients im Heimnetz können so ins Heimnetz eingebunden werden, ohne dass die Zugangsdaten für das Verbinden mit einer anderen Station geändert werden müssten. Man merkt als Nutzer meist nicht einmal, wenn der Client die Mesh-Station wechselt. Die SSIDs sind identisch und treten als einheitliches Netzwerk auf, sie weisen zudem die WLAN-Clients immer der optimalen WLAN-Station zu.

Ein weiterer Vorteil von Mesh-Systemen: Das System ist beliebig erweiterbar, Sie können jederzeit neue WLAN-Stationen hinzufügen. Um eine Verbindung mit dem Internet herzustellen, fungiert dabei eine der Stationen als Router, weswegen dieses Gerät auch als Mesh-Router bezeichnet wird.

Der Mesh-Router kann ein Modem integriert haben, muss aber nicht. Ist ein Modem nicht integriert, benötigen Sie also zusätzlich ein externes Modem für das Mesh-System. Die Verbindung des Modems geschieht kabellos oder per LAN-Kabel. Entscheidet man sich für eine kabelgebundene Lösung, sollte man allerdings auch das WLAN im Modem-Router abschalten.

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