SD-Karte Test: Alle SD-Karten

SD-Karten im Test : Moderne Fotoalben

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Update 14.10.2020

SD-Karten sind zwar zu groß für Smartphones, machen sich aber vor allem super in Kameras. Neben der Kapazität kommt es insbesondere auf die Schreib- und Lesegeschwindigkeit an. Tendenziell liefern auch günstige Modelle hier schon sehr gute Leistungen ab.

Update 14. Oktober 2020

Wir haben die 128-Gigabyte-Versionen der ehemaligen Empfehlungen mit 64-Gigabyte getestet – und drei von ihnen lösen ihre kleine Schwester mit weniger Speicher ab.

Sven Kloevekorn
Sven Kloevekorn
ist Technik-Journalist und Fotograf. Er schreibt unter anderem für Giga, AndroidNext und Notebookcheck. Er testet regelmäßig Drucker, Scanner, Speichergeräte und mehr.

SD-Karten werden insbesondere in Spiegelreflex- und Systemkameras oder Camcordern gebraucht. Aber auch wenn der Speicher des Laptops voll ist, sind sie eine sinnvolle Ergänzung. In Smartphones finden sie allerdings keine Anwendung, hier wird nämlich auf die kleineren microSD-Karten gesetzt. SD-Karten und microSD-Karten sind sonst aber miteinander kompatibel, man kann also mit dem passenden Adapter auch eine microSD in einen normalen SD-Slot legen.

In unserem Test haben wir uns auf Speicherkarten konzentriert, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Tendenziell gilt, dass es sich preislich lohnt, eher SD-Karten mit mehr Speicherplatz zu kaufen. Besonders unter 32 Gigabyte werden die Karten im Verhältnis nicht nur teurer, sondern sind logischerweise auch schneller voll.

Wir hatten inzwischen 29 SD-Karten im Test, von denen 29 noch verfügbar sind.

Mit UHS-II-Standard: Lexar Professional 1667x 128 GB

Mit UHS-II-Standard

Lexar Professional 1667x 128 GB

Test: Lexar Professional 128 Gb
Ob Schreibrate, Leserate oder Zugriffszeiten, die günstige UHS-II-Karte bietet überall Spitzenwerte.

In der Praxis erreicht die Lexar Professional 1667x 128GB dank UHS-II-Übertragung bis zu 251 MB/s Lesegeschwindigkeit, das ist in dieser Kategorie Platz zwei. Hier muss sie sich nur knapp der Sony SF-M128 (252 MB/s) geschlagen geben. Der Abstand von den UHS-II-Karten zu den UHS-I-Modellen ist hier gewaltig, kommt aber natürlich nur zum Tragen, wenn auch UHS-II-kompatible Geräte verwendet werden. Die hohe Leserate kommt dem Nutzer gerade dann zugute, wenn große Datenmengen von der Speicherkarte auf etwa eine Festplatte kopiert werden. Im Test ist aber überhaupt aufgefallen, dass alle SD-Karten nun deutlich höhere Lesegeschwindigkeiten bieten als die Testmodelle von 2017.

Bei der Schreibgeschwindigkeit liegt die Sony SF-M128 circa zehn Megabyte in der Sekunde vorne, aber 8K-Videos schaffen beide Karten locker. Der volle Puffer unserer Testkamera Canon EOS 77D (UHS I) konnte in acht Sekunden auf der Karte gespeichert werden, was auch ein sehr ordentlicher Wert ist.

Somit ist die Lexar Professional 1667x in allen Anwendungsbereichen und in jeder Größe eine wirklich starke Speicherkarte. Vor allem im Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt sie. Schön ist auch die zehn-Jahre-Garantie, die der Hersteller Lexar gibt. Die Karte ist auch in 64 oder 256 Gigabyte verfügbar.

Preiswert: Kingston Canvas Select Plus 128 GB

Preiswert

Kingston Canvas Select Plus 128 GB

Ein echtes Schnäppchen ist die Kingston Canvas Select Plus. 93 MB/s Leserate sind ein Topwert unter den UHS-I-Speicherkarten, auch die Zugriffszeiten sind im Vergleich zum Vorgänger Canvas Select nun klar verbessert. Die sequenzielle Schreibgeschwindigkeit von 88 MB/s reicht mit Leichtigkeit für 4K-Videos. Die Version mit 64 Gigabyte erreichte »nur« 74 MB/s. Merkwürdigerweise gibt Kingston im entsprechenden Symbol nur Geschwindigkeitsklasse 1 an, obwohl sogar Klasse 3 um einiges übererfüllt wird.

Knapp neun Sekunden dauert es, bis die Canvas Select Plus den vollen Puffer unserer Canon EOS 77D auf die Karte geschrieben hat. Da keine andere SD-Karte im Test deutlich unter 8 Sekunden bleiben konnte, ist das immer noch ein solider Wert.

Neben unserer 128-Gigabyte-Version gibt es die Canvas Select Plus noch mit 32, 64, 256 sowie 515 Gigabyte Speicher.

Teuer, aber blitzschnell: Sony SF-M128

Teuer, aber blitzschnell

Sony SF-M128

Test: Sony Sf M128
Abgesehen vom den immer noch sehr kurzen Zugriffszeiten liegt die Sony in jeder Disziplin ganz vorne.

Qualitativ sehr empfehlenswert, aber leider etwas teurer ist die Sony SF-M128. Bei der Leistung gibt es wahrlich nichts zu meckern: Die Lesegeschwindigkeit von 252 MB/s ist der Spitzenwert im Test, knapp vor der Lexar Professional 1667x 128 GB. Auch bei der Schreibgeschwindigkeit spielt die SF-M128 ganz vorne mit.

Damit kann man dann nicht nur problemlos schöne 4K- und Full-HD-Aufnahmen machen, sondern sogar 8K-Videoaufnahmen. Die Zugriffszeit ist kurz, wird allerdings von ein paar wenigen Konkurrenten – vor allem den neueren Modellen – im Test noch unterboten. Die 23 Serienfotos, die den Puffer unserer Testkamera von Canon füllen, sind in 8 Sekunden gespeichert. Das geht kaum schneller.

Man bekommt die Sony SF-M128 übrigens auch in 32– beziehungsweise 64-Gigabyte-Ausführung. Wie gesagt: An der Geschwindigkeit gibt es in allen Belangen nichts auszusetzen, man mag lediglich hoffen, dass der Preis mit der Zeit noch etwas sinkt.

Außerdem getestet

Schon etwas älter, aber immer noch eine gute SD-Karte ist die SanDisk Extreme Pro. Der Preis ist mittlerweile schon ein wenig heruntergegangen. In der vergangenen Testrunde haben wir uns spaßeshalber eine »Refurbished«-Version der Extreme Pro angesehen, wobei man sich hier eigentlich fragen muss, wie genau Refurbishing bei einer SD-Karte abläuft. Das Ergebnis spricht aber für sich: Die neue Karte ist noch ein wenig schneller als die alte, fabrikneue Version.

Eine weitere SD-Karte mit UHS-II-Standard ist die Lexar Professional 1000x. Somit schneidet sie bei den Tests von Lese- und Schreibgeschwindigkeit erwartungsgemäß besser als UHS-I-Karten ab, wird allerdings von den anderen UHS-II-SDs recht deutlich geschlagen. Bei den Zugriffszeiten ist sie immerhin noch in der Spitzengruppe. Insgesamt bekommt man hier dennoch eine sehr gute Performance, die auch für 4K völlig ausreichend ist.

Alle anderen, getesteten Speicherkarten sind nicht unbedingt zu schlecht oder zu langsam, auch weil das Gesamtniveau der SD-Karten mittlerweile noch einmal deutlich zugenommen hat. Jedoch kommen sie gerade im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht an die bis jetzt vorgestellten Modelle heran, weswegen es sich nicht lohnt, sie noch detaillierter vorzustellen.

Wissenswertes über SD-Karten

In erster Linie ist bei einer SD-Karte wichtig, dass sie schnell speichert. Vor allem dann, wenn man Serienbild- oder 4K-Aufnahmen macht, denn je schneller gespeichert wird, desto mehr Fotos kann man direkt hintereinander schießen.

In der Regel haben Kameras einen Datenpuffer, wo gerade gemachte Fotos kurz zwischengespeichert werden, bis sie schließlich auf der Karte landen. Dieser Puffer muss möglichst schnell wieder für kommende Aufnahmen freigemacht werden. Bei hohem Schreibtempo ist dann logischerweise die Gefahr geringer, dass die Kamera nicht mit dem Speichern hinterherkommt und beispielsweise Videodaten verloren gehen.

Nicht ganz so wichtig wie die Schreibrate ist die Leserate, die beschreibt, wie schnell man Daten von der SD-Karte abrufen kann. Eine langsame Leserate ist höchstens von Nachteil, wenn man eine große Datenmenge von der SD-Karte auf etwa eine Festplatte kopieren möchte, was dann entsprechend etwas länger dauert.

SD-Karte im Kameratest
Mit einer Digitalkamera haben wir die Schreibgeschwindigkeit der SD-Karten getestet.

Wie überall muss man auch bei den SD-Karten Qualität mit Geld bezahlen, also sind die schnelleren und neueren Karten normalerweise auch ein bisschen teurer. Einige günstige Speicherkarten sind aber trotzdem in der Lage, das Schreiben und Lesen auch von 4K-Inhalten ausgezeichnet zu erledigen. Wie gut eine SD-Karte wirklich ist, zeigt sich häufig erst auf lange Sicht. Daher sollte man beim Kauf immer auch Kundenbewertungen lesen, denn unsere einmaligen Messergebnisse sind natürlich nicht in Stein gemeißelt und können sich nach einiger Zeit des Gebrauchs ändern.

Die Frage nach der Kapazität

Ursprünglich gab es SD-Karten mit maximal 2 Gigabyte – damit kann man heutzutage nicht mehr viel anfangen. Mit der Zeit brachten die Hersteller deshalb Standards mit mehr Speicherkapazität auf den Weg: Zunächst kamen die SDHC-Karten auf, die zwischen 4 und 32 Gigabyte Speicher aufwiesen. Schließlich sind aber auch 32 Gigabyte irgendwann voll, weswegen mittlerweile SDXC-Karten auf dem Markt sind, die sich zwischen 48 Gigabyte und maximal 2 Terabyte bewegen. Sie sind momentan allerdings höchstens mit 512 Gigabyte im Handel.

Diese unterschiedlichen Standards sollte man beim Kauf beachten, denn nicht jeder Standard ist mit jedem Slot kompatibel. SDXC-Karten passen also nur dort rein, wo auch SDXC draufsteht. Meist befindet sich auf dem Gehäuse ein entsprechendes Logo, ansonsten hilft auch ein Blick ins Datenblatt oder in die Anleitung. SDHC-Karten hingegen passen immer auch in Geräte, die SDXC unterstützen, genauso wie die alten, »normalen« SD-Karten mit maximal 2 Gigabyte in jeden anderen Steckplatz gelegt werden können.

Zwei Übertragungsstandards

Neben der Kapazität sind besonders die Transferraten interessant. Hier gilt in der Regel, dass schnelle Karten ihr Potenzial nur in Kombination mit einem schnellen Gerät ausspielen können.

In diesem Zusammenhang ist von zwei verschiedenen Übertragungsstandards die Rede. Der ältere ist der »Normal/High Speed«, welcher auf der Karte mit einem Kreis auf der rechten Seite gekennzeichnet ist, in dem sich wiederum eine Zahl befindet. Diese Zahl gibt die »Speed Class« in Megabyte pro Sekunde (MB/s) an und beschreibt also, wie schnell Daten gespeichert werden können. Gängig sind die Klassen 2, 4, 6 und 10, wobei aktuelle Modelle eigentlich immer zur Klasse 10 gehören.

»Ultra High Speed« (»UHS«) ist der Name des neueren Übertragungsstandards, der nochmal in UHS-I, UHS-II und UHS-III aufgeteilt ist. UHS-III ist momentan noch irrelevant, da bislang kaum Geräte diesen Standard unterstützen und die entsprechenden Karten ziemlich teuer sind. UHS-II ist vor allem etwas für Profifotografen, die öfter mit hochwertigen Kameras Serienbilder schießen.

Auch bei UHS gibt es Geschwindigkeitsklassen, allerdings nur 1 und 3. Mit 10 multipliziert geben sie die minimale Schreibrate an, die vom Hersteller garantiert ist. Praktisch erreichen die Karten meist sogar eine deutlich höhere Geschwindigkeit. Neue Modelle kommen mittlerweile immer mit Klasse 3 in den Handel.

Wie bereits angedeutet kommt es nun aber auch auf das andere Geräte, etwa eine Digitalkamera, an. Sie müsste ebenfalls die jeweiligen Übertragungsstandards unterstützen. Ist das nicht der Fall, so kann eben eine UHS-Karte in einer älteren Kamera nur mit »Normal/High Speed« übertragen. Eine Ausnahme gibt es aber doch: UHS-Karten funktionieren nicht in Geräten, die nur für normale SD-Karten, also nicht für SDHC und SDXC zugelassen sind.

Da UHS-Karten kaum teurer sind als ihre langsameren Gegenspieler, lohnt sich die Investition in der Regel, selbst wenn die aktuelle Kamera noch kein UHS kann. Spätestens mit der nächsten Kamera wird man nämlich die schnellere Übertragungsrate genießen können. Gerade für Serienbildaufnahmen oder Videos ist UHS von Vorteil, da das fein aufgelöste Material schnell gespeichert werden kann.

Video Speed Class

Wer häufiger filmt, für den ist auch die Video Speed Class von Interesse. Das zugehörige Symbol ist schlicht ein V mit einer Zahl, die die Schreibgeschwindigkeit angibt. Beginnend mit V6, also 6 MB/s, über V10, V30, V60 bis hin zu V90 gibt es da eine recht große Spanne. Dabei ist V6 lediglich für Standardauflösung gut genug, während V30 momentan die gängigste Klasse ist, da sie für 4K-Filme geeignet ist. Für 8K-Aufnahmen kommen dann V60 und V90 ins Spiel – das ist aber eher noch ein Thema für die Zukunft. Übrigens hat sich im Test gezeigt, dass V30-Karten in der Praxis deutlich schnellere Geschwindigkeiten, teils sogar über 60 MB/s erreichen.

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