Test: Scanner Scansnap

Scanner im Test : Papierlos glücklich

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Update 29.09.2020

Scanner unterscheiden sich teilweise stark in der Bauweise. Neben Flachbettscannern und Dokumentenscannern gibt es mittlerweile auch mobile Scanner, die kompakt genug sind, um sie überall mitzunehmen. Bei der Entscheidung kommt es vor allem darauf an, was der Scanner können soll.

Update 29. September 2020

Wir haben elf weitere Scanner getestet. Neue Empfehlungen sind der Fujitsu ScanSnap iX1500 und der Canon Lide 400.

Christian Lanzerath
Christian Lanzerath
schreibt als Technik-Journalist unter anderem für CHIP, Computer Bild, ITespress, ZDNet und eKitchen und testet regelmäßig IT-Produkte und Consumer Electronic.

Am häufigsten trifft man Scanner in Büros oder Archiven an. Im Zuge der Digitalisierung lohnt es sich mittlerweile aber auch, über einen Scanner für zuhause nachzudenken. Möchte man etwa die Steuererklärung digital abgeben, so ergibt es Sinn, die Rechnungen und Belege nach und nach zu scannen und auf dem PC zu archivieren. Das verhindert schließlich eine unübersichtliche Zettelwirtschaft im Arbeitszimmer.

Rechnungen und Dokumente sind natürlich bei weitem nicht das einzige, was man scannen und auf dem Computer speichern kann. Auch bei Fotos, Dias oder Buchseiten ist es oft praktisch, sie zu scannen, um sie dann am PC nochmal zu bearbeiten.

Viele Scanner können inzwischen weit mehr, als nur ein Bild aus der Vorlage zu generieren. Sie erkennen sogar Text und speichern diesen als Dokument, sodass der Nutzer den Text dann wie gewöhnlich editieren kann. Das Stichwort hierzu lautet OCR, also »Optical Character Recognition«, was wiederum für optische Buchstabenerkennung steht. Einige Scanner erledigen diese Aufgabe direkt selbst, andere leiten sie an den PC weiter.

In unserem Test befanden sich insgesamt 22 Scanner, die teilweise sehr verschieden gebaut sind. Ebenso groß sind die Unterschiede im Preis, denn hier reicht die Spanne von etwa 70 bis 400 Euro. In der Regel gilt: Für Flachbettscanner muss man nicht so tief in die Tasche greifen, besonders spezialisierte Dokumentenscanner sind hingegen um einiges teurer. Beim Kauf eines Scanners kommt es übrigens stark darauf an, wofür man ihn einsetzen möchte. Je nach den Aufgaben sind jeweils andere Scanner empfehlenswert.

Kombiscanner: HP Scanjet Pro 2500f1

Kombiscanner

HP Scanjet Pro 2500f1

Test Scanner: HP Scanjet Pro 2500f1
Der Scanjet Pro 2500f1 eignet sich sowohl als Dokumenten- wie auch als Flachbettscanner.

Der Scanjet Pro 2500f1 von HP ist gleichzeitig Dokumenten- und Flachbettscanner. Wer möglichst flexibel sein möchte, trifft hier die richtige Wahl, denn auch Seiten aus einem Buch oder andere dickere Vorlagen sind kein Problem.

In den Einzugsscanner mit Duplex-Funktion passen 50 Blatt, die in gut zweieinhalb Minuten beidseitig gescannt werden. Das können alle anderen Einzugsscanner im Test deutlich schneller, allerdings ist das nicht so schlimm, da es in der Praxis selten diese Sekunden ankommt – immerhin muss man nicht jedes Papier per Hand hereingeben.

Mit den Tasten am Gerät startet man den Scanvorgang. Der Output wird schließlich automatisch als JPEG oder PDF auf dem entsprechenden PC gespeichert, kann aber auch direkt in den Anhang einer neuen E-Mail oder in die Dropbox befördert werden. Diese Funktionen sind allesamt sehr einfach gehalten – schön für den Nutzer. Leere Seiten, schief oder falsch herum eingezogenes Papier erkennt und behebt der Scanjet zuverlässig.

Scanner Test: Bester Kombiscanner: HP Scanjet Pro 2500 f1
Das Kombigerät vereint Flachbett- und Dokumentenscanner in einem.

Mit der herstellereigenen Texterkennung stehen die Dateiformate RTF und TXT zur Verfügung, allerdings leider kein PDF. Das ist nicht nur ein Nachteil des Scanjet Pro 2500f1, sondern der gesamten HP-Software. Wenigstens befindet sich im Lieferumfang das OCR-Programm Readiris Pro 14, mit dem auch die PDF-Ausgabe innerhalb der Texterkennung möglich ist.

Bei der Qualität der Texterkennung bleibt allerdings nicht viel zu wünschen übrig. Nur extrem kleiner Text sowie Weiß auf Schwarz bereiten der Software Probleme, ansonsten treten aber kaum Fehler auf.

Im gemischten Stapel brachten die Visitenkarte und der zerknitterte Kassenzettel den Einzug des Scanjet an seine Grenzen. Das ist zwar zugegebenermaßen anspruchsvoll, aber andere Geräte konnten damit besser umgehen. Mit normalen Papier, das nicht ramponiert ist, gibt es aber natürlich keine Schwierigkeiten.

Im Scan unseres Testbildes wird deutlich, dass die Software hier noch ein bisschen Nachholbedarf hat. Das Ergebnis in den Standardeinstellungen ist tendenziell zu dunkel, zu sehr gesättigt und hat einen gewissen Grünstich. Wer also häufiger Fotos scannen möchte, sollte sich lieber nach einem anderen Gerät umschauen. Punkten kann der Scanjet Pro 2500f1 hauptsächlich mit seiner Vielseitigkeit und der Benutzerfreundlichkeit.

Professionell und benutzerfreundlich: Fujitsu ScanSnap iX1500

Professionell und benutzerfreundlich

Fujitsu ScanSnap iX1500

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Der iX1500 zeigte im Test kaum Schwächen, dazu gibt es eine tolle Software und auf Wunsch kann jetzt auch der ScanSnap Manager des Vorgänger genutzt werden.

Der Fujitsu ScanSnap iX1500 kommt mit der üblichen Ausstattung, bietet eine Auflösung von 600 dpi und überzeugte in unserem Test vor allem durch sein gelungenes Paket aus guter Hard- und Software. Die Softwareausstattung des Dokumentenscanners beinhaltet ScanSnap Home, ein Abby-FineReader-Plugin sowie Power PDF (Nuance). Der Scanner wird mit USB-3.0 angeschlossen, kann aber auch per WLAN verbunden werden, ein Ethernet-Anschluss ist nicht vorhanden.

ScanSnap kategorisiert das Dokument zuerst und speichert den Scan dann direkt im Unterordner der jeweiligen Kategorie ab. Vier Kategorien stehen dafür zur Auswahl: »Visitenkarten«, »Dokumente«, »Quittungen« und »Fotos«. Die Einteilung durch den Scanner selbst ist jedoch in unserem Test nicht unfehlbar gewesen.

Der iX1500 lässt sich an bis zu vier Computern mit dieser Software verwenden, von jedem Benutzer kann gleichzeitig auf das Programm zugegriffen werden. Auf dem Display des Scanners lassen sich die jeweiligen Benutzer und deren individuelles Scanprofil per Farbe unterscheiden – jedem wird dabei eine eigene Farbe zugeteilt. Diese und viele weitere kleine, smarte Zusatzfunktionen machen den Scanner nicht nur für den privaten Hausgebrauch interessant, sondern eben auch für Selbständige und kleine Teams im Büro.

Beim Scannen spielt der ScanSnap iX1500 seine Stärken aus. Dabei ist nicht nur die Qualität des Scans selbst nahezu fehlerlos, sondern ebenso ist die nachfolgende Aufbereitung via Software hervorragend. Features wie das Drehen, Zuschneiden oder Ausrichten von Dokumenten, aber auch die automatische Formaterkennung funktionierten in unserem Test zuverlässig und gut.

Ebenfalls fehlerlos arbeitete die interne Texterkennung, welche sogar mit 8-Punkt-Schrift (Times New Roman, Arial) gut umgehen konnte. Nur beim Test mit weißem Text vor schwarzem Hintergrund kam es zu ein paar kleineren Fehlern. Inwiefern das ein kaufentscheidendes Kriterium darstellt, bleibt jedem selbst überlassen.

Zwar ist das Einscannen von Bildern nicht die Paradedisziplin eines Dokumentenscanners, aber auch hier schlägt sich der ScanSnap iX1500 überraschend gut. Zwar erkennt man einen leichten Magentastich, das ist aber für Dokumentenscanner völlig normal, wenn diese zu »fachfremden« Arbeiten gezwungen werden. Ansonsten waren wir mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden, selbst dunkle Bildbereiche wurden gut erfasst. Noch besser hätte das Ergebnis ausfallen können, wären anstelle von CCD-Sensoren im ScanSnap iX1500 CIS-Sensoren verbaut worden.

50 beidseitig bedruckte Blätter wurden vom ScanSnap iX1500 in rund eineinhalb Minuten verarbeitet, was eine Steigerung im Vergleich zum Vorgänger um knapp 20 Sekunden bedeutet. Um einen Stapel Visitenkarten einzuscannen, liefert Fujitsu einen praktischen Aufsatz mit, wechselnde Papierstärken oder die gefürchteten Eselsohren lassen den Scanner kalt.

Zuverlässig erkannte er in unserem Test gedrehte sowie leere Seiten – und griff entsprechend korrigierend ein. Selbst auf Blätter geklebte Post-Its bereiteten dem ScanSnap iX1500 keine Schwierigkeiten, er vergewisserte sich mit einer Meldung lediglich, ob der Scan wiederholt, oder einfach weitergemacht werden soll.

Weil der Scanner die verbreitetsten Schnittstellen (WIA, ISIS, TWAIN) nicht unterstützt, können Programme von Drittanbietern, wie etwa PDF-Reader, nicht verwendet werden und es muss auf die hauseigene Softwarelösung zurückgegriffen werden, die zwar auch gut ist, aber eben trotzdem eine Beschränkung darstellt.

Für Bilder: Canon Lide 400

Für Bilder

Canon Lide 400

Test: Canon Lide 400
Mit dem Lide 400 hat Canon einen guten Flachbettscanner im Angebot, der nicht viel kostet. Die Software hat gegenüber dem Lide 220 große Fortschritte gemacht und bietet nun auch eine brauchbare Texterkennung.

Mit dem Canon Lide 400 hat der sowieso schon gute Lide 220 einen würdigen Nachfolger gefunden, bei dem wir deutliche Fortschritte festgestellt haben. Positiv hervorzuheben ist vor allem seine einfache Bedienung, die von der übersichtlichen Programmoberfläche unterstützt wird. Wem diese zu wenig Umfang bietet, der kann auf die im Lieferumfang enthaltene Software ScanGear zurückgreifen. Ebenso mit enthalten sind die Programme My Image Garden sowie ein Quickmenü, mit dem ein Schnellzugriff auf dem Monitor möglich ist.

Die Scanleistung des Canon Lide 400 ist durchwegs gut. Während der Vorgänger bereits beim Einscannen von Bildern glänzen konnte und lediglich bei Textdokumenten schwächelte, ist nun auch dieser Makel von Canon behoben worden. Das Ergebnis sind beinahe fehlerfreie 300-dpi-Scans. Bei 200 dpi und etwas kleineren Schriften kam es zu minimalen Problemen, dort kann der Canon Lide 400 im Vergleich zur Konkurrenz nicht ganz mithalten.

Praktisch und eine Erwähnung wert ist die Möglichkeit, einen A3-Scan durchzuführen, indem zwei A4-Dokumente eingescannt und per Software zusammensetzt werden. Lediglich für das Einscannen von Dias ist der Scanner nicht geeignet. Weil der Scanner aus dem Hause Canon per USB-Kabel mit Strom versorgt wird, benötigt er kein weiteres Netzteil.

Mobil: Fujitsu ScanSnap iX100

Mobil

Fujitsu ScanSnap iX100

Test Scanner: Fujitsu ScanSnap iX100
Mit Akku und WLAN – der ScanSnap iX100 ist auch ohne Duplex der perfekte Scanner für unterwegs.

Für Leute, die geschäftlich oft unterwegs sind und dabei viel Papierkram haben, eignet sich ein mobiler Scanner wie der Fujitsu ScanSnap iX100. Die mobilen Geräte sind generell so kompakt und schmal, dass sie problemlos in die Notebooktasche passen. Aber auch im heimischen Arbeitszimmer machen sich die kleinen Scanner nicht schlecht, vor allem, wenn man sowieso nicht so viel Platz hat.

Die komplett mobile Nutzung bedeutet natürlich, dass man nicht von einem Kabel und einer Steckdose abhängig sein darf. Daher ist der ScanSnap iX100 mit WLAN und Akku ausgestattet, er besitzt für den Notfall aber auch einen USB-Anschluss. Beim Scanvorgang arbeitet er ziemlich flott und fixiert das Papier beim Einzug noch einmal, um schiefe Ergebnisse zu verhindern.

Typisch für Fujitsu ist die benutzerfreundliche Software. Wie beim größeren ScanSnap iX500 gibt es auch hier nur eine Taste, der man aber eine speziellen Funktion zuweisen kann. So erzeugt man mit einem einzigen Druck beispielsweise immer ein PDF in den gleichen Einstellungen. Um mehrere Blätter nacheinander zu scannen muss man logischerweise immer wieder per Hand nachlegen, aber der kleine Scanner wird mit einem großen Stapel Papier schnell und unkompliziert fertig.

Doppeleinzüge erkennt der ScanSnap iX100 nicht, was aber nicht so schlimm ist, da man sowieso immer einzeln nachfüllen muss. Ansonsten korrigiert er aber schiefes oder auf dem Kopf stehendes Papier zuverlässig. Selbst dickere Vorlagen wie Flyer und Visitenkarten verarbeitet der iX100 problemlos, am besten leitet man das jeweilige Dokument nach hinten durch den Scanner durch.

Scanner Test – Bester mobiler Scanner: Fujitsu ScanSnap iX100
Der mobile Scanner ist der ideale Reisebegleiter.

Die Texterkennung funktioniert insgesamt nicht ganz so gut wie beim iX500, ist aber absolut alltagstauglich. Nur sehr kleiner Text sowie Weiß auf Schwarz führten manchmal zu Problemen, hier schwächeln aber auch einige der größeren Scanner. Stark ist wiederum das Ergebnis unseres Testbilds. Der Scan der iX100 ist sehr originalgetreu – ausgezeichnet für ein so kompaktes Gerät.

Unterwegs hat man also mit dem ScanSnap iX100 einen zuverlässigen Scanner dabei, der nicht nur für Büroaufgaben geeignet ist, sondern auch bei Fotos überzeugt. Software von Drittanbietern kann man leider nicht direkt nutzen, da TWAIN oder WIA nicht unterstützt werden.

Was gibt es sonst noch?

Als Flachbettscanner mit Durchlichteinheit kann der Canon CanoScan 9000F Mark II auch Dias und Negative digitalisieren. Solche Vorlagen werden von der Software erkannt und dann entsprechend belichtet. Ein aus vier Bildern bestehender Negativstreifen wird in etwa sieben Minuten auf 4.800 dpi gescannt, das ist gegenüber anderen Flachbettscannern eine ziemlich normale Dauer. Qualitativ überzeugt der 9000F Mark II aber am meisten, außerdem erlaubt er sich auch kaum Schwächen bei Fotos oder Textdokumenten.

Mit dem Epson Perfection V39 bekommt man einen schlichten Flachbettscanner, der aber keine Durchlichteinheit hat. Die Software ist leider nicht die schnellste, außerdem hat er hier und da mit der Texterkennung zu kämpfen. Foto-Scan beherrscht der V39 aber ausgezeichnet. Im Vergleich zum günstigen Canon Lide 220 ist er in der Bedienung nicht so benutzerfreundlich, allerdings gewöhnt man sich mit der Zeit auch an das Epson-Programm. Für seinen Preis kann man mit dem Perfection V39 nicht viel falsch machen.

Ein sehr leistungsstarken Dokumentenscanner ist der Canon DR-C225W. Mit Papierstapeln kommt er gut zurecht, er schafft hier maximal 50 Blätter auf einmal – die Papiere dürfen dabei sogar beidseitig bedruckt sein. Vorlagen werden in einer U-Form durch das Innere geführt, wodurch der Scanner ziemlich wenig Platz braucht. An der Seite kann man einen Hebel umlegen, um dickere Vorlagen zu scannen, diese sollten nämlich besser gerade durch den DR-C225W laufen. Leichte Probleme machte in unserem Test das Verbinden per WLAN, hier brauchte es ein paar Versuche. Texterkennung funktioniert sowohl mit der herstellereigenen Software als auch mit dem beigelegten Programm OmniPage tadellos. Bei Fotos kommt der Canon allerdings nicht ganz an den Konkurrenten ScanSnap ix500 von Fujitsu heran.

Der schnellste Scanner im Test ist der Brother ADS-2200: Nur 1:20 Minuten benötigte er für 50 Duplex-Seiten. Texterkennung stellt kein Problem dar, auch hier hat man die Wahl zwischen dem hauseigenen Programm und der externen Software von Nuance. Beide Tools funktionieren relativ ähnlich und erlauben es, mit nur einem Tastendruck etwa ein PDF zu erstellen. Beim Foto-Scan muss sich aber auch der ADS-2200 dem Fujitsu iX500 geschlagen geben. Außerdem muss man auf WLAN verzichten, dafür ist der Brother für einen Dokumentenscanner doch recht günstig.

Eine Alternative unter den mobilen Scannern stellt der Brother DS-620 dar. Hier muss aber zuallererst beachtet werden, dass man für Scans immer die TWAIN-Schnittstelle nutzt, denn sonst erscheinen die Ergebnisse deutlich zu dunkel. Komischerweise tritt dieses Problem bei reinen Text-Scans aber nicht auf. Beim Einzug sollte man darauf achten, dass Papiere stets ganz links angesetzt werden, da der Scanner sie sonst nicht einzieht. Unpraktisch ist leider auch, dass der USB-Anschluss sich direkt unter dem Auswurf befindet. Die Blätter bleiben also direkt auf dem Kabel liegen und sind daher den nachfolgenden Papieren im Weg.

Wissenswertes über Scanner

Scanner unterscheiden sich bedeutend in der Bauweise. Betrachten wir zunächst die Flachbettscanner: Hier wird das zu scannende Dokument auf eine Glasauflage platziert, wobei die bedruckte Seite nach unten zeigt. Dann schließt man nur noch den Deckel und wartet, bis die Scan-Einheit die Vorlage durch das Glas komplett erfasst hat.

Flachbettscanner bieten in der Regel sehr feine Auflösung, was gerade bei Fotos sehr schön ist. Aber auch Buchseiten oder andere dickere Vorlagen stellen kein Problem dar. Leider kann man immer nur eine Seite scannen. Hat man also einen ganzen Blätterstapel, so kostet es durchaus Nerven, die Blätter immer wieder einzeln aufzulegen.

Dokumenten- und Einzugsscanner machen das besser: Bis zu 50 Papiere auf einmal können verarbeitet werden – teilweise sogar beidseitig. Walzen sorgen dabei dafür, dass die Blätter nach und nach vom Stapel vorbei an der Scan-Einheit geführt werden. Das dauert auch gar nicht lange – was aber daran liegt, dass die Auflösung nicht ganz so hoch ist. Scannt man nur Textdokumente, so ist das überhaupt kein Problem. Selbst für Fotobearbeitung sind die maximal 600 Dots per Inch (dpi) absolut ausreichend.

Schließlich gibt es noch mobile Scanner, die manchmal mit WLAN und Akku sogar komplett kabellos funktionieren. Sie sind zudem sehr leicht und passen sogar in die Notebooktasche. Wer geschäftlich oft unterwegs ist und dabei häufiger scannen muss, kommt an einem solchen Gerät nicht vorbei. Aber auch für nur gelegentliche Scans zuhause sind die kleinen Geräte durchaus empfehlenswert: Qualitativ stehen die sie ihren größeren Konkurrenten in kaum etwas nach, dabei nehmen sie aber deutlich weniger Platz weg. Allerdings muss man auch hier die Blätter einzeln per Hand in den Einzug geben, was wiederum ein wenig Geschick erfordert.

 Scanner Test: Fuitsu ScanSnap iX1500.
Der Dokumentenscanner iX1500 ist kompakt und passt auf jeden Schreibtisch.

Auflösung und Software

Abgesehen von der Bauweise unterscheiden sich Scanner vor allem in der maximalen Auflösung und der Benutzerfreundlichkeit der Software. Die Auflösung wird in Dots per Inch (dpi) angegeben, also Bildpunkte pro Zoll. Für Textdokumente ist es völlig in Ordnung, wenn sie in 200 bis 300 dpi gescannt werden. Bei Fotos ist ein Wert über 300 dpi eigentlich Pflicht, gut sind etwa 600 dpi. Zur Digitalisierung von Negativen ist gar eine Auflösung von rund 1.200 dpi vonnöten, vor allem wenn man sie nachher noch bearbeiten möchte. Man sollte aber auch bedenken, dass die Dateien in höherer Auflösung selbst immer größer werden.

Niemand möchte jedes Mal vor dem Scannen minutenlang Einstellungen vornehmen. Deshalb achten die Hersteller mittlerweile darauf, dem Nutzer mit der Software möglichst viel Arbeit abzunehmen. Teilweise kann nun sogar nur mit einem Tastendruck die Vorlage gescannt und gespeichert werden.

So haben wir getestet

Die Scanner hatten in unserem Test einige Aufgaben zu bewältigen. Zunächst haben wir betrachtet, wie originalgetreu eine Vorlage mit 300 dpi auf dem PC erscheint. Dabei ließen wir die Scanner auf Werkseinstellungen und stellten für maximale Bildqualität die JPEG-Komprimierung auf niedrig. Danach kam es auf die Qualität der Texterkennung an. Hier mussten die Scanner verschiedene Schriftarten und -größen umwandeln. Manche Hersteller liefern neben der hauseigenen OCR noch ein Programm eines Drittanbieters mit. Das haben wir positiv zur Kenntnis genommen, aber getestet wurde nur die eigene Software.

Scanner Test: Alle Flachbettscanner
Die Flachbettscanner im Test: Links der Canon Lide 220, darunter der Canon CanoScan 9000F Mark II. In der Mitte der Epson Perfection V39, darunter der Epson Perfection V370 und ganz unten der Epson Perfection V550. Ganz rechts außen der HP Scanjet Pro 2500f1.

Natürlich ist auch wichtig, wie schnell das Ganze geht. Um das herauszufinden, haben wir die Zeit bei einem fünfseitigen Scan mit 300 dpi und Graustufen gemessen. Hier waren wenig überraschend die Einzugsscanner den Flachbettscannern klar überlegen. Die Geräte mit automatischem Einzug mussten außerdem einen doppelseitig bedruckten 50-Blatt-Stapel scannen – auch hier haben wir auf die Uhr geschaut.

Die Dokumentenscanner im Test: Links oben der Fujitsu ScanSnap iX500, darunter der HP Scanjet Pro 2500f1. Rechts der Canon DR-C225W und der BrotherADS-2200. Links unten die beiden mobilen Scanner Brother DS-620 und Fujitsu ScanSnap iX100.

Schließlich gab es noch einige kleinere Probleme zu lösen: schiefe Auflage oder Einzug korrigieren, Vorlagen drehen oder Seiten überspringen. Hier kommt es immer auch auf Benutzerfreundlichkeit der Software an. Neben gewöhnlichen DIN-A4-Blättern haben wir den Scannern übrigens noch einen Stapel aus Taxiquittungen, Visitenkarten, zerknitterten Kassenzetteln, dickerem Papier und gefalteten sowie aneinander geklebten Blättern gegeben. Hier trennte sich die Spreu vom Weizen.

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