Besseres WLAN per Funk und Stromleitung Test: Avm Fritzrepeater 2400

Powerline-Sets im Test : Internet aus der Steckdose

Update 03.09.2021

Wenn die Wohnfläche größer als die WLAN-Abdeckung ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten etwas dagegen zu tun. Eine der einfachsten und schnellsten ist die Installation eines Powerline-Sets. Wir haben 18 verschiedene Sets getestet und erklären, welches für Sie das richtige ist.

Update 3. September 2021

Wir haben weitere Powerline-Sets getestet. Das TP-Link TL-WPA1300P Kit, das Devolo Magic 2 LAN Starter Kit und das TP-Link TL-PA7019P Kit sind empfehlenswert.

Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Eine schnelle und stabile Internetverbindung ist einiges Wert. Reicht die Leistung des Routers nicht aus, gibt es verschiedene Möglichkeiten, trotzdem für eine gute Internetverbindung über die gesamte Wohnfläche hinweg zu sorgen. Eine sehr einfache Möglichkeit, wie Sie die Signalqualität des Routers auch in etwas entlegenere Winkel des Wohnbereichs hoch halten können, sind sogenannte Powerline-Sets.

Wir haben die 18 Sets an verschiedenen Steckdosenkombinationen eines Haushalts gemessen und miteinander verglichen. Den Testweg haben wir, wie bei unserem WLAN-Repeater-Test, von einfach (Weg 1) bis sehr anspruchsvoll (Weg 4) eingeteilt.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Hervorragende HardwareMit Fritzbox überzeugendTop-SpeedAlternativeSchnell aber ohne WLANPreisbrecher
Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter KitTest WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM FritzPowerline 1260E SetTest  Internet aus Steckdose: Devolo Magic 2 WiFi next Starter KitTest  Internet aus Steckdose: TP-Link TL-WPA1300P Kit alias TL-WPA8631P KitTest  Internet aus Steckdose: Devolo Magic 2 LAN Starter KitTest  Internet aus Steckdose: TP-Link TL-PA7019P Kit
Modell Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit AVM FritzPowerline 1260E Set Devolo Magic 2 WiFi next Starter Kit TP-Link TL-WPA1300P Kit alias TL-WPA8631P Kit Devolo Magic 2 LAN Starter Kit TP-Link TL-PA7019P Kit
Pro
  • Gute Nettoraten, 4K-fähig
  • Durchschleifsteckdosen an Adapter und Extender
  • 2 LAN-Ports am Extender
  • Gute App, gutes Powerline-Tool
  • Gute Übertragungsraten, 4K-fähig
  • Gutes Powerline-Tool, App-taugliches Webmenü
  • 2 LAN-Ports am Adapter
  • Ausgezeichnete Übertragungsraten, 4K-fähig
  • Durchschleifsteckdosen an Adapter und Extender
  • 2 LAN-Ports am Extender
  • Gute App, gutes Powerline-Tool
  • Gute Übertragungsraten, 4K-fähig
  • Adapter und Extender mit Durchschleifsteckdose
  • 3xGbE-Ports am Extender
  • Relativ günstig
  • Ausgezeichnete Übertragungsraten, 4K-fähig
  • Beide Adapter mit Durchschleifsteckdose
  • Vorbildliche Dokumentation
  • Zugriff auch per App (Android) und Webmenü
  • Gute Übertragungsraten, 4K-fähig
  • Beide Adapter mit Durchschleifsteckdose
  • Sehr günstig
Contra
  • Keine CEE 7/7-Stecker (bspw. nicht in Frankreich, Polen etc. verwendbar)
  • Keine Durchschleifsteckdose am Extender
  • Nur 2 Jahre Garantie (ungewöhnlich für AVM)
  • Relativ teuer
  • G.hn-Standard nicht kompatibel zu HomePlug AV2
  • Keine CEE-7/7-Stecker
  • Eingeschränktes 5-GHz-WLAN
  • Umständliches FW-Update
  • Nervige Aktualisierungen im tpPLC-Tool (Windows)
  • Handbuch englischsprachig
  • Kein SSL-Webmenü-Zugriff
  • Kein WLAN integriert
  • Nicht ganz günstig
  • Keine CEE-7/7-Stecker
  • Kein WLAN integriert
  • Kein Handbuch
  • Umständliches FW-Update
  • Nervige Aktualisierungen im tpPLC-Tool (Windows)
Bester Preis
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Hervorragende Hardware: Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit

Hervorragende Hardware

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit
Devolos WLAN-Powerline-Set bietet eine tolle Ausstattung und überzeugende Performance bei relativ geringem Stromverbrauch.

Beim Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit handelt es sich um ein Powerline-Set, das schon seit einiger Zeit im Handel verfügbar ist. Trotzdem ist die Hardwareausstattung immer noch sehr gut und die Leistung in unserem Test durchweg überzeugend. Wir haben 370 Mbit/s (Weg 1) bis 145 Mbit/s (Weg 4) gemessen. Das sind herausragende Werte für ein solches Gerät. Videostreams (in QHD oder gar 4K-Auflösung) gelangen uns im Test ohne Aussetzer. Aber auch abseits der reinen Leistung kann der Powerline-Adapter von Devolo überzeugen.

Bereits bei der Erstkonfiguration merkt man, dass Devolo hier an alles gedacht hat und das Gesamtpaket stimmt. Die Durchschleifsteckdose sorgt dafür, dass nicht noch eine Wandsteckdose im Haushalt belegt ist oder die Übertragung unter einem Verteiler leidet. Auch die Bedienung mit der »my devolo«-Smartphone-App ist intuitiv. Toll ist bei der App, dass auch die Adapter anderer Hersteller angezeigt werden. Das ist leider nicht selbstverständlich. Mit »my devolo« können Sie die Weboberfläche aufrufen und alle Einstellungen vornehmen, die Sie am PC mit dem Browser vornehmen können.

Die Kopplung der Adapter erledigt man per Knopfdruck an den Geräten oder alternativ mit dem Cockpit-Tool am PC. Das Tool misst auch die Linkrate zwischen den Adaptern und ermöglicht es außerdem, die Geräte im Stromnetz zu aktualisieren. Der Update-Vorgang läuft übrigens ohne weiteres Zutun seitens des Benutzers. Das WLAN des Extender-Adapters ist vorverschlüsselt, kann aber per WiFi-Clone die Einstellungen des Heimnetzes übernehmen. Praktisch: Mit dem WLAN-Knopf am Gerätegehäuse schaltet man manuell den Extender-WLAN ein- und aus, aber er funktioniert auch als WPS-Taste um schnell neue Clients ins Netzwerk einzubinden. Auch das sehr übersichtlich gehaltene Handbuch des Devolo-Extenders hat uns sehr gefallen.

Das WLAN (2×2 Dualband, 802.11ac) kann mit einem Zeitlimit oder einem Gastzugang versehen werden. Das Einrichten eines WLAN-Filters und einer zeitlichen Zugangsbegrenzung bestimmter Clients als Kindersicherung ist konsequenterweise nur möglich, wenn man die WPS-Funktion abschaltet. Neben dem WLAN ist ebenfalls eine Kabelverbindung über einen Gigabit-LAN-Port beim Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit möglich. Von diesen Ports besitzt der Devolo-Extender gleich zwei.

Mit Fritzbox überzeugend: AVM FritzPowerline 1260E WLAN Set

Mit Fritzbox überzeugend

AVM FritzPowerline 1260E Set

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM FritzPowerline 1260E Set
Fast genauso gut wie der Testsieger ist das AVM-Set. Besonders empfehlenswert ist es für alle Nutzer einer AVM Fritzbox, da es die komfortablen Mesh-Funktionen des AVM-Routers unterstützt.

Wie von AVM gewohnt, lässt auch das WLAN-Powerline-Adapter FritzPowerline 1260E WLAN Set kaum Wünsche offen. Das Set erreicht 1.200 Mbit/s (brutto) über die Steckdose und verfügt über ein ausreichend modernes 2×2-Dualband-WLAN, das auch als Access Point genutzt werden kann. Bei unseren Testmessungen erreichte das 1260E ähnliche Geschwindigkeiten wie das Powerline-Set von Devolo. Im anspruchslosen Testszenario ist sie schneller als die Devolo (380 Mbit/s, Weg 1), doch wenn die Übertragung anspruchsvollere Strecken überbrücken muss, sind die Adapter von Devolo dann schneller. Mit 100 Mbit/s (Weg 4) ist es dennoch leistungsfähig und beim Streamen von hochauflösenden Videos bemerkten wir keine Probleme. Selbst als wir 4K-Video an einem Notebook abspielten, konnte die 1260E mit einer flüssigen Übertragung punkten.

An der restlichen Funktionalität des Sets gibt es nichts auszusetzen. Erfreulich ist, dass auch der FritzPowerline-Adapter am Router eine Durchschleifsteckdose besitzt, oft sind in der Nähe der Router kaum freie Wandsteckdosen vorhanden. Am Extender gibt es keine Durchschleifsteckdose, das ist aber unserer Ansicht nach verkraftbar. Wie beim Adapter von Devolo finden gleich zwei Gigabit-Ports für Kabelverbindungen Platz am Gehäuse. Übrigens: Es ist möglich den Extender auch als reinen WLAN-Repeater zu betreiben, falls doch kein Bedarf an WLAN-Powerline-Adaptern besteht oder wenn Sie sich ein neueres Modell zugelegt haben.

Die Weboberfläche gefiel uns im Test besonders. Sie ist nicht nur aufgeräumt und Smartphone-tauglich, AVM bietet sogar eine Online-Hilfe an, wie man es von seinen anderen Geräten kennt. Untypisch für AVM ist die Garantie von »nur« zwei Jahren – für gewöhnlich bietet der Hersteller ganze fünf Jahre Garantie. Die genannten Einschränkungen finden wir nicht gravierend, deshalb ist AVMs FritzPowerline 1260E WLAN Set für uns eine Empfehlung wert, gerade wenn Sie aktuellere Fritzboxen im Einsatz haben. Das WLAN-Powerline-Set fügt sich dann nahtlos in Ihr Heimnetz ein und Ihnen stehen erweiterte Funktionen, wie Mesh-WLAN, Gastnetz oder Kindersicherung zur Verfügung.

Top-Speed: Devolo Magic 2 Starter Kit

Top-Speed

Devolo Magic 2 WiFi next Starter Kit

Test  Internet aus Steckdose: Devolo Magic 2 WiFi next Starter Kit
Das komfortabel bedienbare Devolo Magic 2 WiFi next erzielt im Test die schnellsten Datenraten über (W)LAN-Powerline-Verbindungen - dafür ist der Preis auch relativ hoch.

Wer noch keine HomePlug-AV2-Adapter im Einsatz hat und zukunftssichere Hardware beschaffen möchte, sollte sich Devolos neues Magic 2 Starter Kit ansehen. Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten zeigt das Magic vor allem dann was es kann, wenn mehrere Geräte simultan Daten über das Stromnetz übertragen. Das Setup wurde im Vergleich zu älteren Geräten von Devolo überarbeitet und ist noch einfacher gestaltet worden.

Die Adapter stellen die Verbindung her, sie synchronisieren und verschlüsseln sich nun komplett selbstständig. Damit konnten wir rasch mit unseren Geschwindigkeitstests beginnen und die Ergebnisse stimmten mit unseren Erwartungen überein. 630 Mbit/s (Weg 1) schaffte das Magic 2 und zeigt damit, wie überlegen der neueste Standard ist. Selbst im anspruchsvollsten Test (Weg 4) schaffte es das Gerät 200 Mbit/s zu erreichen – ein wirklich tolles Ergebnis. Selbstverständlich meisterte das Magic 2 Starter Kit unseren Streaming-Test völlig ohne Probleme.

Am sogenannten Cockpit-Tool hat sich nichts geändert und es funktioniert auch mit den neuen Geräten aus dem Hause Devolo. Für Smartphone-Nutzer hingegen gibt es nun eine neue App namens »Devolo Home Network«. Die Smartphone-App finden wir nicht so gut zu bedienen und sollte noch überarbeitet werden. Bis dahin sollten Sie Einstellungen noch über das Cockpit-Tool oder alternativ über die Weboberfläche vornehmen, da uns diese Methoden ausgereifter erscheinen.

Eine weitere Neuheit und gegenüber den älteren Modellen ein beachtlicher Mehrwert ist die Mesh-WLAN-Unterstützung. Die Devolo-Kits der aktuellsten Generation können nun ein Mesh-WLAN aufbauen, miteinander über WLAN kommunizieren und geeignete Repeater per WLAN ins Heimnetz aufnehmen. Das ist nicht so effektiv wie ein Gesamtsystem inklusive Mesh-Router, aber immer noch eine nützliche neue Funktion.

Ebenfalls neu beim WLAN des Devolo Magic 2 Starter Kits ist das Roaming und Band-Steering. Das macht die WLAN-Funktionen des Kits noch etwas smarter. Abgesehen davon stimmt die restliche Ausstattung dann mit den Devolo Homeplug-Adaptern überein. Wer nicht auf den deutlich höheren Einstiegspreis achtet, bekommt damit eines der besten Powerline-Adapter-Sets auf dem Markt.

Alternative
Test  Internet aus Steckdose: TP-Link TL-WPA1300P Kit alias TL-WPA8631P Kit
Mit Abstrichen bei Dokumentation, Updates und Sicherheit ist das ansonsten gut ausgestattete und günstige WLAN-Powerline-Kit von TP-Link durchaus empfehlenswert.

Beim TP-Link TL-WPA1300P Kit stehen bei Benutzung des 5-GHz-Band Bandes lediglich die Kanäle 36-48 zur Verfügung. Diese kleine Einschränkung ist wohl dem vergleichsweise niedrigen Preis des Powerline-Sets geschuldet.

Welches WLAN-Band gerade aktiv ist, teilt die TP-Link mithilfe von LEDs mit, pro Band ist eine Diode vorgesehen, die zum Leuchten gebracht werden kann. Weil die Kits mit einer Durchschleifsteckdose ausgestattet sind, ist man beim Aufstellen des Powerline-Sets unabhängig, was die Verwendung bereits belegter Steckdosen anbelangt. Auch die vielen Funktionen sowie das im Lieferumfang enthaltene 2-Meter-LAN-Label, haben uns im Test gut gefallen.

Mithilfe von tpPLC kann man definierten Datenpaketen eine Priorisierung zuweisen. Beim Benutzen des Tools stört allerdings, dass sich die Oberfläche im Abstand von 15 Sekunden 5 Sekunden lang aktualisiert. Während dieser Zeit kann man als Nutzer leider nur den Aktualisierungsprozess verfolgen und ist dementsprechend zum Nichtstun verdammt. Die Nettodatenübertragungsraten des TP-Link TL-WPA1300P Kit hingegen überzeugen, auch wenn sie leicht unter denen der teureren Schwester-Modelle liegen.

Schnell aber ohne WLAN: Devolo Magic 2 LAN Starter Kit

Schnell aber ohne WLAN

Devolo Magic 2 LAN Starter Kit

Test  Internet aus Steckdose: Devolo Magic 2 LAN Starter Kit
Devolos Magic 2 LAN Starter Kit wiederum ist das schnellste und komfortabelste Powerline-Kit ohne WLAN, das sich sogar via (Android-) App steuern lässt.

Mit einem Anschaffungspreis von etwa 100 Euro gehört das Devolo Magic 2 LAN Starter Kit zu den teureren Powerline-Sets am Markt. Es ist zugleich aber auch eines der leistungsfähigsten.

Zwar muss man hier auf einen WLAN-Extender verzichten, die LAN-Brücke gehört aber zu den schnellsten im Testfeld. Damit wird das Devolo Magic 2 LAN Starter Kit zum Must-Have für alle, die beim heimischen LAN-Anschluss keine Geschwindigkeits-Kompromisse eingehen wollen. Gibt es mal keine Daten zu transferieren, glänzt das Devolo-Set zudem mit einem überraschend niedrigem Stromverbrauch von nur 1,8 Watt.

Die Einrichtung des Sets stellt selbst für Nicht-Techniker keine Probleme dar, denn einmal ans Stromnetz angeschlossen, läuft die Installation völlig automatisch ab. Für Firmware-Updates sollte man sich aber dennoch das Cockpit-Tool installieren, da es sonst recht umständlich wird.

Gut gefallen hat uns, dass es auch ohne WLAN möglich ist, vom Smartphone aus auf das Devolo Magic 2 LAN Starter Kit zuzugreifen und beispielsweise die aktuelle Bruttodatenrate abzurufen. Da ist Devolo den anderen Herstellern deutlich voraus. Beim Anzeigen von Adapter-Linkraten haben iPhone-Nutzer allerdings das Nachsehen, denn das funktioniert aktuell noch nicht. Man kann das Problem allerdings ein Stück weit umgehen, denn im Zusammenspiel mit einem Magic-WiFi-Extender, sofern er ins Heimnetz eingebunden ist, klappt es dann.

Preisbrecher
Test  Internet aus Steckdose: TP-Link TL-PA7019P Kit
Das TL-PA7019 ist ein erstaunlich günstiges WLAN-loses Powerline-Kit mit überzeugenden Datenraten und 4K-Tauglichkeit.

Beim TL-PA7019P Kit von TP-Link ist ebenfalls kein WLAN an Bord. Zudem sieht es dem deutlich leistungsschwächeren TL-PA4010P Kit zum Verwechseln ähnlich. Die Powerline-Chips, die beim TL-P7019P zum Einsatz kommen schaffen nämlich Übertragungsraten von 1000 Mbit/s und auch die verbauten LAN-Ports sind derart schnell.

Wie es für Powerline-Sets aus dem Hause TP-Link üblich ist, verbinden sie sich, sobald man sie eingeschaltet hat. Der Grund für die Einfachheit: Die Verbindung ist anfangs unverschlüsselt. Um die Verbindung zu verschlüsseln, genügt es, die auf der Unterseite des Gehäuses angebrachte »Pair«-Taste zu drücken und schon ist die Verbindung verschlüsselt und die Geräte damit vor dem unberechtigten Zugriff Dritter geschützt.

Um sich Linkraten und zusätzliche Einstellmöglichkeiten anzeigen zu lassen, sollte man das Tool tpPLC auf seinem PC installieren. Mit Netto-Übertragungsleistungen von 100-400 Mbit/s ist man mit diesem Powerline-Set bestens aufgestellt, um selbst Filme in 4K flüssig und ruckelfrei Streamen zu können. Auch der Stromverbrauch liegt mit etwa 2,4 Watt pro Adapter auf einem soliden Niveau. Unterm Strich bekommt man mit dem TL-PA7019P Kit von TP-Link also ein rundum gelungenes Powerline-Set zum vergleichsweise kleinen Preis.

Was gibt es sonst noch?

Devolo bietet mit seinem Magic 1 WiFi Mini Starter Kit ein sehr günstiges Kit an. Mit an Bord ist der neue G.hn-Standard, mit dem eine Verwendung des Powerline-Sets mit älteren Geräten der Powerline jedoch nicht mehr möglich ist. Die Installation ist einfach und über die App »Home Network« hat man einen guten Überblick über Einstellungen oder Linkraten. Das System verfügt über einen Fast-Ethernet-Switch mit dem in unserem Test Übertragungsraten von bis zu 94 Megabit pro Sekunde möglich waren. Für das Surfen im Internet mit wenigen Geräten ist das ausreichend.

Das Netgear PLW1000 ist das deutlich günstigste WLAN-Powerline-Set in unserem Test und das merkt man ihm auch an. Das Erfreuliche ist, dass der PLW1000 trotz seiner geringeren Linkrate (1.000 Mbit/s) bei unseren Geschwindigkeits-Tests überraschend gut abgeschnitten hat und selbst mit den anderen zwei 1200er-Kits aus unserem Test mithalten konnte (230 Mbit/s, Weg 1 – 135 Mbit/s, Weg 4). Für Streaming reicht es bei einer sehr guten Verbindung gerade noch. 4K-Videos fingen schon bei einer etwas weniger guten Verbindung (Weg 2) an zu stottern. Auch am WLAN des Extenders wurde gespart, das Set verfügt nur über einen 1×1-Dualband-Access-Point. Was wir aber definitiv nicht mit dem Preis erklären können, ist das Fehlen eines PC-Tools und Apps. Damit kann man die Linkrate zwischen den Adaptern nicht überprüfen oder bequem die Weboberfläche aufrufen. Glücklicherweise zeigen die Tools der Konkurrenz die Powerline-Linkraten an.

Das TL-WPA7617 Kit ist, gemessen an seiner Fähigkeit 4K-Inhalte streamen zu können, recht günstig. Ebenso mit an Bord sind bei diesem Powerline-Adapter ein Dualband-WLAN sowie eine Durchschleifsteckdose. Problematisch ist allerdings die Hitzeentwicklung, denn trotz der vielen Lüftungsschlitze, mit denen das Gehäuse verziert ist, wird das TL-WPA7617 sehr schnell recht heiß.

Der im Devolo dLAN 550 duo+ Starter Kit verbaute Powerline-Chip gehört mit den im Test erzielten Brutto-Linkraten von maximal 500 Mbit/s zu den schwächeren Powerline-Sets im Testfeld. Sobald die Übertragungsstrecke ein wenig länger oder mit Hindernissen gespickt wird, schmelzen die Übertragungsraten derart zusammen, dass man selbst beim Streamen von 2K-Videos Probleme in Form und Rucklern und Aussetzern erhält. Da hilft auch die Durchschleifsteckdose nicht weiter, dieses Powerline-Set ist nicht empfehlenswert.

Das FritzPowerline 1220E Set gehört zu den teureren Powerline-Sets. Die Nettodatenübertragungsrate kann den Preis allerdings nicht rechtfertigen, denn die ist, verglichen mit der Konkurrenz, deutlich schwächer. Mit 95 Mbit/s klappt aber auch hier das Streamen von 4K-Videos problemlos. Weil hinter dem Powerline-Set zudem der Hersteller AVL steckt, sind auch Support und Service sehr gut.

Wissenswertes über Powerline-Sets

Powerline-Sets leiten die Internetverbindung nicht etwa über ein Funknetz weiter, stattdessen wird die elektrische Leitungen im Gebäude genutzt. Der Aufbau ist vollkommen unproblematisch und schnell erledigt. Erst wird der Powerline-Adapter mit dem Router verbunden und dann in die nächste Steckdose gesteckt. Der zweite Adapter (»Extender«) hat einen Access Point integriert und wird in die Steckdose des Raumes eingesetzt, in der man das WLAN-Signal benötigt. Daraufhin wird ein WLAN-Netz aufgebaut und Ihre Geräte können sich mit dem Internet verbinden.

Alle Powerline-Adapter im Test

Diese Lösung ist sehr komfortabel, aber nicht immer sinnvoll. Eine Powerline-Verbindung kann nur ihre volle Leistung entfalten, wenn auch die Strominstallation mitspielt. Wie gut die Verbindung zwischen Extender und Router funktioniert, kann man, ohne es auszuprobieren, nicht vorhersagen.

Allgemein gilt jedoch, dass Altbauten mit veralteter Verkabelung nicht sonderlich gut für eine Powerline-Verbindung geeignet sind. Problematisch kann aber auch ein Einsatz in Mehrfamilienhäusern sein, denn manche Geräte, wie etwa Mikrowellen oder Staubsauger, behindern eine stabile Übertragung über die Steckdose. Wenn die Störquelle dann beim Nachbarn liegt, kann man kaum etwas dagegen tun.

Ebenfalls anzumerken ist, dass, wie bei WLAN-Übertragungen, die Brutto- und Netto-Datenraten stark voneinander abweichen. In unseren Tests zeigt sich , dass die maximale Datenrate einer Powerline-Verbindung bei knapp 400 Mbit/s Netto liegt – das sind gerade einmal ein Drittel der Brutto-Rate (1200 Mbit/s). Selbst diese Datenraten sind auch nur in idealen Einsatzbedingungen möglich.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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