Besseres WLAN per Funk und Stromleitung Test: Avm Fritzrepeater 2400

Powerline-Sets im Test : Internet aus der Steckdose

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Veröffentlicht 26.10.2020

Wenn die Wohnfläche größer als die WLAN-Abdeckung ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten etwas dagegen zu tun. Eine der einfachsten und schnellsten ist die Installation eines Poweline-Sets. Wir haben 6 verschiedene Sets getestet und erklären, welches für Sie das richtige ist.

Michael Seemann
Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Eine schnelle und stabile Internetverbindung ist einiges Wert. Reicht die Leistung des Routers nicht aus, gibt es verschiedene Möglichkeiten, trotzdem für eine gute Internetverbindung über die gesamte Wohnfläche hinweg zu sorgen. Eine sehr einfache Möglichkeit, wie Sie die Signalqualität des Routers auch in etwas entlegenere Winkel des Wohnbereichs hoch halten können, sind sogenannte Powerline-Sets.

Wir haben die Sets an verschiedenen Steckdosenkombinationen eines Haushalts gemessen und miteinander verglichen. Den Testweg haben wir, wie bei unserem WLAN-Repeater-Test, von einfach (Weg 1) bis sehr anspruchsvoll (Weg 4) eingeteilt.

Hervorragende Hardware: Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit

Hervorragende Hardware

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit
Devolos WLAN-Powerline-Set bietet die beste Ausstattung und überzeugt mit seiner Performance und relativ geringem Stromverbrauch.

Beim Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit handelt es sich um ein Powerline-System, das schon seit einiger Zeit im Handel verfügbar ist. Trotzdem ist die Hardwareausstattung immer noch sehr gut und die Leistung in unserem Test durchweg überzeugend. Wir haben 370 Mbit/s (Weg 1) bis 145 Mbit/s (Weg 4) gemessen. Das sind herausragende Werte für ein solches Gerät. Videostreams (in QHD oder gar 4K-Auflösung) gelangen uns im Test ohne Aussetzer. Aber auch Abseits der reinen Leistung kann der Powerline-Adapter von Devolo überzeugen.

Bereits bei der Erstkonfiguration merkt man, dass Devolo hier an alles gedacht hat und das Gesamtpaket stimmt. Die Durchschleifsteckdose sorgt dafür, dass nicht noch eine Wandsteckdose im Haushalt belegt ist oder die Übertragung unter einem Verteiler leidet. Auch die Bedienung mit der »my devolo« Smartphone-App ist intuitiv. Toll ist bei der App, dass auch die Adapter anderer Hersteller angezeigt werden. Das ist leider nicht selbstverständlich. Mit »my devolo« können Sie die Weboberfläche aufrufen und alle Einstellungen vornehmen, die Sie am PC mit dem Browser vornehmen können.

Die Kopplung der Adapter erledigt man per Knopfdruck an den Geräten oder alternativ mit dem Cockpit-Tool am PC. Das Tool misst auch die Linkrate zwischen den Adaptern und ermöglicht es außerdem, die Geräte im Stromnetz zu aktualisieren. Der Update-Vorgang läuft übrigens ohne weiteres Zutun Seitens des Benutzers. Das WLAN des Extender-Adapters ist vorverschlüsselt, kann aber per WiFi-Clone die Einstellungen des Heimnetzes übernehmen. Praktisch: Mit dem WLAN-Knopf am Gerätegehäuse schaltet man manuell den Extender-WLAN ein- und aus, aber er funktioniert auch als WPS-Taste um schnell neue Clients ins Netzwerk einzubinden. Auch das sehr übersichtlich gehaltene Handbuch des Devolo-Extenders hat uns sehr gefallen.

Das WLAN (2×2 Dualband, 802.11ac) kann mit einem Zeitlimit oder einem Gastzugang versehen werden. Das Einrichten eines WLAN-Filters und einer zeitlichen Zugangsbegrenzung bestimmter Clients als Kindersicherung, ist konsequenterweise nur möglich, wenn man die WPS-Funktion abschaltet. Neben dem WLAN ist ebenfalls eine Kabelverbindung über einen Gigabit-LAN-Port beim Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit möglich. Von diesen Ports besitzt der Devolo-Extender gleich zwei.

Mit Fritzbox überzeugend: AVM FritzPowerline 1260E WLAN Set

Mit Fritzbox überzeugend

AVM FritzPowerline 1260E Set

Test WLAN-Repeater, WLAN-Powerline und WLAN-Mesh-Router: AVM FritzPowerline 1260E Set
Fast genauso gut wie der Testsieger ist das AVM-Set. Besonders empfehlenswert ist es für Fritzbox-Nutzer, da es AVMs neue Mesh-Funktion unterstützt.

Wie von AVM gewohnt, lässt auch das WLAN-Powerline-Adapter FritzPowerline 1260E WLAN Set kaum Wünsche offen. Das Set erreicht 1.200 Mbit/s (brutto) über die Steckdose und verfügt über ein ausreichend modernes 2×2-Dualband-WLAN, das auch als Access Point genutzt werden kann. Bei unseren Testmessungen erreichte das 1260E ähnliche Geschwindigkeiten wie das Set von Devolo. Im anspruchslosen Testszenario ist sie schneller als die Devolo (380 Mbit/s, Weg 1), doch wenn die Übertragung anspruchsvollere Strecken überbrücken muss, sind die Adapter von Devolo dann schneller. Mit 100 Mbit/s (Weg 4) ist es dennoch leistungsfähig und beim Streamen von hochauflösenden Videos bemerkten wir keine Probleme. Selbst als wir 4K-Video an einem Notebook abspielten, konnte die 1260E mit einer flüssigen Übertragung punkten.

An der restlichen Funktionalität des Sets gibt es nichts auszusetzen. Erfreulich ist, dass auch der FritzPowerline-Adapter am Router eine Durchschleifsteckdose besitzt, oft sind in der Nähe der Router kaum freie Wandsteckdosen vorhanden. Am Extender gibt es keine Durchschleifsteckdose, das ist aber unserer Ansicht nach verkraftbar. Wie beim Adapter von Devolo finden gleich zwei Gigabit-Ports für Kabelverbindungen Platz am Gehäuse. Übrigens: Es ist möglich den Extender auch als reinen WLAN-Repeater zu betreiben, falls doch kein Bedarf an WLAN-Powerline-Adaptern besteht oder wenn Sie sich ein neueres Modell zugelegt haben.

Die Weboberfläche gefiel uns im Test besonders. Sie ist nicht nur aufgeräumt und Smartphone-tauglich, AVM bietet sogar eine Online-Hilfe an, wie man es von seinen anderen Geräten kennt. Untypisch für AVM ist die Garantie von »nur« zwei Jahren – für gewöhnlich bietet der Hersteller ganze fünf Jahre Garantie. Die genannten Einschränkungen finden wir nicht gravierend, deshalb ist AVMs FritzPowerline 1260E WLAN Set für uns eine Empfehlung wert, gerade wenn Sie aktuellere Fritzboxen im Einsatz haben. Das WLAN-Powerline-Set fügt sich dann nahtlos in Ihr Heimnetz ein und Ihnen stehen erweiterte Funktionen, wie Mesh-WLAN, Gastnetz oder Kindersicherung zur Verfügung.

Top-Speed: Devolo Magic 2 Starter Kit

Top-Speed

Devolo Magic 2 WiFi Starter Kit

Test besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme: Devolo Magic 2 WiFi Starter Kit
Devolo Magic 2 WiFi erreicht mit seinem neuen Powerline-Standard G.hn die schnellsten Übertragungsraten – doch der Preis für das Set ist aktuell noch relativ hoch.

Wer noch keine HomePlug-AV2-Adapter im Einsatz hat und zukunftssichere Hardware beschaffen möchte, sollte sich Devolos neues Magic 2 Starter Kit ansehen. Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten zeigt das Magic vor allem dann, was es kann, wenn mehrere Geräte simultan Daten über das Stromnetz übertragen. Das Setup wurde überarbeitet im Vergleich zu älteren Geräten von Devolo und ist noch einfacher gestaltet worden.

Die Adapter stellen die Verbindung her, sie synchronisieren und verschlüsseln sich nun komplett selbstständig. Damit konnten wir rasch mit unseren Geschwindigkeitstests beginnen und die Ergebnisse stimmten mit unseren Erwartungen überein. 630 Mbit/s (Weg 1) schaffte das Magic 2 und zeigt damit, wie überlegen der neueste Standard ist. Selbst im anspruchsvollsten Test (Weg 4) schaffte es das Gerät 200 Mbit/s zu erreichen – ein wirklich tolles Ergebnis. Selbstverständlich meisterte das Magic 2 Starter Kit unseren Streaming-Test völlig ohne Probleme.

Am sogenannten Cockpit-Tool hat sich nichts geändert und es funktioniert auch mit den neuen Geräten aus dem Hause Devolo. Für Smartphone-Nutzer hingegen gibt es nun eine neue App namens »Devolo Home Network«. Die Smartphone-App finden wir nicht so gut zu bedienen und muss noch überarbeitet werden. Bis dahin sollten Sie Einstellungen noch über das Cockpit-Tool oder alternativ über die Weboberfläche vornehmen, da uns diese Methoden ausgereifter erscheinen.

Eine weitere Neuheit und gegenüber den älteren Modellen ein beachtlicher Mehrwert ist die Mesh-WLAN-Unterstützung. Die Devolo-Kits der aktuellsten Generation können nun ein Mesh-WLAN aufbauen und miteinander über WLAN kommunizieren und geeignete Repeater per WLAN ins Heimnetz aufnehmen. Das ist nicht so effektiv wie ein Gesamtsystem, inklusive Mesh-Router, aber immer noch eine nützliche neue Funktion. Ebenfalls neu beim WLAN des Extenders ist das Roaming und Band-Steering. Das macht die WLAN-Funktionen des Kits noch etwas smarter. Abgesehen davon stimmt die restliche Ausstattung dann mit den Devolo Homeplug-Adaptern überein. Wer nicht auf den deutlich höheren Einstiegspreis achtet, bekommt damit eines der besten Powerline-Adapter-Sets auf dem Markt.

Was gibt es sonst noch?

Devolo bietet mit seinem Magic 1 WiFi Mini Starter Kit ein sehr günstiges Set an. Mit an Bord ist der neue G.hn-Standard, mit dem eine Verwendung des Kits mit älteren Geräten der Powerline jedoch nicht mehr möglich ist. Die Installation ist einfach und über die App »Home Network« hat man einen guten Überblick über Einstellungen oder Linkraten.

Das System verfügt über einen Fast-Ethernet-Switch mit dem in unserem Test Übertragungsraten von bis zu 94 Megabit pro Sekunde möglich waren. Für das Surfen im Internet mit wenigen Geräten ist das ausreichend.

Das Netgear PLW1000 ist das deutlich günstigste WLAN-Powerline-Set in unserem Test und das merkt man ihm auch an. Das Erfreuliche ist, dass der PLW1000 trotz seiner geringeren Linkrate (1.000 Mbit/s) bei unseren Geschwindigkeits-Tests überraschend gut abgeschnitten hat und selbst mit den anderen zwei 1200er-Kits aus unserem Test mithalten konnte (230 Mbit/s, Weg 1 – 135 Mbit/s, Weg 4). Für Streaming reicht es bei einer sehr guten Verbindung gerade noch. 4K-Videos fingen schon bei einer etwas weniger guten Verbindung (Weg 2) an zu stottern. Auch am WLAN des Extenders wurde gespart, das Set verfügt nur über einen 1×1-Dualband-Access-Point.

Was wir aber definitiv nicht mit dem Preis erklären können, ist das Fehlen eines PC-Tools und Apps. Damit kann man die Linkrate zwischen den Adaptern nicht überprüfen oder bequem die Weboberfläche aufrufen. Glücklicherweise zeigen die Tools der Konkurrenz die Powerline-Linkraten an.

Wissenswertes über WLAN-Powerline-Sets

WLAN-Powerline-Sets leiten die Internetverbindung nicht etwa über ein Funknetz weiter, stattdessen wird die elektrische Leitungen im Gebäude genutzt. Der Aufbau ist vollkommen unproblematisch und schnell erledigt. Erst wird der Powerline-Adapter mit dem Router verbunden und dann in die nächste Steckdose gesteckt. Der zweite Adapter (»Extender«) hat einen Access Point integriert und wird in die Steckdose des Raumes eingesetzt, in der man das WLAN-Signal benötigt. Daraufhin wird ein WLAN-Netz aufgebaut und Ihre Geräte können sich mit dem Internet verbinden.

Alle Powerline-Adapter im Test

Diese Lösung ist sehr komfortabel, aber nicht immer sinnvoll. Eine Powerline-Verbindung kann nur ihre volle Leistung entfalten, wenn auch die Strominstallation mitspielt. Wie gut die Verbindung zwischen Extender und Router funktioniert, kann man, ohne es auszuprobieren, nicht vorhersagen.

Allgemein gilt jedoch, dass Altbauten mit veralteter Verkabelung nicht sonderlich gut für eine Powerline-Verbindung geeignet sind. Problematisch kann aber auch ein Einsatz in Mehrfamilienhäusern sein, denn manche Geräte, wie etwa Mikrowellen oder Staubsauger, behindern eine stabile Übertragung über die Steckdose. Wenn die Störquelle dann beim Nachbarn liegt, kann man kaum etwas dagegen tun.

Ebenfalls anzumerken ist, dass, wie bei WLAN-Übertragungen, die Brutto- und Netto-Datenraten stark voneinander abweichen. In unseren Tests zeigt sich , dass die maximale Datenrate einer Powerline-Verbindung bei knapp 400 Mbit/s Netto liegt – das sind gerade einmal ein Drittel der Brutto-Rate (1200 Mbit/s). Selbst diese Datenraten sind auch nur in idealen Einsatzbedingungen möglich.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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