NAS für Einsteiger Test: Alle NAS Im Test

NAS-Systeme für Einsteiger : Daten sichern wie ein Profi

Update 29.01.2021

Streaming hat unseren Alltag verändert. Zeit, dass es auch unser Zuhause verändert. Wir haben 13 Netzwerkfestplatten auf ihre Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit hin getestet. Mit unseren Empfehlungen gelingt jedem der ganz persönliche Medienserver.

Update 29. Januar 2021

Wir haben drei weitere NAS getestet. Neue Empfehlungen sind die Synology DS220j und die Qnap TS-231K.

Michael Seemann
ist Technik-Journalist mit Schwerpunkt IT und Netzwerk-Technik. Er schreibt unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PC Go und Connect und testet bevorzugt Router und Netzwerkgeräte.

Network Attached Storage – kurz NAS – ist eine der komfortabelsten Möglichkeiten der Datensicherung. Aber mit Netzwerkfestplatten lassen sich nicht nur Daten bequem sichern, sondern auch abrufen, da NAS-Systeme direkt an das Netzwerk angebunden werden und so jedes Gerät innerhalb des Netzwerks darauf zugreifen kann. Für verschiedene Benutzer können bei Bedarf sogar unterschiedliche Nutzungsrechte vergeben werden.

Die Vorteile im Vergleich zur externen Festplatte liegen auf der Hand: Alle Geräte im Heimnetzwerk haben die Möglichkeit kabellos und gleichzeitig auf die NAS zuzugreifen. Kein Aus-, Ein-, und Umstecken ist damit mehr nötig, selbst Smartphones, Spielekonsolen und Smart-TVs können auf die Inhalte zugreifen.

Für unseren Test haben wir 13 verschiedene Systeme auf ihre Praxistauglichkeit, Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit hin untersucht. Dabei haben wir den Fokus auf die Klasse der Einstiegsgeräte mit Preisen um 200 Euro gelegt. In dieser Preisregion finden sich vor allem Geräte mit zwei Laufwerkseinschüben (Bays) in denen sich entsprechend zwei Festplatten unterbringen lassen. Wesentlich seltener, aber auch in unserem Test vertreten, waren NAS mit fest verbautem Speicher.

Für die Leergehäuse werden bei den von uns getestet Modellen zwischen 95 Euro und 173 Euro fällig. Wer eine Anschaffung plant, sollte hier aber im Hinterkopf behalten, dass noch der Preis für zwei Festplatten im 3,5-Zoll Format mit einberechnet werden muss. Die NAS sind im Internet allerdings auch mit bereits vorinstallierten Festplatten verfügbar.

Benutzerfreundlich & sicher: Synology DS220j

Benutzerfreundlich & sicher

Synology DS220j

Test: Synology Ds220j
Die energiesparende DS220j vereint hervorragende Funktionalität und vorbildliche Sicherheit unter einer (noch) bedienbaren Oberfläche.

Die DS220j von Synology bietet einen gelungenen Kompromiss zwischen Datenverfügbarkeit und Datensicherheit. Auch was ihre Bedienung und Funktionalität angeht, spielt sie oben mit. Daran hat auch die übersichtliche Weboberfläche der Einsteiger-NAS ihren Anteil.

Um die Synology mit zwei Festplatten im 3,5-Zoll-Format auszurüsten, braucht es genau zehn Schrauben: vier pro Festplatte und zwei weitere, um das Gehäuse der NAS zu fixieren. Gut gefallen hat uns bei der Installation auch, dass ein PDF-Dokument beiliegt, das eine gut bebilderte Anleitung enthält. So bleiben bei der Inbetriebnahme selbst für Anfänger kaum Fragen offen.

Um einen Freigabeordner zu erstellen, den man natürlich braucht, um Dateien auf die NAS zu übertragen, genügt es unter »Systemsteuerung« auf »Gemeinsamer Ordner« und dann auf »Erstellen« zu klicken. Es öffnet sich ein Erstellungsassistent, der bei den weiteren Schritten assistiert.

 NAS für Einsteiger Test: Synology Ordner Anlegen
Anlegen eines Freigabeordners bei der Synology.

Um dort hinterlegte Inhalte bestmöglich zu schützen, kann man den jeweiligen Freigabeordner auch verschlüsseln. So geht man sicher, dass kein unerwünschter Zugriff Dritter erfolgt. Weil das für jeden Ordner individuell möglich ist, hat die Konkurrenz hier das Nachsehen, denn die Systeme von Western Digital oder Qnap können nur das ganze Speicher-Volume verschlüsseln.

Um auch aus der Ferne komfortabel auf die NAS zugreifen zu können, sollte man bei der Inbetriebnahme auch gleich ein Konto bei Quickconnect einrichten, denn das braucht man, um die Inhalte der NAS automatisch mithilfe von Synology Drive zu synchronisieren. So werden die Daten auch synchronisiert, wenn man sich nicht zuhause im WLAN befindet.

Wer in seinem Heimnetz Medien streamen will, der bekommt von Synology einen Medienserver zur Seite gestellt. Den zu installieren funktioniert sehr einfach. Dort sind dann bereits drei Multimediaordner vorgegeben (photo, music, video) und es können noch weitere Ordner angegeben werden, die nach Medien (Videos, Musikdateien und Fotos) durchsucht werden sollen.

 NAS für Einsteiger Test: Synology Medienindizierung
Unter »Indizierter Ordner« kann man weitere Freigabeordner ganz einfach hinzufügen.

Voll zur Geltung kommen die Stärken der DS220j jedoch beim Sichern von Daten. Backups erledigt das System mithilfe des Tools »Synology-Drive« auf Wunsch automatisch. Noch eine Schippe drauf kann man mit »Quickconnect« legen, denn damit gelingt sogar die Datensicherung via Fernzugriff. In diesem Zusammenhang sollte man betonen, dass Synology dafür sorgt, dass seine Geräte bestmöglich vor Hackerangriffen und Malware geschützt werden, Sicherheits-Tools wie beispielsweise »Home Scanner«, bescheinigen dem NAS-System eine hohe Sicherheit.

Weil NAS-System in der Regel nicht pausenlos mit Backup-Aufträgen und Streaming-Anfragen bombardiert werden, sondern auch über lange Zeiträume hinweg nichts zu bearbeiten haben, kann man bei der Synology den Zeitraum einstellen, nach dessen Verstreichen die NAS in den Sleep-Modus wechselt. In diesem Zustand verbraucht das System stromsparende 3,5 Watt.

Kann alles: Qnap TS-228A

Die Qnap TS-228A richtet sich nicht nur an Einsteiger, sondern ist mit ihren umfangreichen Einstellungs- und Erweiterungsmöglichkeiten auch für erfahrene NAS-Fans durchaus eine Überlegung wert.

Kann alles

QNAP TS-228A

Test  NAS für Heimanwender: Qnap TS-228A
Leistungsfähige, kompakte Multifunktions-NAS mit Snapshot-Sicherung .

Das Gehäuse wirkt recht kompakt. Zudem ist die Qnap TS-228A das einzige NAS-System im Test, bei dem sich die Festplatten ohne Schraubenzieher montieren lassen. Die Speichereinheiten werden mithilfe von Plastikleisten arretiert, die einzige Schraube befindet sich an der Gehäuseunterseite und kann mit der Hand eingestellt werden.

Nachdem man sich auf myQnapCloud.com registriert und sein kostenloses Benutzerkonto eingerichtet hat, stehen einem zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Für den Fernzugriff ist beispielsweise die App CloudLink vorgesehen, für die Datensicherung steht Qsync zu Verfügung, mit dem es auch möglich ist, ausgewählt Inhalte mit mehreren Computern zu synchronisieren, ähnlich wie wir es schon von WD-Sync kennen.

 NAS für Einsteiger Test: Qnap Einrichtung Stat.volume Synchronisierung
Qnap TS-228A: Ansicht des Webmenüs.

Von der Konkurrenz abheben konnte sich das NAS-System von Qnap dank der Snapshot-Funktion, welche sonst nur in wesentlich teureren Geräten zu finden ist. Ist der Speicher entsprechend vorbereitet, können mithilfe der Snapshot-Funktion Sicherungspunkte gesetzt werden, die sich über den gesamten Speicherbereich erstrecken und deren jeweiliger Zustand zu einem späteren Zeitpunkt wiederhergestellt werden kann.

Die schiere Flut an verfügbaren Einstellungsmöglichkeiten und Apps könnte dabei so manchen Einsteiger ein wenig überfordern, während interessierte Laien sich hier voll austoben können. Es sei jedoch erwähnt, dass Qnap den Einsteigern eine sehr durchdachte Online-Hilfe inklusive Suchfunktion zur Seite stellt.

Einziger Kritikpunkt an der Qnap ist das zeitintensive Herunterfahren des Systems. Auch an dieser Stelle möchten wir deshalb wieder die Empfehlung aussprechen, den Energiezeitplan im Einstellmenü zu definieren, um sich so die Zeit für das Hoch- und Runterfahren des Systems zu sparen.

Für Fortgeschrittene: Qnap TS-231K

Für Fortgeschrittene

Qnap TS-231K

Test: Qnap Ts 231k
Eine verhältnismäßig günstige Zwei-Gigabit-Port-NAS mit umfassende Funktionalität für den ambitionierten Heimnetzwerker.

Die TS-231K richtet sich mit ihren zwei LAN-Ports vor allem an die etwas fortgeschritteneren Netzwerker, die einen der beiden Ports beispielsweise dazu nutzen wollen, ihre NAS von unterschiedlichen Netzwerken aus zu erreichen. Weil man bei Geräten von Qnap besonders detailliert definieren kann, welcher Dienst welchen LAN-Port benutzt, eignet sich das Gerät auch für solche Vorhaben besonders gut.

Auch bei dieser NAS ist die Funktionalität deshalb über alle Zweifel erhaben, wobei man manchmal das Gefühl hat, dass Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit unter den zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten ein wenig leiden. Was den ein oder anderen Einsteiger überfordern könnte, gefällt dem ambitionierten Heimnetzwerker jedoch umso mehr.

 NAS für Einsteiger Test: Qnap Ts 231k Servicebindung
Mit der Servicebindung kann man für beide LAN-Ports individuell die Dienste bestimmen, welche der Zugriff auf die Clients des jeweiligen Netzwerksegments erlaubt sein soll.

Mit der App »QuMagie« bekommt der Qnap-Nutzer eine leistungsfähige Software zur Bildverwaltung zur Seite gestellt, die dank KI in der Lage ist, Fotos nach Gesichtern oder Themen zu ordnen. Weniger smart ist hingegen der Stromverbrauch der TS-231K: 20 Watt im Betrieb, sowie die Hälfte, also 10 Watt, die im Energiesparmodus aus der Leitung gesaugt werden, sind im Vergleich zu den anderen Testgeräten ein wenig zu viel. Wer dieses Problem mit einem Zeitplaner lösen will, der die NAS zu festen Zeiten aus- und einschaltet, der sei gewarnt: Das Hoch- und Runterfahren dauert sieben bis acht Minuten.

Viele Apps: Asustor AS1002T v2

Viele Apps

Asustor AS1002T v2

Test  NAS für Einsteiger: Asustor AS1002T v2
Heimnetz-NAS mit großer Funktionalität und riesiger App-Auswahl für den ambitionierten Heimnetzwerker.

Der Einbau der beiden Festplatten der Asustor AS1002T v2 gelingt mithilfe von zehn Schrauben, die sich jedoch bequem mit der Hand eindrehen lassen und einen Schraubendreher somit überflüssig machen. Auf die NAS zugreifen kann man entweder mit dem Browser (http://acc.asustor.com) oder mithilfe der App AiMaster. Bei Nutzung der App sollte man zur »One-Klick-Einstellung« greifen und die Speichernutzung zu »balanciert« ändern.
Für die Anpassung der Setup-Einstellungen empfehlen wir den Zugang über den Browser, da hier im Vergleich zur Smartphone-App deutlich mehr Funktionen zur Verfügung stehen. Das gilt übrigens herstellerübergreifend, jede App ist im Vergleich zur Browser-Version ein wenig abgespeckt.

Die Asustor-App-Central bietet zahlreiche Möglichkeiten, um die Asustor AS1002T v2 zu einem Medienserver zu erweitern, sie als VPN-Server zu verwenden, oder einzelne Ordner mit Cloudspeichern zu synchronisieren.

 NAS für Einsteiger Test: Asustor Nas As1002v2 Weboberflaeche
Asustor AS1002 v2: Ansicht des Webmenüs.

Wer aus der Ferne auf sein NAS-System zugreifen möchte, für den gibt es den Dienst EZConnect. Damit dieser zuverlässig funktioniert, müssen beim hauseigenen Router noch ein paar Vorkehrungen (Anschluss per IPv4-Adresse und Freischaltung der Portsteuerung durch UPnP) getroffen werden. Auch hier gilt wieder: kein Zugriff außerhalb des Heimnetzwerks mit DS-Lite. Ein Relay-Dienst wie ihn beispielsweise Qnap oder WD anbieten, fehlt der Asustor AS1002T v2 leider.

Was gibt es sonst noch?

Was Erweiterungs- und Einstellmöglichkeiten anbelangt, spielt die Synology DS218j in einer ähnlichen Liga wie die Qnap TS-228A. Auch hier steht dem ambitionierten Laien ein breites Arsenal an Verwendungsmöglichkeiten zur Verfügung, die jedoch zulasten von Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit gehen.

 NAS für Einsteiger Test: Synology Einrichtung Kein Freigabeordner
Synology DS218j: Ansicht des Webmenüs.

Ein Kritikpunkt ist, dass nach der erfolgreich durchgeführten Erstinstallation kein bereits installierter Freigabeordner vorhanden ist . Erst im Menü »Gemeinsamer Ordner«, der unter »Systemsteuerung« zu finden ist, kann dieses Problem behoben und ein Freigabeordner angelegt werden. Diese recht umständliche Bedienung wird durch eine gute und ausführliche Hilfefunktion kompensiert, auf die sogar mittels Quickconnect aus der Ferne zugegriffen werden kann. Auch die Synchronisierung mehrerer Geräte klappt mit der Cloud Station sehr gut.

Ein großer Pluspunkt der Synology ist die Möglichkeit der Verschlüsselung einzelner Freigabeordner, um diese vor einem unerlaubten Zugriff zu schützen. Da ist Synology der Konkurrenz von Qnap und Western Digital einen Schritt voraus. Ein Nachteil hingegen ist die fehlende Snapshotunterstützung der Synology DS218j.

Unsere ehemalige Empfehlung, die WD My Cloud EX2 Ultra richtet sich vor allem an NAS-Einsteiger. Das wird schon beim Befüllen der beiden Bays deutlich, lediglich fünf Schrauben braucht es, bis die Festplatten fest an Ort und Stelle montiert sind. Auch der Fernzugriff war nicht schwer einzurichten und leistete sich keine große Anlaufzeit. Um die Weboberfläche der NAS zu erreichen, genügt es http://mcloud.com/setup in die Adresszeile seines Browsers einzugeben.

Im Setup können dann verschiedene Benutzerkonten angelegt und mit individuellen Zugriffsrechten versehen werden. Hinterlegt man bei diesen Benutzerkonten auch noch die entsprechenden Mailadressen, erhalten diese einen Fernzugang, dessen Passwort der Benutzer selbst auswählen kann. Für den mobilen Datenzugriff genügt es, die entsprechende Website aufzurufen und sich unter »My Cloud anmelden« Zugang zu verschaffen. Verschlüsselt wird hier mit einer https-Verbindung.

Für das Streamen von Medien im Heimnetz steht der Medienserver Twonky zur Verfügung, der bereits vorinstalliert ist. Mit dem Update auf OS5 läuft dieser nun auf einer extra Weboberfläche. In unserem Test kam Twonky mit den gängigen Bild-, Video- und Audioformaten bestens zurecht und erlaubt sich keine Schwächen. Sollte es im Alltagsbetrieb einmal zu Problemen kommen, könnte das auch am Abspielgerät liegen.

Aus unserer Sicht am sinnvollsten ist es, über den Energieplan, der sich im Einstellungs-Menü befindet, einzustellen, an welchem Wochentag das System hochfahren und wann es sich wieder ausschalten soll. Ebenso per Zeitplaner lassen sich die Backups der WD My Cloud EX2 Ultra steuern. Diese Backups, beispielsweise vom Laptop, oder dem PC,  können im Heimnetzwerk, bei einem Cloud-Anbieter (ElephantDrive, Amazon S3) abgespeichert werden.

Was die Anzahl an Apps angeht, mit denen die Funktionen des WD My Cloud EX2 Ultra erweitert werden können, hat Western Digital hier, verglichen mit der Konkurrenz (Synology, Qnap), deutlich das Nachsehen, die hier wesentlich breiter aufgestellt ist. Einzig die Z-Way-Server-App findet man bei den anderen Geräten nicht. Sie bietet Tüftlern die Möglichkeit, mithilfe eines speziellen USB-Sticks ihr NAS-System zur SmartHome-Zentrale zu erweitern. Mit OS5 ist auch diese Möglichkeit weggefallen.

Von allen getesteten NAS-Systemen handelt es sich bei der Zyxel NAS326 um das günstigste. Sie lässt sich sowohl mit 2,5 als auch mit 3,5-Zoll-Festplatten bestücken, für beide Fälle liegen Schrauben bei. Große Schwierigkeiten hat uns zunächst das Einrichten des NAS-Systems bereitet, was uns über die Browseradresse leider nicht gelungen ist. Erst der Download des Tools »NAS-Starter-Utility« von der Homepage des Herstellers konnte hier Abhilfe schaffen. Vorteil des Tools ist, dass man Zugriff auf Freigabeordner erhält, die bereits angelegt waren.

Was seine Multimedia-Fähigkeiten anbelangt, steht die günstige Zyxel ihren deutlich teureren Konkurrenten in nichts nach. Ebenso ließen sich die Energiesparfunktionen alle problemlos durchschalten, wobei uns beim Ventilator ein surrendes Geräusch auffiel, wenn dieser in den Sleep-Modus wechselte. Schade ist, dass sich innerhalb der Freigabeordner keine Dateien im Webmenü verschieben lassen und sich auf ein angeschlossenes USB-Laufwerk keine Daten kopieren lassen. Die NAS325 v2, das Vorgängermodell der NAS326 konnte das noch problemlos.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Zyxel-NAS das Kopieren von Dateien innerhalb des Freigabeordners nicht erlaubt. Ebenso verhält es sich mit an die NAS angeschlossenen USB-Laufwerken. Beides war beim Vorgängermodell noch möglich. Ein anderes Manko ist, dass sowohl Online-Handbuch, als auch PDF-Handbuch recht unübersichtlich gestaltet sind und lediglich auf Englisch zur Verfügung stehen.

Der Fernzugriff wird nicht über einen Relay-Server abgewickelt, sondern erfolgt über einen DynDNS-Dienst namens ZyxelCloud. Damit das klappt, ist es zwingend notwendig, dass der Router des Heimnetzes mit einer öffentlichen IPv4-Adresse ans Internet angebunden ist. Eine Nutzung des Fernzugriffs mittels DS-Lite ist nicht möglich. Ebenso vermisst haben wir eine Backup-Software, mit der sich beispielsweise Inhalte eines Notebooks automatisch auf dem NAS speichern lassen.

Der Thecus N2350 kann sowohl mit 2,5 als auch mit 3,5-Zoll-Festplatten arbeiten. Für das Befestigen der Platten kommen in diesem Fall aber keine Schrauben, sondern Schlüssel zum Einsatz. Möglich wird das durch die vorgesehene Aussparung im Gehäuse der NAS, das Schloss selbst muss jedoch extra gekauft werden. Wir empfehlen ein Schloss von Kensington.

Das Einrichten des NAS-Systems ist ein wenig anspruchsvoller als bei der Konkurrenz, da die IP-Adresse per Werkseinstellungen fest und die NAS im lokalen Netzwerk nicht sichtbar ist. Ein Zugriff ist lediglich durch »Thecus Setup Wizard« möglich, wobei dieses nur auf Englisch verfügbar ist. Ändert man die Netzwerkkonfiguration in DHCP, ist dann auch ein Zugriff via Browser möglich. Zwar gibt es ein Handbuch auf Deutsch, das vor allem beim Einrichten der Thecus gute Dienste leistet, an manchen Stellen ist die Qualität der Übersetzung allerdings so schlecht, dass man freiwillig zurück ins Englische wechselt.

Für die Nutzung als Medienserver muss man den sogenannten »Plex-Medienserver« herunterladen, welcher im App-Center zum Download bereitsteht. Will man zur Medienbibliothek nun Freigabeordner hinzufügen, fühlt man sich jedoch ein wenig allein gelassen, da das Hinzufügen von Freigabeordnern für Nicht-Linux-Nutzer doch recht umständlich ist und nicht besonders intuitiv von der Hand geht. Mithilfe der App OrbWeb kann ein Fernzugang eingerichtet werden, mit dem sich auch außerhalb des Netzwerks auf  Inhalte zugreifen lässt. Das Aus- und Einschalten mithilfe des Energiezeitplans funktionierte gut, störend war allerdings, dass trotz Sleep-Modus eine Leistungsaufnahme von 13,3 Watt anlag – für unseren Geschmack zu viel.

Ebenso vom Hersteller Western Digital, allerdings nur mit einer Festplatte sowie einem USB-3.0-Anschluss ausgestattet, kommt die WD My Cloud. Dieses Modell verfügt deshalb nicht über das RAID-1 System, was sie im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten anfälliger für Datenverluste macht. Wem dieser Sicherheitsfaktor nicht wichtig ist oder wer die Platte nur für Backups verwenden möchte, der kann hier zugreifen.

Die NAS steht in vier verschiedenen Varianten zwischen 2 und 6 Terabyte zur Verfügung. Ein kleiner Nachteil, der die meisten Nutzer allerdings wenig stören dürfte, ist die fehlende Möglichkeit Apps von Drittanbietern auf dem System zu installieren. Arbeiten mit WordPress oder MySQL ist daher, im Gegensatz zu den anderen von uns getesteten Modellen, nicht möglich. Falls sie also planen, einen kleinen privaten Webserver zu betreiben, ist die WD My Cloud nicht zu empfehlen.

Was Sie über NAS wissen sollten

NAS verfügen über ein eigenes Betriebssystem mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten. Den Zugang dafür verschafft man sich am besten über den Browser, indem man die entsprechende Webadresse eingibt. Wem das zu umständlich ist, der kann auch auf Ein-Klick-Lösungen der Hersteller zurückgreifen.

Die Softwareoberfläche von NAS-Systemen wird zunehmend anwenderfreundlich gestaltet, weder das Anlegen, noch das Freigeben von Ordnern stellen heutzutage noch große Schwierigkeiten dar und ist auch für Nicht-IT-Profis keine große Hürde mehr. Kniffliger wird es da schon bei der Zugriffsverwaltung, aber auch hier wird der Otto-Normal-Benutzer nicht überfordert. Weil hier jeder Hersteller sein eigenes Konzept verfolgt, ist ein Wechsel zwischen den Systemen mit einem gewissen Aufwand und dem Eingewöhnen in eine neue Benutzeroberfläche verbunden.

Für ein erstes NAS-System sind die von uns getesteten Kandidaten alle mehr als ausreichend, meist ist bereits ein öffentlicher Ordner installiert, auf den man auch ohne Zugangsdaten direkt zugreifen kann. Man muss also nicht sofort die umfangreichen Einstellungen, die sich beim Zugang über den Browser ergeben, beherrschen.

 NAS für Einsteiger Test: Wd Freigaben
Übersichtlich gelöst: Benutzerzugriffe auf der WD-NAS.

Diese Public-Ordner sind – wie der Name bereits vermuten lässt – für alle im Heimnetzwerk zugänglich. Man sollte sich also im Vorfeld überlegen, welche Dateien hier rein sollen. Mittelfristig lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit der Zugriffsverwaltung genauer zu beschäftigen, damit wichtige Daten auch sicher sind und im Zweifel nicht von jedem eingesehen werden können. Einen Blick in die digitale Bedienungsanleitung der NAS wird man wohl in jedem Fall werfen müssen.

Nutzung als Medienserver

Eine der interessantesten Verwendungsmöglichkeiten von NAS-Systemen ist ihre Nutzung als Medienserver. Egal ob vom Smart-TV aus oder vom Tablet, jedes Gerät im Netzwerk kann Inhalte in Form von Bildern, Videos oder Musikdateien von der Festplatte abrufen und wiedergeben. Dazu muss man lediglich die gewünschten Inhalte markieren, anschließend werden sie in das Verzeichnis des Medienservers aufgenommen und fertig ist der hauseigene Streamingdienst. Nun können alle im Heimnetz gleichzeitig und von verschiedenen Geräten aus auf die Inhalte zugreifen. Verlegte Festplatten und Umsteck-Olympiaden gehören so der Vergangenheit an.

Die von uns getesteten NAS-Geräte konnten alle auch als Medienserver genutzt werden, teils musste dazu noch eine kostenlose App installiert werden. Danach musste man lediglich noch den Medienserver als Quelle definieren und schon konnte es mit dem Streaming losgehen. Weil die Geräte selbst nicht auf das NAS-System, sondern lediglich auf den Medienserver zugreifen, entfällt die Eingabe von Zugangsdaten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Inhalte durch diese Art des Zugriffs nicht gelöscht werden können. Vom Prinzip her ist das nichts anderes als ein eigenes Netflix. Einziger Wermutstropfen: Der Zugriff bleibt oft auf das lokale Heimnetz beschränkt.

 NAS für Einsteiger Test: Wd Freigaben
Der Medienserver der My Cloud EX2 Ultra bietet individuelle Zuweisungen der Freigabeordner.

Durch ihre Anbindung ans Web und den Zugang mittels Browser bzw. App kann man aber auch unterwegs – mit leichten Einschränkungen – auf die Daten zugreifen.

Fernzugriff und Synchronisation

Manche NAS-Systeme verfügen über die Möglichkeit, dass bestimmte Ordner automatisch mit zuvor definierten Geräten synchronisiert werden können. Wird ein Word-Dokument von der Festplatte des PCs im Büro gelöscht, wird dieses Dokument auch von der Festplatte des Laptops zuhause gelöscht, sofern es sich um einen korrespondierenden Ordner handelt.

Damit das funktioniert, wird eine entsprechende Client-Software benötigt. Diese muss, wie auch der Sync-Ordner, auf allen Geräten installiert werden, die miteinander synchronisiert werden sollen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der auf dem NAS hinterlegte Sync-Ordner. Die Netzwerkfestplatte verfügt über die Möglichkeit, Backups des entsprechenden Ordners aufzubewahren, die im Notfall zum Einsatz kommen. Nicht alle Festplatten verfügen über diese Möglichkeit der Synchronisierung, in unserem Testfeld waren lediglich die Geräte von Synology, Qnap und Western Digital dazu in der Lage.

Fernzugriff auf die NAS

Möglich gemacht wird der Fernzugriff mithilfe eines Relay-Servers, der vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird und mit dem die Geräte ans World Wide Web angebunden werden. Ist das NAS-System lediglich mit DS-Lite angebunden, kann es außerhalb des Netzwerks nicht mehr erreicht werden. Wem ein Fernzugriff wichtig ist, der sollte also darauf achten, dass das Gerät über einen Relay-Dienst verfügt.

 NAS für Einsteiger Test: Synology Einrichtung Quickconnect Konto
Das Einrichten des Fernzugangs bei der Synology, am besten legt man ihn direkt beim Setup mit an.

Dieser Zugang ist dabei nur bedingt dafür geeignet, große Datenmengen mittels Stream zur Verfügung zu stellen, da hier die Online-Anbindung – derzeit – noch nicht schnell genug sind. Sinnvoller lässt sich ein derartiger Zugang nutzen, um auf häufig gebrauchte Dokumente oder Projektdaten zuzugreifen.

Datensicherung mit NAS-Systemen

Datensicherung ist eines der zentralen Themen bei NAS-Systemen. Das ist auch der Grund, warum wir von der Verwendung von NAS abraten, die über lediglich einen Bay, also einen Steckplatz für die Festplatte verfügen. Die darauf gespeicherten Daten sind verloren, sollte die einzig vorhandene Festplatte einmal in die Knie gehen.

Mit mehreren Festplatten besteht hingegen die Möglichkeit, dass die Daten beim Ausfall einer Platte nicht restlos verloren sind. Dafür braucht mindestens zwei Festplatten, die das gleiche Format, die gleiche Umdrehungsgeschwindigkeit und die gleiche Speicherkapazität haben. Die eine Festplatte spiegelt bei jedem Schreibvorgang die Daten der anderen.

Das funktioniert mithilfe eines Setup-Assistenten. Mit ihm lassen sich die Festplatten so zusammenschließen, dass die Daten gespiegelt werden, die exakt gleichen Dateien werden sowohl auf der ersten, als auch auf der zweiten Platte abgelegt. Sollte nun eine der beiden Platten ausfallen, sind die Daten noch immer auf der zweiten Platte gespeichert.

 NAS für Einsteiger Test: Qnap Einrichtung Volumes
Bei Qnap werden Raidsystem und Datenvolumes über einen Über den Setup-Assistenten lassen sich die Volumes und das Raidsystem bei der Qnap einrichten.

Dieses auch RAID-1 genannte Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass lediglich die Hälfte des theoretisch verfügbaren Speicherplatzes zur Verfügung steht. Bei einer NAS mit zwei verfügbaren Bay-Steckplätzen, die jeweils mit vier Terabyte großen Festplatten bestückt sind, stehen also nicht acht, sondern lediglich vier Terabyte Speicher zur Verfügung. Wer schon einmal seine Daten durch eine fehlerhafte Festplatte verloren hat, wird dieses Handicap gerne in Kauf nehmen, denn die alten Kinderfotos lassen sich für kein Geld der Welt ersetzen.

Verwendet man die NAS hingegen nur als Backup für seinen Laptop oder das Smartphone, reicht in der Regel auch die kleine Variante mit nur einem Steckplatz, da in diesem Fall die Daten bereits doppelt vorliegen: auf der Platte selbst, sowie auf dem jeweiligen Endgerät, von dem aus das Backup erstellt wird. Ein gleichzeitiges Versagen beider Speicher ist ein kalkulierbar kleines Restrisiko. Sobald die NAS dazu verwendet wird, um Daten auszulagern und lediglich dort speichert, raten wir dringend zur Anschaffung einer NAS mit mindestens zwei Festplatten.

Sollte das ganze NAS-System einmal kaputt gehen oder gar gestohlen werden, gibt es auch hierfür sinnvolle Möglichkeiten, die Daten schon im Vorfeld abzusichern. Dies kann beispielsweise über die Synchronisierungsfunktion geschehen, da sich die in diesem Ordner hinterlegten Daten ja auch auf den synchronisierten Geräten befinden und dort noch hinterlegt sind.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Nutzung von Cloud-Speicherdiensten. Dabei werden die Daten ausgelagert und auf einem Cloud-Server gespeichert. Diese zusätzliche Sicherheit hat natürlich ihren Preis, kann sich aber für besonders wichtige Daten durchaus lohnen. Unsere Testgeräte verfügten alle über die Möglichkeit externe Cloud-Speicherdienste zu nutzen.

So haben wir getestet

NAS-Geräte ohne bereits vorinstallierten Speicher wurden von uns mit jeweils zwei Festplatten von Western Digital mit jeweils vier Gigabyte Speicherkapazität bestückt und zu einem RAIS-1-System zusammengeschlossen. Schon dabei konnten wir Unterschiede im Testfeld im Hinblick auf Ausstattung, Dokumentation und Bedienbarkeit feststellen.

Gemessen haben wir die Übertragungsleistung der Laufwerke, den Stromverbrauch in verschiedenen Zuständen (Schreibvorgang, Leerlauf, Ruhezustand), sowie die zahlreichen Energiesparoptionen, wie etwa die Sleep-Funktion, oder das automatische Ein- und Ausschalten. Ebenso ein wichtiges Kriterium bei unserem Test war, wie benutzerfreundlich sich ein Fernzugriff einrichten lassen konnte und ob das von jedem Heimnetz aus möglich ist.

Um einen Eindruck davon zu bekommen wie das NAS-System mit dem Verlust von Daten umgeht, haben wir jeweils eine der beiden Festplatten während des Betriebs in RAID-1 entfernt. Dabei war es uns auch wichtig, wie einfach sich der Austausch der defekten Festplatte gestaltet, schließlich richten sich die Geräte vor allem an Einsteiger.

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