Test: 4k Monitor

4K-Monitore im Test : 4K im Alltag

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Update 01.10.2020

Mehr Pixel auf einem großen Monitor zu haben, bietet viele Vorteile. Nicht nur Videos, Bilder, sondern auch Texte werden deutlich schärfer angezeigt und sind somit angenehmer zu lesen. Die Preise sind mittlerweile angemessen und die meisten Computer und Laptops können 4K problemlos darstellen oder übermitteln.

Update 1. Oktober 2020

Wir haben einige neue 4K-Monitore getestet. Neue Empfehlungen sind der Dell U2720Q und der Philips Brilliance 329P9.

Boris Hofferbert
Boris Hofferbert
schreibt als freier Redakteur unter anderem für digitalPhoto, Tech.de und PC Welt und betreibt das Hilfe-Portal Tutonaut. Er testet am liebsten Tablets, eBook-Reader und Fernseher.

Die 4K-Auflösung ist vor allem bei Heimkino-Liebhabern bereits sehr beliebt, aber auch im Büro hat die Vergrößerung der Bildpunkte Vorteile. Sogar, wenn man nur an Texten arbeitet, ist die Darstellung viel schärfer und es wirkt, als ob man vom Papier ablesen würde, das ist selbstverständlich angenehmer für die Augen und erhöht somit den Arbeitskomfort. In den Bereichen Bild und Bewegtbild ist 4K für die Bearbeitung selbstverständlich auch eine große Erleichterung, aber natürlich steigt der Genuss auch beim Filmschauen oder Gaming enorm. Wer seinen Monitor ausschließlich zum Zocken nutzen möchte, sollte sich unsern Gaming-Monitor-Test mal genauer anschauen.

Bei der Kompatibilität gibt es ein paar Dinge, die zu beachten sind, so benötigt man ein aktuelles Betriebssystem, damit richtig skaliert wird. Außerdem muss die Grafikkarte, beziehungsweise bei Laptops von Apple der Prozessor fähig sein 4K auszugeben, nähere Informationen und Links zu den Herstellern gibt es unten in der Ratgeber-Box.

Wer sich einmal an die 4K-Auflösung gewöhnt hat, der wird nicht mehr zu FullHD oder WQHD zurückkehren. Mittlerweile sind 4K-Monitore auch nicht mehr allzu teuer, auch wenn sie noch deutlich teurer sind als Geräte mit geringerer Auflösung. Wir haben Monitore in der Größe von 27-32 Zoll getestet, die preislich zwischen 300 und 700 Euro liegen.

Kontaktfreudig: Dell U2720Q

Kontaktfreudig

Dell U2720Q

Test: Dell U2720q
Tolle Bildtechnik, ausgezeichnete Ergonomie und geradliniges Design machen den Dell zur Empfehlung.

Der Dell U2720Q misst 27 Zoll in der Diagonalen und nimmt sich auf dem Schreibtisch trotzdem angenehm dezent zurück. Dabei ist er angenehm ergonomisch konstruiert, neben Dreh- und Neigungswinkel lassen lässt sich der Monitor auch in seiner Höhe regulieren und beherrscht außerdem die Pivot-Funktion. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Fähigkeit des Monitors, sich um 90 Grad drehen zu lassen. In diesem Format lassen sich beispielsweise Dokumente besser wiedergeben, aber auch andere Arbeiten fallen durch die 90-Grad-Verrenkung des Monitors spürbar leichter.

Die Vorteile des Dell beschränken sich jedoch nicht nur auf seine Ergonomie. Zahlreiche Stecklätze an seiner Rückseite sorgen dafür, dass dieser Monitor so ziemlich überall Anschluss findet. HDMI 2.0, DisplayPort 1.4, USB-A sowie eine Schnittstelle für USB-C – alles da. In unserem Test ließen sich sowohl Macbooks als auch Windows-PCs ohne Probleme mit dem Dell betreiben. Lediglich die Tatsache, dass die USB-Ports auf die Bandbreite von USB-2.0 begrenzt sind, trübt die gute Stimmung ein wenig.

Abgesehen von den vielen Anschlussmöglichkeiten bietet der Dell vor allem eines: eine hervorragende Bildqualität. Zwar ist der Fokus dieses Bildschirms das Büro und dementsprechend Office-Aufgaben, die nahezu hundertprozentige Abdeckung des sRGB-Farbraums, sowie die 95 Prozent Abdeckung des DCI-P3-Farbraums machen den 4K-Monitor jedoch auch für anspruchsvollere Video- und Bildbearbeitung attraktiv. Diesen positiven Eindruck bestätigt auch die Farbtiefe, welche mit 10 Bit über genug Potential verfügt, um 1,07 Milliarden Farben darzustellen.

Es ist daher wenig überraschend, dass Dell den Monitor auch eine HDR-Tauglichkeit bescheinigt (Vesa-Standard DisplayHDR 400). Zwar handelt es sich hier um keine hohe HDR-Spezifikation und verglichen mit High-End-Geräten ist die HDR-Fähigkeit des Dell etwas schlechter, in unserem Test konnten wir aber einen deutlichen Unterschied zum normalen SDR-Content feststellen, das Bild des Dell U2720Q wirkt einfach kräftiger.

Negativ aufgefallen ist uns das Fehlen integrierter Lautsprecher. Wer sich also hin und wieder einmal einen Clip auf dem Monitor ansehen möchte, muss hier auf externe Lösungen zurückgreifen. Ein weiterer Nachteil, der wohl nur Gamer betrifft, ist die statische Bildwiederholrate des Dell. Während es mit Technologien wie AMDs FreeSync möglich ist, diese Rate variabel anzupassen, lässt der Dell U2720Q diese Möglichkeit vermissen.

Kann man über diese Kleinigkeiten hinwegsehen und benutzt man den Bildschirm hauptsächlich für Office-Programme oder Bildbearbeitung, bietet Dell hier ein hervorragendes Arbeitsgerät zu einem vernünftigen Preis.

Starkes Gesamtpaket: Samsung U32H850

Starkes Gesamtpaket

Samsung U32H850

Test 4K-Monitor: Samsung U32H850
Groß, sehr gutes Bild, top verarbeitet und durchdachte Bedienung: Samsung verdient sich den Testsieg.

Der Samsung U32H850 ist mit 31,5 Zoll einer der größten von uns getesteten Monitore und braucht deshalb ein bisschen mehr Platz. Der Monitor lässt sich individuell auf die Sitzposition einstellen, so können Höhe und Neigung verändert werden, außerdem kann er gedreht werden und das nicht nur seitlich, sondern auch der Länge nach, sogar bis 90 Grad, sodass man im sogenannten Pivot-Modus arbeiten kann.

Zu Beginn haben wir einen leichten Blaustich auf dem Display festgestellt, den konnten wir allerdings schnell über das Menü, das durch den Joystick auf der rechten, hinteren Seite bedient wird, entfernen. Ansonsten sind wir mit der Bildqualität sehr zufrieden, sowohl Farben, als auch Kontraste, sowie Helligkeit werden sehr gut dargestellt. Dank des 10-Bit-Panels kann der Monitor bis zu 1,07 Milliarden Farben abbilden, das macht den Samsung U32H850  zu einem Gerät, das auch in der professionellen Bildbearbeitung mithalten kann. Der sRGB-Farbraum wird komplett und der AdobeRGB-Farbraum zu 91 Prozent abgedeckt.

Wer den Monitor nicht nur zum Arbeiten, sondern hin und wieder auch zum Spielen nutzen möchte, macht mit ihm nichts verkehrt. Wir haben ihn mit den Spielen  Far Cry 5 und Assassin’s Creed Odyssey getestet und sind begeistert. Alles lief flüssig ohne jegliches Rucken, der Bildschirm ist übrigens  AMD FreeSync zertifiziert.

Das matte Display verhindert Spiegelungen und auch bei starkem Licht, ist auf ihm alles gut zu erkennen. Auch wenn die höchste Helligkeitsstufe nur bei 250 cd/m² liegt, ist die Leuchtkraft völlig ausreichend, sogar, wenn die Sonne direkt ins Büro scheint. Insgesamt konnte uns das Gerät vollends überzeugen, dabei stört uns allerdings geringfügig, dass beim Betrachten des Displays von der Seite, Farben viel weniger prächtig erscheinen. Das kann bei einem gemeinsamen Filmabend oder beim Zocken im Multiplayer-Modus sehr nervig sein. Wer einen modernen Laptop anschließen möchte, der nur noch über USB-Typ-C Anschlüsse verfügt, der kann das nur mit einem entsprechenden Adapter tun.

Nichtsdestotrotz ist der Samsung U32H850 ein Top-Gerät, das auch noch für einen guten Preis zu haben ist. Wer das Gerät vorwiegend zum Arbeiten nutzt, der kann sich über die hervorragenden, ergonomischen Einstellungsmöglichkeiten und die großartige Bildqualität freuen.

Clevere Zusatzfunktionen: Philips Brilliance 329P9

Clevere Zusatzfunktionen

Philips Brilliance 329P9

Clevere Funktionen die den Arbeitsalltag erleichtern, kombiniert mit einem Bild, das (fast) über jeden Zweifel erhaben ist – der Philips Brilliance 329P9 weiß auf Anhieb zu überzeugen. Besonders gut hat uns die integrierte Webcam gefallen, die sich auf Knopfdruck ausfahren lässt. Ihre Qualität befähigt nicht nur zur Teilnahme an Videokonferenzen, sondern ist für das biometrische Entsperren (Windows Hello) geeignet. Die Eingabe des Passworts kann man sich mit diesem Bildschirm also sparen.

Neben den üblichen Anschlussmöglichkeiten (USB-C, HDMI 2.0, DisplayPort 1.2, DisplayPort Ausgang…) kann der Monitor auch direkt via Ethernet ans Netz angeschlossen werden. Für optimale Lichtverhältnisse hat Philips dem Brilliance 329P9 einen Helligkeitssensor spendiert, der in unserem Test die Displayhelligkeit zuverlässig regulierte. Sollte einmal niemand vor dem Bildschirm sitzen, erkennt dieser seine eigene Nutzlosigkeit und regelt die Helligkeit auf ein Minimum herunter – sofern man das will.

Das anfangs leicht blaustichige Bild des Philips konnten wir mittels Kalibrierung optimieren. Eine Kleinigkeit, die uns im Test aufgefallen war, ist die ungleichmäßige Ausleuchtung des Panels, bei der Darstellung schwarzer Farben fällt das ein wenig auf. Das sind jedoch die einzigen Kritikpunkte am Dell, in Summe können wir dem Monitor ein sehr gutes Bild bescheinigen.

Während der Philips es in Sachen Ergonomie durchaus mit dem Dell U2720Q aufnehmen kann und über ähnlich viele Einstellmöglichkeiten verfügt, verliert er bei der Benutzerfreundlichkeit ein wenig an Boden. Schuld daran sind seine verschachtelten Menüs sowie das etwas umständliche Bedienen der Navigationstasten, weil diese an der Rückseite des Gehäuses sitzen. Zwar ist der Preis des Philips Brilliance 329P9 durchaus ambitioniert, man erhält dafür aber auch einen Bildschirm mit hervorragender Bildqualität und einigen Extras, die nicht nur gut aussehen, sondern den Arbeitsalltag auch spürbar angenehmer gestalten können.

Preis-Tipp: BenQ EL2870U

Preis-Tipp

BenQ EL2870U

Test 4K-Monitor: BenQ EL2870U
Trotz TN-Panel ein gutes Bild und ein günstiger Einstieg in die 4K-Welt. Der HDR-Modus enttäuscht allerdings.

Der BenQ EL2870U punktet durch seinen niedrigen Preis, der selbstverständlich ein paar Kompromisse mit sich bringt, in der Kernkompetenz, der Bildqualität, aber gute Ergebnisse liefert. Nicht überzeugen kann er in puncto Ergonomie, die einzige Möglichkeit den Bildschirm zu verstellen, ist ihn nach vorne oder hinten zu neigen. Bedienkomfort ist bei den Funktionstasten, die unten in der Mitte des Bildschirms angebracht sind, nicht gegeben, bis man sie beherrscht, dauert seine Zeit.

An der Bildqualität gibt es nichts auszusetzen und auch die Farben können sich sogar ohne eigene Kalibrierung sehen lassen. Insgesamt ist der Bildschirm auf Gamer ausgerichtet und für diese interessant, denn er kommt mit schnellen Schaltzeiten. Wir haben an ihm das Spiel Horizon: Zero Dawn getestet und sind begeistert, mussten aber auch hier feststellen, dass der angepriesene HDR-Modus, wie auch beim LG 27UK650, keine wirkliche Verbesserung hervorruft, sondern sich bei diesem Spiel sogar negativ auswirkt, da es keine Maximalhelligkeit gibt. Wer den BenQ EL2870U für Multiplayer-Games nutzen möchte, wird mit dem Gerät auch nicht glücklich, da die Blickwinkelstabilität, wie bei den meisten Konkurrenten mit TN-Panel nicht hoch ist und man somit seitlich sitzend nicht in den 4K-Genuss kommt.

Insgesamt darf man für knapp 300 Euro nicht zu viel erwarten, dann wird man aber auch nicht enttäuscht. Die Bildqualität ist für diesen Preis gut und das Zocken macht mit dem Monitor richtig Spaß. Wer allerdings das Doppelte in einen 4K-Monitor investiert, kriegt auch deutlich mehr geboten. Wer sich ausschließlich für Gaming interessiert, der findet hier alle notwendigen Informationen und weitere auf Gaming spezialisierte Monitore.

Was gibt es sonst noch?

Wem ein 27 Zoll-Bildschirm reicht, dem bietet LG mit dem 27UK650 eine interessante Option. Der Monitor konnte vor allem bei der Bildqualität überzeugen, der sRGB-Farbraum wird bis auf 0,3 Prozent komplett dargestellt und der AdobeRGB-Farbraum zu 81 Prozent. Bei der Bildbearbeitung konnte er sich durchaus mit dem Samsung U32H850 messen.

Die gängigen ergonomischen Anpassungen sind beim LG möglich, ebenso kann sein Panel um 90 Grad gedreht werden (Pivot-Modus). Das Menü ist einfach und benutzerfreundlich organisiert und wird über den kleinen Joystick an der Unterseite in der Mitte bedient. Lediglich der fehlende USB-C-Port, sowie der verhältnismäßig hohe Preis sind uns nach dem Test negativ in Erinnerung geblieben.

Der AOC U2790PQU konnte ein gutes Gesamtergebnis erzielen und kommt mit einem IPS-Panel-Display, das Farben realistisch abbildet und auch in Sachen Helligkeit gut abschneidet. Am schlichten Design gibt es nichts auszusetzen und das Gerät lässt sich gut auf individuelle Wünsche anpassen, indem man Neigung, Höhe und Drehung verstellt.

Die Anschlussmöglichkeiten sind nicht die modernsten, so gibt es keinen USB-C-Anschluss und einer der HDMI-Anschlüsse ist ein HDMI 1.4, der 4K-Filme nicht flüssig übertragen kann. Die integrierten Lautsprecher reichen aus, das ein oder andere Video abzuspielen, für Filme oder Musik sind sie jedoch nicht geeignet. Der AOC U2790PQU hat zwar ein paar Schwächen, ist dafür aber auch relativ günstig zu haben.

Der Philips 276E8VJSB ist eins der günstigeren von uns getesteten Geräte. Für den Büroalltag reicht das Gerät völlig aus, wer aber höhere Ansprüche hat, wird mit dem Gerät nicht glücklich. Bereits bei der Filmwiedergabe und der Fotobearbeitung wird die schwache Ausleuchtung des Geräts deutlich. Außerdem kann man den Bildschirm nicht ergonomisch anpassen. Wer ein günstiges Gerät sucht, der sollte sich auch bei den anderen Marken umschauen und muss überlegen, welche Kompromisse sinnvoll sind.

Der BenQ EW3270U kommt mit einem 31,5-Zoll-Display und kann in der Bildqualität überzeugen, vor allem die Farben werden sehr realistisch abgebildet und auch die Ausleuchtung kann sich sehen lassen. Dank des USB-C-Anschlusses können auch die aktuellen Laptops problemlos angeschlossen werden. Auch das Design ist sehr ansehnlich und eben so schlank wie sein Preis. Aber auch hier hat BenQ an der Ergonomie gespart und die einzige Veränderung, die man anpassen kann, ist die Neigung.

Wissenswertes über 4K-Monitore

4K-Auflösung macht das Arbeiten an den sehr scharfen Bildern, Texten, Videos nicht nur viel angenehmer, sondern auch viel genauer. Damit die Dateien und Programme auch perfekt hochskaliert werden, benötigt man ein Betriebssystem, welches dazu fähig ist. Bei Windows ist das ab der 10er Version möglich, die hat allerdings immer noch ein paar Schwächen. Bei macOS werden die Dokumente in FullHD angezeigt, setzt man in den Systemeinstellungen unter »Monitore« bei »skaliert« ein Häkchen, kann man stufenweise die Auflösung höher stellen.

Noch wichtiger ist jedoch die Hardware: Ihr Computer oder Laptop, sollte mindestens einen HDMI-2.0-Anschluss oder einen DisplayPort-Anschluss haben. Außerdem muss die Grafikkarte fähig sein, 4K abzubilden, AMD-Grafikkarten können das seit 2010 und Nvidia-Grafikkarten seit 2012. Hier finden sie eine Auflistung der 4K-fähigen Grafikkarten. MacBook-Besitzer müssen auch auf die Version ihres Prozessors  achten, weiterführenden Informationen bieten die Firmen Intel und Apple auf ihren Webseiten.

So haben wir getestet

Wir haben an die Monitore immer einen PC mit Windows, sowie ein MacBook Pro 2015 angeschlossen, dabei wurden einerseits normale Büroarbeiten simuliert, wie beispielsweise längeres Lesen oder Schreiben, aber auch Fotobearbeitung oder Video-Schnitt, andererseits wurden auch Filme und Spiele getestet.

Um die Voreinstellungen vergleichen zu können, haben wir das Kalibriergerät Datacolor Spyder Pro 5 benutzt, sowie das Open-Source-Tool DisplayCAL. Außerdem haben wir mit Testbildern von Lagom und dem EIZO Monitor Test gearbeitet, um eine Kalibrierung ohne Hardware vorzunehmen, wie das kostenlos möglich ist, erklärt das PC Magazin.

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