Dashcams im Test : Kamera an Bord

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Update 15.10.2020

Dashcams fürs Auto haben vor allem Vorteile, wenn es zu einem Unfall kommt, aber nicht in jedem Land sind sie erlaubt. Wir haben Informationen zur Nutzung der kleinen Helfer und 27 Dashcams auch ausgiebig getestet.

Update 15. Oktober 2020

Wir haben neue Dashcams getestet und eine neue Empfehlung: Die Vantrue N4.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Eine Dashcam bringt man an der Windschutzscheibe des Autos innen an, mit extremem Weitwinkel wird die Fahrt dann gefilmt. Rempelt jemand in der Nacht ein parkendes Auto an, aktivieren sie sich außerdem von selbst. Das Ziel des Gazen: Beweismaterial, etwa falls es zum Unfall kommen sollte.

Man kann die Dashcams per Klebestreifen oder Saugnapf befestigen, die Aufnahmen kommen auf Mikro-SD-Karten, denn einen internen Speicher gibt es bei den Geräten nicht.

Wir haben verschiedene Geräte getestet, die preislich zwischen 30 und 300 Euro lagen. Vor allem wichtig waren uns dabei datenschutzrechtliche Anforderungen. Bislang durfte man nämlich nicht ständig im Straßenverkehr filmen. Dashcams können nun, nach einem Urteil vom Bundesgerichtshof, aber rechtssicher eingesetzt werden, sofern man die nötigen technischen Details beachtet. Mehr dazu in unserem Ratgeber.

Hoher Bedienkomfort: iTracker GS6000-A12

Hoher Bedienkomfort

iTracker GS6000-A12

Test Dashcam: iTracker GS6000-A12
Die iTracker GS6000-A12 filmt in 2K-Auflösung und punktet mit hohem Bedienkomfort und einem großes Display.

von 341 Lesern gekauft

Mit dem Tracker GS6000-A12 bekommt man ein gutes Gesamtpaket, egal ob bei der Qualität oder bei Funktionsumfang und Aufnahmen.

Das Gehäuse ist gummiert und gut verarbeitet, es fühlt sich nicht nur gut an, sondern ist auch Kratzern gegenüber unempfindlich. Das Display hat 2,7 Zoll, das ist schön groß. Ebenso begeistert waren wir vom Saugnapf für die Befestigung an der Windschutzscheibe. Man kann die Dashcam so schnell lösen und in einem anderen Auto anbringen.

Wir finden die Klebelösung grundsätzlich nicht so toll, wenn die Pads längere Zeit auf der Scheibe bleiben, lassen sie sich nicht so einfach wieder lösen. Wir haben es – wie im Internet empfohlen – mit Zahnseide probiert, aber die riss durch. Mithilfe eines Föhns kann man die Klebefolie aber erwärmen, danach kann man sie von der Scheibe abziehen. Aber das ist definitiv umständlich.

Ausgeliefert wird die Dashcam inklusive fünf Kabelclips. Diese klebt man aufs Armaturenbrett, so wird das Kabel sauber verlegt. Die Dashcam sitzt an einem Schwanenhals, mit ein wenig Kraft kann man sie in jede Richtung drehen und so perfekt ausrichten. »Video Rotation« ermöglicht es, dass sie kopfüber montiert werden kann, das Bild wird vom Gerät automatisch gedreht.

Strom wird übers 3,5 Meter lange Kabel geliefert, das steckt man in einen Zigarettenanzünder. Es gibt einen internen Akku, so kann man die Kamera zur Not auch kurz ohne Strom betreiben, dauerhaft geht es aber nur mit Bordspannung. Das gilt aber für alle Dashcams.

Mit dem Weitwinkelobjektiv werden 126 Grad erfasst, toll ist das nicht. Der Konkurrent Garmin bringt es auf stolze 180 Grad. Doch der iTracker muss sich nicht verstecken, hier passt viel Verkehrsgeschehen auf das Bild.

Wir haben ein Video gedreht in Full-HD, mit 60 Vollbildern und 1.920 x 1.080 Pixel. Die Kamera kann zudem 2K, dann mit 30 Bildern in der Sekunde (2.560 x 1.440 Bildpunkte). Das machte die Videos aber nicht besser, wir hätten einen größeren Unterschied erwartet. Mit höherer Auflösung steigt der Speicherbedarf, hier sollte man abwägen, ob es das wert ist.

Auch der Look von den Videos kann verändert werden, hier gibt es »Normal«, »Fein« und »Super Fein«, zudem kann man den Kontrast dreistufig anpassen, ebenso die Schärfe. Per Weißabgleich kann man das Bild nachträglich noch beeinflussen, im Alltag wird man das aber kaum machen. Bei einer Dashcam ist der Weißabgleich relativ unwichtig.

Viel Zubehör.

Man kann die Kamera sofort bedienen. Oben gibt es einen Knopf fürs Einschalten, nachdem die Zündung aktiviert wurde, startet die Cam aber alternativ auch automatisch. Es gibt Bedientasten rechts und links vom Display, die sind selbsterklärend. Der Aufbau des Menüs ist logisch, die Schrift gut lesbar und angenehm groß.

Das Menü erinnert an eine klassische Digitalkamera.

Filmen geht, entweder manuell ausgelöst oder in einer Endlosschleife. Dabei sind die Sequenzen wahlweise fünf, drei oder eine Minute lang. Mit dem kostenlosen »Registrator Viewer« lässt sich im Anschluss auch eine längere Sequenz am PC zusammenfügen, ohne ein zusätzliches Schnittprogramm.

Bei der Endlosschleife wird das ältere Material wieder gelöscht. Somit entspricht diese Kamera den deutschen Datenschutzanforderungen, jedoch ist nach wie vor unklar, wie viel Material man aufbewahren darf. Weitere Gerichtsurteile sollten das aber zeigen. Am Besten ist es definitiv, so wenig Videomaterial wie möglich dauerhaft zu speichern.

Wenn die Bewegungserkennung an ist, schaltet die Cam sich gleich ein und zeichnet dann auf, wenn sich vor der Linse etwas ändert. Dazu muss die Dashcam aber dauernd am Strom hängen, außerdem muss sie im Standby-Modus sein. Nützlich ist das etwa dann, wenn ein parkendes Auto beschädigt wird.

Die App ist übersichtlich gestaltet und problemlos bedienbar.
Übersichtlich gestaltet und ohne Probleme bedienbar.

Durch einen integrierten G-Sensor wird die neueste Videosequenz automatisch schreibgeschützt, wenn es einen Aufprall gibt. Hier sollten die Werkseinstellungen beibehalten werden, ansonsten werden die Videos auch bei jedem Schlagloch dauerhaft archiviert und es bleibt kein Platz mehr auf der Speicherkarten. Unterstützt werden micro-SD-HC/XC-Karten bis 128 GB.

Ein weiteres Extra stellt die Zeitrafferfunktion dar, dadurch wird die Wiedergabe von Filmaufnahmen mit höherer Geschwindigkeit ermöglicht. Dabei kann man wählen zwischen 30, 5 und 2 Sekunden.

Wenn man die Kamera in unterschiedlichen Fahrzeugen einsetzt, kann man im Menü das Kennzeichen oder einen kurzen Text eingeben, das kann im Video dann eingeblendet werden. So weiß man gleich, zu welchem Fahrzeug die Aufnahmen gehören.

Test Dashcam: iTracker GS6000-A12
Mit Saugnapf ist die Cam an der Frontscheibe sicher.

Zum Befestigen vom Saugnapf gibt es einen Arretierbügel, der ist zugleich ein GPS-Sensor für die Kamera. Wenn ein Signal vorhanden ist, werden automatisch Datum und Uhrzeit eingestellt. Wenn man GPS nutzen will, sollte man die Funktion zuerst im Menü aktivieren. Die Geschwindigkeit wird während dem Fahren dann eingeblendet.

Das ist im Testvideo nicht so. Das liegt daran, dass es einige Minuten dauert, bis das Signal empfangen werden kann. Wir mussten die Fahrt aber gleicht starten, denn die Akkus halten nur ein paar Minuten durch, wenn sie keine externe Stromversorgung haben. In einem zusätzlichen Test sahen wir aber, dass der GPS-Tracker gut funktioniert.

Die Farben sind natürlich und kräftig, Details sind bei Tageslicht gut erkennbar. Hier, wie auch bei der Konkurrenz, kommen die Geräte jedoch nicht an einen guten Actioncamcorder heran, das ist für den Preis aber nicht sonderlich erstaunlich.

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Ruckler oder Fahrbahnunebenheiten gleicht die Kamera gut aus, es gibt eine ordentliche Bildstabilität. Bei den Nachtaufnahmen im Standard-Setup ist das Bild ordentlich ausgeleuchtet. Dank HDMI-Anschluss kann man die Aufnahmen dann direkt am Fernseher ansehen.

Mit der Auswertungssoftware kann man gefahrene Routen nachvollziehen.

Die Dashcam lässt sich mit der App »WiFi-CarDV«, die gratis ist und für Android und iOS verfügbar, auch fernsteuern. Einfach über WLAN mit dem Tablet oder Smartphone verbinden, in der App lässt sich dann etwa die Auflösung anpassen, Endlosschleife einstellen oder man kann so Aufnahmen stoppen oder starten.

Auf der Homepage von iTracker gibt es außerdem eine Auswertungssoftware, die kostenlos ist. Dort werden über GPS Daten Geschwindigkeit und gefahrene Route angezeigt.

Gute Videoqualität: Nextbase 312GW

Gute Videoqualität

Nextbase 312GW

Test Dashcam: Nextbase 312GW
Gute Videoqualität am Tag und in der Nacht, hoher Bedienkomfort und praktische Halterung: Die Nextbase 312GW sammelt viele Pluspunkte.

Die Nextbase 312GW kann definitiv mit unserer ersten Empfehlung mithalten, ausgenommen der WLAN-Verbindung gibt es kaum Kritikpunkte. Hier findet man einen 2,7 Zoll-Bildschirm und 140 Grad Weitwinkel, außerdem ein Glasobjektiv mit sechs Linsen. Das Gehäuse wirkt hochwertig, vor allem die Befestigung gefällt uns. Hier gibt es einen Saugnapf kombiniert mit magnetischer Halterung. Der Halter bleibt an der Scheibe, die Kamera kann man abnehmen und sie so vor Dieben schützen.

 Dashcam Test: 20180801
Praktische Halterung.

Es ist ein GPS-Modul integriert, das die Geschwindigkeit erfasst und blendet diese auf Wunsch im Video ein. Das Modul erfasst ebenfalls Standort-Daten, so kann die Route dann bei Google Maps nachverfolgt werden. Auf einer microSD-Karte mit 32 GB Kapazität finden Aufzeichnungen von bis vier Stunden Platz, die maximale Auflösung beträgt ordentliche 1080p bei 30 Vollbildern die Sekunde.

Die Qualität kann überzeugen. Die Aufnahmen sind, die Farben natürlich und auch Gegenlicht führt nicht zu einem starken Abfall der Bildhelligkeit. Nur der dezente Wippeffekt stört beim Video ein wenig. Das Bild wird im Dunkeln gut aufgehellt, ohne dass Details verloren gehen oder das Bild zu stark rauscht.

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Die Ausstattung beinhaltet einen Parkmodus, dieser wird aktiviert durch Bewegungen, markante Sequenzen werden vor dem versehentlichen Löschen geschützt, etwa beim Crash. Man kann die Belichtung individuell anpassen und das Nummernschild einblenden. Hier hält der integrierte Akku sogar bis maximal 30 Minuten durch, wenn die Stromversorgung mal unterbrochen wird.

Gut finden wir ebenfalls die recht ausführliche Bedienungsanleitung, aber auch mit der Anleitung konnten wir unser Smartphone mit dem WLAN des Nextbase verbinden. Das hätten wir jedoch gebraucht, damit wir die Nextbase-App nutzen können und die Videos so aufs Smartphone zu laden. Ansonsten überzeugt sie uns aber definitiv.

Zwei Kameras: iTracker mini0906

Zwei Kameras

iTracker mini0906

Test Dashcam: iTracker mini0906
Die iTracker mini0906 hat dank einer zweiten Kamera auch jederzeit das Geschehen hinter dem Fahrzeug im Blick.

von 38 Lesern gekauft

Die iTracker mini0906 ist besonders. Einerseits sehr klein mit 7,5 x 4 x 4 Zentimeter, zudem ist eine Heckkamera sowie eine Fernbedienung mit dabei, das ist mehr als bei den meisten Modellen der Konkurrenz.

Die beiden Kameras klebt man (bei der Frontkamera ist eine Halteplatte dabei) an die Scheiben. Mithilfe der Platte kann man die Kamera schnell wieder entfernen. Hat die Scheibe eine starke Wölbung, ist das kein Problem, dafür gibt es kleine Keile, die mit dabei sind.

In der Wohnung wollten wir sie zuallererst ausprobieren, sie wollte selbst via USB-Kabel am PC angeschlossen nicht funktionieren, das Gerät braucht tatsächlich Bordspannung vom Zigarettenanzünder. Akku gibt es hier keinen.

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Die Bedienung erfolgt über drei Tasten und ist selbsterklärend und einfach. Sobald die Kameras Strom bekommen, starten sie die Aufnahmen. Manuelle aufnehmen sind selbstverständlich möglich. Maximal dürfen die Clips fünf Minuten lang sein.

Filmt die Kamera, können zudem Fotos aufgenommen werden. Will man die Ergebnisse kontrollieren, ist das mit dem kleinen 1,5-Zoll-Bildschirm aber nicht komfortabel. Eine Verbindung zum Fernseher per HDMI ist da schon besser.

Wenn der Bewegungssensor aktiviert ist, wird zehn Sekunden aufgenommen und dann gestoppt, sobald die Kamera keine Bewegungen mehr registriert. Die Aufnahmen können mit Schreibschutz versehen werden, hierfür gibt es einen RF Remote Controller. Wenn es zum Unfall kommt, werden die Aufnahmen gegen das Löschen automatisch gesichert. Datum, Uhrzeit, Temperatur und GPS-Koordinaten sowie Geschwindigkeit lassen sich im Video einblenden dank der GPS-Anbindung.

Zur Ausstattung gehört ebenso die Parkraum-Überwachung, hier merkt man, wenn sich jemand am Auto zu schaffen macht. Die Dashcam muss dazu aber per mitgeliefertem Hardwire Kit an die Fahrzeugelektronik direkt angeschlossen werden.

Die Rückkamera wird geklebt.

Die Kamera an der Rückseite filmt auch mit 1.920 x 1.080 Pixeln und 30 Bildern, sie wird durch ein Kabel von sechs Metern mit Strom versorgt. Das sollte sogar für Vans oder Limousinen ausreichen. In separaten Ordnern werden die Videos der Rück- und Frontkamera gespeichert.

Die Farben werden sehr natürlich gezeigt, die Bewegungen flüssig. Wenn es dunkel ist, kämpft die Kamera mit Streulicht, das liegt bei uns aber auch an der Kamera-Position an der Frontscheibe.

Wer eine kleine Kamera sucht und zusätzlich hinten aufzeichnen möchte, ist bei diesem Gerät richtig.

Zweiter Tacho: Truecam A7s

Zweiter Tacho

Truecam A7s

Test Dashcam: Truecam A7s
Die Truecam A7s bietet viele Zusatzfunktionen und kann auch als zweiter Tacho benutzt werden.

Bei der A7s von Truecam bekommt man ein umfangreiches Paket. Man befestigt sie mit Klebepads oder wahlweise mit Saugnapf. In die Halterung oben steckt man den GPS-Sensor mit dem USB-Stecker ein. Wuchtig ist das Ganze schon, wenn es blöd läuft, ist das GPS-Modul bei schräger Scheibe im Weg.

 Dashcam Test: 20190123
Display, Halterung und GPS-Modul.

Einige Amazon-Kunden bemängeln eine potentielle Fehlerquelle: Wenn kein GPS-Signal empfangen wird, um die Geschwindigkeit, die gefahren wir sowie einen Kompass im Display anzuzeigen, ist das GPS-Modul wahrscheinlich nicht richtig eingerastet. Wir hatten das Problem beim Test auch, man kann es aber einfach beheben.

Das Display mit 2,7 Zoll ist leicht zu lesen, jedoch sehr anfällig gegenüber Kratzern. Mit höchstens 2560 x 1080 Pixeln wird aufgenommen und 30 Vollbildern, bei Full-HD sind es höchstens 45 Vollbilder und 1920 x 1080 Bildpunkte. Die Bedienung klappt intuitiv, es gibt eine deutsche Menüsprache, so findet man sich auch schnell zurecht.

Beim Menü kann man außerdem einiges einstellen: etwa den Weißabgleich, den ISO-Wert, Videoqualität, Beleuchtung, Schärfe und Kontrast. Vorne gibt es sechs LEDs, die die Umgebung aufhellen. Befehle gibt es nur auf Englisch, etwa dass die Kamera bereit für den Einsatz ist und der Fahrer sich anschnallen soll.

 Dashcam Test: 51fyptpixvl. Sl1000
Hier gibt es optional einen Polarisationsfilter.

Die Qualität der Videos ist gut, jedoch ist das Video nicht frei von Artefakten. Damit Spiegelungen vermieden werden, sollte mit der Ausrichtung experimentiert werden oder man greift zum Polarisationsfilter. Leichtes Bildrauschen gibt es im Dunkeln, bei wenig Entfernung kann man Autos aber gut erkennen. Rechts unten können während einer Aufnahme GPS-Koordinaten und Geschwindigkeit eingeblendet werden, zumindest wenn man das GPS-Modul richtig eingesteckt hat. Als zweiter Tacho kann die Cam ebenfalls genutzt werden.

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Außerdem gibt es hier einen Blitzerwarner. In der Datenbank sind über 33000 Stellen von 36 europäischen Ländern sowie Russland, wo die Geschwindigkeit kontrolliert wird. Sprachhinweise weisen den Fahrer dann auf die Geschwindigkeits-Überschreitung oder die Gefahr hin. Jedoch sind Navis mit Blitzer-Apps und Radarwarnern verboten in Deutschland. Wenn man sie dennoch benutzt, sollte man mit einem Bußgeld von 75 Euro rechnen, außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg.

Abgesehen davon gefällt uns aber das große Display, die Bildqualität ist akzeptabel und die Bedienung einfach.

Drei Kameras: Vantrue N4

Drei Kameras

Vantrue N4

Test: Vantrue N4
Mit drei Kameras ist die Vantrue N4 ein super ausgestatteter Exot unter den Dashcams, die eine tolle Videoqualität liefert.

Drei Kameras mit sehr guter Bildqualität und zusätzlichen Extras – interessiert? Dann sollten Sie einen Blick auf die Vantrue N4 werfen. Nur ihr Preis hat es leider in sich, sie ist eines der teuersten Modelle im Test.

 Dashcam Test: Dashcamtest 2020 Vantrue N4
Die Dashcam Vantrue N4 mitsamt zusätzlichem GPS-Modul.

So viel Überwachung gab es bei Dashcams noch nie: Drei Kameras zeichnen simultan die Fahrbahn hinter und vor dem Fahrzeug sowie den Innenraum auf. Dafür wird eine Kamera vorne und eine hinten montiert, die Kamera für den Innenraum ist drehbar und der Blickwinkel frei einstellbar. Montiert werden die Kameras mit einem Saugnapf. Die Auflösung ist von der Anzahl der Kameras abhängig, eine alleine schafft 2.592 x 1.520 Pixel, zu zweit sind es 1.440 Pixel und bei allen drei Kameras 1.080 Bildpunkte. Der Weitwinkelbereich aller Cams variiert zwischen 155 sowie 165 Grad.

Die Dashcam hat ein großes Display von 2,45 Zoll. Die Bedientasten befinden sich am Gehäuse, weshalb die Kamera nicht zu weit oben moniert werden sollte – außer man kann sich merken, welche Taste welche Funktion inne hat. Die Rückkamera wird im Heck mit Klebeband angebracht, die Anschlusskabel sind ausreichend lang.

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Im Hauptdisplay wird die Auflösung der Kameras angezeigt. Im farbigen und intuitiven Menü lässt sich zudem mitunter die Intensität von Parkmodus, G-Sensor, Infrarot-LED, Zirkulationsaufnahme, WDR für erhöhten Kontrast, Belichtungszahl, Zeitraffer und Stempel einstellen. GPS-Sensor ist nicht im Paket enthalten, der Saugnapf-Halter inklusive GPS-Modul muss extra erworben werden.

Die Cam ist kompatibel mit microSD-Karten bis zu 256 Gigabyte und sie besitzt einen USB-C sowie Micro-HDMI-Anschluss. Einige Aufnahmen wie Kollisionen werden von der Vantrue automatisch schreibgeschützt. Im Parkmodus läuft die Bewegungserkennung mit den zwei vorderen Kameras. Mit einer Software, dem »Vantrue Viewer«, können gleichzeitig alle Videos der drei Kameras angeschaut werden. Durch das GPS-Modul lässt sich zusätzlich die Fahrtroute nachvollziehen.

Die Frontkamera glänzt mit sehr guter Qualität, die Farben wirken natürlich, Details werden gut herausgearbeitet und die Aufnahmen scharf. Die Qualität der Innenraumkamera ist vergleichbar mit der eines Camcorders. Nummernschilder bei Nacht lassen sich problemlos ablesen. Insgesamt stimmt die Belichtung, auch nachts ist genug Schärfe vorhanden und es zeigt sich wenig Rauschen.

Die Vantrue N4 überzeugt auf vielen Ebenen, drei Kameras sind ein Alleinstellungsmerkmal bei Dashcams, natürlich hat das seinen Preis. Daher können wir sie nicht uneingeschränkt empfehlen.

Was gibt es sonst noch?

Die MiVue C540 hat ein 2-Zoll-Display und ist damit ziemlich kompakt. Sie hat eine Auflösung von 1.080 Pixeln mit 30 Vollbildern. Die Dashcam bietet einen beachtlichen 130 Grad Betrachtungswinkel, der verbaute Sensor ist von Sony. Angebracht wird die Cam mithilfe eines Saugnapfs. Leider funktioniert die Bedienung alles andere als intuitiv, zudem ist kein GPS-Sensor im Gerät integriert. Dafür gibt bietet es eine Notfallaufzeichnung sowie eine Parkaufzeichnung bei Kollisionen. Die Qualität ist recht ordentlich, bei Gegenlicht sind die Aufnahmen allerdings recht dunkel und zeigen leichtes Bildrauschen. Ansonsten zeigt die Cam aber keine allzu großen Schwächen. Dennoch gibt es in dieser Preisklasse Geräte, die mehr zu bieten haben.

Die Ausstattung der Truecam M7 GPS Dual ist beachtlich: Sie hat zwei Kameras, eine Frontkamera mit 1.080p30 und einem Weitwinkel von 150 Grad sowie eine Innenraumkamera mit 1.280 x 720 Pixeln. Die beiden Kameras werden vorne und hinten mit magnetischen Halteplatten an den Scheiben montiert, so können sie jederzeit entfernt und neu positioniert werden. Auch der GPS-Sender wird mit Magnet angedockt. Im Lieferpaket enthalten ist zudem ein CPL-Filter zur Reduktion von Spiegelungen des Innenraums auf die Frontscheibe.

Außerdem gibt es einen G-Sensor sowie eine App für den PC, mit der man im Nachhinein die Route nachverfolgen kann. In der Datenbank sind zahlreiche Blitzer-Standorte vermerkt und sie verfügt über eine automatisierte Parkplatz-Überwachung. Der Bedienkomfort überzeugt allerdings nicht, es gibt keine Touchbedienung, sondern nur zwei Tasten – intuitiv ist das nicht. Die Videoqualität ist dafür super, wenn auch nicht extrem scharf – das Wichtigste ist aber zu erkennen und die Dashcam punktet vor allem bei Dunkelheit. Insgesamt bekommt man mit der Truecam M7 GPS Dual eine gute Kamera, allerdings mit etwas nerviger Bedienung und auch die Magnet-Klebehalterung eher Geschmackssache.

Ebenfalls top ausgestattet ist die Garmin 65W. Sie besitzt eine simple Halterung mit einem Kugelgelenk, das mit magnetischer Montageplatte an Scheibe hält. Abgedeckt wird ein beachtlich großer Blickwinkel von 180 Grad. Die Steuerung funktioniert über Sprachbefehl oder das Display. Spurhalteassistent, Kollisionswarner und Parkassistenz sind inklusive, ebenso wie Informationen zu Ampelblitzern und Radarkontrollen. Auch Zeitrafferaufnahmen sind möglich. Die Aufnahmen können mit WLAN auf das Smartphone übertragen werden. Allerdings werden Farben nicht sehr kräftig wiedergegeben.

Wissenswertes über Dashcams

Der Einsatz einer Dashcam im Auto war bisher umstritten, aus Datenschutzgründen dürfen nicht permanent in der Öffentlichkeit Videos aufgezeichnet werden, denn damit werden auch Personen gefilmt.

Inzwischen werden die Videos jedoch von einigen Gerichten als Beweise zugelassen, der BGH hat nun am 15.Mai 2018 in einem Urteil Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel, wenn es um die Klärung von Verkehrsunfällen geht, für zulässig erklärt. Dennoch darf man weiterhin nicht permanent aufzeichnen. Das heißt jedoch nicht, dass die Bilder dann im Zivilprozess nicht verwendet werden können, das hängt vom Einzelfall ab.

Jedoch stellt das Gericht auch klar, wie die Nutzung rechtlich einwandfrei funktioniert. Das klappt durch »dauerndes Überschreiben in kurzen Abständen und Auslösen der dauerhaften Speicherung erst bei Kollision oder starker Verzögerung des Fahrzeugs«.

Man sollte also darauf achten, dass die Kamera nicht stundenlang Aufzeichnungen macht, sondern die Videos ständig überschreibt und nur bei einem Unfall speichert. Die Möglichkeit gibt es aber bei den meisten der Dashcams.

Befestigung per Klebefolie oder Saugnapf.

Es ist aber klar, dass Dashcam-Aufnahmen nicht einfach so ins Internet gestellt werden dürfen, dazu braucht man die Einwilligung von Personen, die auf den Videos zu sehen sind, sonst verletzte man deren Persönlichkeitsrechte.

Wenn man eine Dashcam im Ausland nutzt, ist Vorsicht geboten, so sind Dashcams an der Windschutzscheibe z. B. in Österreich verboten, wird man erwischt, droht ein Bußgeld. Zudem wird in Belgien, Portugal, Schweden, der Schweiz und Luxemburg von der Verwendung abgeraten.

Ansonsten finden wir sie aber durchaus sinnvoll, zumindest so lange man verantwortungsvoll mit dem Bildmaterial umgeht.

So haben wir getestet

Wir wollten die Kamera-Qualität bei Tag und Nacht beurteilen und sind die Strecke daher sowohl tagsüber als auch im Dunkeln abgefahren. Dabei waren die einzigen Lichtquellen nachts Scheinwerfer von anderen Fahrzeugen oder Straßenlaternen.

Wir haben alle Cams parallel getestet, so mussten sie innen an der Windschutzscheibe großflächig verteilt werden. Daher wurden einige der Kameras weiter unten angebracht, dabei konnten wir Spiegelungen vom Armaturenbrett nicht vermeiden.

Alle Dashcams aus dem Test (obere Reihe): Ausdom AD282, Innosinpo Dash Cam HD, Oasser Car Dash Cam, Toguard CE680, Apeman C660, (untere Reihe): Pruveeo F5, Anker Roav Dashcam C1, iTracker DC-A119S, Yi Smart Dash Camera.
Alle Dashcams aus dem ersten Test.

Geachtet haben wir insgesamt auf den Bedienkomfort, die Verarbeitung und die Handhabung. Nicht alle kommen mit internem Akku, sie müssen also andauernd mit Strom versorgt werden, wir haben sie im Test per Powerbank und auch per Zigarettenanzünder betankt. Wichtig dabei: bei vielen Fahrzeugen liefert ein Zigarettenanzünder nur bei angeschalteter Zündung Strom. Wenn die Cam also gerade nicht geladen wird: nicht wundern und erstmal das Auto anmachen.

Nach dem Test kamen wir zur Erkenntnis, dass die Frontscheibe unbedingt sauber sein muss. Nach unserer Tagfahrt lag frischer Blütenstaub auf der Scheibe, den man kaum gesehen hat, im Dunkeln beeinträchtigte der aber die Bildqualität, so wurde das einfallende Licht gebrochen. Man sah das als viele kleine Spiegelungen, auch im Testvideo ist das zu sehen.

Das sind unsere sechs neuen Dashcams im Test: Crosstour Car Recorder CR700, Garmin Dash Cam 65W, iTracker mini0906, Yi Smart Dash Camera (untere Reihe), iTracker GS6000-A12, Apeman CS80 (obere Reihe).
Die sechs neuen Dashcams im Test.

 

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