Dashcams im Test : Kamera an Bord

von
Veröffentlicht 12.05.2020

Dashcams fürs Auto haben vor allem Vorteile, wenn es zu einem Unfall kommt, aber nicht in jedem Land sind sie erlaubt. Wir haben Informationen zur Nutzung der kleinen Helfer und 20 Dashcams auch ausgiebig getestet.

Jochen Wieloch
Jochen Wieloch
schreibt unter anderem für Audiovision und i-fidelity und testet überwiegend Unterhaltungselektronik, Sport- und Fitnessgeräte sowie Video-Drohnen.

Eine Dashcam bringt man an der Windschutzscheibe des Autos innen an, mit extremem Weitwinkel wird die Fahrt dann gefilmt. Rempelt jemand in der Nacht ein parkendes Auto an, aktivieren sie sich außerdem von selbst. Das Ziel des Gazen: Beweismaterial, etwa falls es zum Unfall kommen sollte.

Man kann die Dashcams per Klebestreifen oder Saugnapf befestigen, die Aufnahmen kommen auf Mikro-SD-Karten, denn einen internen Speicher gibt es bei den Geräten nicht.

Wir haben verschiedene Geräte getestet, die preislich zwischen 30 und 300 Euro lagen. Vor allem wichtig waren uns dabei datenschutzrechtliche Anforderungen. Bislang durfte man nämlich nicht ständig im Straßenverkehr filmen. Dashcams können nun, nach einem Urteil vom Bundesgerichtshof, aber rechtssicher eingesetzt werden, sofern man die nötigen technischen Details beachtet. Mehr dazu in unserem Ratgeber.

Hoher Bedienkomfort: iTracker GS6000-A12

Hoher Bedienkomfort

iTracker GS6000-A12

Test Dashcam: iTracker GS6000-A12
Die iTracker GS6000-A12 filmt in 2K-Auflösung und punktet mit hohem Bedienkomfort und einem großes Display.

von 341 Lesern gekauft

Mit dem Tracker GS6000-A12 bekommt man ein gutes Gesamtpaket, egal ob bei der Qualität oder bei Funktionsumfang und Aufnahmen.

Das Gehäuse ist gummiert und gut verarbeitet, es fühlt sich nicht nur gut an, sondern ist auch Kratzern gegenüber unempfindlich. Das Display hat 2,7 Zoll, das ist schön groß. Ebenso begeistert waren wir vom Saugnapf für die Befestigung an der Windschutzscheibe. Man kann die Dashcam so schnell lösen und in einem anderen Auto anbringen.

Wir finden die Klebelösung grundsätzlich nicht so toll, wenn die Pads längere Zeit an der Scheibe sind, lassen sie sich nicht so einfach wieder lösen. Wir haben es – wie im Internet empfohlen – mit Zahnseide probiert, aber die riss durch. Mithilfe eines Föhns kann man die Klebefolie aber erwärmen, danach kann man sie von der Scheibe abziehen. Aber das ist definitiv umständlich.

Ausgeliefert wird die Dashcam mit fünf Kabelclips. Diese klebt man aufs Armaturenbrett, so wird das Kabel sauber verlegt. Die Dashcam sitzt an einem Schwanenhals stramm, mit ein wenig Kraft kann man sie in jede Richtung drehen und so perfekt ausrichten. »Video Rotation« ermöglicht es, dass sie kopfüber montiert werden kann, das Bild wird vom Gerät automatisch gedreht.

Strom wird übers 3,5 Meter lange Kabel geliefert, das steckt man in den Zigarettenanzünder. Es gibt einen internen Akku, so kann man die Kamera zur Not auch kurz ohne Strom betreiben, dauerhaft geht es aber nur mit Bordspannung. Das gilt aber für alle Dashcams.

Mit dem Weitwinkelobjektiv werden 126 Grad erfasst, toll ist das nicht. Der Konkurrent Garmin bringt es auf stolze 180 Grad. Doch der iTracker muss sich nicht verstecken, hier passt aufs Bild viel vom Verkehrsgeschehen.

Wir haben ein Video gedreht in Full-HD, mit 60 Vollbildern und 1.920 x 1.080 Pixel. Die Kamera kann zudem 2K, dann mit 30 Bildern in der Sekunde (2.560 x 1.440 Bildpunkte). Das machte die Videos aber nicht besser, wir hätten einen größeren Unterschied erwartet. Mit höherer Auflösung steigt der Speicherbedarf, hier sollte man abwägen, ob es das wert ist.

Auch der Look von den Videos kann verändert werden, hier gibt es »Normal«, »Fein« und »Super Fein«, zudem kann man den Kontrast dreistufig anpassen, ebenso die Schärfe. Per Weißabgleich kann man das Bild nachträglich noch beeinflussen, im Alltag wird man das aber kaum machen. Bei einer Dashcam ist der Weißabgleich relativ unwichtig.

Viel Zubehör.

Man kann die Kamera sofort bedienen. Oben gibt es einen Knopf fürs Einschalten, nachdem die Zündung aktiviert wurde, startet die Cam aber alternativ auch automatisch. Es gibt Bedientasten rechts und links vom Display, die sind selbsterklärend. Der Aufbau des Menüs ist logisch, die Schrift gut lesbar und angenehm groß.

Das Menü erinnert an eine klassische Digitalkamera.

Filmen geht, entweder manuell ausgelöst oder in Endlosschleife. Dabei sind die Sequenzen wahlweise fünf, drei oder eine Minute lang. Mit dem kostenlosen »Registrator Viewer« kann man im Anschluss auch eine längere Datei am PC zusammenfügen, ohne ein zusätzliches Schnittprogramm.

Bei der Endlosschleife wird das ältere Material wieder gelöscht. Somit entspricht diese Kamera den deutschen Datenschutzanforderungen, jedoch ist nach wie vor unklar, wie viel Material man aufbewahren darf. Weitere Gerichtsurteile sollten das aber zeigen. Am Besten ist es definitiv, so wenig Videomaterial wie möglich dauerhaft zu speichern.

Wenn die Bewegungserkennung aktiviert ist, schaltet die Cam sich gleich ein und zeichnet dann auf, wenn sich beim Geschehen vor der Linse etwas ändert. Dazu muss die Dashcam aber dauernd mit Strom versorgt sein, außerdem muss sie im Standby-Modus sein. Nützlich ist das etwa dann, wenn ein parkendes Auto beschädigt wird.

Die App ist übersichtlich gestaltet und problemlos bedienbar.
Übersichtlich gestaltet und ohne Probleme bedienbar.

Durch einen integrierten G-Sensor wird die neueste Videosequenz automatisch schreibgeschützt, wenn es einen Aufprall gibt. Hier sollten die Werkseinstellungen beibehalten werden, ansonsten werden die Videos auch bei jedem Schlagloch dauerhaft archiviert und es bleibt kein Platz mehr auf der Speicherkarten. Unterstützt werden micro-SD-HC/XC-Karten bis 128 GB.

Ein weiteres Extra stellt die Zeitrafferfunktion dar, dadurch wird die Wiedergabe von Filmaufnahmen mit höherer Geschwindigkeit ermöglicht. Dabei kann man wählen zwischen 30, 5 und 2 Sekunden.

Wenn man die Kamera in unterschiedlichen Fahrzeugen einsetzt, kann man im Menü das Kennzeichen oder einen kurzen Text eingeben, das kann im Video dann eingeblendet werden. So weiß man gleich, zu welchem Fahrzeug die Aufnahmen gehören.

Test Dashcam: iTracker GS6000-A12
Dank Saugnapf sicher an der Frontscheibe.

Zum Befestigen vom Saugnapf gibt es einen Arretierbügel, der ist zugleich ein GPS-Sensor für die Kamera. Wenn ein Signal vorhanden ist, werden automatisch Datum und Uhrzeit eingestellt. Wenn man GPS nutzen will, sollte man die Funktion zuerst im Menü aktivieren. Die gefahrene Geschwindigkeit wird während dem Fahren dann eingeblendet.

Das ist im Testvideo nicht so. Das liegt daran, dass es einige Minuten dauert, bis das Signal empfangen werden kann. Wir mussten die Fahrt aber gleicht starten, denn die Akkus halten nur ein paar Minuten durch, wenn sie keine externe Stromversorgung haben. In einem zusätzlichen Test sahen wir aber, dass der GPS-Tracker gut funktioniert.

Die Farben sind natürlich und kräftig, Details sind bei Tageslicht gut erkennbar. Hier, wie auch bei der Konkurrenz, kommen die Geräte jedoch nicht an einen guten Actioncamcorder heran, das ist für den Preis aber nicht sonderlich erstaunlich.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Ruckler oder Fahrbahnunebenheiten gleicht die Kamera gut aus, es gibt eine ordentliche Bildstabilität. Bei den Nachtaufnahmen im Standard-Setup ist das Bild ordentlich ausgeleuchtet. Dank HDMI-Ausgang kann man die Aufnahmen dann direkt am Fernseher ansehen.

Mit der Auswertungssoftware kann man gefahrene Routen nachvollziehen.

Die Dashcam lässt sich mit der App »WiFi-CarDV«, die gratis ist und für Android und iOS verfügbar, auch fernsteuern. Einfach über WLAN mit dem Tablet oder Smartphone verbinden, in der App lässt sich dann etwa die Auflösung ändern, Endlosschleife einstellen und man kann so Aufnahmen stoppen oder starten.

Auf der Homepage von iTracker gibt es außerdem eine Auswertungssoftware, die kostenlos ist. Dort werden über GPS Daten Geschwindigkeit und gefahrene Route angezeigt.

Gute Videoqualität: Nextbase 312GW

Gute Videoqualität

Nextbase 312GW

Test Dashcam: Nextbase 312GW
Gute Videoqualität am Tag und in der Nacht, hoher Bedienkomfort und praktische Halterung: Die Nextbase 312GW sammelt viele Pluspunkte.

Die Nextbase 312GW kann definitiv mit unserer ersten Empfehlung mithalten, abgesehen von der WLAN-Verbindung gibt es kaum Kritikpunkte. Hier findet man einen 2,7 Zoll-Bildschirm und 140 Grad Weitwinkel, außerdem ein Glasobjektiv mit sechs Linsen. Das Gehäuse wirkt hochwertig, vor allem die Befestigung gefällt uns. Hier gibt es einen Saugnapf kombiniert mit magnetischer Halterung. Der Halter bleibt an der Scheibe, die Kamera kann man abnehmen und sie so vor Dieben schützen.

 Dashcam Test: 20180801
Praktische Halterung.

Es ist ein GPS-Modul integriert, das die Geschwindigkeit erfasst und blendet diese auf Wunsch im Video ein. Das Modul erfasst ebenfalls Standort-Daten, so kann die Route dann bei Google Maps nachverfolgt werden. Auf einer microSD-Karte mit 32 GB Kapazität finden Aufzeichnungen von bis vier Stunden Platz, die maximale Auflösung beträgt ordentliche 1080p bei 30 Vollbildern die Sekunde.

Die Qualität kann überzeugen. Die Aufnahmen sind, die Farben natürlich und auch Gegenlicht führt nicht zu einem starken Abfall der Bildhelligkeit. Nur der dezente Wippeffekt stört beim Video ein wenig. Das Bild wird im Dunkeln gut aufgehellt, ohne dass Details verloren gehen oder das Bild zu stark rauscht.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Ausstattung beinhaltet einen Parkmodus, dieser wird aktiviert durch Bewegungen, markante Sequenzen werden vor dem versehentlichen Löschen geschützt, etwa beim Crash. Man kann die Belichtung individuell anpassen und das Nummernschild einblenden. Hier hält der integrierte Akku sogar bis maximal 30 Minuten durch, wenn die Stromversorgung mal unterbrochen wird.

Gut finden wir ebenfalls die recht ausführliche Bedienungsanleitung, aber auch mit der Anleitung konnten wir unser Smartphone mit dem WLAN des Nextbase verbinden. Das hätten wir jedoch gebraucht, damit wir die Nextbase-App nutzen können und die Videos so aufs Smartphone zu laden. Ansonsten überzeugt sie uns aber definitiv.

Gute Bildqualität: Anker Roav Dashcam C1

Gute Bildqualität

Anker Roav Dashcam C1

Test Dashcam: Anker Roav Dashcam C1
Die Anker Roav Dashcam C1 bietet tolle Aufnahmen und eine praktische App-Steuerung.

Keine Preise gefunden.

Die Anker Roav Dashcam C1 ist günstig und auch sie können wir empfehlen. Man klebt sie an die Scheibe und kann das Objektiv mit der Hand verstellen. Der Weitwinkelbereich von 145 Grad kann sich sehen lassen.

Dank eingebautem Akku hält die Kamera kurze Ausflüge ohne Stromversorgung durch, hier ist dann aber das Aufnahmeintervall beschränkt auf eine Minute. Wenn die Kamera dauerhaft am Strom hängt, kann man zwischen zehn, fünf, drei und einer Minute wählen. Das 2,4-Zoll-Display des Ankers kann im Test rundum überzeugen.

Dank eindeutiger Symbole in Weiß lässt sich diese Dashcam auch leicht bedienen. Die maximale Auflösung sind 1920 x 1080 Pixel und dabei 30 Vollbilder in der Sekunde. Empfohlen werden vom Hersteller Micro-SD-Karten mit 32 GB Speichervolumen, bei der besten Filmqualität reicht das für 320 Minuten aus. Hat man Karten mit 128 oder 64 GB, sollte man sie am PC auf FAT32 formatieren.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Auflösung der Aufnahmen ist fein, doch selbst am Tag erkennt man noch leichte Artefakte. Ist es dunkel, bringt die Kamera ein aussagekräftiges und helles Bild (im Video ab Minute 1:00), es war mit das beste von unseren Testmodellen.

Mit dazu gehört außerdem eine Standardüberwachung vom Fahrzeug, die Aufnahmen werden bei starken Erschütterungen oder beim Crash automatisch schreibgeschützt.

Per App kann man alle wichtigen Parameter der Anker Roav Dashcam C1 verändern.
Per App lässt sich viel verändern.

Per kostenloser App wird die Cam mit einem Android oder Apple Smartphone verbunden, darüber kann man Einstellungen vornehmen und direkt Aufnahmen anschauen.

Ein kleines Problem: das Display ist für Kratzer recht anfällig. Die GPS-Daten können nicht erfasst werden, dementsprechend wird auch keine Geschwindigkeit aufgezeichnet. Dafür ist sie aber recht günstig und von der restlichen Performance sind wir überzeugt.

Zweite Kamera: iTracker mini0906

Zweite Kamera

iTracker mini0906

Test Dashcam: iTracker mini0906
Die iTracker mini0906 hat dank einer zweiten Kamera auch jederzeit das Geschehen hinter dem Fahrzeug im Blick.

Die iTracker mini0906 ist besonders. Einerseits sehr klein mit 7,5 x 4 x 4 Zentimeter, zudem ist eine Heckkamera sowie eine Fernbedienung mit dabei, das ist mehr als bei den meisten Modellen der Konkurrenz.

Die beiden Kameras klebt man, bei der Frontkamera ist eine Halteplatte dabei, die man ebenso an die Scheibe klebt. Mithilfe der Platte kann man die Kamera schnell wieder entfernen. Hat die Scheibe eine starke Wölbung, ist das kein Problem, dafür gibt es kleine Keile, die mit dabei sind.

In der Wohnung wollten wir sie zuallererst ausprobieren, sie wollte selbst per USB-Kabel am PC angeschlossen nicht funktionieren, das Gerät braucht tatsächlich Bordspannung vom Zigarettenanzünder. Einen Akku gibt es hier keinen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Bedienung erfolgt über drei Tasten und ist selbsterklärend und einfach. Sobald die Kameras Strom bekommen, starten sie die Aufnahmen. Manuelle aufnehmen sind selbstverständlich möglich. Maximal dürfen die Clips fünf Minuten lang sein.

Filmt die Kamera, können auch Fotos geschossen werden. Will man die Ergebnisse kontrollieren, ist das mit dem kleinen 1,5-Zoll-Bildschirm aber nicht komfortabel. Eine Verbindung zum Fernseher per HDMI ist da schon besser.

Wenn der Bewegungssensor aktiviert ist, wird zehn Sekunden aufgenommen und dann gestoppt, sobald die Kamera keine Bewegungen mehr registriert. Die Aufnahmen können mit Schreibschutz versehen werden, hierfür gibt es einen RF Remote Controller. Wenn es zum Unfall kommt, werden die Aufnahmen gegen das Löschen automatisch gesichert. Datum, Uhrzeit, Temperatur und GPS-Koordinaten sowie Geschwindigkeit lassen sich im Video einblenden dank der GPS-Anbindung.

Zur Ausstattung gehört ebenso die Parkraum-Überwachung, hier merkt man, wenn sich jemand am Auto zu schaffen macht. Die Dashcam muss dazu aber per mitgeliefertem Hardwire Kit an die Fahrzeugelektronik direkt angeschlossen werden.

Die Rückkamera wird geklebt.

Die Kamera an der Rückseite filmt auch mit 1.920 x 1.080 Pixeln und 30 Bildern, sie wird durch ein Kabel von sechs Metern mit Strom versorgt. Das sollte sogar für Vans oder Limousinen ausreichen. In separaten Ordnern werden die Videos der Rück- und Frontkamera gespeichert.

Die Farben werden sehr natürlich gezeigt, die Bewegungen flüssig. Wenn es dunkel ist, kämpft die Kamera mit Streulicht, das liegt bei uns aber auch an der Kamera-Position an der Frontscheibe.

Wer eine kleine Kamera sucht und zusätzlich hinten aufzeichnen möchte, ist bei diesem Gerät richtig.

Zweiter Tacho: Truecam A7s

Zweiter Tacho

Truecam A7s

Test Dashcam: Truecam A7s
Dank GPS-Modul kann die Truecam A7s auch als zusätzlicher Tacho benutzt werden.

Bei der A7s von Truecam bekommt man ein umfangreiches Paket. Man befestigt sie mit Klebepads oder wahlweise mit Saugnapf. In die Halterung oben steckt man den GPS-Sensor mit dem USB-Stecker ein. Wuchtig ist das Ganze schon, wenn es blöd läuft, ist das GPS-Modul bei schräger Scheibe im Weg.

 Dashcam Test: 20190123
Display, Halterung und GPS-Modul.

Einige Amazon-Kunden bemängeln eine potentielle Fehlerquelle: Wenn kein GPS-Signal empfangen wird, um die Geschwindigkeit, die gefahren wir sowie einen Kompass im Display anzuzeigen, ist das GPS-Modul wahrscheinlich nicht richtig eingerastet. Wir hatten das Problem beim Test auch, man kann es aber einfach beheben.

Das Display mit 2,7 Zoll ist leicht zu lesen, jedoch sehr anfällig gegenüber Kratzern. Mit höchstens 2560 x 1080 Pixeln wird aufgenommen und 30 Vollbildern, bei Full-HD sind es höchstens 45 Vollbilder und 1920 x 1080 Bildpunkte. Die Bedienung klappt intuitiv, es gibt eine deutsche Menüsprache, so findet man sich auch schnell zurecht.

Beim Menü kann man außerdem einiges einstellen: etwa den Weißabgleich, den ISO-Wert, Videoqualität, Beleuchtung, Schärfe und Kontrast. Vorne gibt es sechs LEDs, die die Umgebung aufhellen. Befehle gibt es nur auf Englisch, etwa dass die Kamera bereit für den Einsatz ist und der Fahrer sich anschnallen soll.

 Dashcam Test: 51fyptpixvl. Sl1000
Hier gibt es optional einen Polarisationsfilter.

Die Qualität der Videos ist gut, jedoch ist das Video nicht frei von Artefakten. Damit Spiegelungen vermieden werden, sollte mit der Ausrichtung experimentiert werden oder man greift zum Polarisationsfilter. Leichtes Bildrauschen gibt es im Dunkeln, bei wenig Entfernung kann man Autos aber gut erkennen. Rechts unten können während einer Aufnahme GPS-Koordinaten und Geschwindigkeit eingeblendet werden, zumindest wenn man das GPS-Modul richtig eingesteckt hat. Als zweiter Tacho kann die Cam ebenfalls genutzt werden.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Außerdem gibt es hier einen Blitzerwarner. In der Datenbank sind über 33000 Stellen von 36 europäischen Ländern sowie Russland, wo die Geschwindigkeit kontrolliert wird. Sprachhinweise weisen den Fahrer dann auf die Geschwindigkeits-Überschreitung oder die Gefahr hin. Jedoch sind Navis mit Blitzer-Apps und Radarwarnern verboten in Deutschland. Wenn man sie dennoch benutzt, sollte man mit einem Bußgeld von 75 Euro rechnen, außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg.

Abgesehen davon gefällt uns aber das große Display, die Bildqualität ist akzeptabel und die Bedienung einfach.

Was gibt es sonst noch?

Die Nextbase 612GW ist gut, kann viel und überzeugt. Es gibt einen Touchscreen und HDMI-Ausgang. Außerdem filmt sie sogar mit UHD-Auflösung sowie 3.840 mal 2.160 Bildpunkten, 300 Euro dafür auszugeben ist aber schon viel. Ungerechtfertigt ist es aber nicht.

Das Gehäuse ist aus hochwertigem Aluminium und das Display angenehm groß mit 3 Zoll. Auch vom Haltekonzept sind wir begeistert, es ist identisch mit dem der Nextbase 312GW. Reflexionen werden durch einen Polarisationsfilter vermieden und das Glasobjektiv besteht aus insgesamt sieben Elementen. Tatsächlich sind die UHD-Aufnahmen sehr scharf und am Tag sind die Farben toll, jedoch nicht viel schärfer als bei HD der 312GW. Das Bild wackelt schnell, nachts finden wir sogar das Bild vom Schwestermodell besser, denn es ist detailfreudiger und heller.

GPS-Daten und Geschwindigkeit können im Film eingeblendet werden, sie filmt mit 60 Vollbildern und 1080p. Der Akku hält maximal 15 Minuten und trotz des hohen Preises gefällt uns diese Dashcam, beim WLAN gab es keine Probleme.

Die Apeman C660 hat einen großen Weitwinkelbereich von 170 Grad. Außerdem ein stabiles Metallgehäuse, dafür ist aber das Display anfällig für Kratzer. Im Test fiel uns die Kamera auf den Boden, danach war die Hälfte des Displays nicht mehr zu gebrauchen. Montieren kann man die Dashcam mit einem Saugnapf oder mit Klebestreifen, dank Kugelgelenk kann sie flexibel ausgerichtet werden. Außerdem gibt es eine üppige Ausstattung, ein Akku ist mit dabei und der Bildschirm mit 2,7 Zoll groß genug für eine unproblematische Bedienung. So werden Parkrempler registriert, ebenso außergewöhnliche Fahrmanöver dank G-Sensor. Das USB-Kabel ist auch lang genug.

Dafür ist das Handbuch aber ganz und gar nich gut. Winzige Schriftgröße, mit einer deutsche Übersetzung, die teilweise sehr zu wünschen übrig lässt. Die Cam liefert am Tag scharfe Bilder, nur mehr Farbe könnten sie vertragen. Die Nachtaufnahmen aber sind zu dunkel und Details gehen verloren.

Die kompakteste Dashcam ist die Toguard CE680 mit einem 1,5 Zoll Display, der Bedienkomfort wird dadurch eingeschränkt. Dafür ist aber eine 16 GB Speicherkarte mit dabei. 120 Grad Weitwinkel ist der geringste Wert, es werden ruckelige Aufnahmen geliefert. Fährt man in der Nacht, kann man den Aufdruck der Straßenschilder nicht mehr erkennen.

Bei der Vantrue OnDash N2 Pro gibt es ein pfiffiges Konzept: zwei integrierte Kameras, eine davon filmt den Innenraum. Nützlich ist as, wenn man etwa im Urlaubsfilm eine Szene mit sich selbst möchte. Die flexible Frontkamera hat maximal 2.560 x 1.440 Pixel, bei Dual-Kamera-Betrieb wird die Auflösung der beiden Kameras aber auf Full-HD reduziert. Man befestigt die Cam über einen Saugnapf, die Bedienung funktioniert intuitiv. Was wir schade finden: will man die GPS-Funktion nutzen, braucht man einen extra GPS-Halter. Die Anleitung gibt es nur auf Chinesisch und Englisch und mit 1,5 Zoll ist das Display sehr klein. Die Videos sind zwar scharf, aber tagsüber recht dunkel. Nachts gibt es ziemliches Bildrauschen, sofern die Umgebung nur schwach ausgeleuchtet ist.

Wissenswertes über Dashcams

Der Einsatz einer Dashcam im Auto war bisher umstritten, aus Datenschutzgründen dürfen nicht permanent in der Öffentlichkeit Videos aufgezeichnet werden, denn damit werden auch Personen gefilmt.

Inzwischen werden die Videos jedoch von einigen Gerichten als Beweise zugelassen, der BGH hat nun am 15.Mai 2018 in einem Urteil Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel, wenn es um die Klärung von Verkehrsunfällen geht, für zulässig erklärt. Dennoch darf man weiterhin nicht permanent aufzeichnen. Das heißt jedoch nicht, dass die Bilder dann im Zivilprozess nicht verwendet werden können, das hängt vom Einzelfall ab.

Jedoch stellt das Gericht auch klar, wie die Nutzung rechtlich einwandfrei funktioniert. Das klappt durch »dauerndes Überschreiben in kurzen Abständen und Auslösen der dauerhaften Speicherung erst bei Kollision oder starker Verzögerung des Fahrzeugs«.

Man sollte also darauf achten, dass die Kamera nicht stundenlang Aufzeichnungen macht, sondern die Videos ständig überschreibt und nur bei einem Unfall speichert. Die Möglichkeit gibt es aber bei den meisten der Dashcams.

Befestigung per Klebefolie oder Saugnapf.

Es ist aber klar, dass Dashcam-Aufnahmen nicht einfach so ins Internet gestellt werden dürfen, dazu braucht man die Einwilligung von Personen, die auf den Videos zu sehen sind, sonst verletzte man deren Persönlichkeitsrechte.

Wenn man eine Dashcam im Ausland nutzt, ist Vorsicht geboten, so sind Dashcams an der Windschutzscheibe z. B. in Österreich verboten, wird man erwischt, droht ein Bußgeld. Zudem wird in Belgien, Portugal, Schweden, der Schweiz und Luxemburg von der Verwendung abgeraten.

Ansonsten finden wir sie aber durchaus sinnvoll, zumindest so lange man verantwortungsvoll mit dem Bildmaterial umgeht.

So haben wir getestet

Wir wollten die Kamera-Qualität bei Tag und Nacht beurteilen und sind die Strecke daher sowohl tagsüber als auch im Dunkeln abgefahren. Dabei waren die einzigen Lichtquellen nachts Scheinwerfer von anderen Fahrzeugen oder Straßenlaternen.

Wir haben alle Cams parallel getestet, so mussten sie innen an der Windschutzscheibe großflächig verteilt werden. Daher wurden einige der Kameras weiter unten angebracht, dabei konnten wir Spiegelungen vom Armaturenbrett nicht vermeiden.

Alle Dashcams aus dem Test (obere Reihe): Ausdom AD282, Innosinpo Dash Cam HD, Oasser Car Dash Cam, Toguard CE680, Apeman C660, (untere Reihe): Pruveeo F5, Anker Roav Dashcam C1, iTracker DC-A119S, Yi Smart Dash Camera.
Alle Dashcams aus dem ersten Test.

Geachtet haben wir insgesamt auf den Bedienkomfort, die Verarbeitung und die Handhabung. Nicht alle kommen mit internem Akku, sie müssen also andauernd mit Strom versorgt werden, wir haben sie im Test per Powerbank und auch per Zigarettenanzünder betankt. Wichtig dabei: bei vielen Fahrzeugen liefert ein Zigarettenanzünder nur bei angeschalteter Zündung Strom. Wenn die Cam also gerade nicht geladen wird: nicht wundern und erstmal das Auto anmachen.

Nach dem Test kamen wir zur Erkenntnis, dass die Frontscheibe unbedingt sauber sein muss. Nach unserer Tagfahrt lag frischer Blütenstaub auf der Scheibe, den man kaum gesehen hat, im Dunkeln beeinträchtigte der aber die Bildqualität, so wurde das einfallende Licht gebrochen. Man sah das als viele kleine Spiegelungen, auch im Testvideo ist das zu sehen.

Das sind unsere sechs neuen Dashcams im Test: Crosstour Car Recorder CR700, Garmin Dash Cam 65W, iTracker mini0906, Yi Smart Dash Camera (untere Reihe), iTracker GS6000-A12, Apeman CS80 (obere Reihe).
Die sechs neuen Dashcams im Test.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.