Perfekter Sonnenschutz Test: Sonnencreme

Sonnencremes im Test : Perfekter Sonnenschutz

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Veröffentlicht 09.05.2020

Ferienzeit und Sommer bedeuten meist Sonnenschein und eventuell Badeurlaub. Da darf der passende Sonnenschutz nicht fehlen. Wir haben 17 Produkte getestet.

Katarina Lukač
Katarina Lukač
ist freie Redakteurin und testet neben Küchengeräten auch Kosmetik- und Beauty-Produkte.

Getestet haben wir Sonnenschutzmittel mit dem Lichtschutzfaktor 30 oder 50, wasserfest sollten sie auch sein. Abgedeckt wurden dabei verschiedene Preisklassen.

Wir haben im Test herausgefunden, dass vor allem mittelpreisige Cremes unsere Ansprüche recht gut erfüllen und vor UVB- und UVA-Strahlen gut schützen, einen weißen Film hinterlassen sie auch nicht. Bei den günstigen Sonnencremes vom Discounter war uns der Geruch zu stark, teure Cremes machen ihre Sache recht gut, abgesehen von einem Produkt und erstaunlicherweise sind Sprays sehr unpraktisch.

Wichtig sind die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben beim Kauf, denn das Mittel muss vor allem ausgiebig und regelmäßig aufgetragen werden. Oft wird das eine Sonnencreme sein, die nicht zu stark duftet, wir haben daher stärkeren Geruch als Kritikpunkt gesehen.

Von Hautärzten wird mindestens ein Sonnenschutzfaktor von 30 empfohlen. Unsere Ansprüche erfüllte vor allem ein Produkt mit mittlerem Preis und einem Lichtschutzfaktor von 50+, es hatte mineralische und chemische UV-Filter, man wird also vor Infrarotstrahlen auch geschützt. Rein mineralische Produkte verzichten auf die chemische Komponente, da haben wir auch einige empfehlenswerte Produkte. Hat man kein Problem mit kleinen Tuben, so bekommt man beim Discounter auch eine duftfreie Creme.

Hoher Schutz: Garnier Ambre Solaire Sensitive expert+ Sonnenmilch mit LSF 50+

Hoher Schutz

Garnier Ambre Solaire Sensitive expert+ Sonnenmilch mit LSF 50+

Test Sonnencreme: Garnier Ambre Solaire Sensitive expert+ Sonnenmilch mit LSF 50+
Hoher chemisch-mineralischer Schutz ohne weißen Film zum fairen Preis: Die Sonnenmilch lässt sich leicht einschmieren, zieht vollständig ein und riecht kaum.

von 16 Lesern gekauft

Die Garnier Ambre Solaire Sensitive Expert+ mit LSF 50+ bietet hohen Schutz, ist parfümfrei und kommt mit 200 Millilitern in einer praktischen Größe, so reicht sie auch für einen längeren Strandurlaub aus.

Die weiße Milch ist cremeartig und kompakt, der Strahl ist präzise, nichts tropft hier und trotz hohem Lichtschutzfaktor lässt sie sich einfach einreiben, besser sogar als so manches Produkt mit LSF 30. Die Creme zieht recht schnell ein und hinterlässt dabei auch keine weißen Rückstände. Die Haut glänzt danach, klebt aber nicht. Nach ca. zehn Minuten wird dieser Glanzschimmer aber auch weniger, er verschwindet jedoch nicht ganz. Somit wird auch die »nicht fettend«-Aussage auf der Tube recht gut eingehalten.

Ganz duftfrei ist sie nicht, aber nach ein paar Minuten nimmt man den Duft nur noch wahr, wenn man nah an die Haut geht.

Die Creme ist wasserfest und besteht sowohl aus chemischen Filtern wie etwa Octocrylen, als auch aus mineralischen wie Nano-Titaniumdioxid, mit LSF 50+ bietet sie viel Schutz, außerdem soll sie dem Hersteller gemäß auch vor Infrarotstrahlung schützen. »Sonnencremes mit Infrarot-Schutz schützen effektiver vor Hautkrebs«, so das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Infrarotstrahlen seien neben den UVB-Strahlen besonders gefährlich, schlimmstenfalls führen sie zu Hautkrebs.

Auf der Rückseite der Tube wird mit einem »sofortigen Schutz« geworben, etwas danach steht aber, man solle sich eincremen bevor man sich sonnt, wir haben die Creme daher rechtzeitig vorher aufgetragen.

Insgesamt finden wir, dass diese Creme einen sehr guten Schutz für einen recht niedrigen Preis bietet.

Ohne Parfüm: Ombra Sun Ultra Sensitiv Sonnencreme LSF 30

Ohne Parfüm

Ombra Sun Ultra Sensitiv Sonnencreme LSF 30

Sonnencreme Test: Kw1919 Soso Ombra Sun Creme Da
Hoher Schutz ohne weißen Film oder Parfüm: Diese Creme schützt mit unbedenklichen chemischen Filtern.

Parfümfrei ist die Ombra Sun Ultra Sensitiv LSF 30, die es bei Aldi zu kaufen gibt. Mineralische Nano-UV-Filter und Octocrylen findet man hier nicht. 

Es handelt sich nicht um eine Sonnenmilch oder Lotion, sondern um eine Creme, sie lässt sich ganz gut einreiben. Die Creme schützt mit chemischen Filtern und hinterlässt nach dem Eincremen einen Fettfilm, der glänzt, einen weißen Film aber nicht und der Duft ist sehr gering. Bei Stiftung Warentest hat sie außerdem sehr gut abgeschnitten.

Auch hier wird mit Sofortschutz geworben, danach heißt es, man soll die Creme erst vollständig einziehen lassen. Vor allem stört uns hier die geringe Tubengröße mit nur 75 Millilitern, das reicht nur für zwei Ganzkörper-Anwendungen.

Somit ist diese Creme eher geeignet für ein kürzeres Sonnenbad oder für passt in Handtasche bzw. Handgepäck. Vergleicht man den Milliliter-Preis, so ist sie wenig günstiger als unsere erste Empfehlung.

Günstig: Lavozon Sonnenmilch LSF 50

Günstig

Lavozon Sonnenmilch LSF 50

Sonnencreme Test: Lavozon Lsf50
Zuverlässiger UV-Schutz zum Mini-Preis, ohne weißen Film und mit dezentem Duft.

Ebenfalls hohen Schutz bekommt man bei der Lavozon mit LSF 50, zu kaufen gibt es sie bei Müller. Die Konsistenz ist dickflüssig, eher cremig als eine Sonnenmilch, so ist es bei den meisten Produkten mit hohem Schutz. Sie ist recht günstig zu haben.

Das Einmassieren ist eher mühsam, es bleiben keine weißen Rückstände, dafür aber ein fettiger Glanz.

Vor allem finden wir ihren Preis und den sehr dezenten Duft gut, nach einiger Zeit ist er fast ganz verflogen. Auch hier werden chemische Filter wie Octocrylen und mineralische wie Nano-Titandioxid eingesetzt, um vor der UV-Strahlung zu schützen. Stiftung Warentest findet diese Creme sehr gut.

Vor der Benutzung muss man die Flasche umdrehen und schütteln, das ginge auch praktischer wie etwa mit auf dem Kopf stehenden Flaschen. Auch hier haben wir den Widerspruch von sofortigem Schutz und der Aufforderung, das Mittel solle erst ganz einziehen.

Uns gefällt vor allem ihr günstiger Preis gut.

Auch für Allergiker: Cetaphil Daylong Sensitive Gel-Creme SPF30

Auch für Allergiker

Cetaphil Daylong Sensitive Gel-Creme SPF30

Test Sonnencreme: Galderma Daylong Cetaphil Sun Sensitive Gel-Creme LSF 30
Superleicht aufzutragende, fettfreie und völlig duftlose Gel-Creme, aber mit umweltschädlichem Octinoxat-Filter.

Die Sun Sensitive Gel-Creme LSF 30 von Daylong Cetaphil bescherte uns im Test das angenehmste Hautgefühl ohne Duft oder Glanz. Sie eignet sich auch für sensible Haut oder welche, die zu Allergien neigt.

Die Gel-Creme ist gelblich und man kann sie tropffrei und präzise herauspressen, die auf dem Kopf stehende Flasche hat 200 Milliliter Inhalt. Da sie eine fettfreie Gel-Konsistenz hat, kann man sie auch leicht einmassieren. Dafür zahlt man aber auch etwas mehr, hier hatten wir das teuerste Testprodukt. Die Schachtel für die Tube fanden wir unnötig.

Hier schützen UV-Mischfilter wie etwa mineralisches Titandioxid in Nano-Größe und auch chemische Filter wie Ethylhexyl Methoxycinnamat (Octinoxat), letzteres soll in Zukunft unter anderem auf Hawaii verboten werden, um die Meere zu schützen.

Deshalb fiel diese Creme auch beim Sensitiv-Creme-Test von Öko-Test ebenso wie unsere erste Empfehlung durch. In Europa sind diese Filter aber noch immer zugelassen, daher halten wir es vertretbar, diese Creme zu benutzen, vor allem, wenn man sensible Haut hat und ein fettfreies Produkt möchte.

Naturkosmetik: Lavera Sensitiv Sonnencreme LSF 30

Naturkosmetik

Lavera Sensitiv Sonnencreme LSF 30

Test Sonnencreme: Lavera Sensitiv Sonnencreme LSF 30
Bio-Naturkosmetik mit mineralischem Sofortschutz, die sich etwas mühsam einrubbeln lässt, dafür keinerlei Fettglanz und nur den Hauch eines weißen Films.

Keine Preise gefunden.

Von unseren Testprodukten mit rein mineralischen Filtern hatten wir bei der Lavera Sensitiv Sonnencreme mit LSF 30 das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Creme ist recht dickflüssig, Filter in Nano-Größe gibt es hier nicht, sie lässt sich daher ein wenig mühsam einmassieren. Hat man das dann geschafft, bleibt ein dezenter weißer Film zurück, das ist bei allen Cremes mit  non-nano-mineralischen Filtern der Fall. Hat man zappelnde Kinder, so erkennt man hier leichter, welche Stelle noch eingecremt werden muss.

Die Konsistenz ist leicht pudrig, ein weißlicher Film bleibt zurück und trotz dickflüssiger Konsistenz bleibt die Haut matt und hat keinen Fettglanz. Direkt nachdem man die Creme aufgetragen hat, ist man vor der Sonne geschützt.

Der Duft ist zart und erinnert etwas an eingecremten Babypopo und Blumenwiese. Bei Öko-Test schnitt die Creme sehr gut ab, bei Stiftung Warentest gut. 

Im Bereich der Naturkosmetik ist die geringe Menge von 100 Millilitern Durchschnitt, auf eine unnötige Schachtel wurde verzichtet.

Wer Wert auf Naturkosmetik legt, findet hier die ideale Creme.

Was gibt es sonst noch?

Unsere weiteren Testprodukte lassen sich in Sprays, Produkte mit LSF 50 (+), Produkte mit LSF 30 und Produkte mit mineralischen UV-Filtern ohne Nano-Partikel einteilen.

Sonnensprays

Grundsätzlich klingt ein Sonnenspray toll, doch auch diese Produkte muss man nach dem Aufsprühen noch verreiben. Hautärzte empfehlen, das Spray zuerst großzügig in die Hand zu sprühen und es danach auf die Haut aufzutragen, ansonsten verliert man einen Teil des Schutzes beim Aufsprühen. Somit bringt es auch nichts, sich selbst den Rücken einsprühen. Dennoch bieten sich Sprays etwa für Männer an, die eine stärkere Körperbehaarung haben an. Die Sprays eignen sich für solche Anwender besser als Gels.

Das teuerste Spray war das Nivea Sun 50+ Sonnenspray, hier bekommt man dafür hohen Schutz mit chemischem Homosalat-UV-Filter, der steht neben Octocrylen aber in der Kritik. Wenn man es in die Hand gesprüht hat, lässt sich das Produkt leicht verteilen. Auch hier besteht ein Widerspruch zwischen Sofortschutz und einziehen lassen.

Das Anti-Flecken-Versprechen wird bald wieder relativiert, dann heißt es nur noch, dass das Spray »hilft, die Intensität von Sonnencreme-Flecken nach dem Waschen zu reduzieren«. Direkter Kontakt mit der Kleidung sollte laut Rückseite vermieden werden. Solche Werbeaussagen führten bei Stiftung Warentest  zu Punktabzug.

Das Garnier Ambre Solaire Clear Protect 30 Spray konnte uns nicht überzeugen. Hier gibt es die chemischen UV-Filter Homosalat und Octocrylen, das Produkt ist transparent und parfümfrei, daher kann man schwer überprüfen, ob es korrekt aufgetragen wurde. Man kann die Flüssigkeit, die durchsichtig ist, in der Hand kaum sammeln, auf der Haut fettet das Spray nicht, so weiß man auch nicht genau, wo man es schon aufgetragen hat.

Für das Gesicht soll das Produkt laut Hersteller nicht verwendet werden, vertrauenerweckend klingt das nicht. Trotzdem gefällt uns der transparente Streifen an der Flasche, so sieht man immer, wie viel Flüssigkeit sich noch innen befindet, das wäre bei allen Produkten praktisch.

LSF-50(+)-Produkte

LSF50 und 50+ ist nicht mehr allein für Käufer geeignet, die empfindliche Haut haben. Die meisten cremen sich zu nachlässig ein, daher empfehlen Hautärzte diese Produkte für alle. In der EU heißen Cremes, deren LSF über 50 liegt zusammenfassend 50+.

Bei der Eucerin Sensitive Sun Lotion 50+ störte uns der sehr penetrante Duft, für den Hautschutz sorgen chemische Filter, Octocrylen und Homosalate, die Inhaltsstoffe finden sich auf dem Schachtel-Boden, wir haben lange danach gesucht. Versprochen werden »angenehmes Hautgefühl«, »zieht schnell ein« und »extra light« – das konnten wir nicht feststellen. Verteilen lässt sich die Creme mittelmäßig gut, ein fettiges Hautgefühl bleibt.

Nach der Einwirkzeit wird der Glanz weniger, der Duft aber nicht. Mit Seife und Wasser haben wir ihn auch nicht ganz abbekommen. Auf der Rückseite widerspricht der Hersteller seinem Anti-Flecken-Versprechen, Kontakt mit harten Oberflächen und Textilien sollte vermieden werden, wir nehmen an, es geht etwa um Autos, hier kann nämlich der Lack durch die Creme beschädigt werden. Praktisch ist, dass die Flasche auf dem Kopf steht.

Bei Rossmann bekommt man die Sunozon Sonnenmilch 50, es ist eher eine Creme als eine Milch. Einreiben kann man sie nur schwer, ohne dass ein weißer Film zurückbleibt. Der Fettglanz geht irgendwann wieder weg, der Duft ist aber stark und blieb lange noch haften.

Chemische Filter wie Octocrylen sorgen für den Schutz, in der Flasche sind 400 Milliliter, so eignet sich dieses Produkt etwa für Familien. Man kann die Sonnenmilch aber auch als 200-Milliliter-Flasche kaufen und eine Version für Kinder gibt es auch.

Sonnencremes mit LSF 30

Die Ladival Sonnenschutz Gel 30 eignet sich ebenfalls für zu Allergien neigender Haut. Dieses Gel zieht etwas langsamer ein.

Es ist parfümfrei und hat einen leichten Duft, chemische Filter wie Octocrylen schützten vor Infrarot- und UV-Strahlen. Der Duft verfliegt schnell. Sucht man ein Einsteigerprodukt für Hauttypen, die zu Allergien neigen, eignet sich dieses Produkt sicher.

Die Sundance Sonnenmilch LSF 30 ist etwas für alle, die unempfindlich gegenüber Düften sind. Beim Test der Stiftung Warentest wurde die Creme Sieger.

Laut Hersteller schützt dieses Produkt vor Infrarot- und UV-Strahlen dank chemischen und auch mineralischen Mischfiltern – Tris-Biphenyl Triazine in Nano-Größe.

Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern ohne Nano-Partikel

Ausreichende Studien zu Nano-Partikeln sind noch nicht vorhanden, ob sie die Hautbarriere durchdringen können, steht also noch nicht fest. Ebenso wenig, ob sie sich im Körper anreichern. Deshalb verzichten einige bewusst auf diese Nanopartikel in Kosmetik. Bei den Sonnencremes finden sich auch passende Produkte, die sind aber meist teuer.

Die Sonnenlotion Eco 30 hat eher eine cremige Konsistenz, man kann sie recht schwer verteilen, ein weißer Film bleibt zurück, ebenso eine fettige Glanzschicht.

Der Zitrusduft ist angenehm, verfliegt aber schnell. In einer eher klobigen Pumpflasche sind gerade einmal 100 Milliliter enthalten, einen unnötigen Karton gibt es dazu. Die Flasche ist eher unhandlich beim Auftragen.

Die Speick Sun Sonnencreme 30 ist eher dünnflüssig und könnte fast als Sonnenmilch durchgehen. Ein weißer Film bleibt fast nicht zurück, ebenfalls kaum Fettglanz und als einziges mineralisches Produkt ist sie duftfrei.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier jedoch nicht, diese Creme ist unter den mineralischen Produkten die teuerste, dafür bekommt man nur 60 Milliliter, das reicht vielleicht für eine Ganzkörper-Anwendung oder etwas mehr. Die Schachtel finden wir auch unnötig.

Die Weleda Edelweiss Sonnenmilch ist dickflüssiger, sichtbare weiße Rückstände bleiben nach dem Auftragen zurück.

Der blumige Duft ist angenehm, verfliegt aber schnell. Bei der auf dem Kopf stehenden Tube von 150 Millilitern bekommt man ebenfalls eine unnötige Schachtel mit dazu.

Wissenswertes über Sonnencremes

Angaben des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Deutschland entsprechend gibt es im Jahr 300.000 Neudiagnosen bei Hautkrebs. Grund seien die steigende Lebenserwartung und auch die Zunahme von Outdoor-Aktivitäten seit den 1980er Jahren, außerdem das »Schönheitsideal braune Haut«.

Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchungen gibt es ab 35 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Sonnenschutz ist also wichtig und jeder sollte dafür die passende Creme finden. Das Angebot ist riesig, daher kann man sich schonmal an den Empfehlungen der Hautärzte orientieren: Mindestens LSF 30, besser sogar 50, und sich großzügig eincremen.

Sonnencreme Test: Sonnencremes Chemische Filter Lsf 50
Sonnencremes mit LSF 50 und chemischem Filter.

Wie viel Creme muss sein?

Ist eine Person z. B. 1,80 Meter groß, so braucht man zwei gefüllte Stamperl Creme, das sind 40 Milliliter für den ganzen Körper, dann wird der angegebene Lichtschutzfaktor erreicht. Jedes Mal, wenn man badet, sich mit dem Handtuch abreibt oder schwitzt, muss man aber nachcremen.

Einer weiteren Faustregel gemäß sollten für den Körper sechs Teelöffel Creme benutzt werden, einer pro Körperregion, soll heißen etwa ein Löffel Creme pro Arm und Bein, sowie für Bauch und Rücken. Plus das Gesicht kommt man auf sieben Löffel. Für dieses komplette Eincremen sollte man also etwa ein Fünftel eine Flasche von 200 Millilitern nutzen.

Sonnencreme Test: Sonnencremes Chemische Filter Lsf 30
Chemischer Filter und LSF 30.

Bei einem Test des Bochumer Dermatologen Eggert Stockfleth kam heraus, dass meist nur ein Drittel des Körpers tatsächlich mit Creme bedeckt wird, außerdem sollte man sich ja eigentlich noch gründlich einreiben und nachcremen. Onkologen gehen in einem Leitlinienprogramm davon aus, »dass in der Praxis häufig nur 1/3 bis 1/5 des angegebenen LSFs tatsächlich erreicht wird, was zu einer Überschätzung der Schutzwirkung führt.«

Man verlässt sich als Käufer auf die Herstellerangabe zum Lichtschutzfaktor, die sind aber das Ergebnis von Test unter idealen Bedingungen. »Sunblocker« als Begriff wurde in der EU verboten, denn keine Sonnencreme kann alle UV-Strahlen abfangen.

»Beim Lichtschutzfaktor bin ich der Meinung, je höher, desto besser«, so Münchner Hautarzt Christoph Liebich, als wir ihn zum Thema befragt haben. Theoretisch werden von Cremes mit LSF 30 schon 95 Prozent der Strahlen herausgefiltert, bei LSF 50 sind es drei Prozent mehr. Angesichts unserer in der Praxis im Vergleich zum Labor garantiert schlampigen Anwendung biete der höhere Faktor auf Dauer trotzdem einen besseren Schutz, sagt Liebich. Die Creme sollte man zudem nie in der prallen Sonne lassen, der Schutzfilter wäre dann weg.

Sonnensprays

Unsicher und vor allem teuer sind Sonnensprays. Auch die wollen üppig aufgetragen werden, daher sind sie vergleichsweise teuer. Laut Dermatologen sollte man die Creme nicht direkt auf die Haut sprühen, denn dabei verfliegt ein Teil des Produkts schon in der Luft. Daher sollten solche Sprays erst in die Hand gesprüht werden und erst dann aufgetragen werden, was die Sprühfunktion ad absurdum führt.

Meist sind die Produkte dünnflüssig und zerrinnen daher beim ersten Sprühstoß zwischen den Fingern. Da man die Creme noch per Hand einmassieren muss, eignen sich Sprays laut Experten auch nicht dazu, sich selbst den Rücken einzusprühen.

Sonnencreme Test: Test Sonnenschutzsprays
Unsere Sonnensprays.

Haben aber z. B. Männer starke Körperbehaarung, so ist ein Spray dennoch eine Option, da sich feste Cremes auf der haarigen Haut kaum verteilen lassen. Ansonsten kann man dafür aber auch ein Sonnenschutzgel nehmen.

Kompromisse beim Kauf

Eine perfekte Sonnencreme gibt es nicht, Kompromisse sind daher unvermeidbar. Entweder haben die Mittel chemische Filter, mineralische oder beides, alle Filter haben ihre Vor- sowie Nachteile.

In die Haut dringen die chemischen Filter ein, nach maximal 30 Minuten Einwirkzeit wirken sie dann. Die sind gut aufzutragen, aber die chemischen Verbindungen gelangen auch in den Körper. Die EU-Gesundheitsbehörde schätzt das aktuell als unbedenklich ein, aber die Meere werden belastet und  eventuell Korallen geschädigt.

Sonnencreme Test: Ecologicas30
Mineralische Sonnencremes mit LSF 30.

Bei mineralischen Filtern werden auf der Hautoberfläche die UV-Strahlen reflektiert, es entsteht so etwas wie eine Schutzbarriere, daher heißen sie auch physikalische Filter. Sie wirken im Gegensatz zu den chemischen sofort, man kann sie aber oft nicht so einfach auftragen, es bleibt meist auch ein weißer Schimmer zurück. Für Kinder, stillende Mütter und Schwangere empfehlen Dermatologen mineralische Filter.

Bei modernen mineralischen Filtern in Nano-Größe geht das Eincremen leichter, es bleiben auch weniger weiße Rückstände, sie können aber in die Haut eindringen. Nanopartikel müssen in Klammern in den Inhaltsstoffen angegeben werden, etwa als »Zinkoxid (nano)«.

Manche Wissenschaftler warnen aktuell vor potentiellen Gesundheitsrisiken durch bestimmte mineralische und chemische Filter, etwa Octocrylen (auch Ethylhexyl Methoxycinnamat genannt). Die haben im Tier- und Zellversuch teils hormonähnliche Wirkung gezeigt. Titandioxid ist ein mineralischer Pigmentfilter, der krebserregend beim Einatmen sein kann, in Frankreich wird er 2020 in Lebensmitteln verboten.

Gespenst-Look

Manche mineralische und chemische Sonnenschutzmittel belasten die Umwelt. Sie sind zunehmend wasserfest, setzen sich daher am Meeresboden ab und sind schwer abbaubar. Produkte, die Oxybenzon oder Octinoxat enthalten, sollen künftig auf der Antillen-Insel Bonaire, Hawaii und dem pazifischen Inselstaat Palau verboten werden, in Test-Aquarien wurde festgestellt, dass sie das Erbgut von Korallen, Fischen und weiteren Meerestieren schädigen. Mineralische Filter mit Nano-Partikeln töten zudem Wasserflöhe und sie schaden den Algen.

UV-Schutzkleidung und auch mineralische Sonnencremes ohne Nano-Partikel sind da am umweltfreundlichsten. Diese Cremes lassen sich aber eher schwer verreiben, ein weißer Film bleibt zurück und teurer als Cremes mit chemischen Filtern sind sie auch, daher sind ihre Behälter kleiner.

Ein ideales Sonnenschutzmittel, dass sich gut verteilen lässt ohne weißen Film danach, das dünnflüssig ist und wenig kostet und dabei auch noch die Gesundheit und Umwelt nicht gefährdet, gibt es nicht.

Möglichst chemiefrei und umweltfreundlich sind die Cremes aus dem Test von Sensitiv-Cremes des Verbrauchermagazins Öko-Test und Sonnencreme-Test des Nachhaltigkeits-Portals Utopia.

Die Werbetricks

Alle Sonnencremes müssen mittlerweile Breitspektrum- bzw. Breitbandprodukte sein, sie alle schützen also vor UVA- und UVB-Strahlen.

Keine Creme ist komplett wasserfest, vor allem nicht wasserabweisend, dennoch gelten sogar Cremes, die nach zwei Mal 20-minütigem Aufenthalt im Wasser noch etwa die Hälfte ihres Schutzes bieten, als »wasserfest«, nach viermal und der Hälfte des Schutzes sind sie dann »extra wasserfest«. Von Hautärzten wird trotzdem empfohlen, die Creme jedes Mal nach dem Baden aufzufrischen.

Keine Creme kann UV-Strahlen hundertprozentig abfangen, daher dürfen Creme seit 2006 in der EU nicht mehr »Sunblocker« heißen.

So haben wir getestet

Getestet haben wir Produkte mit LSF 30, 50 und auch 50+, darunter Cremes und Sprays mit chemisch-mineralischen UV-Mischfiltern, sowie welche mit nur chemischen oder nur mineralischen Filtern. Die Auswahl scheint aufgrund des großen Angebots eher willkürlich, wir haben uns bemüht, verschiedene Preisklassen und Merkmale abzudecken.

All unsere Testprodukte werden als wasserfest angegeben, wir gehen dennoch, wie erwähnt, davon aus, dass keine Creme komplett wasserfest sein kann, sie halten lediglich beim Baden länger.

Den angegebenen Lichtschutzfaktor haben wir nicht überprüfen können, der Schutz hängt vor allem von der richtigen Anwendung ab. Die wird am ehesten erfolgen, wenn das Produkt die eigenen Anforderungen erfüllt.

Unsere Testerin ist im Jahr mehrere Wochen am Meer und erwartet daher vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Flasche oder Tube sollte praktisch sein und für mehrere Ausflüge zum Baden reichen – ausgehend von dem Richtwert 40 Milliliter pro Eincremen des Körpers. Die Konsistenz sollte sich leicht einschmieren lassen, das Hautbild danach transparent sein und der Duft eher gering.

Die Produkte wurden im heißen Juli in Madrid getestet, unsere Testerin hat einen hellen Hauttyp. Jedes Mal, wenn sie nach draußen ging, cremte unsere Testerin vorher Beine, Arme und Dekolleté ein, außerdem spielte sie eingecremt Tennis, ging spazieren und mit Freundinnen schwimmen, die auch um Feedback gebeten wurden.

Sonnencreme Test: Sonnencremes Im Test Übersicht Gruppenbild
Unsere ganzen Testprodukte warten auf ihren Einsatz.

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