Test: Nasenhaartrimmer Aufmacher

Nasenhaartrimmer im Test : Schmerzfrei und präzise

von
Veröffentlicht 24.03.2021

Nasenhaartrimmer sind ein schmerzloses und präzises Mittel, um lästige Nasenhaare zu entfernen. Mit den meisten Modellen lassen sich ebenfalls Augenbrauen- und Ohrenhaare kürzen. Nasenrasierer werden elektrisch oder mechanisch betrieben. Wir haben 16 Nasenhaartrimmer getestet.

Lars Schönewerk
Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

Mit steigendem Alter beginnt der Kampf gegen stärker wachsende und unschöne Ohren- und Nasenhaare. Auch dem Jungvolk steht eine Überfülle der kleinen Härchen nicht sonderlich gut, auch wenn die Jüngeren weniger davon betroffen sind.

Bevor Sie jetzt zu einer Nagelschere greifen oder die ungeliebten Haare mit einer Pinzette auszuzupfen – was schmerzhaft und gefährlich sein kann – sollten Sie über die Anschaffung eines Nasenhaartrimmers nachdenken. Leider bieten nur einige der Modelle eine überzeugende Leistung, wie unser Testergebnis aufgezeigt hat: Manche Geräte trimmen schlecht oder überhaupt nicht.

Überzeugende Verarbeitung: Babyliss E110E

Überzeugende Verarbeitung

Babyliss E110E

Test Schmerzfrei und präzise: Babyliss E110E
Der Babyliss ist robust und exzellent verarbeitet. Alle wichtigen Elemente bestehen aus Metall. Allerdings hat die hohe Qualität auch ihren Preis.

Der E110E von Babyliss überzeugte besonders in den Punkten Verarbeitung und Materialqualität. Damit kann das Gerät sich meilenweit vom restlichen Testfeld absetzen. Babyliss hat beim E110E großzügig Metall verwendet. Bei den Konkurrenzmodellen findet sich hingegen fast ausschließlich Kunststoff. Sogar der Übersetzungsstift, der Schneiden und Motor miteinander verbindet, ist aus Messing gefertigt.

Nasenhaartrimmer Test: Nasenhaartrimmer Babyliss E110e
Der Babyliss E110E mit Scherkopf und zwei Scherkämmen.

Die robuste, silbergraue Hülle macht einen massiven und schweren Eindruck und bietet dank der geriffelten Oberfläche eine exzellente Haptik. Wir hatten fast den Eindruck, eine matt glänzende, hochwertige Taschenlampe in der Hand zu halten. Damit übertrumpft Babyliss sogar die Modelle von Panasonic und Philips.

Das Loch, in das die Nasenhaare gelangen sollen, hatte einen minimal kleineren Durchmesser als sämtliche Konkurrenzmodelle in unserem Test. Fehlende Wirksamkeit konnten wir dem Gerät aber nicht attestieren. Seine Aufgabe erfüllte der Babyliss absolut anständig.

Wie viele andere Nasenhaartrimmer bietet auch der E110E die Möglichkeit, die Brauen formschön zu gestalten. Einen extra Scherkopf mit zwei Scherkämmen hat der Hersteller der Verpackung beigelegt, einen für fünf und einen für drei Millimeter Schnittlänge. Einfach und schnell geht der Wechsel des Scherkopfes: Der Kopf muss um wenige Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden und schon kann er abgenommen werden.

Ähnlich funktioniert die Abnahme des Batteriefachdeckels, der zugleich der An-/Aus-Schalter des Gerätes ist: Eine Drehbewegung im Uhrzeigersinn gibt die AA-Batterie im Inneren des Trimmers frei. Babyliss spendiert eine Zelle zur Lieferung dazu. Wir konnten also direkt loslegen. Wird der Trimmer entgegen des Uhrzeigersinns gedreht, beginnt er zu arbeiten. Das Trimmen der Nasenhaare gelingt problemlos und ohne schmerzhaftes Zupfen.

Leider ist das Betriebsgeräusch des Gerätes sehr laut. Den schnarrenden Laut empfanden wir als unangenehm. Beim Trimmen der Nasenhaare fiel uns das nicht sonderlich negativ auf, beim Schneiden der Ohrenhaare schon. So richtig schmerzhaft ist der Lärmpegel aber nicht.

Ein kleines Manko ist die fehlende Wasserdichtigkeit des E110E. Da der Scherkopf zum Reinigen aber abgenommen werden kann, stellt das trotzdem kein großes Problem dar. Wasserdichte Nasenhaartrimmer sind ohnehin kaum auf dem Markt vertreten.

Aufgrund der sehr guten Verarbeitungs- und Materialqualität – trotz kleinerer Mankos – hat uns der E110E absolut überzeugt. Das Trimmen vermittelte zu jedem Zeitpunkt einen hochwertigen und erwachsenen Eindruck. Dass seine Größe ebenfalls kompakt bleibt, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Ausgefallenes Design: Philips Norelco NT1700

Ausgefallenes Design

Philips Norelco NT1700 (Series 1000)

Schmerzfrei und präzise Test: Philips Norelco Nt1700 (series 1000)
Der Philips überzeugt mit eigenwilliger Klingenkonstruktion und guter Ergonomie und ist wasserdicht.

Keine Preise gefunden.

Philips schlägt mit dem Design des Norelco NT1700 (Series 1000) einen anderen Weg ein als die Konkurrenzmodelle. Anstelle einer aufwärts gerichteten, runden Öffnung, zeigt ein kleiner, nach vorn ausgerichteter Scherkopf seine Metallzähne. All jene, die mit dem Trimmer nicht nur Ohr- und Nasenhaare, sondern ebenfalls die Brauen bändigen wollen, müssen so nicht den Scherkopf wechseln. Ein entsprechender Scherkamm liegt der Verpackung bei.

Das ausgefallene Design zieht sich über das komplette Gerät. Philips ist die Ergonomie besser als der Konkurrenz gelungen. Der Norelco lag dank einer rutschfesten Beschichtung mit Einbuchtungen an der Rückseite des Gerätes sicher in der Hand. Im direkten Wettstreit mit den anderen zwei getesteten Trimmern von Philips ist die Handhabung des Norelco eine Offenbarung. Darüber hinaus ist der NT1700 wasserdicht.

Der Batteriedeckel dient ebenso als Ein-/Aus-Schalter. In eine Richtung gedreht wird das Gerät gestartet, entgegengesetzt gedreht wird das Batteriefach freigegeben. Eine Mignon-Zelle gehört angenehmerweise zum Lieferumfang des Trimmers.

Unerklärlicherweise verströmt das Batteriefach allerdings einen unangenehmen, fischigen Geruch. Über den Grund können wir nur spekulieren. Wahrscheinlich das Resultat von sogenannten Amiden während der Fabrikation von Polyurethan. In geschlossenem Zustand riecht man zum Glück nichts.

Für Sparfüchse: Cleanfly AY-313

Für Sparfüchse

Cleanfly AY-313

Test Schonende Haarentfernung in Nase: Cleanfly AY-313
Nicht der Günstigste, aber der Beste unter den Günstigen. Wer Verwendung für das beiliegende Zubehör hat, wird hiermit gut versorgt.

Der AY-313 von Cleanfly war in unserem Test eine echte Überraschung: Das funktionale Design der Verpackung und der unbekannte Name des Herstellers weckten zunächst Zweifel bei uns. Diese verflogen in Nullkommanichts, als wir die Optik des Trimmers begutachteten. Das schlanke Gerät mit eingebautem Akku lässt sich gut und sicher benutzen und benötigt keine Batterien. Als besonderen Leckerbissen gibt es außerdem noch Zubehör dazu. Der Preis des Cleanfly ist absolut fair.

Größe und Form des Cleanfly entsprechen in etwa einem etwas dickeren Filzmarker und weichen nur wenig von den Dimensionen unseres Favoriten aus dem Hause Babyliss ab. Im Gegensatz zu den anderen, getesteten Elektrotrimmern fällt sein Durchmesser also eher schmal aus. Das Kunststoffgehäuse ist – trotz fehlender Noppen und Rillen – rutschfest: Zu jedem Zeitpunkt lag der Nasenhaartrimmer sicher in der Hand.

Der günstige Preis macht sich aber an der Verarbeitung von Details wie der hinteren Abschlusskappe und dem An-/Aus-Schalter bemerkbar.

Seine Energie nimmt der Cleanfly aus dem eingebauten Akku. Ist der Akku leer, lässt sich dieser mit dem beigefügten Kabel wieder aufladen. Es verfügt an einer Seite über einen USB-Port. Ein Netzteil muss separat besorgt werden.

Beim Zubehör steht der Cleanfly gut da: Neben einem Pinsel zur Reinigung und einem Ladekabel gehören außerdem drei Scherköpfe zum Lieferumfang. Einer ist zum Rasieren geeignet, einer für die Konturen des Bartes und ein Scherkopf für das Trimmen der Augenbrauen – letzterer verfügt über einen aufsteckbaren Scherkamm.

Das Betriebsgeräusch ist beim AY-313 lobenswert. Von allen Elektrotrimmern im Test hatte es den geringsten Störfaktor. Es ist einheitlich im Grundton, weder zu schrill noch zu laut. Ein Manko ist der Übersetzungsstift aus Plastik, der Klinge und Motor verbindet: Die Verwendung von Kunststoff an Verschleißteilen begrenzt die Langlebigkeit des Trimmers erheblich.

Für Globetrotter: Zwilling Classic Inox Nasen- und Ohrhaartrimmer

Für Globetrotter

Zwilling Classic Inox Nasen- und Ohrhaartrimmer

Test: Zwilling Classic Inox Nasen Und Ohrhaartrimmer
Der robuste Trimmer verbraucht fast keinen Platz und eignet sich so ideal für Reisen. Außerdem benötigt er weder Batterien noch Steckdose.

Wer manuelles Trimmen bevorzugt, macht mit dem Classic Inox Nasen- und Ohrhaartrimmer von Zwilling nichts falsch. Der Edelstahltrimmer besitzt eine erstklassige Verarbeitungsqualität und ist auch mit nur einer Hand ohne Probleme bedienbar. Seine flügelartigen Griffstücke erinnern entfernt an einen Nagelknipser. Wie er funktioniert? Die Griffstücke werden für den Schnitt wie bei einer Schere zusammengedrückt.

Da das Modell einen Federmechanismus besitzt, dürfte es vermutlich nicht ganz so langlebig sein wie der Konkurrent von Remos. Aufgrund der hohen Verarbeitungsqualität sollte das aber lange unproblematisch für den Nutzer sein. Möchte man das Gerät ölen oder reinigen, kann es ohne Werkzeug innerhalb von Sekunden zerlegt werden.

Das winzige Fixierrädchen befindet sich sehr nah an einem der Flügel und lässt kaum Platz, um es bequem zu greifen. Menschen mit dickeren Fingern werden wahrscheinlich doch zu einer kleinen Zange greifen müssen. Hier gefiel uns die praktische Konstruktion des HC-1813 von Kai Beauty Care deutlich besser. Das kleine Rädchen sitzt hier außen, wo man es mit den Fingern besser erreichen kann. Haben Sie das Rad gelöst, kann der komplette Innenzylinder samt der Klingenkrone einfach herausgezogen werden.

Das Betriebsgeräusch des Classic Inox beschränkt sich auf ein dezentes Klicken. Alle Komponenten sitzen bombenfest, nichts klappert.

Das Gefühl beim Zusammendrücken gefiel uns sehr gut. Der Gegendruck ist stramm, aber nicht zu hoch. So entsteht kein schwammiges Fingergefühl beim Trimmen. Ebenfalls ein Grund, warum wir den Classic Inox dem günstigeren und fast baugleichen Nobelisk vorziehen: Der Nobelisk vermittelt bedauerlicherweise ein eher schwammiges Gefühl. Das Modell von Zwilling überzeugte dagegen durchgehend mit einem hohen Qualitätseindruck.

Wie die meisten mechanischen Modelle hat der Zwilling von Classic Inox nur geringe Abmessungen und nimmt auf Reisen im Kulturbeutel wenig Platz in Anspruch. Noch kleiner sind die Modelle von Remos und Dovo. Beide Modelle verzichten aber auf den angenehmen Federmechanismus.

Ultrakompakt: Remos Nasenhaartrimmer

Ultrakompakt

Remos Nasenhaartrimmer

Test: Remos Nasenhaarschneider
Kleiner geht’s nicht: Der mechanische Trimmer von Remos ist nur so dick wie ein Kugelschreiber und nicht einmal halb so lang.

Wenn Sie oft reisen, sind Sie wahrscheinlich auf Platz im Kulturbeutel angewiesen. Dann könnte der mechanische Nasenhaartrimmer von Remos etwas für Sie sein. Mit dem baugleichen Dovo Klipette war der Trimmer mit deutlichem Abstand das kleinste Modell im Testfeld. Er ist aus rostfreiem Stahl produziert und ist gut verarbeitet. So dürfte der Trimmer Ihnen viele Jahre lang Freude bereiten. Wie alle anderen manuellen Geräte kommt er ohne zusätzliche Funktionen. Sollten Sie Ihren Augenbrauen verschönern wollen, ist er für diesen Zweck leider nicht zu gebrauchen.

Aufgrund des Edelstahlgehäuses und den rauen Rillen ist die Haptik hervorragend. Die Mechanik läuft völlig geräuschlos, butterweich und einwandfrei.

Weniger überzeugt hat uns die Handhabung: Konstruktionsbedingt werden beide Hände benötigt. Eine Hand hält das Gerät an der oberen Hälfte fest, mit der anderen Hand drehen Sie die untere Hälfte um seine Längsachse. Beim Schneiden der Nasenhaare funktioniert das ganz gut, beim Trimmen der Ohrhaare ist das aber zu umständlich.

Da gibt es nichts auf die Ohren: Dass mechanische Trimmer keinen Motor brauchen, macht sich beim Remos besonders bemerkbar. Selbst wenn das Gerät bei Anwendung an das Ohr gehalten wird, hört man gar nichts.

Die größten Nachteile des Trimmers sind der Zweihand-Zwang und dass für das Öffnen des kleinen Trimmers zum Ölen oder Reinigen ein kleiner Schlitzschraubendreher benötigt wird, der aber nicht beiliegt.

Was gibt es sonst noch?

Zu einer Empfehlung hätte es beim ER-GN-30K von Panasonic fast gereicht. Er war mit Abstand das leiseste Gerät im Test, hat eine angenehme Größe und ist abwaschbar. Auch die Ergebnisse beim Trimmen waren zufriedenstellend. Die nicht im Lieferumfang enthaltene Batterie konnten wir verschmerzen.

Argwohn breitete sich bei uns aus, als uns eine Vielzahl von Kundenrezensionen auffiel, die sich einstimmig über deutliche Schwächen im Langzeitbetrieb beklagten. Offenbar verlieren die Klingen des Panasonic bereits nach einigen Wochen ihre Schneidefähigkeit. Dann reißt das Gerät an den empfindlichen Nasenhaaren, anstatt sie sauber und schmerzlos abzuschneiden. Das ist nicht nur sehr unangenehm, sondern sogar gesundheitlich bedenklich. Wir werden den ER-GN-30K einem Langzeittest unterziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt möchten wir aber keine Empfehlung für den Trimmer aussprechen.

Die in Japan ansässige Kai Corporation ist für seine Küchenmesser bekannt und vertreibt nebenbei Pflegeprodukte mit dem Namen Kai Beauty Care. Aus dieser Produktlinie stammt der HC-1813. Er gehört zur sogenannten »Segi Magoroku Serie«, die daneben noch weitere Pflegeutensilien anbietet. Eine Gemeinsamkeit dieser Produkte ist, dass die Trimmer aus Edelstahl gefertigt sind.

Der Kai hat einen ähnlichen Aufbau wie die Konkurrenzmodelle von Zwilling und Nobelisk, ist allerdings nicht hundertprozentig baugleich. Der augenfälligste Unterschied zwischen den Modellen ist die Größe: Der Japaner ist etwas üppiger bemessen. Die Schraube zur Fixierung für den Innenzylinder liegt seitlich von den Bedienschenkeln, wodurch sie sich ein wenig leichter lösen lässt. Die Krone mit den Schneidezähnen im Inneren des Trimmers dreht sich bei Betätigung der Bedienschenkel nicht so ausgedehnt, wie es bei dem Modell von Zwilling der Fall ist. Diese Unterschiede fallen beim Gebrauch allerdings wenig ins Gewicht. Sollten Ihnen die Modelle von Nobelisk und Zwilling zu klein sein, werfen Sie ruhig mal einen Blick auf den Kai HC-1813.

Der Nasenhaarschneider von Nobelisk unterscheidet sich rein optisch nur in kleinen Feinheiten vom Classic Inox. Die Größe ist nahezu gleich und das Grundprinzip dasselbe. Der zentrale Bereich zwischen den Schneidezähnen und die Ablagen für die Finger sind bei dem Modell von Nobelisk etwas flacher als beim Trimmer von Zwilling. Beim Trimmen fallen die Unterschiede stärker ins Gewicht: Der Nobelisk verhält sich unter Last schwammiger und ist spürbar schlaffer. Dafür ist er etwas günstiger.

Der TC-3550 von Fitford ist nur okay. Das Gerät mit der rutschfesten Oberfläche aus Kunststoff ist geringfügig zu groß geraten, verrichtet aber zuverlässig seinen Dienst. Auf Zubehör oder Zusatzfunktionen verzichtet der Hersteller komplett. Bevor man ihn nutzen kann, muss noch eine AA-Batterie besorgt werden, denn dem Modell wurde keine beigelegt. Die Betriebslautstärke ist unangenehm und relativ laut. Spätestens beim Trimmen der Ohrenhaare fängt das Gerät an zu nerven. Ein kompletter Fehlkauf ist der Fitford nicht, für einen entsprechenden Preis sind aber bessere Modelle zu bekommen.

Bis ins kleinste Detail ist der Klipette von Dovo baugleich mit dem Nasenhaartrimmer von Remos. Unterscheiden konnten wir beide Testmodelle nur durch das aufgebrachte Markenlogo, welches bei der Variante von Dovo fehlt. Außerdem bietet Dovo eine größere Auswahl an Farbtönen. Bei Remos wird nur ein Farbton angeboten. Darüber hinaus eine bei den Extras, denn der Klipette kann wahlweise auch in einem Set mit Etui erworben werden. Da der Klipette ohnehin schon in der Basisvariante teurer als das Modell von Remos ist, ziehen wir den Nasenhaartrimmer von Remos vor.

Der AJ-PCA041 von Anjou fällt in erster Linie durch seine ergonomische Form auf. Seine Rundungen erweisen sich in unserem Praxistest aber eher als kontraproduktiv. Aber: Irgendwie lag der Trimmer immer unvollkommen in unserer Hand. Da das glatte Gehäuse rundum aus Kunststoff besteht, schwand unser Zutrauen in die Grifffestigkeit weiter.

Der minimal versenkte Ein-/Aus-Schalter ist ein charmantes Detail. Er verhindert durch seine Position, dass der Trimmer versehentlich gestartet wird. Vor dem Einschalten muss eine AA-Zelle eingelegt werden, die der Verpackung nicht beiliegt. Wird das Gerät eingeschaltet, wird man akustisch leider nicht verwöhnt. Statt eines sanften Schnurrens weckt der schrille Ton Erinnerungen an eine Erneuerung der Zahnfüllungen. Wenn Sie sich von all dem nicht abschrecken lassen, können Sie aufgrund des günstigen Preises zuschlagen, denn der Anjou erledigt seine Grundfunktion zufriedenstellend. In Ermanglung weiterer Scherköpfe können aber lediglich Ohr- und Nasenhaare getrimmt werden. Andere Anwendungsbereiche hat der Hersteller nicht vorgesehen.

Wissenswertes über Nasenhaartrimmer

Die im Alter verstärkt sprießenden, ungeliebten Haare gelten in vielen Kulturen als Zeichen mangelnder Körperpflege. Dabei erfüllen sie einen Zweck: Sie dienen als Luftfilter, um die in der Atemluft enthaltenen Schmutzpartikel wie Staub, Sand oder kleine Insekten teilweise aufzuhalten. So werden die empfindlichen Nasenschleimhäute geschützt. Werden größere Partikel von den Nasenhaaren aufgehalten, löst das einen Niesreflex aus, der bewirkt, dass die kleinen Eindringlinge augenblicklich aus dem Riechorgan befördert werden und diese damit gereinigt wird. Deshalb kitzelt das Kürzen der Haare. Aber daran gewöhnt man sich schnell.

Zupfen oder trimmen?

Das Entfernen von Nasenhaaren ist rein kosmetischer Natur. Aus ärztlicher Sicht ist das Entfernen unnötig. Der komplette Abbau dieser biologischen Barriere ist sogar eher kontraproduktiv: Partikel können so leichter auf die Oberfläche der Schleimhäute gelangen. Das Abschneiden langer Nasenhaare ist harmlos. Aber kürzen Sie die Haare in der Nase nicht allzu sehr! Sie auszureißen sollte man besser ganz vermeiden.

Das schmerzhafte Zupfen birgt eine hohe Gefahr: In die nun haarlosen Kanäle können Krankheitserreger eindringen und Infektionen verursachen. Diese können äußerst gefährlich werden, denn das Areal um die Nase sowie die Nase selbst sind von einer Vielzahl von Blutbahnen durchzogen, die zum Teil mit dem Gehirn verbunden sind. Die Erreger können dort im schlimmsten Fall eine Meningitis (Hirnhautentzündung) verursachen. Diese kann wiederum im schlimmsten Fall tödlich enden.

Nasenhaartrimmer Test: Nasenhaartrimmer
Das Trimmen der Haare ist harmlos, sie auszureißen dagegen riskant. Deswegen darf ein Trimmer für die Nasenhaare ruhig ein wenig kitzeln, aber keinesfalls zupfen!

Wir müssen allerdings gestehen: Diese Worst-Case-Situation ist eher unwahrscheinlich. Vermeiden Sie es trotzdem ihre Nasenhaare auszureißen und lassen sie die Wurzeln der Haare an ihrem Ursprungsort. Wollen Sie sicher gehen, benutzen Sie einen Nasenhaarschneider – und desinfizieren Sie ihn vor jeder Verwendung.

Unterschiede bei den Bauformen

Haben Sie sich für die Anschaffung eines Trimmers entschieden, stehen Sie nun vor der Wahl, für welche grundlegende Variante Sie sich entscheiden: mechanisch oder elektrisch?

Mechanische oder manuelle Nasenhaartrimmer werden mit reiner Muskelkraft bewegt. Sie sind konstruktionsbedingt kleiner und brauchen keine Versorgung aus der Steckdose. Auf Reisen sind sie ihren elektrischen Pendants klar voraus. Alle von uns getesteten, manuellen Trimmer sind aus Edelstahl und besitzen weniger Teile, die verschleißen können. Bei sachgemäßer Behandlung können manuelle Trimmer eine Lebensdauer von vielen Jahren haben. Elektrische Modelle sind verschleißbedingt früher oder später fällig für den Mülleimer.

Nasenhaartrimmer Test: Nasenhaartrimmer
Mechanische Trimmer sind kleinformatiger als elektrische Modelle – und haben eine längere Lebensdauer.

Mechanische Trimmer haben aber nicht nur Vorteile. Auf zusätzliche Funktionen muss der Nutzer verzichten. Außerdem ist ihre Handhabung weniger komfortabel. Im Gegensatz dazu bieten elektrische Geräte häufig die Option, auch anderweitige Körperbehaarung zu trimmen. Häufig können die Augenbrauen zurechtgestutzt werden, und ebenfalls kann man einzelnen, abstehenden Härchen damit bequem zu Leibe rücken.

Da sich Wasser und Elektronik nicht so gut vertragen, und der gängige Einsatzort von Trimmern das Badezimmer ist, ist es durchaus praktisch, wenn das Gerät wasserdicht ist. Eine Notwendigkeit ist das aber nicht: Die Scherköpfe der Elektrotrimmer in unserem Test ließen sich immer abnehmen. So ist ein bequemes Reinigen auch ohne ein wasserundurchlässiges Gehäuse möglich.

Ersatz für die Scherköpfe?

Nur sehr wenige Hersteller bieten Scherkopf-Ersatz für ihre Trimmer an, dabei ist das allein schon vom ökologischen Standpunkt aus sehr viel sinnvoller. Ist die Klinge des Trimmers nicht mehr scharf genug, fliegt der Trimmer zwangsläufig in die Mülltonne.

Nur die Hersteller Philips und Panasonic bieten offiziell Ersatzklingen an, wobei Philips nicht für alle Modelle einen entsprechenden Reserve-Scherkopf anbietet. Bei den No-Name-Produkten verhindert das Nichtvorhandensein genauer Bezeichnungen für die Bauteile den Weg zum Ersatz komplett.

Finanziell lohnt sich ein Trimmer-Ersatz-Scherkopf sowieso nicht, da die Ersatzteile oft teurer als ein fabrikneues Gerät sind.

So haben wir getestet

Bevor wir mit dem eigentlichen Test begannen, haben wir die Verarbeitungsqualität, die Haptik, die Größe und die Materialien der Modelle begutachtet. Wichtig waren uns bei der Haptik Rutschfestigkeit, eine gute Handlage sowie angenehme Werkstoffe. Außerdem haben wir Zubehör und Ausstattung geprüft, sofern Extras vorhanden waren.

Wir haben dann auf die jeweiligen Betriebsgeräusche geachtet, von »Zahnarztbohrer« bis »flüsterleise« wird das gesamte Lärmspektrum abgedeckt. Eine entscheidende Eigenschaft, sollten Sie Ihrer Ohrenbehaarung den Kampf ansagen.

Nasenhaartrimmer Test: Nasenhaartrimmer Gruppenfoto
Alle getesteten Nasenhaartrimmer auf einen Blick.

Aufgrund der begrenzten Fülle an Haaren absolvierten wir die ersten Praxis-Testrunden mit Bart- und Armhaaren. Außerdem wurden lose Augenbrauenhaare entfernt. Danach waren Ohren und Nasen dran. Bei jedem Nasenhaartrimmer wurde der Akku vollständig geladen beziehungsweise voll geladene Batterien verwendet. Einige Trimmer taten was sie sollten, andere entfernten praktisch keine Haare: Die Modelle Philips NT5650/16 und NT3650/16 boten beispielsweise nur mangelhafte Ergebnisse. Bei den jeweiligen Scherköpfen für das Trimmen der Brauen, wenn im Lieferumfang enthalten, fielen die Unterschiedlichkeiten dagegen augenfälliger aus.

Wir haben übrigens auch die Käuflichkeit von Ersatzklingen recherchiert. Aufgrund fehlender Herstellerangebote haben wir sie im Test aber nicht berücksichtigt.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.