Test: Foundation Primer

Primer im Test : Für ein langanhaltendes Make-up

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Veröffentlicht 18.12.2020

Primer sollen dafür sorgen, dass das Make-up lange gleichmäßig und frisch aussieht. Dabei sollte er aber auch nicht der Hautpflege oder dem Sonnenschutz in die Quere kommen. Es wurden 14 Produkte getestet, von denen aber nur eine Handvoll empfehlenswert sind.

Magi Kusak
Magi Kusak
ist Beauty-Bloggerin und betreibt auf YouTube den ältesten deutschsprachigen Beauty Channel MagiMania. Dort teilt sie ihre Begeisterung für Skincare und effektvolles Makeup mit ihrer Community.

Primer sollen mit einer hauchdünnen Schicht die Foundation von der Hautpflege und dem überschüssigen Fett der Haut trennen und so dafür sorgen, dass das Make-up möglichst lange frisch und gleichmäßig aussieht. Je nach Primer und Hauttyp können auch einzelne Bereiche optisch angeglichen werden, wie etwa schuppige Partien oder grobe Poren.

Optimal wäre, wenn die vielen verschiedenen Primer auf dem Markt diese Anforderungen auch sichtbar und langanhaltend erfüllen würden. In der Realität ist der Einfluss der Produkte auf den finalen Look jedoch verhältnismäßig überschaubar. Die meisten Foundations erfüllen diese Aufgaben bereits sehr gut. Zudem kann eine optimierte Hautpflege langfristig das Hautbild nachhaltig verbessern.

Somit wurde im Test darauf geachtet, ob die getesteten Produkte die Schminkroutine bereichern oder ob sie nur ein lästiger und teurer Zusatzschritt sind. Insgesamt wurden 14 Primer unter die Lupe genommen.

Mattierend: Max Factor Miracle Prep 3in1 Beauty Protect Primer

Der Miracle Prep 3in1 Beauty Protect Primer von Max Factor kommt mit einer dezenten, rosafarbenen Tönung als Fluid in einem Kunststoff-Pumpspender daher. Das Produkt lässt sich leicht verteilen und gleicht durch Pigmente ein wenig dem Hautton an. Somit liefert er eine geschmeidige Basis für das weitere Make-up. Das Ergebnis wird zwar durch Schimmerpartikel aufgelockert, allerdings ist unter einer mitteldeckenden Foundation kein nennenswerter zusätzlicher Glow mehr zu sehen. Der leicht samtige Untergrund erhöht ein wenig die Deckkraft der Foundation, sodass man gegebenenfalls weniger Produkt benötigt.

Primer Test: Max Factor Miracle Prep 3in1 Eauty Protect Primer
Max Factor Miracle Prep 3in1 Beauty Protect Primer.

Der Primer sorgte auch als einer der wenigen im Test am Abend eines warmen Sommertages für sichtbare Unterschiede: So glänzte die grundierte Gesichtshälfte weniger als die Seite ohne Primer. Dabei ist dieses Ergebnis zwar zudem von den anderen verwendeten Produkten abhängig, dennoch konnte kein vergleichbares Resultat mit den anderen getesteten Primern beobachtet werden.

Der Hersteller bewirbt den Primer in erster Linie als schützend. Auf der Verpackung werden auch blaues Licht, UV-Strahlen, sowie Umweltverschmutzung genannt. Max Factor sorgt also mit einer ernstzunehmenden Zusammenstellung von Filtern für einen zuverlässigen Breitbandschutz. Der Sonnenschutz ist mit SPF30/PA+++ angegeben, dafür wäre aber wohl die zweifache Menge an Produkt, als im Test verwendet, nötig. Da man intuitiv nicht so viel Produkt verwenden und das dem Schminkergebnis auch nicht guttun würde, sollte der Sonnenschutz eher als Auffrischung oder Ergänzung gewertet werden.

Erzielt werden Schutz und Pflege durch Skincare-Wirkstoffe wie Süßholzwurzel, Vitamin-C-Derivate und Schmetterlingsbusch. Allerdings wird auch eine Menge an Ethylalkohol verwendet, vermutlich wird so der Primer leicht verstreichbar, trocknet schneller und bietet einen zuverlässigeren UV-Schutz. Der Inhaltsstoff steht bereits an zweiter Stelle der Liste und könnte somit für trockene und sensible Haut Probleme bereiten. Im besten Fall verdunstet er, bevor es zu Irritationen oder Austrocknung kommen kann.

Der Miracle Prep 3in1 Beauty Protect Primer ist mit einer pudrigen Note parfümiert. Wegen des fairen Preises kann man über die grobe Dosierung und die ein wenig klapprige Plastikverpackung hinwegsehen. Nutzt man den Primer ein paar Tage nicht, trocknet zudem ein Pfropfen am Spender.

Kaschiert Poren: Benefit The POREfessional

Kaschiert Poren

Benefit POREfessional

Der Primer The POREfessional von Benefit kann mit gutem Gewissen als Kultprodukt bezeichnet werden. Bei vielen Nutzern hat sich die Kombination aus leichter Tönung und fester Textur bewährt. Die Creme ist sehr seidig, basiert auf Silikon und lässt sich besonders gut verstreichen.  Das Produkt hat einen weichzeichnenden Effekt: Linien und Poren werden aufgefüllt, so kann sich darin keine Foundation sammeln und unangenehm auffallen. Der Teint hat somit eine optisch ebenmäßigere und glattere Wirkung. Dieser Effekt ist aber zeitlich begrenzt und wird abgeschminkt.

Primer Test: Benefit Porefessional Primer
Benefit The POREfessional Pore Minimizing Primer.

Man sollte beim Auftragen eines solchen Produkts unbedingt die Anweisungen des Herstellers beachten: Anstatt druckvoll zu massieren und häufig zu kreisen, sollte man in wenigen Zügen streichen. Ansonsten rollt sich der Primer wieder zusammen. Bei der Dosierung sollte man den Grundsatz »weniger ist mehr« befolgen. Ebenso sollten auch die darauffolgenden Produkte vorsichtig lieber tupfend als kreisend aufgetragen werden.

Der Aufwand lohnt sich aber auch – der Effekt des POREfessional langanhaltend: Der Primer bleibt lange effektiv und sichtbar. Allerdings können sehr trockene Partien betont werden, daher sollte feuchtigkeitsarme Haut vor der Verwendung hinreichend gepflegt werden. Der Primer ist mit einem leicht stechend-frischen Duft parfümiert.

Kaschiert Rötungen: Wet’n’Wild MegaCushion Color Corrector For Redness

Kaschiert Rötungen

Wet'n'wild MegaCushion Color Corrector for Redness

Bei dem MegaCushion Color Corrector For Redness von Wet’n’Wild handelt es sich um ein Kissenprodukt, das mit Komplementärfarbe arbeitet: Der Schwamm ist getränkt mit einem Fluid, dass grün getönt ist und so Rötungen entgegenwirken soll. Dies funktioniert über das sogenannte Color Correcting: Die dünne Primer-Schicht fungiert als Filter und sorgt so für einen neutralen Farbton. Nach Farblehre ist dieser nicht hautfarben, sondern gräulich, so ist der anschließende Einsatz einer Foundation unumgänglich.

Primer Test: Wet N Wild Mega Cushion Color Corrector For Redness
Wet’n’wild MegaCushion Color Corrector For Redness.

Diesbezüglich deuten sowohl Marken als auch Anwender die Funktionsweise der Korrektoren häufig falsch, sodass es viele Produkte mit zu intensivem Grünton gibt. Diese machen aus roten Punkten lediglich grüne. Der Grünton dieses Primers ist aber sehr gelungen, dezent, aber auch effektvoll. Dies betrifft aber nur helle und mittlere Hauttöne.

Die Textur ist zudem angenehm cremig, hat ein pflegendes Gefühl und hinterlässt verglichen mit anderen mattierenden Primern das Hautbild optisch strahlend und prall. Gerade Anwender, die mit Rosacea oder Couperose zu kämpfen haben, werden dies sehr schätzen. Doch auch bei Pickeln oder Akne werden die Schüppchen nicht betont. Außerdem wurden keine wesentlich irritierenden Wirkstoffe verwendet. Der Primer von Wet’n’Wild ist leicht parfümiert, allerdings ist kein Duft wahrnehmbar.

Die Verpackung ist der einzige Kritikpunkt: Die kleine Dose muss zuerst aufgeschraubt werden. Auf dem Zwischenlid liegt das feinporige Schwämmchen, das aufgrund des leichten Unterdrucks schwierig zu entnehmen ist. Beim Verschließen stört wiederum Luft, weil das Lid auf der anderen Seite wieder hochploppt. Allerdings kann man es auch nicht weglassen, da sonst das Produkt austrocknen würde. Die Verpackung ist stets verschmiert und somit auch die Finger.

Natürlicher Glow: L’Oréal Paris Age Perfect Luminous BB Cream

Natürlicher Glow

L'Oréal Paris Age Perfect Luminous BB Cream

Aus der recht neuen Produktreihe für reife Haut von L’Oréal Paris stammt die Age Perfect Luminous BB Cream. Dabei handelt es sich eigentlich um eine getönte Tagescreme. Das relativ günstige Produkt hat sich aber durch seinen intensiven Reflex zu einem Geheimtipp für den Gebrauch als Highlighting Primer vor der Foundation gemausert. Auch unter mitteldeckenden Make-ups ist der intensive Glow noch zu erahnen. Er lässt zudem die Haut weichgezeichneter, praller und strahlender wirken. Dank der dezenten Tönung bedarf es zudem weniger Abdeckung durch eine Foundation.

Primer Test: Loreal Paris Age Perfect Luminous Bb Cream
L’Oréal Paris Age Perfect Luminous BB Cream.

»Richtige« Primer mit Glow haben meist eine eher subtile Reflexion. Das könnte mit dem Einkaufsverhalten der Kunden zu tun haben, da viel Schimmer abschreckend wirken kann. Dabei wird aber oft vergessen, dass die Reflexe durch die Foundation neutralisiert werden und man so im Finish meist keinen Glow mehr erkennen kann. Das Produkt von L’Oréal Paris bietet gerade für stumpfe, trockene Stellen ein unterstützendes Extra.

Das Fluid mit cremiger Konsistenz bietet als BB Cream ein pflegendes Extra, von denen trockene Hautpartien zweifach profitieren. Das Produkt kann auch nur partiell aufgetragen werden, doch gerade unter der Foundation wirkt es großflächig aufgetragen nicht aufdringlich. Das reflektierte Licht wird durch die Schimmerpartikel zerstreut, was den Teint etwas gleichmäßiger wirken lässt. Allerdings sollte man Stellen mit gröberen Poren besser auslassen, da sie ansonsten betont werden könnten.

Die parfümierte Age Perfect Luminous BB Cream hat eine schwerere Note. Das Produkt gibt es in zwei Farbnuancen.

Gutes Finish: Smashbox Photo Finish Primer Oil

Eine Besonderheit im Testfeld ist das Smashbox Photo Finish Primer Oil. Als Ölmischung wird es über eine Pipette dosiert. Dabei genügt ein Tropfen je Gesichtspartie, sodass die 30 Milliliter sehr ergiebig sind.

Primer Test: Smashbox Photo Finish Primer Oil Nourish
Smashbox Photo Finish Primer Oil Nourish.

Durch das Öl wirkt die Haut praller, die Foundation gleitet problemlos darüber und beide verbinden sich zu einem lichtreflektierenden Ergebnis. Die Öle sind derart kombiniert, dass sie bei einer sparsamen Dosierung schnell einziehen. Dadurch wirkt das Ergebnis nicht fettig, sondern gepflegt. Das Produkt ist als Primer optimiert, man kann sich aber durchaus erst einmal nur von ihm inspirieren lassen und stattdessen ein bisschen Jojobaöl als Primerersatz testen.

Im besten Fall erhält man so positive Eigenschaften, die besonders feuchtigkeitsarme und trockene Haut verbessert: Es geht weniger Feuchtigkeit verloren und der Glanz frischt das stumpfe Hautbild auf. Vor allem in Verbindung mit pigmentreichem, stärker deckendem Make-up kann so ein natürlicheres Finish erzielt werden. Hierfür kann man die Foundation auch mit dem Primer Oil mischen.

Es kann sein, dass die Haltbarkeit des Make-ups durch das Öl beeinflusst wird. Daher wurden im Test ölige Partien ausgespart und das Produkt nur auf den trockenen Wangen verwendet.

Ein Minuspunkt ist, dass potentiell irritierende Ätherische Öle verwendet wurden. Diese tragen zum dezenten Duft bei. Wer diese Inhaltsstoffe verträgt, kann das Photo Finish Primer Oil abends als finalen Schritt der Hautpflege verwenden.

Was gibt es sonst noch?

Der Master Prime Pore Minimizing Primer von Maybelline ist eine seidige Creme, die dezent hautgetönt ist. Sie wird aus einer Tube über eine feine Spitze dosiert. Dabei schmilzt sie scheinbar auf der Haut – der Finger gleitet von selbst und sorgt für ein weichgezeichnetes Bild. Der Teint wirkt matter und die Poren kleiner. Das erinnert stark an das Produkt von Benefit, kann jedoch nicht mit dessen Gesamtpaket mithalten. Der Primer von Maybelline ist zwar deutlich günstiger, ist allerdings aufgrund seiner Textur nicht so ergiebig. Der Effekt ist mit kompletten Make-up auch nicht so deutlich sichtbar wie bei dem Primer von Benefit. Das Produkt von Maybelline ist aber eine Alternative, wenn the POREfessional zu pastös ist.

Ein Minuspunkt ist, dass die Foundation stellenweise ein wenig trocken wirkte und unscheinbare Schüppchen sichtbar wurden. Das könnte daran liegen, dass hier keine Wasserphase enthalten ist. Besonders die zu groben Poren tendierende Wangenpartie ist häufig feuchtigkeitsarm und wirkt durch mattierende Produkte betont stumpf. Der Primer hat eine recht minimalistische Formulierung und ist unparfümiert.

Als eine leichte, samtige Creme in einer Kunststofftube kommt der NYX Angel Veil Skin Perfect Primer daher. Beim Verstreichen wird sie matt. Dem Produkt merkt man die Portion Silica (Kieselsäure) an: Diese ist auch häufig in Pudern zu finden, da es besonders fein und schwerelos ist. Wie ein Seidenschleier legt sich der Primer auf die Haut und hat so einen weichzeichnenden Effekt. Dadurch gleiten auch Foundation und Pinsel ohne Probleme über die Haut.

Doch der Effekt ist nur temporär: Die Mattierung ist anfangs eher unscheinbar und endet beim Binden der öligen Inhaltsstoffe der Foundation. Auch der weichzeichnende Effekt ist schnell verflogen. Intuitiv ist der Primer auch ohne Foundation empfehlenswert. Möchte man nichts abdecken, sondern nur eine feiner wirkendes Hautbild erzielen, kann der Primer immer wieder nachgetupft werden. Als Bestandteil eines abdeckenden Make-ups sind eher die Produkte von Maybelline oder Benefit ratsam, oder ein Puder mit hohem Silica-Anteil.

Das Produkt ist reizarm, minimalistisch formuliert und enthält zudem kein Wasser. Daher sollte die Tube vor der Verwendung ordentlich geschüttelt werden, vor allem wenn die letzte bereits ein paar Tage zurückliegt. Ansonsten kommt die Substanz getrennt aus der Tube. Das ist zum einen schmierig, zum anderen verändert es langfristig sowohl die Konsistenz als auch den Effekt des Primers. Außerdem sollte man auf eine sparsame Dosierung achten, um flockige, weiße Ränder zu verhindern. Der unparfümierte Primer hat keinen wahrnehmbaren Duft.

Der All Nighter Face Primer Longwear Foundation Grip von Urban Decay ist ein dünnes, leichtes Fluid, das über eine Tube mit Pumpspender dosiert wird. Der Primer soll vor allem die Haltbarkeit des Make-ups verlängern. Das Produkt lässt sich sehr einfach verstreichen und es hinterlässt die Haut wie frisch eingecremt und mit einem leichten Grip. Am Abend ist tatsächlich ein kleiner Unterschied zwischen nicht grundierter und grundierter Gesichtshälfte erkennbar. Somit ist dieses Produkt das einzige neben dem Max Factor 3in1, bei dem dieser Effekt auch nach acht bis zwölf Stunden festgestellt werden konnte. Da der Primer außer einer geschmeidigen Vorbereitung und einer Verbesserung der Haltbarkeit aber keine zusätzlichen, sichtbaren Effekte liefert, hat es nicht zu einer Empfehlung gereicht.

Wirft man einen Blick auf die Inhaltsstoffe, fällt auf, dass hier Hautpflege und Make-up vereint wurden: Zum einen sind Hyaluronsäure und Glycerin für die Feuchtigkeitsversorgung enthalten. Zum anderen finden sich hier auch Peptide und stabile Vitaminderivate. So kann der Primer langfristig angewendet die Hautpflege sinnvoll ergänzen, zur Kollagenneubildung beitragen und ein zusätzlicher Schutz für die Haut sein. Darüber hinaus ist das Produkt parfümfrei und reizarm formuliert.

Wissenswertes über Primer

Im besten Fall wird ein Face Primer ungefähr 20 Minuten nach der Gesichtspflege und dem Sonnenschutz aufgetragen. Man sollte dabei lange genug warten, so kann sich ein zuverlässiger UV-Schutz bilden. In der Regel reicht zur Verbesserung der Effizienz und Optik von Foundation eine kleine Dosierung aus. Verwendet man zu viel, kann sich das Produkt kann spür- und sichtbar sammeln oder während des Auftragens der Foundation stören.

Auch nach dem Auftragen des Primers ist für die richtige Wartezeit ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt: Wird zu lange gewartet, trocknet das Produkt komplett und bieten entweder keinen Halt für die Foundation oder lässt den Teint trocken wirken. Trägt man die Foundation wiederum zu schnell auf, ist der gewünschte Effekt nicht optimal sichtbar.

Grob gesagt ist ein Primer eine Foundation ohne Pigmente. Die Zusammensetzungen und Inhaltsstoffe sind unterschiedlich, doch das Grundgerüst ist bei allen Produkten sehr ähnlich. Somit bietet es sich auch an, Primer mit der Foundation zu mischen, um diese zu verdünnen oder einen anderen Effekt zu erreichen.

Bei der Wahl eines Primers sollte man aber folgendes bedenken: Die Hersteller formulieren die Primer so, dass sie beim Testen besonders seidig und geschmeidig auf der Haut sind. Doch was auf der Hand gut aussieht, funktioniert nicht unbedingt im Gesicht. Auch kann sich der Effekt im Laufe des Schminkprozesses, oder auch besonders im Laufe des Tages verändern, und schlimmstenfalls gar nicht mehr zu sehen sein.

Braucht man einen Primer?

Primer können optional in die Schminkroutine integriert werden – sie sind kein Muss. Optimalerweise sind Sonnenschutz, Hautpflege und Foundation auf den individuellen Hauttyp abgestimmt. Bis das erreicht ist, ist es aber meist ein langer Prozess. Bis dahin kann ein Primer durchaus Abhilfe schaffen. Wann sich die Investition wirklich rentiert und der Effekt für eine Einbindung in die Schminkroutine reicht, ist individuell. Verglichen mit Make-up und Cremes sind die sichtbaren Effekte von Primern unauffälliger und somit auch das Preis-Leistungs-Verhältnis – besonders bei teureren Produkten – nicht immer überzeugend.

Die Anforderungen an einen Primer werden auch bereits von modernen Foundations erfüllt: Sie halten lange, enthalten feuchtigkeitsspendende und ölregulierende Inhaltsstoffe und lassen trockene Hautpartien praller aussehen. Zum Mattieren oder Weichzeichnen haben Puder einen größeren Effekt als Primer, sie können sich aber sammeln oder ein wenig trocken wirken. Hat man sehr ölige Haut kann auch ein leichter Puder in einer dünnen Schicht unter der Foundation aufgestäubt werden.

Primer empfehlen sich, wenn man lediglich partielle Bereiche wie grobporige oder trockene Wangen kaschieren möchte. Ist die Verwendung eines Primers im gesamten Gesicht nötig, damit das Make-up zufriedenstellend aussieht, sollte man sich lieber die anderen Produkte ansehen und schauen, ob man hier auf andere umschwenken sollte. Auch das Wechseln zu einem anderen Auftragungstool kann helfen.

Arten von Face Primern

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Primern in Drogerien und Parfümerien zu finden. So gibt es teilweise fünf bis zehn Produkte von nur einer Marke zur Auswahl. Oft hat man die Wahl zwischen Face Primern, die gegen viele Probleme helfen sollen, jedoch alle eher in einem geringen Maße. Oder man findet Produkte, die gezielt nur ein Problem effektiv angehen.

Porenverfeinernde und mattierende Primer können häufig beides gleichzeitig, jedoch nicht zwangsläufig. Es können auch beide Ziele getrennt angegangen werden. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn feine Linien auf trockenen Hautpartien optisch reduziert werden sollen. Dabei wäre ein Mattierung kontraproduktiv.

Die Wirkung von mattierenden Produkten wird durch ölabsorbierende Inhaltsstoffe wie Tonerden oder Aluminiumsalze erzielt und funktioniert langfristig. Die Emulsionen fühlen sich cremig an, sodass man ihnen ihre Wirkung nicht unbedingt anmerkt. Solche Primer können bei leicht öliger Haut unterstützend sein, die Wirkung fällt aber nicht so effektvoll aus wie bei Puder.

Silikone und Wachse, die einen dünnen Film über die Haut legen, wirken porenfüllend und weichzeichnend. Dieser Effekt ist meist sofort sichtbar und kann das Auftragen von weiterem Make-up begünstigen. Da viele solcher Produkte weder Öle noch Wasser enthalten, sollten sie nur sparsam dosiert werden.

Beide Effekte begünstigen können Inhaltsstoffe wie Silica. Im Test sind alle Konstellationen vertreten, sowohl Primer für Einzeleffekte als auch Kombinationen.

Feuchtigkeitsarme und trockene Haut kann stumpf wirken, da es ihr häufig an einem natürlichen Lichtreflex fehlt. Hier kann Hautpflege zwar helfen, wird aber anschließend Puder und Foundation verwendet, ist dieser Effekt schnell verflogen.

Den Glanz kann man auf zwei Arten zurückbringen: Schimmerpartikel reflektieren das Licht und kaschieren so Unebenheiten. Fette bereiten einen gesunden, gleichmäßigen Glow, pflegen zudem die Haut und schützen vor Feuchtigkeitsverlust. Durch einen hohen Ölanteil wird allerdings auch die Haltbarkeit der Foundation beeinflusst. So sollte man das Zusammenspiel immer beobachten und gegebenenfalls nachjustieren.

Eine Kombination beider Arten ist in vielen Produkten üblich. Foundation kann den subtilen Schimmer des Primers abdecken. Wem der Glow trotz Schimmer-Primer nicht ausreicht, kann auf ein intensiver reflektierendes Produkt zurückgreifen oder nach Auftrag der Foundation mit pudrigen oder flüssigen Highlightern arbeiten.

Eine der wesentlichen Erwartungen an einen Primer dürfte sein, dass er die Haltbarkeit von Make-ups verlängert, sodass es länger hält und zudem auch wie frisch geschminkt aussieht. Erfahrungsgemäß ist dies aber auch eine der großen Enttäuschungen bei Primern. Im Test wurde die Haltbarkeit zwar bei einigen Produkten verbessert, allerdings ist der Vorsprung so gering, dass Nachpudern einen deutlich besseren Effekt bringt.

Das kann aber daran liegen, dass gute Foundations und Puder die Aufgabe bereits sehr gut ohne Primer erfüllen. Die Zusammensetzung der Produkte ist sehr ähnlich und die Filmbildner und Ölregulierung als Absperrung, die bei Primern wirken, sind auch in modernen Make-ups enthalten.

Bietet ein Primer ein etwas klebendes Finish und somit mehr Grip, haften dadurch mehr Pigmente aus der Foundation daran. Somit wird die Abdeckung erhöht, es kann aber auch den Anschein einer verbesserten Haltbarkeit erwecken. Dies stimmt nicht mit den Erfahrungen der Testerin überein, viele andere Anwender beschreiben es aber so.

Primer statt Hautpflege?

Manche Primer haben durchaus das Potential eine Basispflege zu sein, die feuchtigkeitsspendend ist und mit ihren Inhaltsstoffen für weitere Effekte sorgt. Schminkt man sich aber anschließend, kommt der Sonnenschutz zu kurz. Somit ist die Antwort theoretisch »Ja«, es ist aber keine Empfehlung.

Es ist für eine auf die persönlichen Bedürfnisse optimierte Hautpflege effektiver und für ein gelungenes Make-up auch bequemer, die Hautpflege anderen Produkten zu überlassen und die effektiven Wirkstoffe in dekorativer Kosmetik als Bonus zu betrachten.

Primer statt Sonnenschutz?

Die eingesetzten Filter bieten leider häufig keinen ausreichenden Schutz, der mit dem von Sonnenprodukten mithalten könnte. Sie decken häufig nicht das ganze UV-Spektrum ab, sind häufig instabil und müssen daher regelmäßig aufgefrischt werden.

Problematisch ist zudem die benötigte Auftragsmenge: Um den auf dem Produkt angegebenen Lichtschutzfaktor zu erhalten, sind zwei Milligramm des Produkts pro Quadratzentimeterfläche nötig. Für Gesicht und Hals ist eine Menge von 1,5 bis 2,5 Gramm Sonnencreme ratsam. Jedoch würde man niemals so eine große Menge an Primer verwenden. Verwendet man allerdings nur die Hälfte davon, entspricht dies nur noch einer Quadratwurzel des angegebenen Lichtschutzfaktors. So wird aus einem Primer mit deklariertem SPF 30 ein SPF von 5. Häufig verwendet man sogar noch weniger Produkt und spart außerdem einige Bereiche aus.

So haben wir getestet

Die 14 getesteten Primer wurden aus populären Produkten, Bestsellern, Marken und Empfehlungen der Testerin ausgewählt. Es sind einige recht neue Produkte dabei, aber auch ein paar ältere, sehr beliebte Produkte. Es sollten sowohl Multitasker als auch Primer für verschiedene Einsatzzwecke dabei sein.

Die Testprodukte wurden an warmen Sommertagen und auch an kühleren Tagen im Herbst getestet. Jedes Produkt wurde halbseitig auf Mischhaut aufgetragen. Somit hatte man stets den Direktvergleich mit nicht grundierter Haut. In der T-Zone wurde auf die Mattierung geachtet, auf den Wangen sollte der etwas stumpfe und feuchtigkeitsarme Teint ausgeglichen werden.

Ergänzt wurden die Primer mit Puder und Foundation. Dabei wurde sich auf eine eher mittlere Abdeckung, sowie möglichst geringe Nebeneffekte beschränkt. Abgepudert wurde in einer möglichst dünnen Schicht ohne zusätzliche Abdeckung. Fixing Spray wurde nicht benutzt.

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