Test: Munddusche Waterpik

Mundduschen im Test : Gründliche Zahnreinigung

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Veröffentlicht 12.04.2020

Mundduschen gibt es sowohl als stationäre Geräte als auch als mobile Version. Einige lassen sich sogar direkt an den Wasserhahn anschließen. Welche am besten funktioniert, haben wir überprüft und insgesamt 17 Geräte getestet.

Christian Lanzerath
Christian Lanzerath
schreibt als Technik-Journalist unter anderem für CHIP, Computer Bild, ITespress, ZDNet und eKitchen und testet regelmäßig IT-Produkte und Consumer Electronic.

Mundduschen mit guter Leistung bekommt man schon für wenig Geld, nur im Hinblick auf die Ausstattung merkt man die Unterschiede zwischen günstig und teuer. Vor dem Kauf sollte man sich überlegen, ob das Gerät auch mit auf Reisen gehen soll oder lieber zuhause mit einem großen Wassertank überzeugen muss. Wir haben aus unseren 17 Testgeräten (12 sind aktuell noch verfügbar) verschiedene Empfehlungen für verschiedene Ansprüche gegeben.

Präzise und sanft: Braun Oral-B WaterJet

Von Oral-B gibt es mit der WaterJet ein Gerät, das sich vor allem für empfindliche Zähne gut eignet. Von derselben Marke gibt es auch elektrische Zahnbürsten, sodass wir hier definitiv auch die hochwertige Munddusche empfehlen können – ob zur Ergänzung zur Zahnbürste oder alleine.

Präzise und sanft

Oral-B WaterJet

Hier hat man es mit einer stationären Munddusche zu tun, die zwei Betriebsmodi bietet. Das Besondere dabei: man wählt die Modi direkt an der Düse aus. Dazu schiebt man den Düsenkopf in das Gehäuse oder eben wieder raus. So werden die Zähne mit geringerem Druck gereinigt, das ist angenehm und sehr sanft. Wenn die Düse aber draußen bleibt, ist der Wasserstrahl präziser, feiner und hat dementsprechend einen höheren Druck. Laut Hersteller helfen kleine Luftblasen bei der gründlichen Reinigung, was das nun bringt, konnten wir nicht beurteilen. Uns überzeugt die Munddusche aber insgesamt.

Munddusche Test: Testsieger Hozin Dentale Aquarius.
Oral-B WaterJet: Die Modi können beim Düsenkopf eingestellt werden.

Den Tank kann man einfach entnehmen und einsetzen und hinein passen maximal 600 Milliliter. Für zwei bzw. drei Minuten reicht das je nach Druck. Lang ist das nicht, aber es stört uns auch nicht. Nur der Druck könnte etwas höher sein.

Blau-weißen und aus Plastik kommt die Munddusche daher, damit dürfte sie in fast jedes Bad passen. Mit dabei sind viel Köpfe, die und das Handstück können im Stationsgehäuse verstaut werden. Wer möchte, kann sie aber auch an Schränken oder Wänden befestigen, das ist vor allem im kleinen Bad praktisch. Allerdings bleibt das Gerät immer im Standby-Modus und lässt sich nicht ganz abschalten.

Die Schlauchlänge ist für unseren Geschmack etwas kurz geraten, ist aber noch ausreichend. Kunden merken an, dass die Schläuche mit der Zeit porös werden können und kaputtgehen. Das passiert aber offenbar nicht immer und wir konnten während des Tests nichts Negatives feststellen, haben aber auch keinen Langzeittest gemacht.

Wer auch eine elektrische Zahnbürste möchte, kann sich das Oral-B Mundpflege-Center kaufen.

Wir finden die Funktionen und Leistung der Munddusche gut und empfehlen sie, vor allem den sanften Modus.

Wasser-Luft-Gemisch: Philips Sonicare AirFloss Ultra

Wasser-Luft-Gemisch

Philips Sonicare AirFloss Ultra

Test Munddusche: Philips Sonicare AirFloss Ultra
Mit einem Gemisch aus Wasser und Luft säubern kurze Druckstöße die Zahnzwischenräume sanft.

Keine Preise gefunden.

Die Sonicare AirFloss Ultra von Philips ist eine mobile Munddusche, die mit einem Wasser-Luft-Gemisch arbeitet, das in kräftigen Stößen abgegeben wird. Wir empfinden das als sanft und sehr sinnvoll.

Ein sanfter Wasserstrahl bedeutet, dass das Zahnfleisch weniger gereizt wird, besonders bei schmerzempfindliche Zahnfleisch ist das ein großer Vorteil. Außerdem spart dieses Gemisch auch Wasser, denn in den Tank passen gerade mal 20 Milliliter, das reicht aber für einige Anwendungen und schafft immerhin noch 140 Druckstöße aus.

Der Gebrauch mag zunächst ungewohnt sein, man findet aber schnell heraus, wie es am besten geht. Auch das Gefühl während dem Reinigen ist anders. Sie ist gut, aber unserer Meinung nach nicht gründlicher als mit anderen Modellen.

Durch den kleinen Wassertank ist die Munddusche leicht und kompakt mit nur 186 Gramm bei vollem Tank. Außerdem ist sie recht leise, Lärm gibt es nur beim Druckstoß, sonst nicht.

Eingestellt werden kann zuvor noch, ob man einen, zwei oder drei Druckstöße pro Knopfdruck möchte. Mehr sind natürlich gründlicher. Der Druck an sich kann aber nicht angepasst werden, ist er einem nicht hart oder weich genug, muss man ein anderes Modell nehmen.

Für alle, die mit dem Druck klarkommen, empfehlen wir sie aber.

Mobil: Blusmart Portable Oral Irrigator

Mobil

Blusmart Portable Oral Irrigator

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Die Blusmart überzeugt mit einer soliden Leistung und großem Wassertank.

von 160 Lesern gekauft

Eine mobile Munddusche gibt es von Blusmart mit dem Portable Oral Irrigator. Sie kommt mit Aufbewahrungsbeutel, Ladekabel und Ersatzdüsen und eignet sich auch für einen Einsatz wie etwa im Urlaub. Vor allem für jene, die viel unterwegs sind, empfehlen wir sie.

Zur Auswahl stehen drei Modi: Massage, Sanft und Standard. Die sanfte Stufe empfinden wir als sehr angenehm und sollte besonders Käufer mit sensiblem Zahnfleisch erfreuen dürfen. Der Pulse-Modus war uns aber fast zu stark. Die Reinigungsleistung empfanden wir bei allen Modi aber als gleich.

In den Wassertank passen 200 Milliliter, das ist ausreichend für 120 Sekunden und somit für eine komplette Spülung. Den Tank kann man zu Auffüllen herausnehmen und danach wieder einstecken, das macht auch die Reinigung des Geräts einfach.

Die Bedienknöpfe sind gut platziert und lassen sich auch während dem Spülvorgang gut tasten, so kann man den Wasserdruck einfach verstellen. Gut gefällt uns auch der Anschluss fürs Ladekabel, für den gibt es einen Silikonstöpsel, sodass man ihn verschließen kann. So kommt auch kein Wasser hinein. Außerdem bietet die Munddusche eine Memory-Funktion, die merkt sich den Wasserdruck bis zur nächsten Nutzung.

Für alle, die eine mobile Munddusche suchen, können wir sie empfehlen.

Was gibt es sonst noch?

Ein Gerät, das weder Tank noch Strom, dafür aber einen Wasserhahn braucht, ist die Munddusche von Smagreho. Sie wird direkt an den Wasserhahn angeschlossen und über den Hahn wird auch der Druck reguliert, so ist man in der Reinigungsdauer nicht beschränkt. Außerdem ist sie damit schön leise, beides gefällt uns gut.

Für die Montage werden Aufsätze und Gewinde mitgeliefert, damit passt sie beinahe an jeden Hahn. Durch einen Splitter kann sie auch dauerhaft installiert werden und der Hahn kann dennoch normal benutzt werden. Ein kleiner Hebel erlaubt das Umstellen von Wasserhahn auf Munddusche. Außerdem ist noch eine Wandhalterung mit dabei.

Der Strahl ist abhängig vom Wasserdruck und kann dementsprechend unterschiedlich ausfallen. Wir finden sie dennoch gut.

Ebenfalls etwas anders als herkömmliche Mundduschen funktioniert die mobile Munddusche von Orali –  Sie benötigt nämlich keinen Strom, hier wird per Finger gepumpt. Wir finden, dass das ganz gut funktioniert und mit ein wenig Anstrengung bekommt man auch einen kräftigen Strahl hin. Mit der Zeit wird das aber natürlich anstrengend.

Die Munddusche ist dafür aber angenehm leicht und klein, in den Tank passt Wasser für ca. 40 Stöße. Vor allem ein Vorteil: das Gerät funktioniert lautlos. Allerdings haben wir keine Ersatzdüsen dazu gefunden. Dafür ist das gesamte Set aber günstig zu haben.

Munddusche Test: Testsieger Hozin Dentale Aquarius.
Orali muss per Hand betrieben werden, dafür ist sie schön leise.

Eine mobile Munddusche ist auch der Wireless Oral Irrigator von Hangsun. Mit dabei sind Ersatzdüsen, Ladestation und Travel-Case. Der Tank befindet sich hinten am Gerät und er kann durch eine kleine Kappe geöffnet werden. Bei dieser Munddusche gibt es drei Modi, die sind alle ausgewogen und dadurch angenehm. Eine Füllung des Tanks reicht für etwa 35 Sekunden, also nicht unbedingt für den ganzen Mund.

Ein/Ausschalter, Bedienknöpfe und die Einstellung für den Modus liegen für unseren Geschmack zu nah beieinander. Positiv finden wir aber vor allem die Aufbewahrungsbox und auch die Leistung ist gut, sodass man die Munddusche einfach mit auf Reisen nehmen kann.

 

Die Silodent Munddusche funktioniert ähnlich wie die Alternative von Smagreho, indem man sie an den Wasserhahn anschließt. Die Montage an sich ist schnell und einfach erledigt. Hier tropft nichts und der Hahn kann weiterhin benutzt werden, wer möchte, kann diese Munddusche auch in der Dusche oder Badewanne anschließen.

 Munddusche Test: Silodent2
Silodent muss an den Wasserhahn.

Mit dabei sind Dichtungen, Ersatzdüsen und Wandhalterung. Nachdem der Anschluss für den Wasserhahn montiert ist, steckt man den Schlauch auf – und am besten nicht wieder ab, denn trotz Anleitung und einigem Kraftaufwand war die Demontage überaus umständlich.

Wie stark der Strahl sein soll, kann auch hier selbst bestimmt werden. In unserem Test war viel Luft im Wasser, was das Ganze aber eher unangenehm gestaltet hat. Wir finden Modelle mit einem integrierten Tank da etwas angenehmer. Die Reinigung des Geräts ist auch nicht ganz einfach, denn durch die Verwindungen bleibt der Spiralschlauch innen lange nass, auch Stunden später floss trotz Ausschütteln noch Wasser heraus. Wir finden die Leistung gut, die Montage eher nicht gelungen.

Wissenswertes über Mundduschen

Für gesunde Zähne soll täglich geputzt werden, aber es gibt auch Stellen, die man mit der Zahnbürste einfach nicht erreicht. In den Zahnzwischenräumen z. B. sammeln sich gerne Bakterien an, deshalb sollte man nicht nur die Zähne, sondern auch die Zahnzwischenräume reinigen.

Dafür gibt es im Handel z. B. Interdentalbürsten oder Zahnseide, damit muss man aber auch zurechtkommen. Wer damit Probleme hat, sollte sich vielleicht Mundduschen ansehen. Die kommt allerdings nicht in enge Zwischenräume, hier sind die anderen Reinigungsmethoden doch besser. Dennoch ist eine Munddusche sicher sinnvoller, als seine Zahnzwischenräume gar nicht zu reinigen.

Ein weiterer Punkt sind Zahnspangen, Brücken und Kronen – auch hier funktioniert Zahnseide nicht gut, sie verfängt sich darin schnell. Da ist ein dünner Wasserstrahl deutlich besser.

Es kommt also auf die persönlichen Vorlieben und auf die Begleitumstände an, welche Art der Reinigung man bevorzugt.

Welche Art von Munddusche?

Mundduschen können grundsätzlich in mobil und stationär unterteilt werden. Die stationären Geräte hängen an der Steckdose und  stehen daher meist in der Nähe des Waschbeckens. Hier gibt es einen großen Tank für Wasser, der ist per Schlauch mit dem Handstück verbunden. Hier ist das Handstück recht leicht und meistens gibt es einen Schalter zum Kontrollieren des Wasserstrahls. Der Wasserdruck kann an der Station eingestellt werden, das funktioniert zumeist per Drehknopf.

Mobile Geräte dagegen werden per Akku betrieben, der und der Wassertank befinden sich im Handstück. Daher sind diese Modelle auch klobiger und schwerer und wiegen mit voller Tankfüllung bis zu 500 Gramm. In den Tank gehen meist 125 bis 250 Milliliter Wasser, das ist meist nur für eine Anwendung ausreichend. Aber dafür kann so ein Tank auch schnell nachgefüllt werden. Mobile Mundduschen lassen sich vor allem gut mit auf Reisen nehmen, hier stört kein Schlauch.

Daneben gibt es auch noch Modelle, die direkt an den Wasserhahn angeschlossen werden und daher ganz ohne Strom und Akku auskommen.

Bei stationären Mundduschen ist der Wasserdruck ein wenig höher als bei mobilen Modellen. Für die Reinigung ist der Druck aber ausreichend und auch schonender für das Zahnfleisch.

Funktionsweise

Alle Mundduschen funktionieren gleich: mit einem feinen Wasserstrahl werden bei hohem Druck Ablagerungen und Essensreste aus den Zahnzwischenräumen gespült. Dazu wird die Düse zwischen zwei Zähnen angesetzt, möglichst dicht, der Strahl arbeitet dort ein oder zwei Sekunden, dann geht es weiter zum nächsten Punkt. Am besten bleibt der Mund dabei geschlossen und man sollte den Kopf überm Waschbecken lassen,  so wird der Spiegel nicht verspritzt.

Wer es angenehm will, sollte warmes Wasser verwenden und den Druck nicht zu hoch wählen, dabei wird auch gleich das Zahnfleisch massiert. Dafür gibt es bei manchen Mundduschen aber auch eine spezielle Funktion, hier gibt es dann kurze Stöße des Strahls.

Viele Mundduschen können auch mit Mundwasser betrieben werden, das sorgt für zusätzliche Reinigung und Frische. Danach muss aber alles mit klarem Wasser gespült werden. Grundsätzlich sollte das übrige Wasser immer ausgeleert werden.

Häufiges Nutzen einer Munddusche bringt natürlich mehr als nur gelegentliches, also am besten jedes Mal nach dem Zähneputzen daran denken.

Grundsätzlich ist die Reinigung von Mundduschen recht einfach, denn sie sind wasserfest, durch die elektrischen Teile dürfen sie aber nicht in den Geschirrspüler. Das Gehäuse kann feucht abgewischt werden, der Tank kann ausgespült werden, innen kann man das Gerät ab und zu mit Zitronensäure oder Essig reinigen, wenn möglich verdünnt, das entkalkt. Danach mit klarem Wasser nachspülen.

Mundduschen Test: Testsieger Honzin Dental Aquarius.

So haben wir getestet

Wir haben die Mundduschen alle selbst getestet und uns Handhabung und Druck angesehen sowie auf die Verarbeitung geachtet. Wir haben auf die Lautstärke geachtet und die Zeit gemessen, bis der Tank leer ist. Dafür haben wir einmal mit minimalem und einmal mit maximalem Druck getestet. So weiß man, wie weit eine Tankfüllung reicht.

Alle Geräte mit Pumpe sind ziemlich laut und liegen zwischen 70 und 80 Dezibel, im Bad herrscht ansonsten normalerweise eine Lautstärke von 42 Dezibel. Wenn direkt nebenan jemand schläft, sollte man so eine Munddusche also lieber nicht benutzen. Man hört sie auch durch geschlossene Türen noch.

Die speziellen Aufsätze haben wir nicht weiter beachtet. Es gibt aber z. B. Düsen zum Entfernen von Zahnbelag, zur Zungenreinigung oder Zahnfleischreinigung, sogar zum Saubermachen der Zahnspange. Das meiste dieser Aufgaben meistern aber normale Düsen auch. Wahrscheinlich wird man dauerhaft sowieso nur eine Düse nutzen, Braun und Panasonic etwa verzichten auf unnötiges Zubehör.

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