Test: Barttrimmer Aufmacher

Barttrimmer im Test : Der gepflegte Mann

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Update 20.11.2020

Für eine ansprechende Frisur geht man zum Friseur, die Pflege ihre Gesichtsbehaarung nehmen Männer aber selbst in die Hand. Angesichts der modischen Bedeutung des Bartes überrascht es kaum, dass die Hersteller von Barttrimmern mit einer Vielzahl verschiedener Modelle auf den Markt drängen. Wir haben 21 davon getestet.

Update 20. November 2020

Gleich ein ganzes Dutzend weitere Barttrimmer haben wir getestet. Darunter befinden sich drei neue Empfehlungen: Der Philips BT5515/15, der Panasonic ER-GB96 und der King C. Gillette 5513.

Lars Schönewerk
Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

Der Bart ist wieder da – und zwar unübersehbar. Nachdem das männliche Gesicht nach den 70er Jahren erst einmal kahler wurde, ist mittlerweile schon seit einigen Jahren das Gegenteil der Fall: Die Anzahl der Bartträger wächst kontinuierlich, der Bart ist wieder in.

Doch genau wie das Haupthaar kann man einen Bart nicht einfach wachsen lassen. Möchte man gepflegt aussehen, muss man ihn in Form bringen und in Folge auch halten. Wahre Enthusiasten besitzen ganze Sets aus Bartölen, -bürsten und -kämmen, dem dem Durchschnittsmann reicht hingegen meist ein einziges Werkzeug, das dafür aber umso wichtiger ist: Der Barttrimmer.

Die Hersteller solcher Gerätschaften überschlagen sich regelrecht mit Zusatzfunktionen, um im prall gefüllten Angebot verschiedener Bartschneider aus der Masse herauszustechen und Aufmerksamkeit zu erhaschen. Viele dieser Funktionen sind reine Spielereien, andere bieten einen echten Mehrwert. Je nachdem, welche Schwerpunkte Sie bei einem Trimmer setzen, können wir die folgenden Modelle empfehlen.

Tolles Gesamtpaket: Philips BT5515/15

Tolles Gesamtpaket

Philips BT5515/15

gepflegte Mann Test: Philips Bt5515 15 126x528
Mit dem BT5515/15 schnürt Philips ein attraktives Paket aus einem sehr guten Bartschneider und sinnvollem Zubehör.

Der Bartschneider BT5515/15 von Philips ist ein gutes Allroundgerät, welches mit einer Menge sinnvollem Zubehör geliefert wird. Das Gerät trimmt gut und gleichmäßig. Bartkonturen lassen sich gründlich und exakt bearbeiten. Dank des mitgelieferten Detailscherkopfes sind auch kleine Stellen mühelos erreichbar.

 Barttrimmer Test: Philips Bt5502
Der Philips BT 5502/15.

Dabei ist der BT5515/15 fast ein alter Bekannter. Der Trimmer ist das Modell BT5502/15, welches wir schon einmal getestet haben. Als BT5515/15-Variante bietet er eine umfassendere Zubehörausstattung. Beide Pakete unterscheiden sich preislich aber kaum. Während beide Scherkämme den zwei Varianten beiliegen, überzeugt der Philips BT5515/15 mit einer qualitativ besseren Transporttasche im direkten Vergleich zur dünnen Stofftasche vom Philips BT5502/15. Zusätzlich gibt es nun einen Detailscherkopf mit einer kleineren Klinge und einen Ladeständer. Letzterer ist in dieser Preisklasse einzigartig. Selbst bei den doppelt so teuren Geräten ist er oft immer noch eine Ausnahme.

Der Trimmer tritt in einer Kunststoffoptik auf, Verarbeitung und Haptik erwecken einen sehr hochwertigen Eindruck und sind tadellos. Der Look in edlem Schwarz und Anthrazit mit seinen silbernen Zierelementen gefiel uns gut, aber das ist natürlich auch eine Geschmacksfrage. Mit nur einer Hand kann komfortabel die Einstellung der Schnittlänge über das mittig gelegene Rad vorgenommen werden. Dank der rutschfesten Rautenstruktur und des ausbalancierten Gewichtes des Bartschneiders liegt der Philips immer gut und sicher in der Hand.

Ziemlich ungewohnt sind die Abstufungen der Schnittlänge. Bei vielen Modellen sind diese gleich groß, beim Philips nicht: Je geringer die gewählte Länge, desto kleiner ist der Sprung zu nächsten Stufe. Anfangs ein bisschen ungewohnt, ergibt das aber Sinn, da man die unterschiedliche Länge bei kürzeren Bärten stärker sieht als bei den längeren, und dementsprechend kleinere Abstände wählt. Die kleinsten Stufen betragen kaum sichtbare 0,2 Millimeter. Wir zweifeln, ob derartige Längenunterschiede überhaupt nötig und noch wirklich sichtbar sind.

Die Geräusche im Betrieb sind typisch für diese Geräte: Weder zu tief, zu hell, leise zu laut. Wir fühlten uns nicht gestört, es gab aber auch keine besonderen Merkmale der Wiedererkennung. Positiv ist allerdings das wasserdichte Gehäuse, keine Selbstverständigkeit bei diesen Geräten.

Beim Schnittergebnis lieferte der Philips BT5515/15 super Ergebnisse ab, an den Kanten wie auch beim einheitlichen Kürzen. Besonders im Doppel mit dem Detailscherkopf punktet der Barttrimmer hier auf der Linie.

Die Scherkämme der Barttrimmer von Philips haben Beine aus Kunststoff, die in die jeweiligen Öffnungen passen. Wie schon bei vorherigen Modellen wirken diese nicht sehr stabil. Auch der Philips BT5515/15 bildet da keine Ausnahme. Der Schwachpunkt des Trimmers sind die Haltebeine. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden diese früher oder später leicht abbrechen. Die Zugabe einer Tasche ist lobenswert, ein Hartschalenetui wäre aber deutlich praktischer gewesen.

Dass die momentan eingestellten Schnittlänge mittels Anzeige dargestellt wird, finden wir zweckmäßig. Vergleichbar mit dem ER-GB96 von Panasonic kann man die Längen der zwei Scherkämme gleichzeitig sehen. Das fehlende Display ist bei der Handhabung des Gerätes kein Problem, für diesen Preis kann man auch nicht mehr erwarten. Die Anzeige lässt sich durch eine LED erleuchtete die transparenten Ziffern auch bei Dämmerung gut zu erkennen.

Mit dem Philips BT5515/15 bekommt man ein gutes Gesamtpaket.

Für klare Konturen: Panasonic ER-GD50

Für klare Konturen

Panasonic ER-GD50

Test Bartschneider: Panasonic ER-GD50
Schluss mit Wackelkanten: Der Panasonic ER-GD50 schneidet tadellose Konturen ohne Kompromisse.

Eine klare Bartlinie ohne Ungleichmäßigkeiten oder ausgefranste Stellen ist schwerer zu erreichen als man annehmen könnte. Leichter geht es mit dem Panasonic ER-GD50, der für eben diesen Zweck konzipiert wurde.

Sein Exotenstatus wird schon auf den ersten Blick ersichtlich, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Trimmern sitzt die Schneidefläche nicht mittig, sondern seitlich am Gerät. Die Rechnung geht auf, denn die ungewöhnlichen Bauform gewährleistet eine beispielhafte Kontrolle und die breite Schneide erleichtert das Ziehen gerader Konturen. Vor allem Koteletten und Oberlippenbärte erhalten dadurch innerhalb kürzester Zeit ein sauberes, akkurates Aussehen.

Die breite Klinge hat aber auch einen Haken, denn während sie in größeren Gesichtsregionen wunderbar werken kann, ist sie für für kleine Feinheiten zu groß, und im Gegensatz zu fast allen Konkurrenten lässt der ER-GD50 keinen Wechsel des Scherkopfes zu. Einen Detailscherkopf findet man dementsprechend nicht in der Packung und auch ansonsten ist das Gerät recht spärlich ausgestattet. Neben Reinigungspinsel und einem kleinen Ölfläschchen hat der Bartschneider nur einen Plastik-Scherkamm zum Aufstecken im Gepäck. Leider ist dieser nicht sonderlich hochwertig und weil die Klinge quer zur Bewegungsrichtung liegt, schneidet der Trimmer auch alles andere als gleichmäßig.

Trotz seiner Schwachpunkte verdient der Panasonic ER-GD50 Aufmerksamkeit, denn in seiner Inselbegabung ist er ungeschlagen. Um den ganzen Bart gleichmäßig auf eine Länge zu stützen, ist er aber nicht geeignet. Am besten kann er seine Stärken somit als Ergänzung zu einem herkömmlichen Trimmer ausspielen, der dieser Aufgabe besser gewachsen ist.

Für längere Bärte: Panasonic ER-GB96

Für längere Bärte

Panasonic ER-GB96

Test Bartschneider: Panasonic ER-GB96
Wer das Gesichtshaar gerne etwas länger trägt, kommt kaum am ER-GB96 vorbei – er gestattet bis zu drei Zentimetern.

Der ER-GB96 von Panasonic hat sich auf das Trimmen längerer Bärte spezialisiert. Er schafft Haarlängen von bis zu 30 Millimetern – im Test mit Abstand der beste Wert. Optisch ist der Trimmer schlicht, aber trotzdem edel gehalten und besitzt keine Digitalanzeige. Die adäquaten Längenangaben finden sich auf einem Einstellrad, welches zentral platziert um den Trimmer verläuft. Je nachdem, welchen der drei Kammaufsätze man gerade auf den mattschwarzen Bartschneider gesteckt hat, gilt eine der drei auf dem Panasonic abgebildeten Zahlen. Nicht gerade angenehm, aber praktikabel.

Die Trimmeroberfläche ist rutschfest, für eine bessere Haftung befinden sich auf der Hinterseite Rillen. Das Stellrad ist ebenfalls mit Rillen versehen und besitzt einen guten Widerstand, sodass die Schnittlänge sich bequem einhändig justieren lässt. Etwas unangenehm ist der Laut des hellen Klickens, das man hört, wenn es betätigt wird. Aber das ist nur eine Bagatelle, die nicht unbedingt stört. Das gilt auch für das Geräusch, wenn der ER-GB96 in Betrieb ist: Nicht sehr laut, aber irgendwie doch grob und tief. Ein eindeutig positiver Aspekt des Panasonic ist, dass der Barttrimmer »waterproof« ist und problemlos abgewaschen werden kann.

Die im Lieferumfang enthaltene sehr dünne Tasche ist wohl eher ein Werbegeschenk. Ihre Maße lassen nur den Barttrimmer selbst hineinpassen. Platz für Zubehör ist dann keiner mehr da – hinsichtlich der drei im Umfang enthaltenen Scherkämme ist das aber einfach zu wenig.

Besitzt man keinen Haarschneider, kann der Panasonic ER-GB96 angesichts seiner großen Schnittlänge zur Not auch dafür benutzt werden. Das ist nicht ganz optimal, funktionierte aber ziemlich gut. Dabei sollte man besonders beachten, dass man den richtigen Scherkamm aufsteckt. Eine winzige Unachtsamkeit, und schon hat man eine ungewollte Delle in der Frisur.

Einen Bart von normaler Dimension schneidet der Panasonic recht anständig, brauchte dafür aber mehrere Durchgänge und somit mehr als die getesteten Spitzengeräte. Dabei zerzauste der Bart aber immer wieder. Während des Barttrimmens mussten wir ihn stellenweise immer mal wieder glatt streichen. Ein Ziehen oder Ausreißen der Haare gab es in unserem Test aber nicht.

Der ER-GB96 ist insgesamt ein solides Gerät, das keine größeren Fehler aufweist. Geeignet ist das Gerät in erster Linie für langbärtige Träger. Sollten Sie sich für dieses Gerät entscheiden, machen Sie damit keinen Fehler.

Solide: King C. Gillette 5513

Solide

King C. Gillette 5513

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Gillette und Braun schnüren ein sinnvolles Paket mit einem bewährten Trimmer zum fairen Preis.

Gillette ist der Marktführer bei den Nassrasierern. Uns überraschte es ein wenig, dass unter einem ähnlichem Namen nun Geräte zur Pflege des Bartes vertrieben werden – und nicht ausschließlich nur zur Entfernung der Haare. Eine gar nicht so abwegige Idee, denn beide Hersteller wohnen unter dem selben Konzerndach. Die Marke King C. Gillette definiert sich aber als selbstständige Marke.

Für uns ist der Start in das Segment der Bartpflege auf jeden Fall gelungen. Der King C. Gillette 5513, der den Namen des berühmten Firmengründers trägt, ist ein grundsolider Bartschneider. Nicht zufällig erinnert er an die Braun-Geräte, deren Logo gemeinsam mit dem der Marke King C. Gillette auf dem Griff des Trimmers angebracht ist. Also ist der King C. Gillette ist ein bewährtes Gerät in neuem Aufputz – als Modell 5513 schon seit einiger Zeit fester Bestandteil verschiedener Braun-Barttrimmer-Sets.

Der 5513 unterscheidet sich lediglich in Feinheiten von den Braun-Modellen MGK7020 und BT3022. Wie beim Modell MGK7020 stellt man die Länge des Schnitts am Scherkamm ein, beim Braun BT3022 geschieht dies über ein Einstellrad. In Sachen Zubehör liegt der Gillette genau zwischen den genannten Trimmersets: Er besitzt einen Scherkamm für die kürzeren Bartlängen von bis zu elf Millimetern sowie einen für längere Bartbehaarungen bis maximal 21 Millimetern. Darüber hinaus gibt es zusätzlich einen Kamm für den Drei-Tage-Bart, der lässt Schnittlängen von einem Zentimeter zu. Ausgefallene Kleinteile, wie beispielsweise ein Nasenhaarschneider beim Braun MGK7020, sind nicht dabei.

Die Bedienung funktioniert einwandfrei und verschont uns mit Überraschungen: Scherkamm aufgesteckt, bei einer gewünschten Länge einrasten lassen und das Gerät einschalten. Das Betriebsgeräusch des Trimmers ist von angenehmer Lautstärke und stört nicht. Wir haben vergeblich ein Display gesucht, in der Preisklasse ist das aber nicht ungewöhnlich. Die tadellose Verarbeitung hat uns sehr gut gefallen und ist zu diesem Preis nicht selbstverständlich.

Mit seinem sinnvollen Zubehör und der sehr guten Trimmleistung können wir den King C. Gillette 5513 sehr empfehlen. Da der Preis äußerst fair ist und sich das Gerät keine deutlichen Schwächen leistet, stimmt hier auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer mit dem Zubehörpaket des Trimmers unzufrieden ist, bekommt den Trimmer auch alternativ als Braun 5513 in anderen Ausstattungsvarianten.

Aber auch so gibt der Bartschneider wenig Anlass zum Meckern. Bei der Trimmleistung fällt das Gerät hinter unseren Spitzenreitern im Test zurück – allerdings nur hinter diese, denn er ist trotzdem überdurchschnittlich gut. Je nach Dichte und Länge des Bartbewuchs werden für ein gleichmäßiges Ergebnis zwei, drei oder vier Durchgänge benötigt.

Was gibt es sonst noch?

Das Kürzel »MGK« steht beim MGK7020 von Braun für »Multigrooming-Kit«. Die »vielfältige Funktion« setzt Braun mittels zahlreicher Aufsätze um, ganze acht Stück bietet der Barttrimmer. Mit drei Kämmen und fünf Scherköpfen ist das in unserem Test ein Rekord. Nicht alle sind für die Partie des Gesichtes vorgesehen, sondern teilweise auch für Enthaarung anderer Körperstellen.

Der Braun versucht, bei der Ausstattung alle Bereiche abzudecken: Selbst ein Nassrasierer mit einem Paar Rasierklingen liegt dem MGK7020 bei. Bei diesem handelt es sich um ein Modell des Typs »Fusion« – eine ziemlich hochwertige Dreingabe. Wer lieber beim Elektrobetrieb bleibt, kann neben Präzisions- und Körperhaartrimmer auch einen Nasen- und Ohrhaaraufsatz aufstecken. Der Scherkopfwechsel funktioniert geradezu vorbildlich und ohne die Gefahr eines versehentlichen Abbrechens von empfindlichen Kleinteilen. Hier macht der Hersteller alles genau richtig und bietet zusätzlich das wahrscheinlich beste Aufnahmesystem unter allen von uns bewerteten Modellen.

Der MGK7020 liegt gut in der Hand und besitzt eine erstklassige Verarbeitung. Im Vergleich mit den Konkurrenzmodellen ist er leichter und kleiner, was ihn auch zum Reisen prädestiniert. Der leise Betrieb und seine Wasserdichtheit runden das tolle Paket ab.

Allerdings konnte der Bartschneider in der nötigen Hauptdisziplin, dem Trimmen, keine gleichwertig guten Ergebnisse liefern wie beispielsweise die Top-Konkurrenz. Die extra Scherköpfe rupften von Zeit zu Zeit wenig angenehm am Barthaar herum. Das fehlende Display war ein weiteres Manko. Außerdem ließ sich sich der genaue Stand des Akkus nicht ablesen.

Auf der Test-Ziellinie ist der MGK7020 von Braun dennoch ein exzellenter Bartschneider. Wem Funktionsvielfalt wichtig ist, kann bedenkenlos direkt zum Kauf schreiten.

Der T-Series von Remington ist ein weiterer Konturenspezialist, der gegenüber dem ER-GD50 von Panasonic aber Unterschiede aufweist.  Zuerst fällt die Form des Remington auf, die eher an einen Nassrasierer erinnert, als an unsere Empfehlung des japanischen Herstellers. Des Weiteren ist der Scherkopf wechselbar – Remington packt zwei Köpfe unterschiedlicher Größe mit dazu.

Für ein präzises Ausrasieren ist das vorteilhaft, denn die kleinere Klinge ermöglicht das bequeme Ausrasieren von Details, an die der Nutzer im Gegensatz zum klobigen Schneideelement des Trimmers von Panasonic nur schwierig und mit großer Sorgfalt kommt – beispielsweise den Mundwinkeln oder der Einbuchtung in der Mitte der Oberlippe (Philtrum). Die längere Klinge wird bei längeren Haarkanten eingesetzt. Die Abmessungen der Trimmerschneide des japanischen Konkurrenten erreicht die Klinge nicht, was das Formverleihen von beispielsweise Koteletten und ähnlichen Haarpartien ein wenig komplizierter macht.

Neben einem verstellbarem Kamm liegen der T-Series noch sechs Kunststoffkämme mit jeweils fester Größe bei, was das Schneiden von Barthaarlängen zwischen 1,5 und 15 Millimetern ermöglicht. Sie erlauben aber ausschließlich grobe Abstufungen. Hier merkt man deutlich, dass der Fokus auf anderen Details lag.

Nach einer langen Testphase sind wir zu dem Entschluss gekommen, keine Empfehlung für den Präzisionstrimmer von Remington zu geben. Das liegt einerseits an seiner sehr starken Vibration – wir hatten das Gefühl, das Geräte stoße sich unentwegt von unserer Haut ab. Andererseits kommen ein vergleichsweise lautes Betriebsgeräusch und ein von Zeit zu Zeit unangenehmes Zupfen hinzu. So richtig qualvoll war das allerdings zu keinem Zeitpunkt, trotzdem war der Umgang mit dem Testmodell nie so richtig angenehm. Trotz seiner Defizite gehört der T-Series von Remington zu den ingesamt besseren Modellen und ist auf seinem Spezialgebiet eine gute Wahl.

Mit seinem schwarz-grünen Look aus Kunststoff richtete sich der MB6850 von Remington eher an die jüngeren Zielgruppen. Plastik und Gummi beherrschen den Gesamteindruck. Allerdings wirkt das Gerät damit auch nicht so exquisit wie die Konkurrenten von Philips oder Panasonic, was aber keinen Einfluss auf seine Funktionalität hat. Die demonstrativ beworbene Absaugung mittels Vakuum funktionierte in unserem Test gut, allerdings blieben wir nicht komplett von Stoppeln im Waschbecken verschont. Einmaliges Durchwischen bleibt einem auch hier nicht erspart. Der Großteil der Bartstoppeln wird aber zuverlässig abgefangen und in eine Auffangkammer im Trimmerkopf transportiert. Der ist außerdem groß genug dimensioniert, um ohne Probleme mehrere Schneidevorgänge durchzuführen. Ist die Kammer voll, lässt sie sich kommod durch Klopfen in einen Mülleimer ausleeren. Außerdem kann der Behälter zum Auffangen der Stoppeln sehr einfach entfernt werden. Im Gegensatz zum 7520/15 von Philips muss dazu nicht erst der Scherkopf entfernt werden. Der Auffangbehälter ist außerdem vollständig waschbar – sehr praktisch!

Der Hersteller informiert, dass 95 Prozent der Stoppeln beim Absaugen erfasst werden, und merkt an, dass sich diese Aussage auf eine Barthaarlänge von sechs Millimetern bezieht. Mit dem MB6850 kann allerdings bis zu einer Haarlänge von 18 Millimetern Haare geschnitten werden. Wir gehen davon aus, dass die Leistung des Absaugens bei einer derartigen Länge aber deutlich sinken dürfte.

Angetan waren wir von den sehr einheitlichen Schnittergebnissen. Gerade beim großflächigen Stutzen des kompletten Bartwuchses spielt der Remington seine Leistung sehr gut aus. Der im Umfang enthaltene Detail-Scherkopf wusste ebenfalls zu überzeugen.

Die Ausstattung MB6850 lässt sich leider nur als rudimentär bezeichnen: Neben dem Netzteil samt Bartschneider, einem Präzisionstrimmer und einem Scherkamm finden sich noch ein Beutel zum Transport, ein Pinsel zum Reinigen des Gerätes und eine Anleitung. Weitere Aufsätze oder eine Ladestation sucht man vergeblich. Die gewählte Schnittlänge ist seitlich am Kamm des Gerätes ablesbar, die allerdings nur mit zwei Händen verstellbar ist. Auf eine digitale Anzeige hat der Hersteller verzichtet.

Die Betriebslautstärke des Trimmers fiel uns leider negativ auf – neben dem BT9297/15 von Philips die zweitlauteste in unserem Test. Außerdem ist das Gerät nicht wasserdicht.

Im Großen und Ganzen ähnelt der MB6850 von Remington unserer Empfehlung von Philips. Allerdings bietet er in fast jedem Bereich weniger: Weniger Ruhe, weniger Laufzeit des Akkus, keine einhändige Bedienung , keine Display und keine Ladestation. Dafür kostet der Bartschneider auch nur halb so viel dessen, was der Konkurrent Philips für das Saugschneider-Modell verlangt. Die Schnittergebnisse sind relativ ähnlich.

Die Stärken des ER-GB43 von Panasonic sind schwer aufzuzeigen, denn die Fakten sprechen zunächst gegen den Barttrimmer. Er kommt mit nur einem Scherkamm, der nur eine Länge von bis zu zehn Millimetern schneidet. Trägt man seinen Bart länger, hat man eben Pech gehabt. Wie schon beim Modell von Philips angemerkt, besitzt der Panasonic-Scherkopf ebenfalls zarte Plastikbeinchen, die an einer jahrelangen Überlebensdauer Zweifel wecken. Außer dem obligatorischen Ein/Aus-Knopf besitzt der Trimmer keine weiteren Funktionstasten und kein Display. Über ein Drehrad wird die Schnittlänge angepasst, dessen Haptik allerdings sehr ausbaufähig ist. Das trifft allgemein auf das Gerät zu.

Der sogenannte Aha-Effekt tritt erst mit Einschalten des Gerätes ein, der danach geradezu lieblich anfängt zu surren. Das Geräusch des Trimmers ist dabei sehr leise, vergleichbar mit einem Friseurbesuch. Dadurch bekommt die eigene Bartpflege einen besonderen Erlebnisfaktor. Durch seine erstklassigen Ergebnisse beim gleichförmigen Trimmen gehört der Panasonic zu den Top-Modellen.

Hätte der Panasonic-Trimmer sachlich nicht so viele Mankos, hätten wir ihn ohne Vorbehalte empfohlen. Ihn im Test zu benutzen war sehr angenehm, im dauerhaften Gebrauch würden aber wahrscheinlich die nur geringe Schnittlänge und der fragile Scherkamm dauerhaft nerven. So bleibt eine geneigte Erfahrung, der Panasonic muss allerdings ohne unsere Empfehlung zurechtkommen.

Der ER-SB60 vom japanischen Hersteller Panasonic liegt wertig und massiv in der Hand. Er gehört zu den größeren Modellen im Test, was aber seiner ergonomischen Form nicht schadet. Die Verarbeitung ist gut, die Rückseite des Trimmers rutschfest und gummiert. Das silberfarbene Finish gefällt ebenfalls, dieses Design hat allerdings bei vielen der Konkurrenzmodelle für einen eher billigen Eindruck gesorgt.

Rund um den Bartschneider läuft das Einstellungsrad zur Justierung der Schnittlänge. Dank diesem kann der Panasonic bequem einhändig bedient werden – das ist uns schon vom Modell ER-GB96 des Herstellers gut bekannt. Der besitzt im Gegensatz zum ER-SB60 aber eine deutlich größere Schnittlänge – ein Maximum von 10 Millimetern ist schon ziemlich knapp bemessen. Allerdings besitzt er keine mehrfache Kennzeichnung wie der ER-GB96. Wir waren mit der der exzellenten Griffigkeit und dem sehr guten Widerstand auf jeden Fall äußerst zufrieden.

Dem Panasonic liegen neben einem weiterem Scherkamm für Details, ein Transportbeutel, ein Ladeständer, eine Anleitung eine Klingenöl-Fläschchen sowie der obligatorische Reinigungspinsel bei. Apropos Detail-Scherkamm: Die Präzision einer T-Series von Remington wird zwar nicht erreicht, dennoch ist er eine hilfreiche und sinnvolle Draufgabe. Die LED-Anzeige des Gerätes informiert rudimentär über den Stand des Akkus, ein Display mit einer dynamischen Darstellung ist sie allerdings nicht.

Sehr angenehm war das Trimmen mit dem Panasonic ER-SB60. Die Betriebslautstärke ist etwas lauter als beim Lautstärke-Streber ER-GB43, belästigt aber zu keinem Zeitpunkt. Die Ergebnisse waren ebenfalls einwandfrei. Zusammen mit der sehr guten Haptik bemerkten wir deutlich, dass es sich um ein hochwertiges Produkt handelte.

Dass es für keine Empfehlung gereicht hat, ist dem hohen Preis geschuldet. Das Ergebnis des Trimmers geht in Ordnung, wir halten ihn aber für deutlich zu teuer, zumal der ER-SB60 nur wenig Ausstattung bietet und für Bartlängen von mehr als einem Zentimeter nicht zu gebrauchen ist.

Das Modell ER-SB40 von Panasonic kommt im Gegensatz zum silbernen ER-SB60 in einem klassischen Schwarz und mit einem reduziertem Zubehörpaket. Auf einen Ladeständer wurde verzichtet, deutlich schwerer wiegt aber das Nichtvorhandensein eines zweiten Scherkammes mit Detailtrimmer. Beide Modelle verfügen über eine maximale Schnittlänge von einem Zentimeter. Davon mal abgesehen sind beide Geräte gleich. Neben der identischen Gehäuseform sind auch die Leistungsergebnisse gleich. Uns gefiel der ER-SB40 in schlichtem Schwarz besser, allerdings würden wir aufgrund der besseren Ausstattung zum silbernen ER-SB60 greifen.Wer auf Extras verzichten kann und ohnehin einen kurzen Bart trägt, kann mit dem abgespeckten Paket von Panasonic nichts falsch machen, vorausgesetzt er bezahlt den ziemlich hohen Preis.

Das sollten Sie über Barttrimmer wissen

Rund jeder zweite Mann trägt einen Bart. Nicht nur Holzfällern und Hipstern stehen Bärte exzellent, sondern auch Otto Normalverbraucher aus der direkten Nachbarschaft. Modetrend hin oder her, momentan ist kein Ende absehbar. Für den maskulinen, modernen Mann reicht es nicht, den Rasierer im Schrank zu lassen und dem Bartwuchs die Freiheit geben. Ein attraktiver Bart benötigt zusätzliche Fürsorge. Dazu gehört das regelmässige Trimmen, um den unkontrollierten Wuchs im Zaum zu halten.

Barttrimmer Test: Img
Ein gepflegter Bart ist das A und O.

Wahre Bart-Enthusiasten besuchen in regelmäßigen Abständen einen Barbershop, das Gros der Bartträger pflegt allerdings selbst ihre Pracht. Wer sich einen Haarschneider zulegen möchte, steht einer riesigen Armada von Geräten gegenüber, die alle auf unterschiedliche Weise um den Käufer konkurrieren und dabei doch alle irgendwie ähnlich aussehen – länglich, mit Kunststoffkämmen und Metallzähnen.

Viele der auf dem Markt erhältlichen Geräte versuchen, mehrere Einsatzmöglichkeiten miteinander zu kombinieren. Richtig sinnvoll sind diese Zusatzfunktionen oft nicht, da sie künstlich wirken und die Gründlichkeit und den Komfort von Spezialgeräten fehlen lassen. Um es mit einem Satz zu sagen: So unkompliziert ist es dann doch nicht.

Der größte Unterschied findet sich bei der Schnittlänge. Während die meisten Barttrimmer sich mit maximal zwei Zentimeter begnügen, sind mit einem klassischen Haarschneider meistens größere Schnittlängen möglich. Die Feinabstufung der Barttrimmer ist dafür genauer und ermöglicht Einstellungen von bis zu 0,5 Millimetern. Wer überall eine einheitliche Bartlänge trägt, bemerkt sowieso keinen Unterschied. Sobald jedoch variierende Bartlängen ins Spiel kommen, weil man den Oberlippenbart etwas dezenter halten möchte als beispielsweise markant betonte Koteletten, gerät ein Haarschneider sehr schnell an Grenzen. Zum akkuraten Schneiden von beispielsweise Konturen werden Präzisionsklingen benötigt, welche Haarschneider ebenfalls nicht bieten können.

Zahlreiche Unterschiede gibt es auch zwischen den reinrassigen Bartschneidermodellen. Die Mehrheit der Modelle versucht mit Zusatzfunktionen und Besonderheiten für Aufmerksamkeit zu sorgen und bieten Touchscreen-Bedienung, Vakuum-Absaugung und Laserzielhilfen. Manche dieser Funktionen sind reine Spielerei, andere bieten echten Mehrwert. Wieder andere Trimmer beschäftigen sich mit einem spezifischen Einsatzzweck, wie besonders langen Bärten oder Konturen. Hier können Multigroomer auftrumpfen, die eine neue Kategorie von Geräten darstellen und inzwischen immer mehr im Handel angeboten werden. Die Grundidee von Multigroomern ist, direkt am Anfang das Hauptaugenmerk auf das Multifunktionale zu legen. So werden bei Multigroomern in erster Linie die Funktionen von Elektrorasieren mit Haar- und Bartschneidern kombiniert. Ihr konzipiertes Einsatzgebiet ist hierbei nicht ausschließlich nur auf die Gesichtspartie beschränkt, sondern soll bei sämtlicher Körperbehaarung helfen – wie beispielsweise lästigen Nasen- oder Ohrhaaren.

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