Test: Kinder Smartwatch

Kinder-Smartwatches im Test : Nicht nur die Zeit im Blick

Update 09.04.2021

Die Funktionen von Smartwatches für Kinder gehen weit über die einer klassischen Kinderuhr hinaus. So wird nicht nur die eigene Selbständigkeit des Nachwuchses auf spielerische Weise gefördert, sondern es kann auch der Standort der Sprösslinge zu jeder Zeit genau bestimmt werden.

Update 9. April 2021

Wir haben zwei weitere Smartwatches getestet. Die Apple Watch SE ist unsere neue Empfehlung für größere Kinder, die aber noch zu jung für ein eigenes Smartphone sind.

Andrea Zschocher
schreibt als freie Journalistin und Bloggerin bevorzugt über Familie und mehr und testet Produkte für Babys und Kleinkinder.

Wenn Kinder noch nicht das passende Alter für ein Smartphone erreicht haben, bietet sich als Alternative die immer beliebter werdenden Kinder-Smartwatches an. Denn die heranwachsenden Kids können mit ihnen bei Bedarf nicht nur Textnachrichten verschicken oder telefonieren, sondern in Notfällen ebenfalls ein Notsignal absetzen. Da einige Modelle dauerhaft Standortdaten senden, können besorgte Eltern den Aufenthaltsort stets im Auge behalten.

Wir haben 18 Smartwatches getestet, davon können wir vier Modelle empfehlen.

Leichte Anwendung: Vodafone V-Kids Watch

Leichte Anwendung

Vodafone V-Kids Watch

Test GPS-Tracker für Kinder: Vodafone V-Kids Watch
Hier stimmt so gut wie alles. Sogar die Inbetriebnahme war einfach.

Die V-Kids Watch von Vodafone, mit der Eltern per Mobilfunk und TCLMOVE-App mit ihren Kindern in Kontakt bleiben können, konnte von uns schnell und kinderleicht in Benutzung genommen werden und tat das, was eine gute Uhr tun sollte: nämlich zuverlässig und exakt das Kind lokalisieren und die aktuelle Uhrzeit auf kindgerechte Art anzeigen. Unsere kleine Test-Grundschülerin schaffte es ohne Probleme, SMS und Anrufe an vorab festgelegte Telefonnummern zu tätigen und diese zu empfangen.

Das problemlose Einrichten der Uhr mit GPS-Funktion ließ uns in Verzückung ausbrechen. Das lag vor allem an der stimmigen und simplen Anleitung der Vodafone V-Kids Watch, die mit verständlichen Abbildungen versehen ist.

Der Smartwatch liegt eine Vodafone-SIM-Karte bei. Wenn man sich für die beigefügte V-SIM-Karte entscheiden sollte, muss diese vorab aktiviert werden. So wird dafür gesorgt, dass die Smartwatch sich mit dem Netzwerk von Vodafone verbinden kann. Ein netter Nebeneffekt: Dann kann die Uhr ihres Kindes auch in fast allen Ländern Europas ohne Zusatz-Kosten benutzt werden. Zur Kartenaktivierung wird allerdings eine Rufnummer aus dem deutschen Mobilfunknetz benötigt.

Die beigelegte SIM-Karte hat allerdings einen Haken: Sie verfügt nur über einen Datentarif, das bedeutet, dass die Telefonie-Funktion der Uhr nicht genutzt werden kann. Man kann dann lediglich Sprachnachrichten verschicken. Um mit der Uhr auch telefonieren zu können, benötigt man einen Vertrag mit entsprechender Telefoniefunktion – und der kostet natürlich mehr.

Zum Einsetzen der SIM-Karte muss das Armband abgenommen und die seitlich liegende Kartenabdeckung der SIM mit einer beigelegten Pinzette abgezogen werden. Das klappte bei unserem Test reibungslos.

Nachdem die Uhr aufgeladen war, installierten wir die App »TCLMOVE« und registrierten uns beim Hersteller. Anschließend wurden Handy und Smartwatch von uns gekoppelt sowie der Name des Kindes und die Beziehung zu ihm eingegeben. Der Geburtstag des Kindes und ein Profilbild konnten optional hinzugefügt werden. Alles ging sehr leicht – wie beispielsweise das Eintragen von maximal vier weiteren beliebigen Personen. Dann wurde die Einschalttaste gedrückt und wir konnten mit unserem Test beginnen.

GPS-Tracker für Kinder Test: Vodafone V Kids Watch
Die V-Kids Watch.

Selbsterklärend wie bei einem Smartphone ist die Handhabung des Smartwatch-Touchscreens: Einfach die gewählte Einstellung am mehrfarbigen Bildschirm bestätigen. Mit einem Wisch nach rechts oder links sieht man Funktionen, Einstellungen und Kontakte. Wenn auf dem Homescreen nach oben gewischt wird, werden die Benachrichtigungen angezeigt. Wird nach unten gewischt, wird die Option für Helligkeit und Lautstärke dargestellt.

Das Ziffernblatt konnte von unserem Testkind in den jeweils gewählten Varianten und mit kindergerechten Bildern deutlich und klar abgelesen werden. Die Änderung des Zifferblatts, das SMS-Senden, Notruf-Benachrichtigungen per SOS-Button sowie Sprachnachrichten mit einer Länge von 30 Sekunden hatte unsere kleine Testerin nach einer kurzen Erklärung sofort verstanden. Außerdem können maximal 15 Kontakte in die Liste der Smartwatch aufgenommen und Gruppenchats erstellt werden. Auch die Telefonfunktion der Uhr fanden wir einfach zu bedienen. Die sehr gute Tonqualität der V-Kids hat uns ebenfalls überzeugt.

Was unserer kleinen Prüferin am besten gefiel? Der vorinstallierte Taschenrechner, die Spiel-App und die Emoticons, die versendet werden können. Was Eltern besonders gefallen dürfte: Es können Ruhezeiten definiert werden, in denen keine Nachrichten empfangen oder verschickt werden können. So ist der Nachwuchs während des Unterrichts oder bei den Hausaufgaben nicht allzu stark von der V-Kids Watch abgelenkt. Die Funktion für Notrufe bleibt weiterhin aktiviert, die smarte Uhr sendet beim Alarm selbsttätig die Position des Kindes.

Über den Notruf-Knopf können bis zu vier Kontakte, die in einer Family-Gruppe abgespeichert sind, zur gleichen Zeit informiert werden. Ein sehr sicheres System! In der App »TCLMOVE« können Schutzzonen, etwa Spielplatz oder Schulgelände unkompliziert festgelegt werden. Dadurch werden die Eltern sofort via SMS informiert, wenn der Nachwuchs die sichere Zone verlässt. Die dreitägige Laufzeit des Akkus wurde von uns als positiv bewertet.

Auch an der Ortungsqualität gab es nichts auszusetzen: Die Position des Testkindes wurde bei jedem unserer Versuche durch die GPS-Technik genau ermittelt. Die exakte Position kann also nur dann bestimmt werden, wenn eine sehr gute Netzabdeckung oder GPS-Empfang gegeben sind. Laut Herstellerangaben findet eine sonstige Auswertung über Funknetzwerk oder WLAN statt, was jedoch die Genauigkeit der Ortung verringert.

Gut gefallen hat uns die übersichtlich gestaltete Ortungskarte mit Wegbeschreibungen für Apple oder Google-Maps, über die Sie sehr gut nachvollziehen können, wo sich das Kind gerade befindet.

Unserem weiblichen Testkind gefiel das Testmodell in einem pinken Farbton. Wir zitieren: Die Uhr wirke durch ihr pures Design »erwachsen und nicht so kindisch«. Dem schlossen sich auch ihre Mitschüler an. Eine Variante in Blau ist ebenfalls verfügbar.

Das flexible Band der Uhr ist aus robustem Gummi. Generell wird die Uhr hochwertig verarbeitet. An den schmalen Arm unseres Testkindes passte sich die V-Kids-Watch gut an. Sie besitzt »nur« eine Wasserresistenz, aber Regentropfen machen dem Gerät nichts aus. Eine Dusche hat sie ebenfalls unbeschadet überstanden. Zum Schwimmen sollte sie trotzdem lieber nicht getragen werden.

Auszusetzen an der Smartwatch von Vodafone haben wir nur Kleinigkeiten: An zarten Ärmchen kann die Uhr ein wenig klobig wirken. Außerdem verfügt sie über keinen Schrittzähler oder Wecker.

Den anfängliche Preis von etwa 170 Euro fanden wir zunächst recht happig. Inzwischen ist die Smartwatch schon für circa 100 Euro zu bekommen. Allerdings ist der ehemals hohe Originalpreis schon auch gerechtfertigt: Die Smartwatch war unkompliziert und schnell einsatzbereit und erfüllte ihren Zweck mit Bravour.

Für ältere Kinder: Apple Watch SE

Für ältere Kinder

Apple Watch SE (GPS + Celular)

Der Grund für das schlichte Design unseres Testmodells ist wahrscheinlich, dass es nicht in erster Linie für Kinder entwickelt wurde. Das zeigt sich auch beim Preis: Je nach Design und Ausstattung ist die Apple Watch SE ab etwa 300 Euro erhältlich. Damit kommt die Smartwatch nicht für jedes Familienbudget in Frage.

Die Apple Watch SE ist hauptsächlich für Kids geeignet, bei denen die Eltern die Anschaffung eines Handys am liebsten hinauszögern würden, aber es gut finden, wenn der Nachwuchs jeder Zeit erreichbar ist oder die Eltern erreichen kann. Für diesen Fall ist die Smartwatch eine hervorragende Wahl. Für jüngere Kinder ist sie unserer Meinung nach eher weniger geeignet. Der hohe Anschaffungspreis schmerzt bei Verlust oder Missgeschick dann doch zu sehr.

Die Smartwatch lässt sich eingeschränkt nach eigenem Gusto anpassen. Die Farbe des Gehäuses kann in Silber, Gold oder Space Grey gewählt werden. Beim Armband darf farbtechnisch aus einer breiten Palette gewählt werden. Sollte die Smartwatch ausschließlich für den Nachwuchs gedacht sein, entscheiden Sie sich gern für eine farbenfrohere Variante.

Soll das Kind trackbar sein und den vollen Umfang der Uhr nutzen können, braucht man einen zusätzlichen Vertrag für die Apple Watch. Leider werden nur die Anbieter O2, Vodafone sowie Telekom unterstützt. Im Regelfall belaufen sich die Kosten für einen Zusatzvertrag auf etwa zehn Euro monatlich. Möchten Sie darauf verzichten, beschränkt sich die Erreichbarkeit nur auf das WLAN. In diesem Falle empfehlen wir Ihnen die Apple Watch SE (GPS), die zudem noch circa 80 Euro preiswerter ist.

Für die Einrichtung der Uhr wird ein eigenes iPhone notwendig. Die Einrichtung ist relativ simpel: Zuerst wird das iPhone, das als Elterneinheit fungieren soll, ausgewählt. Dann bestätigen sie die Konfiguration für ein Familien-Mitglied. Für eine Familienkonfiguration wird mindestens eine Series 4 Apple Watch benötigt. Diese Option ist nicht für ältere Modelle verfügbar.

In der nachfolgenden Einrichtung muss ebenfalls eine Apple-ID für den Spross angelegt werden. Außerdem muss die eSIM mit der Smartwatch verknüpft werden, denn die Uhr von Apple benötigt keine SIM-Karte. Mit einem Anruf bei unserem Anbieter, der Telekom, war das relativ schnell erledigt. Haben Sie eine startbereite eSim parat, dauert die komplette Einrichtung der Uhr etwa 30 Minuten.

Nach Abschluss haben die Eltern komplette Kontrolle über die Nutzung der Smartwatch des Nachwuchses. So können beispielsweise Schulzeiten hinterlegt werden, in denen die Nutzung der Apple Watch SE eingeschränkt ist. Sollte das Kind doch damit herumspielen, bekommen die Eltern eine Benachrichtigung oder können es nachlesen. Die Smartwatch-Einstellungen können ebenfalls per Fernzugriff geändert werden.

In der Praxis zeigte sich schnell: Sollte sich das Kind an einem Ort aufhalten, an dem es keinen Empfang gibt, kann es eben nicht geordnet werden. Die Apple Watch SE übermittelt – wie jede andere Smartwatch auch – Positionsdaten nur dann, wenn die Uhr sich per Mobilfunkmast oder WLAN mit dem Netz verbinden kann.

Bei einem Spaziergang im Wald hatten wir leider keinerlei Empfang. Daher fiel die geplante GPS-Schnipseljagd nach dem Nachwuchs aus. Innerstädtisch funktionierte das aber problemlos, die Ortung des Standortes klappte sehr genau.

Die Uhr von Apple bietet eine Menge Gesundheitsfeatures, von der Entspannung, über Atemübungen, um den Puls zu verlangsamen bis zur Messung des Herzschlags. Für die Kleinen kann das nach einem anstrengenden Schultag sehr wichtig sein. Weitere Applikationen können dank des hinterlegten App-Stores auf die Smartwatch geladen werden. Haben Sie immer ein Auge darauf, welches Spiel sich das Kind herunterlädt. Die aktiven Zeiten, in der das Kind mit der Apple Watch SE herumspielt, können genau nachverfolgt und limitiert werden. Jede Betätigung der Uhr, wie beispielsweise Entsperren wird protokolliert. Um das Vertrauensverhältnis nicht zu belasten, sprechen Sie vorher mit Ihrem Kind darüber.

Nicht so gut gefallen hat uns die Nutzungsdauer des Akkus. Bei moderater Benutzung muss der Akku am Ende eines Tages neu geladen werden. Die Uhr ist bis 50 Meter wassergeschützt. Das Sportarmband unseres Testmodells, dessen Klettverschluss vorbildlich hielt, ließ sich angenehm tragen. Andere Armband-Varianten können bestellt werden. Achten Sie darauf, dass sich das Armband relativ leicht löst, wenn der Nachwuchs irgendwo hängen bleiben sollte. So werden Verletzungen vorgebeugt.

Treibt Ihr Kind Sport, können sämtliche Aktivitäten aufgezeichnet werden. Vibrationen und Klingeltöne können sich individuell den eigenen Vorlieben anpassen lassen.

Ebenfalls gefiel uns die Möglichkeit, mit der Smartwatch nach Hause zu navigieren. Da die Uhr mit dem iPhone gekoppelt ist, kann der Sprössling zu jeder Zeit auch seine Eltern orten: Auf »Navigation« klicken, Papa oder Mama aussuchen und sich mittels des integrierten Navigations-Features zum Ziel führen lassen. Sollte sich das Kind verlaufen – eine tolle Sache. Keine der anderen getesteten Smartwatches bot dieses Feature.

Für das Kind kann ein Adressbuch erstellt werden. Darin sind dann die Telefonnummern gespeichert, die das Kind bei Bedarf anrufen kann. Über die Sprachsteuerung funktioniert das auch wunderbar. Sagt das Kind »Siri, bitte Mama anrufen«, wird die gewünschte Person angewählt. Die akustische Qualität beim Telefonieren war hervorragend und gefiel uns ebenfalls. Die Sprachqualität ist mit der eines Smartphones vergleichbar.

Auch die Diktierfunktion für Nachrichten oder SMS funktionierte meist sehr gut. Das Anwählen von Telefonnummern ist über die Smartwatch möglich, hier sollten Sie ebenfalls vorher ein klärendes Gespräch über die Verfahrensweise führen. Da die Apple Watch SE keine Kamera besitzt, sind FaceTime-Video-Anrufe nicht möglich, FaceTime-Audio-Anrufe dafür schon.

Die Schriftumwandlung hat gut funktioniert. Einzelne Buchstaben können auf das Display der Uhr geschrieben werden, die Apple erkennt diese und kombiniert sie zu Sätzen und Wörtern. So können jüngere Kinder spielerisch nebenbei Buchstaben und das Schreiben erlernen.

Unser Fazit: Für Kinder und Erwachsene ist die Apple Smart SE eine tolle Uhr. Der einzige Haken ist der hohe Preis und die fehlende Robustheit, wie Smartwatches, die ausschließlich für Kinder konzipiert sind. Möchten Sie den Kauf eines Smartphones für das Kind noch ein paar Jahre hinauszögern und sind bereit den stattlichen Preis zu zahlen, dann ist die Apple Watch SE eine ausgezeichnete Wahl.

Günstiger Preis: Openuye Kindersmartwatch

Günstiger Preis

Openuye Kinder Smartwatch

Test: Openuye Kinder Smartwatch
Die Smartwatch kann nicht tracken, wo die Kinder sind, überzeugt aber durch guten Klang beim Telefonieren und einen geringen Preis.

Keine Preise gefunden.

Die Kinder-Smartwach von Openuye überzeugt mit ihrer Leistungsfähigkeit. Die Einrichtung fällt leicht: Rückenabdeckung öffnen, die SIM-Karte im Micro-Format (wenn gewünscht kann auch eine Foto- und Musik-Speicherkarte einlegt werden), die Smartwatch mit dem beigelegten USB-Kabel aufladen und schon geht’s los. Da die Uhr kein GPS-Tracking besitzt, muss somit auch keine Hersteller-App heruntergeladen und installiert werden.

Wir starteten sofort mit einem Telefonat, was auch wunderbar klappte. Die Anruf-Annahme war einfach, das hatten wir bei manch anderen Testmodellen schwieriger erlebt. Auch die Anwahl einer Telefonnummer gelang ohne große Schwierigkeiten. Zehn Telefonnummern können in der Uhr abgespeichert werden. Das finden wir praktisch. Die kleine Kontaktliste reicht eigentlich aus, da nur wenige Kids mehr als die zehn Kontaktnummern haben und brauchen. Einfach das entsprechende Symbol der Kontaktperson anklicken und die Telefon-Verbindung wird aufgebaut. Optional können auch Telefonnummern eingetippt werden.

Die erstklassige Klangqualität der Uhr gefiel uns gut. Im direkten Vergleich zur getesteten Konkurrenz verstanden wir unsere Testkinder immer gleichbleibend gut, egal ob beim Telefonieren geklettert wurde oder der Mund nicht so nah am Gerät war. Es gab keinen blechernen Klang, sondern die vergleichbar gute Sprachqualität eines Telefongespräches zwischen zwei Endgeräten. Für uns ein deutlicher Pluspunkt, denn wenn es schon kein Tracking gibt, dann doch wenigstens ein gutes Kommunikationserlebnis. Das schaffte die kleine Smartwatch trotz des erstaunlichen niedrigen Preises.

Wie oben schon erwähnt, kann ihr Nachwuchs mit der Uhr nicht getrackt werden. Trotz anderer Versprechungen im Netz fehlt der Uhr diese Funktion. Im Menü finden sich lediglich die Punkte: Einstellungen, Spiele, Alarm, Rechner, Aufnahme, Musik, (Foto-)Album, Kamera, Wähltasten und Kontakte.

Die Uhr bietet verschiedene Sprachen an: Italienisch, Spanisch, Französisch und Deutsch. Außerdem kann in den Modus »Lautlos« gewechselt werden – für die Zeit in der Schule ein wichtiger Punkt. In der Anruf-Historie kann nachvollzogen werden, mit welchen Personen ihr Kind in Kontakt stand.

Die Kamera der Uhr kann Selbstporträts in akzeptabler Qualität machen, hier sollte man aber keine großen Erwartungen an das Gerät haben. Wenn eine mit Musik befüllte Speicherkarte eingelegt wird, kann Ihr Kind auch seine Lieblingsmusik über die Smartwatch abspielen. Der Musikklang gefiel uns gut. Möglich sind dank eingelegter Memorycard auch Sprachaufnahmen.

Die integrierte Weckerfunktion funktionierte gut und kann als Ergänzung zum klassischen Wecker am Kinderbett dienen. Es gibt sogar einen Schlummermodus. Allerdings sollten Sie immer auf den Ladestand der Uhr achten. Der Akku hielt im Test nicht lange durch: Nach normaler Tages-Benutzung war bereits abends der Akku leer und die Uhr musste wieder geladen werden.

Die sieben Spiele sind ein netter Zeitvertreib, fesselten unsere kleinen Tester aufgrund des Mini-Bildschirms aber nicht lange. Gamer sollten dann doch andere Geräte statt einer Smartwatch nutzen.

Überzeugt hat uns die Openuye Smartwatch in erster Linie wegen des problemlosen Telefonierens bei tadellosem Klang. Eltern, denen die Kommunikation mit dem Kind, aber nicht das Tracking wichtig ist, bekommen mit der Uhr eine preisgünstige und gute Smartwatch.

Was gibt es sonst noch?

Ein gutes Tracking sowie einen guten Telefonklang bietet das Modell Xplora 4. Die Kamera, mit der auch Videos aufgenommen werden können, überzeugte uns ebenfalls. Durch die Xplora-App, die kostenlos angeboten wird, ist nicht nur das Chatten mit dem Kind möglich, sondern auch die Organisation der Personen, mit denen das Kind in Kontakt steht sowie die Definition sicherer Bereiche. Sollte ihr Kind den festgelegten Bereich verlassen, wird eine Benachrichtigung an die Nummer der Eltern geschickt. Die Bestimmung des Standortes funktionierte in unserem Test sehr gut. Diverse Gimmicks wie Schrittzähler oder Alarm überzeugten uns ebenfalls.

Bei Gebrauch wird die Smartwatch allerdings so heiß, dass das Tragen der Uhr sehr unangenehm wurde. Als wir versuchten das Passwort für das WLAN einzugeben, überhitzte die Uhr. Das war sehr deutlich auf der Kinderhaut der kleinen Testerin zu spüren. Das führt uns zum nächsten Problem: Weil das Gerät überhitzte, ging es schließlich in den Modus »Standby«. Auf dem Home-Screen wurden wir darauf hingewiesen, dass die Uhr »zu warm« sei und »vorübergehend« nicht zur Verfügung stehe. Das bedeutet dann auch, dass weder Tracking noch Anrufe möglich sind. Unsere Anrufe landeten sofort auf der Smartphone-Mailbox und wurden auch später, nach etwa einer Stunde Erholungszeit der Uhr, nicht angezeigt.

Dabei waren wir vor der Überhitzung des Gerätes nicht sonderlich aktiv. Wir versuchten lediglich das Passwort des WLAN einzugeben. Da Kids generell, gerade bei neuen Dingen, zum häufigen Gebrauch der Uhr neigen werden, war uns das Risiko möglicher Verbrennungen oder Hautirritationen einfach zu groß. Für die restliche Testphase haben wir den Testkindern die Smartwatch nur noch in die Hände gegeben, aus Angst vor nochmaligem Überhitzen.

Das Tracking der Space 4G von SoyMomo klappte in unserem Test leider nicht sonderlich gut. Während sich das Testkind mit uns auf einem Spielplatz befand, zeigte die SoyMomo-App an, dass sich der Nachwuchs in den heimischen vier Wänden befindet. Ebenfalls keinen Blumentopf gewinnen kann die Space 4G mit der Laufzeit des Akkus. Bei durchschnittlichem Gebrauch, ohne ständiger Nutzung der App war nach der Hälfte des Tages der Akku erschöpft. Hier hätten wir uns mehr Durchhaltevermögen gewünscht. Dafür geht das Aufladen zügig. Gut finden wir, dass Kontaktdaten festgelegt werden können, die Ihr Kind im Notfall anrufen kann. Insgesamt können zehn verschiedene Nummern eingespeichert werden. Die Sprachqualität beim Telefonieren war klar und überzeugte uns. Selbst als unser Testkind unruhig herumzappelte, verstanden wir trotzdem jedes einzelne Wort.

Etwas Nerven hat uns das Einlegen der SIM-Karte gekostet. Die PIN-Abfrage der SIM muss deinstalliert werden. Theoretisch wird das vom Hersteller im Handbuch erklärt, praktisch klappte das nur mit einer Menge Eigenrecherche und Geduld.

Die SoyMomo-App ist kostenlos und funktioniert, bis auf das Tracking, gut. Die Idee, verschiedene Sicherheitszonen für das Kind einzurichten und beim Verlassen selbiger eine Nachricht zu bekommen, bleibt aufgrund des schlechten Trackings also nur theoretisch.

Einen eher einseitig guten Telefonklang besitzt die Jaybest Q15B0919. Während die Verständigung mit der Smartwatch für den Nachwuchs super ist, haben die Eltern mit der Klangqualität ihre Probleme. Alles ist schlecht zu verstehen und sehr leise. Mit der Smartwatch machen Telefongespräche keinen Spaß.

Keine Freude bringt auch die Nutzung der Tracking-Funktion: Die Gratis-App SE Tracker 2, die den Eltern ja eigentlich dabei helfen soll, ihr Kind wiederzufinden, erfüllt ihren Zweck eben leider nicht. Dafür wurde immer wieder nervige Werbung gezeigt. Theoretisch soll man in der Lage sein, mit dem Nachwuchs per Video zu chatten oder Mitteilungen auf die Uhr zu schicken. In der Realität war dies nicht möglich. Die Anwendung zeigte keine Reaktion und auch bei unseren Testkindern kamen keine Nachrichten an.

Die SoyMomo H20 schürte aufgrund des hohen Kaufpreises und der übersichtlichen Gestaltung der App die Hoffnung in unseren Köpfen, dass wir hier eine weitere Empfehlung vor uns haben. Leider wurden wir enttäuscht, denn das Tracking navigierte uns wiederholt nach China. Theoretisch gibt es ebenfalls die Möglichkeit, sich über die App zu der Uhr navigieren zu lassen. In der Praxis schickte uns die SoyMomo-App aber auf einen Trip nach China (vermutlich zum Hersteller).

Da die SoyMomo von einem Anbieter aus Spanien stammt, ist die Menüsprache ebenfalls Spanisch. Die SoyMomo-App bietet allerdings eine deutsche Sprachunterstützung. Trotz aller Bemühungen und dem Versprechen des Herstellers, gelang es uns nicht, das Menü der H20 auf die deutsche Sprache umzustellen.

Die SoyMomo-App ist kostenlos und macht auf uns einen erstklassigen Eindruck. Auch hier kann eine Sicherheitszone eingerichtet werden. Verlässt Ihr Kind diesen definierten Bereich, bekommen Sie eine Benachrichtigung in der App. Da das Testgerät uns ständig nach China navigierte, konnten wir dieses Feature leider nicht in der Praxis testen.

Die gute Klangqualität beim Telefonieren hat uns überzeugt. Da für diesen Preis aber ein funktionsfähiges Tracking erwartet werden kann, ist die SoyMomo H20 für uns keine Empfehlung.

Der TK901 von Juneo mit Geofence ist ein schwarzer, kleiner, unscheinbarer Kasten. Auf seinem Gehäuse befindet sich eine Klappe zum Einlegen der SIM-Karte, ein Micro-USB-Anschluss zum Aufladen des Akkus, sowie eine kleine Öse zur Befestigung des – nicht mitgelieferten – Haltebands. Das war dann alles. Noch nicht einmal ein Logo des Herstellers trägt das Gerät. Der Tracker verfügt immerhin über einen integrierten Magneten und kann so an metallische Oberflächen geheftet werden.

Theoretisch kann der Tracker dann per SMS oder App aktiviert werden. Für die erste Möglichkeit fand sich sogar eine Instruktion in einer Rezension von Amazon. Doch keine der Varianten funktionierte, da die LEDs (blau und gelb für SIM, beziehungsweise Empfang, rot für Akku, sowie ein LED für GPS) einfach nicht zu blinken begannen, was übrigens das Startzeichen des leider nicht wasserdichten Geräts gewesen wäre. Ab diesem Punkt kamen wir mit dem Test nicht mehr weiter.

Der Tracker reagierte auch auf SMS nicht. Zu allem Überfluss hat der TK901 von Juneo seine Status-LEDs innerhalb des Gehäuses. Sie ist nur zu sehen, wenn man die SIM-Karten-Klappe offen lässt. Ein totaler Reinfall! Billiger Schrott – und für diesen Preis einfach zu teuer.

Sinnvoller Helfer oder totale Überwachung?

Kinder-Smartwatches sind umstritten. Auf der einen Seite ist es ziemlich verständlich, dass die Eltern sich um die Sicherheit der Sprösslinge sorgt, auf der anderen Seite will man die totale Überwachung seiner Kinder vermeiden. Wir haben als Kinder ja auch große Freiheiten genossen. Oder?

Bei Eltern stößt das Thema zweifellos auf erhebliches Interesse. In einer Online-Abstimmung unter Lesern fand »Bild« heraus, das die Meinungen zu diesem Thema weit auseinander gehen:

34 Prozent sagen: »Nur, wenn mein Kind darüber Bescheid weiß.«

33 Prozent sagen: »Klar, ich will wissen, wo mein Kind sich rumtreibt.«

18 Prozent sagen: »Für einen längeren Schulweg ist das schon okay!«

15 Prozent sagen: »Auf keinen Fall, ich gehöre nicht zu den Helikopter-Eltern!«

Auch wir haben die Für- und Gegenargumente des GPS-Tracking kontrovers in unserer Redaktion diskutiert. Natürlich kann eine Smartwatch mit GPS-Funktion auch dazu dienen, die Kinder bei Gefahr in kürzester Zeit tracken. Man kann zu jeder Zeit sehen, wo sich Sohn oder Tochter gerade befinden – teilweise ist die GPS-Lokalisierung auf einen Meter genau. Also doch nur ein dubioses Instrument zur Überwachung für außer Kontrolle geratene Helikopter-Eltern?

 GPS-Tracker für Kinder Test: Kinder Smartwatch
Eine Smartwatch am Handgelenk des stolzen Knirpses.

Im weiteren Verlauf unserer Feststellung sehen die Tester das ganze Thema inzwischen etwas differenzierter. Für Grundschüler können Smartwatches eine durchaus nützliche Alternative zu einem Smartphone darstellen. Die Überwachung ist nur ein Faktor.

Der Nachwuchs kann von den Eltern ausgewählte Nummer anrufen oder angerufen werden. Die Kids können Textnachrichten empfangen oder verschicken und ohne Zugang zum Internet kleine Computerspiele auf der Uhr spielen. Mit echten GPS-Trackern ist das nicht möglich.

Smartwatches sind für Stefan Hempel, der Mitgründer des Herstellers »Pingonaut« ist, in erster Linie für Grundschüler geeignet, deren Eltern den Kauf eines Smartphones herauszögern möchten. Denn die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass die Kinder dann nur noch die Zeit am Bildschirm verbringen. Das ist aber wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit und unvermeidlich. Mit einer Kinder-Smartwatch können die Eltern das aber noch ein wenig hinauszögern.

Was sagt der Gesetzgeber?

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat reine GPS-Tracker mit einem integriertem Mikro seit dem Jahr 2018 als eine »verbotene Sendeanlage«eingestuft. Ihr Verkauf ist verboten und der Besitz ebenfalls strafbar. Die verdeckte Personen-Überwachung soll damit verhindert werden.

Was das Thema Kinder-Smartwatches angeht, ist die Gesetzgebung eindeutig auf der Seite der Eltern. So können sich Eltern jederzeit auf den Paragraphen §1626 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) beziehen, der den Eltern das Recht und die Pflicht zuspricht, Sorge für ihr minderjähriges Kind zu tragen.

Smartwatches verarbeiten allerdings personenbezogene Daten. Daher muss eine Einwilligung laut Datenschutz-Grundverordnung (Artikel 8 DSGVO) erfolgen. Selbst über ihre Daten dürfen Kinder erst ab einem Alter von 16 Jahren bestimmen. Eine Smartwatch mit Standortüberwachung einzusetzen, erfordert also nur das Einverständnis der Eltern. Experten empfehlen trotzdem, dass die Eltern auch ihren Kindern begründen sollten, wie eine Standortüberwachung generell arbeitet und warum sie diese Funktion bei ihnen einsetzen möchten. Ihr Kind sollte zu einer Ortung seine Zustimmung geben.

 Smartwatches und GPS-Tracker für Kinder Test: Kinder Smartwatch
Eine Smartwatch in schickem Schwarz.

Familientherapeut und Kinderschutz-Experte Dr. Klaus Neumann hält laut »Bild« nichts von der Ortung via GPS: »Sein Kind nicht mehr wiederzufinden ist zwar eine Urangst für die meisten Eltern. Doch für gewöhnlich kommen Kinder wieder. Kinder spüren es, wenn ihnen kein Vertrauen entgegengebracht wird, sie bleiben dann in vielen Bereichen unsicher.«

Die meisten Eltern sorgen sich weniger, dass der Nachwuchs mal ausbüxt, sondern eher dass ihm etwas zustößt. Die Entscheidung gegen oder für einen Tracker können nur die Eltern selbst treffen, am besten in gemeinsamer Entscheidung mit dem Nachwuchs. Wenn alle damit einverstanden sind, spricht nichts weiter dagegen.

Ohne einen Mobilfunkvertrag geht leider nichts

Dass eine Smartwatch die Position ihres Kindes bestimmen kann, reicht nur zur Hälfte – die Uhr muss in der Lage sein die Ortungsinformationen auch an die Eltern weiterzugegeben. Das geht nur über das Mobilfunknetz. Für die Nutzung des Mobilfunknetzes brauchen Smartphones eine eigene SIM-Karte. Dafür ist ein Mobilfunkvertrag nötig, durch den zusätzliche laufende Kosten entstehen können.

Allerdings wird in der Regel nicht so häufig über die Smartwatches telefoniert. Oft reichen hier Prepaid-Verträge und damit sind die Kosten überschaubar. Nicht immer ganz einfach ist die Aktivierung der SIM-Karten, denn hier muss man über ein geeignetes Verfahren die eigene Identität überprüfen lassen. Die einfachste Variante ist die direkte Identifikation mit Personalausweis oder Pass im Shop des Mobilfunk-Anbieters.

So haben wir getestet

Alle Smartwatch-Modelle wurden von uns alltagsnah getestet: Unsere jungen Testkinder nahmen die Uhren sogar mit in die Schule und testeten die unterschiedlichen Möglichkeiten. Wir achteten besonders auf die SMS-, Alarm- und Anruf-Funktion, die Optik, den Preis, die Handhabung der App und des Gerätes, die Größe, das Gewicht und Robustheit und die Genauigkeit der Ortung.

In unserer ersten Testrunde testeten wir alle Smartwatches mit einer SIM-Karte mit Vertrag. In der zweiten Runde kam eine Prepaid-SIM-Karte zum Einsatz. Die Formate der Karten unterschieden sich, von der Nano-SIM-Karte über Micro bis zur klassischen Standard-SIM-Karte war jedes Format dabei. Die Inbetriebnahme scheiterte bei einigen Smartwatches, weil sich die SIM-Karte nicht aktivieren ließ. Daher fand die Einrichtung der Uhren eine besondere Berücksichtigung im Testergebnis. Die jeweils dazugehörenden Apps wurden von uns ebenfalls genau begutachtet.

Das Telefonieren war mit der Mehrheit der Modelle kein Problem. Kniffliger wurde es bei den Smartwatches, die auch internetfähig waren. Die WLAN-Einrichtung bereitete bei manchen Modellen Probleme.

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