Test: Kinder Smartwatch

Kinder-Smartwatches im Test : Nicht nur die Zeit im Blick

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Veröffentlicht 24.09.2020

Die Funktionen von Smartwatches für Kinder gehen weit über die einer klassischen Kinderuhr hinaus. So wird nicht nur die eigene Selbständigkeit des Nachwuchses auf spielerische Weise gefördert, sondern es kann auch der Standort der Sprösslinge zu jeder Zeit genau bestimmt werden.

Andrea Zschocher
Andrea Zschocher
schreibt als freie Journalistin und Bloggerin bevorzugt über Familie und mehr und testet Produkte für Babys und Kleinkinder.

Wenn Kinder noch nicht das passende Alter für ein Smartphone erreicht haben, bietet sich als Alternative die immer beliebter werdenden Kinder-Smartwatches an. Denn die heranwachsenden Kids können mit ihnen bei Bedarf nicht nur Textnachrichten verschicken oder telefonieren, sondern in Notfällen auch ein Notsignal absetzen. Da einige Modelle dauerhaft Standortdaten senden, können besorgte Eltern den Aufenthaltsort stets im Auge behalten.

Wir haben 16 Smartwatches getestet, davon können wir vier Modelle empfehlen.

Leichte Anwendung: Vodafone V-Kids Watch

Leichte Anwendung

Vodafone V-Kids Watch

Test GPS-Tracker für Kinder: Vodafone V-Kids Watch
Hier stimmt so gut wie alles. Sogar die Inbetriebnahme war einfach.

Die Vodafone V-Kids Watch, mit der Eltern per Mobilfunk und TCLMOVE-App mit ihren Kindern in Kontakt bleiben können, konnte von uns schnell und kinderleicht in Benutzung genommen werden und tat das, was sie sollte: nämlich zuverlässig und exakt das Kind lokalisieren und die aktuelle Uhrzeit auf kindgerechte Art anzeigen. Unsere kleine Test-Grundschülerin schaffte es ohne Probleme, SMS und Anrufe an vorab festgelegte Telefonnummern zu tätigen und diese zu empfangen.

Das problemlose Einrichten der Uhr mit GPS-Funktion ließ uns in Verzückung ausbrechen. Das lag vor allem an der stimmigen und simplen Anleitung der Vodafone V-Kids Watch, die mit verständlichen Abbildungen versehen ist.

Der Uhr liegt eine Vodafone-SIM-Karte bei. Wenn man sich für die beigefügte V-SIM-Karte entscheiden sollte, muss diese vorab aktiviert werden. So wird dafür gesorgt, dass die Smartwatch sich mit dem Netzwerk von Vodafone verbinden kann. Ein netter Nebeneffekt: Dann kann die Uhr ihres Kindes auch in fast allen Ländern Europas ohne Zusatz-Kosten benutzt werden. Zur Kartenaktivierung wird allerdings eine Rufnummer aus dem deutschen Mobilfunknetz benötigt.

Zum Einsetzen der SIM-Karte muss das Armband entfernt und die seitlich liegende Kartenabdeckung der SIM-Karte mit einer beigelegten Pinzette abgezogen werden. Das klappte bei unserem Test reibungslos.

Nachdem die Uhr aufgeladen war, installierten wir die TCLMOVE-App und registrierten uns beim Hersteller. Anschließend wurden Handy und Smartwatch von uns gekoppelt sowie der Name des Kindes und die Beziehung zu ihm eingegeben. Der Geburtstag des Kindes und ein Profilbild konnten optional hinzugefügt werden. Alles ging sehr leicht – wie beispielsweise das Eintragen von maximal vier weiteren beliebigen Personen. Dann wurde die Einschalttaste gedrückt und wir konnten mit unserem Test beginnen.

GPS-Tracker für Kinder Test: Vodafone V Kids Watch
Die Vodafone V-Kids Watch.

Selbsterklärend wie bei einem Smartphone ist die Handhabung des Smartwatch-Touchscreens: Einfach die gewählte Einstellung am mehrfarbigen Bildschirm bestätigen. Mit einem Wisch nach rechts oder links sieht man Funktionen, Einstellungen und Kontakte. Wenn auf dem Homescreen nach oben gewischt wird, werden die Benachrichtigungen angezeigt. Wird nach unten gewischt, wird die Option für Helligkeit und Lautstärke dargestellt.

Das Ziffernblatt konnte von unserem Testkind in den jeweils gewählten Varianten und mit den kindergerechten Bildern deutlich und klar abgelesen werden. Die Änderung des Zifferblatts, das SMS-Senden, Notruf-Benachrichtigungen per SOS-Button sowie Sprachnachrichten mit einer Länge von 30 Sekunden hatte unsere kleine Testerin nach einer kurzen Erklärung sofort verstanden. Außerdem können maximal 15 Kontakte in die Liste der Smartwatch aufgenommen und Gruppenchats erstellt werden. Auch die Telefonfunktion der Uhr fanden wir einfach zu bedienen. Die sehr gute Tonqualität der V-Kids hat uns ebenfalls überzeugt.

Was unserer kleinen Prüferin am besten gefiel? Der vorinstallierte Taschenrechner, die Spiel-App und die Emojis, die versendet werden können. Was Eltern besonders gefallen dürfte: Es können Ruhezeiten definiert werden, in denen keine Nachrichten empfangen oder verschickt werden können. So ist der Nachwuchs während des Unterrichts oder bei den Hausaufgaben nicht allzu sehr von der V-Kids Watch abgelenkt. Die Funktion für Notrufe bleibt weiterhin aktiviert, die smarte Uhr sendet beim Alarm selbsttätig die Position des Kindes.

Über den Notruf-Knopf können bis zu vier Kontakte, die in der Family-Gruppe abgespeichert sind, zur gleichen Zeit informiert werden. Ein sehr sicheres System! In der App »TCLMOVE« können Schutzzonen, etwa Spielplatz oder Schulgelände unkompliziert festgelegt werden. Dadurch werden die Eltern sofort via SMS informiert, wenn der Nachwuchs die sichere Zone verlässt. Die Laufzeit des Akkus von bis zu drei Tagen wurde von uns positiv bewertet.

Auch an der Ortungsqualität gab es nichts auszusetzen: Die Position des Testkindes wurde bei jedem unserer Versuche durch die GPS-Technik genau ermittelt. Die exakte Position kann also nur dann bestimmt werden, wenn eine gute Netzabdeckung oder GPS-Empfang gegeben sind. Laut Herstellerangaben findet eine sonstige Auswertung über Funknetzwerk oder WLAN statt, was jedoch die Genauigkeit der Ortung verringert.

Gut gefallen hat uns die übersichtlich gestaltete Ortungskarte mit Wegbeschreibungen für Apple oder Google-Maps, über die Sie sehr gut nachvollziehen können, wo sich das Kind gerade befindet.

Unserem weiblichen Testkind gefiel das Testmodell in einem pinken Farbton. Wir zitieren: Die Uhr wirke durch ihr pures Design »erwachsen und nicht so kindisch«. Dem schlossen sich auch ihre Mitschüler an. Eine Variante in Blau ist ebenfalls verfügbar.

Das flexible Band der Uhr ist aus robustem Gummi. Generell wird die Uhr hochwertig verarbeitet. An den schmalen Arm unseres Testkindes passte sich die V-Kids-Watch gut an. Sie besitzt »nur« eine Wasserresistenz, aber Regentropfen machen dem Gerät nichts aus. Eine Dusche hat sie ebenfalls unbeschadet überstanden. Zum Schwimmen sollte sie trotzdem lieber nicht getragen werden.

Auszusetzen an der Smartwatch von Vodafone haben wir nur Kleinigkeiten: An zarten Ärmchen kann die Uhr ein wenig klobig wirken. Außerdem verfügt sie über keinen Schrittzähler oder Wecker.

Den anfängliche Preis von etwa 170 Euro fanden wir zunächst recht happig. Inzwischen ist die Smartwatch schon für circa 100 Euro zu bekommen. Allerdings ist der ehemals hohe Originalpreis schon auch gerechtfertigt: Die Smartwatch war unkompliziert und schnell einsatzbereit und erfüllte ihren Zweck mit Bravour.

Tolles Design: Pingonaut Puma

Tolles Design

Pingonaut Puma

Test GPS-Tracker für Kinder: Pingonaut Kidswatch Puma
Eine wirklich schlaue Uhr mit Touchscreen-Farbdisplay: todschick, mit vielen Zusatzfunktionen sowie guter Ortung.

Als wir die Pingonaut Puma beim Auspacken zum ersten Mal zu Gesicht bekamen, packte uns so richtig die Lust zu Testen. Die Uhr besitzt ein sportliches, cooles Design, das auch der 13-jährigen Schwester des Testkindes super gefiel. Das große Angebot an optionalen Spielarten überzeugte uns ebenfalls: Ob Nylon oder Leder, ob rosa, pink, grün, schwarz oder orange – hier wird wohl jedes Kind sein Lieblingsdesign finden.

Unter Zuhilfenahme der Anleitung und des beigelegten kleinen Schraubenziehers entfernten wir den Uhren-Rückendeckel, um die beigelegte und von uns vorab aktivierte Prepaid-Karte von Congstar einzulegen. Zumindest blieb es bei einem Versuch. Das kleine Schräubchen ging direkt verloren. Da wundert es uns nicht, dass Hersteller Pingonaut noch zwei Ersatz-Schrauben mitgeliefert hat. Da die Prozedur sehr fummelig ist, hätte ein unkomplizierterer Mechanismus den Vorgang deutlich erleichtert.

Die Inbetriebnahme der Uhr wollte auch nicht so recht klappen, weil die Fehlermeldung »SIM-Karte wurde nicht erkannt« ständig auftauchte. Wir vermuteten, es würde vielleicht an einer falsch eingelegten SIM-Karte liegen. Also schraubten wir den Rückendeckel wieder auf und zu. Eine Feinarbeit und echte Zumutung – und nichts für Menschen mit Weitsichtigkeit. Nachdem sich drei weitere Tester erfolglos mit der Smartwatch abgeplagt hatten und der Hersteller vorab Notfall-Hilfe versprochen hatte, sendeten wir SOS-Zeichen. Ein Mitarbeiter von Pingonaut startete für uns die Uhren.

Seine SIM-Karten funktionierten allerdings auch nicht sofort. Er musste sogar nochmal in seine Niederlassung zurück, um eine Austauschkarte zu beschaffen. Wir müssen allerdings zugeben, dass unter normalen Bedingungen eher selten die SIM-Karte gewechselt wird. Wir ignorieren diesen Punkt also mal großzügig.

Jetzt konnten wir mit dem Test beginnen. Und wir hatten dabei viel Spaß. Die Positionsbestimmung via GSERSON, Wifi, LBS und GPS funktionierte während unserer Testtage in Echtzeit und bis auf einige Meter exakt. Die Standortdaten können auch in einer 30-tägigen Historie verfolgt werden. Jeder Schritt der jungen Testerinnen konnte auf einer Map auf dem elterlichen Smartphone per intuitiver App verfolgt werden.

Die Uhr lässt sich kinderleicht bedienen: Egal, ob von uns Kontakte angelegt wurden (maximal 20 Einträge lassen sich hinzufügen und können auf Wunsch auch mit einem passenden Profilfoto oder einer lustigen Comicfigur versehen werden) oder wir das Ziffernblatt auf analog oder digital umstellten. Ein paar Mal über das farbige, interaktive Touchscreen-Display gewischt und alles funktionierte selbsterklärend. Das Versenden von SMS klappte ebenso problemlos wie die Verständigung per Textchat mit den vorher festgelegten Nummern.

Besonders der gute Klang der Smartwatch beim Telefonieren überraschte uns positiv: Die Pingonaut Puma überzeugte in diesem Testpunkt noch mehr als die ebenso getestete Schwester Panda 2. Die vielen Zusatz-Funktionen wie die Einrichtung von acht Sicherheitszonen, Ruhezeiten, Vibrationsalarm, Lautsprecher, Mikrophon, SOS-Taste und Wecker gefielen uns ebenfalls sehr.

Auch die Auswahl aus acht möglichen und bezaubernden Zifferblatt-Bildern mit rosa Donuts, Jeeps, stylischen Quallen, Blümchen und Palmwedeln spricht Kinder definitiv an. Uns Testeltern gefiel die hochwertige Verarbeitungs-Qualität und Robustheit der Uhr. Der Hersteller verspricht Datenschutz durch deutsche Server-Standorte. Die Software ist in Deutschland entwickelt worden und der Support auf Deutsch.

Ist außer den Start-Problemen sonst noch etwas zu bemängeln? Die Akkulaufzeit dürfte gerne länger sein, nur circa zehn bis zwölf Stunden im sogenannten »Power Safe Mode« sind etwas dürftig. Die Nutzung des »Power Tracking Mode« – also bei gleichzeitiger Aktivierung aller drei Sensoren und 60-sekündigem Positionsdaten-Intervallen – verkürzt die Laufzeit im Durchschnitt auf kurze sechs Stunden. Bis zu vier Tage erreicht die Uhr im Standby-Modus.

Mehrere Kunden kritisierten zudem an der »Pingonaut«-Anwendung, dass es von Zeit zu Zeit größere Schwierigkeiten mit dem Server und der Ortung gebe. Knapp 200 Euro für eine Smartwatch sind auch kein Schnäppchen. Unter unseren getesteten Modellen war die Pingonaut das Modell mit dem höchsten Preis.

Genaue Ortung: Pingonaut Panda 2

Genaue Ortung

Pingonaut Panda 2

Test GPS-Tracker für Kinder: Pingonaut Kidswatch Panda 2
Ein etwas einfacheres Modell ohne viel Schnickschnack wie Farbdisplay und Touchscreen, dafür aber mit einer Top-Akkulaufzeit und zuverlässiger Lokalisierung.

Keine Preise gefunden.

Die Panda 2 von Pingonaut ist die günstigere und etwas abgespeckte Schwester der Puma von Pingonaut. Sie kommt mit weniger Extras: statt eines farbigen gibt es nur ein monochromes Display, die Änderung des Ziffernblatt-Designs ist nicht möglich, nur maximal acht Telefonnummern (ohne Profilbild) sind speicherbar und es gibt keinen Vibrationsalarm.

Obwohl der Wechsel der seitlich sitzenden SIM-Karte ebenso fummelig und die gleichen Probleme bei der Inbetriebnahme auftraten wie bei der Puma, können wir die Smartwatch mit gutem Gewissen empfehlen. Als Ortungsgerät für den Nachwuchs ab etwa fünf Jahren ist sie super.

Die Bedienung der Smartwatch erfolgt nicht über einen Touchscreen, sondern stattdessen über drei Knöpfe, die ein oder mehrere Male gedrückt werden müssen. Das bereitete uns anfangs ein paar Handhabungsprobleme, unsere kleine Testerin hatte den Bogen aber schnell raus.

Die in blau oder pink erhältliche Pingonaut Panda 2 ist robust und spritzwassergeschützt. Unsere Neunjährige befand das Design als »okay«. Die Zeit kann in analoger oder digitaler Form abgelesen werden und das weiche Silikon-Armband ist auch für zartere Ärmchen geeignet. Wie das Schwestermodell Pingonaut Puma verfügt sie  über Lautsprecher und Mikrofon, Safe-Zone-Einstellungen, Ruhezeiten, Alarme, eine SOS-Taste, Wecker und eine Sprachnachrichten- und SMS-Funktion.

Total zufrieden waren wir mit der zuverlässigen und auf einige Meter genauen Echtzeit-Ortung mit 30-Tage-Verlauf-Funktion per GSERSON, Wifi, LBS und GPS. Die lange Laufzeit des Akkus von zwei bis drei Tagen gefiel uns ebenfalls sehr gut. Die Länge der Akkulaufzeit erklärt sich unter anderem durch den geringen Stromverbrauch des farb- und touchlosen LC-Displays. Die Sprachqualität der Telefonfunktion ist in Ordnung, aber schlechter als bei der Puma.

Günstiger Preis: Openuye Kindersmartwatch

Günstiger Preis

Openuye Kinder Smartwatch

Test: Openuye Kinder Smartwatch
Die Smartwatch kann nicht tracken, wo die Kinder sind, überzeugt aber durch guten Klang beim Telefonieren und einen geringen Preis.

Die Kinder-Smartwach von Openuye überzeugt mit ihrer Leistungsfähigkeit. Die Einrichtung fällt leicht: Rückenabdeckung öffnen, die SIM-Karte im Micro-Format (wenn gewünscht kann auch eine Foto- und Musik-Speicherkarte einlegt werden), die Smartwatch mit dem beigelegten USB-Kabel aufladen und schon geht’s los. Da die Uhr kein GPS-Tracking besitzt, muss somit auch keine Hersteller-App heruntergeladen und installiert werden.

Wir starteten sofort mit einem Telefonat, was auch wunderbar klappte. Die Anruf-Annahme war einfach, das hatten wir bei manch anderen Testmodellen schwieriger erlebt. Auch die Anwahl einer Telefonnummer gelang ohne große Schwierigkeiten. Dass zehn Telefonnummern in der Uhr abgespeichert werden können, fanden wir praktisch. Die kleine Kontaktliste reicht eigentlich aus, da nur wenige Kids mehr als zehn Kontaktnummern haben und brauchen. Einfach das entsprechende Symbol der Kontaktperson anklicken und die Telefon-Verbindung wird aufgebaut. Optional können auch Telefonnummern eingetippt werden.

Die erstklassige Klangqualität der Uhr gefiel uns gut. Im direkten Vergleich zur getesteten Konkurrenz verstanden wir unsere Testkinder immer gleichbleibend gut, egal ob beim Telefonieren geklettert wurde und oder der Mund nicht so nah am Gerät war. Es gab keinen blechernen Klang, sondern die vergleichbar gute Sprachqualität eines Telefongespräches zwischen zwei Endgeräten. Für die Tester ein deutlicher Pluspunkt, denn wenn es schon kein Tracking gibt, dann doch wenigstens ein gutes Kommunikationserlebnis. Das schaffte die kleine Smartwatch trotz des erstaunlichen niedrigen Preises.

Wie oben schon erwähnt, kann ihr Nachwuchs mit der Uhr nicht getrackt werden. Trotz anderer Versprechungen im Netz fehlt der Uhr diese Funktion. Im Menü finden sich lediglich die Punkte: Einstellungen, Spiele, Alarm, Rechner, Aufnahme, Musik, (Foto-)Album, Kamera, Wähltasten und Kontakte.

Die Uhr bietet verschiedene Sprachen an: Italienisch, Spanisch, Französisch und Deutsch. Außerdem kann in den Modus »Lautlos« gewechselt werden – für die Zeit in der Schule ein wichtiger Punkt. In der Anruf-Historie kann nachvollzogen werden, mit welchen Personen ihr Kind in Kontakt stand.

Die Kamera der Uhr kann Selbstporträts in akzeptabler Qualität machen, hier sollte man aber keine großen Erwartungen an das Gerät haben. Wenn eine mit Musik befüllte Speicherkarte eingelegt wird, kann Ihr Kind auch seine Lieblingsmusik über die Smartwatch abspielen. Der Musikklang gefiel uns gut. Möglich sind dank eingelegter Memorycard auch Sprachaufnahmen.

Die integrierte Weckerfunktion funktionierte gut und kann als Ergänzung zum klassischen Wecker am Kinderbett dienen. Es gibt sogar einen Schlummermodus. Allerdings sollten Sie immer auf den Ladestand der Uhr achten. Der Akku hielt im Test nicht lange durch: Nach normaler Tages-Benutzung war bereits abends der Akku leer und die Uhr musste wieder geladen werden.

Die sieben Spiele sind ein netter Zeitvertreib, fesselten unsere kleinen Tester aufgrund des Mini-Bildschirmaber nicht lange. Gamer sollten dann doch andere Geräte statt einer Smartwatch nutzen.

Überzeugt hat uns die Openuye Smartwatch in erster Linie wegen des problemlosen Telefonierens bei tadellosem Klang. Eltern, denen die Kommunikation mit dem Kind, aber nicht das Tracking wichtig ist, bekommen mit der Uhr eine preisgünstige und gute Smartwatch.

Was gibt es sonst noch?

Um die Xplora 3S, die wasserdicht und in den Farben Rosa und Blau verfügbar ist, ausgiebig testen zu können, musste von uns eine SIM-Karte ins Gerät einlegt werden, deren PIN-Code von uns anschließend wieder zu deaktivieren war. Dazu wurde die SIM-Karte von uns in ein Smartphone eingelegt und per Internet-Anleitung den Anweisungen gefolgt. Danach downloadeten wir die App des Herstellers auf das Smartphone. Doch anstatt dass sich die Uhr einschaltete und wir endlich mit dem Test beginnen konnten, passierte gar nichts. Nach stundenlanger Recherche entdeckten wir bei der Überprüfung des Kleingedruckten unser Problem: Anstatt der Hersteller-Prepaid-Karte hatten wir eine fremde SIM-Karte eingelegt, mit der die Uhr nicht funktionierte.

Die Gebrauchsanleitung hatte also schon mal nicht überzeugt. Also wurde die ganze Prozedur mit der korrekten Telefónica-Prepaid-Karte noch einmal von uns wiederholt. Trotzdem war es uns nicht möglich, die Smartwatch zum Laufen zu bewegen.

Aus Fairness muss von uns an dieser Stelle erwähnt werden, dass auch wahlweise die persönliche SIM-Karte mit Vertrag eines Telefonanbieter eingelegt und sich auf diese Weise diese ganze Anstrengung erspart werden kann. Wir entschieden uns für diesen Weg. Die Uhr ging nach einmaligem kurzem Betrieb meistens wieder aus. Zumindest kamen wir in das Menü, konnten Fotos schießen und so weiter. Nach einem erneuten Starten der Uhr war das dann aber wieder ganz schnell vorbei. Wir starrten nun auf eine SIM-Fehlermeldung, die von uns nicht übersprungen werden durfte. Der Zugang zum Menü blieb uns also verwehrt.

Das finden wir sehr schade, denn die Uhr verfügt über einige attraktive Features, die unsere Testkinder aber bedauerlicherweise nur offline ansehen, jedoch nicht selbst ausprobieren konnten: Schrittzähler, Speichern von 50 Kontakten, »Safe Zones«, GPS-Ortung, Uhren und Emoji-Funktion, Kamera-, Kalender- SMS- und Anruf-Funktionen. Die Testerinnen waren – zumindest theoretisch – vor Begeisterung aus dem Häuschen. Die Uhr hätten sie sicher gern eingehend geprüft, wohl auch wegen des einfach zu bedienendem Displays mit Touch-Funktion, bei dem der Farbton nach Belieben gewechselt werden kann. Weil aber vier Erwachsene die Uhr im Test nicht in Betrieb nehmen konnten, blieb abschließend lediglich eine Enttäuschung übrig.

Ein gutes Tracking sowie einen guten Telefonklang bietet das Modell Xplora 4. Die Kamera, mit der auch Videos aufgenommen werden können, überzeugte uns ebenfalls. Durch die Xplora-App, die kostenlos angeboten wird, ist nicht nur das Chatten mit dem Kind möglich, sondern auch die Organisation der Personen, mit denen das Kind in Kontakt steht sowie die Definition sicherer Bereiche. Sollte ihr Kind den festgelegten Bereich verlassen, wird eine Benachrichtigung an die Nummer der Eltern geschickt. Die Bestimmung des Standortes funktionierte in unserem Test sehr gut. Diverse Gimmicks wie Schrittzähler oder Alarm überzeugten uns ebenfalls.

Bei Gebrauch wird die Smartwatch allerdings so heiß, dass das Tragen der Uhr sehr unangenehm wurde. Als wir versuchten das Passwort für das WLAN einzugeben, überhitzte die Uhr. Das war sehr deutlich auf der Kinderhaut der kleinen Testerin zu spüren. Das führt uns zum nächsten Problem: Weil das Gerät überhitzte, ging es schließlich in den Modus »Standby«. Auf dem Home-Screen wurden wir darauf hingewiesen, dass die Uhr »zu warm« sei und »vorübergehend« nicht zur Verfügung stehe. Das bedeutet dann auch, dass weder Tracking noch Anrufe möglich sind. Unsere Anrufe landeten sofort auf der Smartphone-Mailbox und wurden auch später, nach etwa einer Stunde Erholungszeit der Uhr, nicht angezeigt.

Dabei waren wir vor der Überhitzung des Gerätes nicht sonderlich aktiv. Wir versuchten lediglich das Passwort des WLAN einzugeben. Da Kids generell, gerade bei neuen Dingen, zum häufigen Gebrauch der Uhr neigen werden, war uns das Risiko möglicher Verbrennungen oder Hautirritationen einfach zu groß. Für die restliche Testphase haben wir den Testkindern die Smartwatch nur noch in die Hände gegeben, aus Angst vor nochmaligem Überhitzen.

Die S4 E02 new von DB überzeugt mit einem günstigen Preis – das bleibt dann aber auch das alleinige Argument für eine Anschaffung der Uhr. Hier bestätigt sich mal wieder das bekannte Sprichwort: Wer billig kauft, kauft zweimal. Anrufe können kaum angenommen werden, der Wechsel zwischen den allseits bekannten grünen und roten Telefonhörer-Symbolen reagiert überhaupt nicht. Unsere Testkinder waren in keiner Situation in der Lage das Gespräch anzunehmen. Die erwachsenen Tester hatten nach einigen Versuchen dann den Bogen raus. Ihre Kinder könnten mit den winzig kleinen Tasten beim Wählen von Telefonnummern Schwierigkeiten haben.

Zu unserem Leidwesen meldete die SIM-Karte häufig einen fehlenden Empfang an. Alle anderen getesteten Modelle hatten aber Empfang. Sehr schlecht: Der im Notfall immens wichtige Notruf-Knopf, der nach längerem Druck die hinterlegte elterliche Notruf-Nummer anwählt, funktionierte nicht. Positiv: Die Taschenlampe der Uhr leuchtet wirklich klasse und ist damit vielleicht die beste Funktion der Smartwatch.

Einen eher einseitig guten Telefonklang besitzt die Jaybest Q15B0919. Während die Verständigung mit der Smartwatch für den Nachwuchs super ist, haben die Eltern mit der Klangqualität ihre Probleme. Alles ist schlecht zu verstehen und sehr leise. Mit der Smartwatch machen Telefongespräche keinen Spaß.

Keine Freude bringt auch die Nutzung der Tracking-Funktion: Die Gratis-App SE Tracker 2, die den Eltern ja eigentlich dabei helfen soll, ihr Kind wiederzufinden, erfüllt ihren Zweck eben leider nicht. Dafür wurde immer wieder nervige Werbung gezeigt. Theoretisch soll man in der Lage sein, mit dem Nachwuchs per Video zu chatten oder Mitteilungen auf die Uhr zu schicken. In der Realität war dies nicht möglich. Die Anwendung zeigte keine Reaktion und auch bei unseren Testkindern kamen keine Nachrichten an.

Sinnvoller Helfer oder totale Überwachung?

Kinder-Smartwatches sind umstritten. Auf der einen Seite ist es ziemlich verständlich, dass die Eltern sich um die Sicherheit der Sprösslinge sorgt, auf der anderen Seite will man die totale Überwachung seiner Kinder vermeiden. Wir haben als Kinder ja auch große Freiheiten genossen. Oder?

Bei Eltern stößt das Thema zweifellos auf erhebliches Interesse. In einer Online-Abstimmung unter Lesern fand »Bild« heraus, das die Meinungen zu diesem Thema weit auseinander gehen:

34 Prozent sagen: »Nur, wenn mein Kind darüber Bescheid weiß.«

33 Prozent sagen: »Klar, ich will wissen, wo mein Kind sich rumtreibt.«

18 Prozent sagen: »Für einen längeren Schulweg ist das schon okay!«

15 Prozent sagen: »Auf keinen Fall, ich gehöre nicht zu den Helikopter-Eltern!«

Auch die Tester haben die Für- und Gegenargumente des GPS-Tracking kontrovers in der Redaktion diskutiert. Natürlich kann eine Smartwatch mit GPS-Funktion dazu dienen, die Kinder bei Gefahr in kürzester Zeit aufzuspüren. Man kann jederzeit sehen, wo sich Sohn oder Tochter gerade befinden – teilweise ist die Ortung auf einen Meter genau. Also doch nur ein dubioses Instrument zur Überwachung für außer Kontrolle geratene Helikopter-Eltern?

 GPS-Tracker für Kinder Test: Kinder Smartwatch
Eine Smartwatch am Handgelenk des stolzen Knirpses.

Im weiteren Verlauf unserer Recherche sehen wir das ganze Thema inzwischen etwas differenzierter. Für Grundschüler können Smartwatches eine durchaus sinnvolle Alternative zum Smartphone darstellen, denn die Überwachung ist nur ein Aspekt.

Die Kinder können von den Eltern ausgewählte Nummer anrufen oder angerufen werden. Sie können Textnachrichten empfangen oder verschicken und ohne Zugang zum Internet kleine Computerspiele auf der Uhr spielen. Mit reinen GPS-Trackern ist das nicht möglich.

Smartwatches sind für Stefan Hempel, der Mitgründer des Smartwatch-Herstellers »Pingonaut« ist, in erster Linie für Grundschüler geeignet, denen die Eltern noch kein Smartphone kaufen möchten. Denn die Gefahr ist ziemlich groß, dass die Kinder dann nur noch die Zeit am Bildschirm verbringen. Das ist früher oder später unvermeidlich, mit einer Kinder-Smartwatch kann das aber noch ein wenig hinausgezögert werden.

Was sagt der Gesetzgeber?

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat reine GPS-Tracker mit einem integriertem Mikrofon seit dem Jahr 2018 als »verbotene Sendeanlage«eingestuft. Ihr Verkauf ist verboten und der Besitz ebenfalls strafbar. Die verdeckte Personen-Überwachung soll damit verhindert werden.

Was das Thema Kinder-Smartwatches angeht, ist die Gesetzgebung eindeutig auf der Seite der Eltern. So können sich Eltern jederzeit auf den Paragraphen §1626 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) beziehen, der den Eltern das Recht und die Pflicht zuspricht, Sorge für ihr minderjähriges Kind zu tragen.

Smartwatches verarbeiten allerdings personenbezogene Daten. Daher muss eine Einwilligung laut Datenschutz-Grundverordnung (Artikel 8 DSGVO) erfolgen. Selbst über ihre Daten dürfen Kinder erst ab einem Alter von 16 Jahren bestimmen. Eine Smartwatch mit Standortüberwachung einzusetzen, erfordert also lediglich das Einverständnis der Eltern. Experten empfehlen trotzdem, dass die Eltern auch ihren Kindern erklären sollten, wie eine Standortüberwachung generell funktioniert und warum sie diese Funktion bei ihnen einsetzen möchten. Das Kind sollte zu einer Ortung seine Zustimmung geben.

 Smartwatches und GPS-Tracker für Kinder Test: Kinder Smartwatch
Eine Smartwatch in schickem Schwarz.

Familientherapeut und Kinderschutz-Experte Dr. Klaus Neumann hält laut der »Bild«-Zeitung nichts von der Ortung via GPS: »Sein Kind nicht mehr wiederzufinden ist zwar eine Urangst für die meisten Eltern. Doch für gewöhnlich kommen Kinder wieder. Kinder spüren es, wenn ihnen kein Vertrauen entgegengebracht wird, sie bleiben dann in vielen Bereichen unsicher.«

Die meisten Eltern sorgen sich weniger, dass der Nachwuchs mal ausbüxt, sondern eher dass ihm etwas zustößt. Die Entscheidung gegen oder für einen Tracker können nur die Eltern selbst treffen, am besten in gemeinsamer Entscheidung mit dem Nachwuchs. Wenn alle damit einverstanden sind, spricht nichts weiter dagegen.

Ohne einen Mobilfunkvertrag geht leider nichts

Dass eine Smartwatch die Position ihres Kindes bestimmen kann, reicht nur zur Hälfte – die Uhr muss in der Lage sein die Ortungsinformationen auch an die Eltern weiterzugegeben. Das geht nur über das Mobilfunknetz. Für die Nutzung des Mobilfunknetzes brauchen Smartphones eine eigene SIM-Karte. Dafür ist ein Mobilfunkvertrag nötig, durch den zusätzliche laufende Kosten entstehen können.

Allerdings wird in der Regel nicht so häufig über die Smartwatches telefoniert. Oft reichen hier Prepaid-Verträge und damit sind die Kosten überschaubar. Nicht immer ganz einfach ist die Aktivierung der SIM-Karten, denn hier muss man über ein geeignetes Verfahren die eigene Identität überprüfen lassen. Die einfachste Variante ist die direkte Identifikation mit Personalausweis oder Pass im Shop des Mobilfunk-Anbieters.

So haben wir getestet

Alle Smartwatch-Modelle wurden von uns alltagsnah getestet: Unsere jungen Testkinder nahmen die Uhren sogar mit in die Schule und testeten die unterschiedlichen Möglichkeiten. Wir achteten besonders auf die SMS-, Alarm- und Anruf-Funktion, die Optik, den Preis, die Handhabung der App und des Gerätes, die Größe, das Gewicht und Robustheit und die Genauigkeit der Ortung.

In unserer ersten Testrunde testeten wir alle Smartwatches mit einer SIM-Karte mit Vertrag. In der zweiten Runde kam eine Prepaid-SIM-Karte zum Einsatz. Die Formate der Karten unterschieden sich, von der Nano-SIM-Karte über Micro bis zur klassischen Standard-SIM-Karte war jedes Format dabei. Die Inbetriebnahme scheiterte bei einigen Smartwatches, weil sich die SIM-Karte nicht aktivieren ließ. Daher fand die Einrichtung der Uhren eine besondere Berücksichtigung im Testergebnis. Die jeweils dazugehörenden Apps wurden von uns ebenfalls genau begutachtet.

Das Telefonieren war mit der Mehrheit der Modelle kein Problem. Kniffliger wurde es bei den Smartwatches, die auch internetfähig waren. Die WLAN-Einrichtung bereitete bei manchen Modellen Probleme.

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