Test: Kindersmartwatch

Kinder-Smartwatches im Test : Nicht nur die Zeit im Blick

Update 04.03.2022

Die Funktionen von Smartwatches für Kinder gehen weit über die einer klassischen Kinderuhr hinaus. So wird nicht nur die eigene Selbständigkeit des Nachwuchses auf spielerische Weise gefördert, sondern es kann auch der Standort der Sprösslinge zu jeder Zeit genau bestimmt werden.

Update 4. März 2022

Wir haben elf weitere GPS-Tracker und Smartwatches für Kinder getestet. Mit der Xplora X5 Play e-Sim und der Vodafone Neo haben wir zwei neue Empfehlungen.

9. April 2021

Wir haben zwei weitere Smartwatches getestet. Die Apple Watch SE ist unsere neue Empfehlung für größere Kinder, die aber noch zu jung für ein eigenes Smartphone sind.

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Andrea Zschocher
schreibt als freie Journalistin und Bloggerin bevorzugt über Familie und mehr und testet Produkte für Babys und Kleinkinder.

Wenn Kinder noch nicht das passende Alter für ein Smartphone erreicht haben, bietet sich als Alternative die immer beliebter werdenden Kinder-Smartwatches an. Denn die heranwachsenden Kids können mit ihnen bei Bedarf nicht nur Textnachrichten verschicken oder telefonieren, sondern in Notfällen ebenfalls ein Notsignal absetzen. Da einige Modelle dauerhaft Standortdaten senden, können besorgte Eltern den Aufenthaltsort stets im Auge behalten.

Wir haben 29 Smartwatches getestet, davon können wir vier Modelle empfehlen.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Genaues GPSViel AusstattungLeichte BedienungFür ältere Kinder
Test: Telekom Xplora 5 PlayTest: Vodafone NeoTest GPS-Tracker für Kinder: Vodafone V-Kids WatchTest: Apple Space Se4
Modell Xplora X5 Play eSIM Vodafone Neo Vodafone V-Kids Watch Apple Watch SE (GPS + Celular)
Pro
  • Leichte Inbetrieb­nahme
  • Kindgerechte Bedienung
  • Sehr genaue Ortung
  • Gute Sprach­qualität bei Anrufen
  • Kindgerechte Benutzer­ober­fläche
  • Kindgerechte Bedienung
  • Genaue Ortung
  • Gute Sprach­qualität bei Anrufen
  • Leichte Inbetrieb­nahme
  • Leichte Anwendung für Kinder
  • Gute Ortung
  • Gute Tonqualität bei Anrufen
  • Recht lange Akku­laufzeit
  • Telefonieren ohne Problem
  • Ortung funktioniert sehr genau
  • Keine Spiele, aber viele Features
  • Für alle Kinder, die noch kein eigenes Smartphone bekommen dürfen
Contra
  • Monatliche Kosten
  • Etwas klobig
  • Monatliche Kosten
  • Kein Live-Tracking
  • Kein SOS-Knopf
  • Etwas klobig
  • Teuer
  • Etwas klobig für Kinderarme
  • Kein Wecker
  • Sehr hoher Preis
  • Keine Video­telefonie
  • Akku hält nur einen Tag
Bester Preis
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Genaues GPS: Xplora X5 Play eSIM

Die X5 Play eSIM von Xplora überzeugt mit einer guten Verarbeitung, genauem Tracking und einer hohen Sprachqualität. Auch die Bedienung der App hat uns im Test gut gefallen. Im Abo gibt es die Uhr für rund 10 Euro im Monat bei zwei Jahren Vertragslaufzeit.

Die in zwei unterschiedlichen Farben erhältliche Kinder-Smartwatch wirkt zwar ein wenig klobig, beherbergt in ihrem Inneren aber allerlei nützliche Technik und ist mit Android-Smartphones ebenso kompatibel wie mit iPhones. Wie es sich für eine Smartwatch für Kinder gehört, ist sie auch gegen eindringendes Wasser und Staub geschützt.

Bedient wird die Kinder-Smartwatch über den TFT-Touchscreen, der 1,4 Zoll in der Diagonalen misst. Ein besonderes Highlight ist aber die Telefonfunktion. Hierfür genügt es, die entsprechende Telefonnummer zu hinterlegen. Fremde Nummern werden aus Sicherheitsgründen nicht durchgestellt. Mit einer Chat- und SMS-Funktion stehen zudem auch zwei nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten zu Auswahl, dann muss man allerdings auf im Vorfeld definierte Textbausteine zurückgreifen.

Ebenso mit an Bord ist ein kleine Kamera, die jedoch mit nur zwei Megapixeln recht bescheiden auflöst und ein vier Gigabyte großer interner Speicher, auf dem sich tausend Bilder und mehr abspeichern lassen.

Der verbaute GPS-Sensor erlaubt es, die Uhr sehr genau zu orten, allerdings mit ein paar Sekunden Verzögerung. Für das Hochziehen eines Geofences, also eines Sicherheitsbereiches, der nicht überschritten werden darf, reicht die GPS-Funktion aber trotzdem locker aus, denn auch wenn es hier eine latente Verzögerung gibt, funktioniert die Ortung ausgesprochen genau. Ebenso erfreulich: Aussetzer des GPS-Signals verzeichneten wir im Praxistest ebenso wenig.

Weil so eine Smartwatch im Unterricht ablenken könnte, gibt es einen speziellen »Schulmodus«, über den man den Funktionsumfang erheblich einschränken und beispielsweise lediglich noch die Uhrzeit anzeigen lassen kann. Auch die Ausstattungs-Klassiker, beispielsweise ein Kalender, ein Schrittzähler oder eine MP3-Funktion runden das gelungene Gesamtpaket der X5 Play eSIM ab.

Viel Ausstattung: Vodafone Neo

Viel Ausstattung

Vodafone Neo

Test: Vodafone Neo
Tolle Smartwatch mit Disney-Motiven.

Gemeinsam mit Disney hat Vodafone die Neo entwickelt. Die Smartwatch für Kinder gibt es zwei verschiedenen Farben. Kinder werden sich über die animierten Charaktere freuen, die auf Wunsch auf dem Display erscheinen.

Trotz der umfangreichen Ausstattung hält sich das Gewicht der Armbanduhr mit 41 Gramm in erfreulich engen Grenzen. Sie ist zudem wasserdicht nach IP68 und verfügt über eine fest verbaute SIM-Karte, die für einen guten Empfang im Vodafone Mobilfunknetz sorgt.

Die Smartwatch kann mit vielen nützlichen Extras wie einem Taschenrechner, einer Wetteranzeige, einem Aktivitätstracker und vielem mehr aufwarten. Auch eine Kamera hat Vodafone der Uhr spendiert. Die löst mit 5 Megapixeln deutlich feiner auf als viele Mitbewerber, über Schnappschuss-Niveau kommen aber auch die Bilder der Neo nicht hinaus.

Das Herzstück des Wearables ist dabei zweifelsohne die Smartphone-App, die es sowohl für Android als auch iOS gibt. Die zahlreichen Funktionen der Uhr sind im App-Menü übersichtlich angeordnet und lassen keine großen Fragen aufkommen. Via Standortabfrage kann man dort auch die aktuelle Position der Uhr ermitteln, eine Live-Tracking-Möglichkeit gibt es jedoch leider nicht und eine Möglichkeit, ganze Routen nachzuvollziehen, gibt es ebenso wenig.

Um die Smartwatch vollumfänglich nutzen zu können, braucht es den passenden Tarif. Vodafone bietet hier verschiedene Auswahlmöglichkeiten, die sich im einstelligen Euro-Bereich bewegen. Die Sprachqualität der Smartwatch reicht aus, um sich unterhalten zu können, Sprachaussetzer oder andere Kommunikationshemmnisse haben wir im Test nicht feststellen können.

Vermisst haben wir hier lediglich eine eine SOS-Notruffunktion. Ansonsten finden wir, dass man die Neo als Produkt der Liaison zwischen Disney und Vodafone durchaus als gelungen bezeichnen darf.

Leichte Bedienung: Vodafone V-Kids Watch

Leichte Bedienung

Vodafone V-Kids Watch

Test GPS-Tracker für Kinder: Vodafone V-Kids Watch
Hier stimmt so gut wie alles. Sogar die Inbetriebnahme war einfach.

Die V-Kids Watch von Vodafone, mit der Eltern per Mobilfunk und TCLMOVE-App mit ihren Kindern in Kontakt bleiben können, konnte von uns schnell und kinderleicht in Benutzung genommen werden und tat das, was eine gute Uhr tun sollte: nämlich zuverlässig und exakt das Kind lokalisieren und die aktuelle Uhrzeit auf kindgerechte Art anzeigen. Unsere kleine Test-Grundschülerin schaffte es ohne Probleme, SMS und Anrufe an vorab festgelegte Telefonnummern zu tätigen und diese zu empfangen.

Das problemlose Einrichten der Uhr mit GPS-Funktion ließ uns in Verzückung ausbrechen. Das lag vor allem an der stimmigen und simplen Anleitung der Vodafone V-Kids Watch, die mit verständlichen Abbildungen versehen ist.

Der Smartwatch liegt eine Vodafone-SIM-Karte bei. Wenn man sich für die beigefügte V-SIM-Karte entscheiden sollte, muss diese vorab aktiviert werden. So wird dafür gesorgt, dass die Smartwatch sich mit dem Netzwerk von Vodafone verbinden kann. Ein netter Nebeneffekt: Dann kann die Uhr ihres Kindes auch in fast allen Ländern Europas ohne Zusatz-Kosten benutzt werden. Zur Kartenaktivierung wird allerdings eine Rufnummer aus dem deutschen Mobilfunknetz benötigt.

Die beigelegte SIM-Karte hat allerdings einen Haken: Sie verfügt nur über einen Datentarif, das bedeutet, dass die Telefonie-Funktion der Uhr nicht genutzt werden kann. Man kann dann lediglich Sprachnachrichten verschicken. Um mit der Uhr auch telefonieren zu können, benötigt man einen Vertrag mit entsprechender Telefoniefunktion – und der kostet natürlich mehr.

Zum Einsetzen der SIM-Karte muss das Armband abgenommen und die seitlich liegende Kartenabdeckung der SIM mit einer beigelegten Pinzette abgezogen werden. Das klappte bei unserem Test reibungslos.

Nachdem die Uhr aufgeladen war, installierten wir die App »TCLMOVE« und registrierten uns beim Hersteller. Anschließend wurden Handy und Smartwatch von uns gekoppelt sowie der Name des Kindes und die Beziehung zu ihm eingegeben. Der Geburtstag des Kindes und ein Profilbild konnten optional hinzugefügt werden. Alles ging sehr leicht – wie beispielsweise das Eintragen von maximal vier weiteren beliebigen Personen. Dann wurde die Einschalttaste gedrückt und wir konnten mit unserem Test beginnen.

GPS-Tracker für Kinder Test: Vodafone V Kids Watch
Die V-Kids Watch.

Selbsterklärend wie bei einem Smartphone ist die Handhabung des Smartwatch-Touchscreens: Einfach die gewählte Einstellung am mehrfarbigen Bildschirm bestätigen. Mit einem Wisch nach rechts oder links sieht man Funktionen, Einstellungen und Kontakte. Wenn auf dem Homescreen nach oben gewischt wird, werden die Benachrichtigungen angezeigt. Wird nach unten gewischt, wird die Option für Helligkeit und Lautstärke dargestellt.

Das Ziffernblatt konnte von unserem Testkind in den jeweils gewählten Varianten und mit kindergerechten Bildern deutlich und klar abgelesen werden. Die Änderung des Zifferblatts, das SMS-Senden, Notruf-Benachrichtigungen per SOS-Button sowie Sprachnachrichten mit einer Länge von 30 Sekunden hatte unsere kleine Testerin nach einer kurzen Erklärung sofort verstanden. Außerdem können maximal 15 Kontakte in die Liste der Smartwatch aufgenommen und Gruppenchats erstellt werden. Auch die Telefonfunktion der Uhr fanden wir einfach zu bedienen. Die sehr gute Tonqualität der V-Kids hat uns ebenfalls überzeugt.

Was unserer kleinen Prüferin am besten gefiel? Der vorinstallierte Taschenrechner, die Spiel-App und die Emoticons, die versendet werden können. Was Eltern besonders gefallen dürfte: Es können Ruhezeiten definiert werden, in denen keine Nachrichten empfangen oder verschickt werden können. So ist der Nachwuchs während des Unterrichts oder bei den Hausaufgaben nicht allzu stark von der V-Kids Watch abgelenkt. Die Funktion für Notrufe bleibt weiterhin aktiviert, die smarte Uhr sendet beim Alarm selbsttätig die Position des Kindes.

Über den Notruf-Knopf können bis zu vier Kontakte, die in einer Family-Gruppe abgespeichert sind, zur gleichen Zeit informiert werden. Ein sehr sicheres System! In der App »TCLMOVE« können Schutzzonen, etwa Spielplatz oder Schulgelände unkompliziert festgelegt werden. Dadurch werden die Eltern sofort via SMS informiert, wenn der Nachwuchs die sichere Zone verlässt. Die dreitägige Laufzeit des Akkus wurde von uns als positiv bewertet.

Auch an der Ortungsqualität gab es nichts auszusetzen: Die Position des Testkindes wurde bei jedem unserer Versuche durch die GPS-Technik genau ermittelt. Die exakte Position kann also nur dann bestimmt werden, wenn eine sehr gute Netzabdeckung oder GPS-Empfang gegeben sind. Laut Herstellerangaben findet eine sonstige Auswertung über Funknetzwerk oder WLAN statt, was jedoch die Genauigkeit der Ortung verringert.

Gut gefallen hat uns die übersichtlich gestaltete Ortungskarte mit Wegbeschreibungen für Apple oder Google-Maps, über die Sie sehr gut nachvollziehen können, wo sich das Kind gerade befindet.

Unserem weiblichen Testkind gefiel das Testmodell in einem pinken Farbton. Wir zitieren: Die Uhr wirke durch ihr pures Design »erwachsen und nicht so kindisch«. Dem schlossen sich auch ihre Mitschüler an. Eine Variante in Blau ist ebenfalls verfügbar.

Das flexible Band der Uhr ist aus robustem Gummi. Generell wird die Uhr hochwertig verarbeitet. An den schmalen Arm unseres Testkindes passte sich die V-Kids-Watch gut an. Sie besitzt »nur« eine Wasserresistenz, aber Regentropfen machen dem Gerät nichts aus. Eine Dusche hat sie ebenfalls unbeschadet überstanden. Zum Schwimmen sollte sie trotzdem lieber nicht getragen werden.

Auszusetzen an der Smartwatch von Vodafone haben wir nur Kleinigkeiten: An zarten Ärmchen kann die Uhr ein wenig klobig wirken. Außerdem verfügt sie über keinen Schrittzähler oder Wecker.

Den anfängliche Preis von etwa 170 Euro fanden wir zunächst recht happig. Inzwischen ist die Smartwatch schon für circa 100 Euro zu bekommen. Allerdings ist der ehemals hohe Originalpreis schon auch gerechtfertigt: Die Smartwatch war unkompliziert und schnell einsatzbereit und erfüllte ihren Zweck mit Bravour.

Für ältere Kinder: Apple Watch SE

Für ältere Kinder

Apple Watch SE (GPS + Celular)

Test: Apple Space Se4
Die Apple Watch SE ortet sehr zuverlässig den Aufenthaltort der Kinder.

Der Grund für das schlichte Design unseres Testmodells ist wahrscheinlich, dass es nicht in erster Linie für Kinder entwickelt wurde. Das zeigt sich auch beim Preis: Je nach Design und Ausstattung ist die Apple Watch SE ab etwa 300 Euro erhältlich. Damit kommt die Smartwatch nicht für jedes Familienbudget in Frage.

Die Apple Watch SE ist hauptsächlich für Kids geeignet, bei denen die Eltern die Anschaffung eines Handys am liebsten hinauszögern würden, aber es gut finden, wenn der Nachwuchs jeder Zeit erreichbar ist oder die Eltern erreichen kann. Für diesen Fall ist die Smartwatch eine hervorragende Wahl. Für jüngere Kinder ist sie unserer Meinung nach eher weniger geeignet. Der hohe Anschaffungspreis schmerzt bei Verlust oder Missgeschick dann doch zu sehr.

Die Smartwatch lässt sich eingeschränkt nach eigenem Gusto anpassen. Die Farbe des Gehäuses kann in Silber, Gold oder Space Grey gewählt werden. Beim Armband darf farbtechnisch aus einer breiten Palette gewählt werden. Sollte die Smartwatch ausschließlich für den Nachwuchs gedacht sein, entscheiden Sie sich gern für eine farbenfrohere Variante.

Soll das Kind trackbar sein und den vollen Umfang der Uhr nutzen können, braucht man einen zusätzlichen Vertrag für die Apple Watch. Leider werden nur die Anbieter O2, Vodafone sowie Telekom unterstützt. Im Regelfall belaufen sich die Kosten für einen Zusatzvertrag auf etwa zehn Euro monatlich. Möchten Sie darauf verzichten, beschränkt sich die Erreichbarkeit nur auf das WLAN. In diesem Falle empfehlen wir Ihnen die Apple Watch SE (GPS), die zudem noch circa 80 Euro preiswerter ist.

Für die Einrichtung der Uhr wird ein eigenes iPhone notwendig. Die Einrichtung ist relativ simpel: Zuerst wird das iPhone, das als Elterneinheit fungieren soll, ausgewählt. Dann bestätigen sie die Konfiguration für ein Familien-Mitglied. Für eine Familienkonfiguration wird mindestens eine Series 4 Apple Watch benötigt. Diese Option ist nicht für ältere Modelle verfügbar.

In der nachfolgenden Einrichtung muss ebenfalls eine Apple-ID für den Spross angelegt werden. Außerdem muss die eSIM mit der Smartwatch verknüpft werden, denn die Uhr von Apple benötigt keine SIM-Karte. Mit einem Anruf bei unserem Anbieter, der Telekom, war das relativ schnell erledigt. Haben Sie eine startbereite eSim parat, dauert die komplette Einrichtung der Uhr etwa 30 Minuten.

Nach Abschluss haben die Eltern komplette Kontrolle über die Nutzung der Smartwatch des Nachwuchses. So können beispielsweise Schulzeiten hinterlegt werden, in denen die Nutzung der Apple Watch SE eingeschränkt ist. Sollte das Kind doch damit herumspielen, bekommen die Eltern eine Benachrichtigung oder können es nachlesen. Die Smartwatch-Einstellungen können ebenfalls per Fernzugriff geändert werden.

In der Praxis zeigte sich schnell: Sollte sich das Kind an einem Ort aufhalten, an dem es keinen Empfang gibt, kann es eben nicht geordnet werden. Die Apple Watch SE übermittelt – wie jede andere Smartwatch auch – Positionsdaten nur dann, wenn die Uhr sich per Mobilfunkmast oder WLAN mit dem Netz verbinden kann.

Bei einem Spaziergang im Wald hatten wir leider keinerlei Empfang. Daher fiel die geplante GPS-Schnipseljagd nach dem Nachwuchs aus. Innerstädtisch funktionierte das aber problemlos, die Ortung des Standortes klappte sehr genau.

Die Uhr von Apple bietet eine Menge Gesundheitsfeatures, von der Entspannung, über Atemübungen, um den Puls zu verlangsamen bis zur Messung des Herzschlags. Für die Kleinen kann das nach einem anstrengenden Schultag sehr wichtig sein. Weitere Applikationen können dank des hinterlegten App-Stores auf die Smartwatch geladen werden. Haben Sie immer ein Auge darauf, welches Spiel sich das Kind herunterlädt. Die aktiven Zeiten, in der das Kind mit der Apple Watch SE herumspielt, können genau nachverfolgt und limitiert werden. Jede Betätigung der Uhr, wie beispielsweise Entsperren wird protokolliert. Um das Vertrauensverhältnis nicht zu belasten, sprechen Sie vorher mit Ihrem Kind darüber.

Nicht so gut gefallen hat uns die Nutzungsdauer des Akkus. Bei moderater Benutzung muss der Akku am Ende eines Tages neu geladen werden. Die Uhr ist bis 50 Meter wassergeschützt. Das Sportarmband unseres Testmodells, dessen Klettverschluss vorbildlich hielt, ließ sich angenehm tragen. Andere Armband-Varianten können bestellt werden. Achten Sie darauf, dass sich das Armband relativ leicht löst, wenn der Nachwuchs irgendwo hängen bleiben sollte. So werden Verletzungen vorgebeugt.

Treibt Ihr Kind Sport, können sämtliche Aktivitäten aufgezeichnet werden. Vibrationen und Klingeltöne können sich individuell den eigenen Vorlieben anpassen lassen.

Ebenfalls gefiel uns die Möglichkeit, mit der Smartwatch nach Hause zu navigieren. Da die Uhr mit dem iPhone gekoppelt ist, kann der Sprössling zu jeder Zeit auch seine Eltern orten: Auf »Navigation« klicken, Papa oder Mama aussuchen und sich mittels des integrierten Navigations-Features zum Ziel führen lassen. Sollte sich das Kind verlaufen – eine tolle Sache. Keine der anderen getesteten Smartwatches bot dieses Feature.

Für das Kind kann ein Adressbuch erstellt werden. Darin sind dann die Telefonnummern gespeichert, die das Kind bei Bedarf anrufen kann. Über die Sprachsteuerung funktioniert das auch wunderbar. Sagt das Kind »Siri, bitte Mama anrufen«, wird die gewünschte Person angewählt. Die akustische Qualität beim Telefonieren war hervorragend und gefiel uns ebenfalls. Die Sprachqualität ist mit der eines Smartphones vergleichbar.

Auch die Diktierfunktion für Nachrichten oder SMS funktionierte meist sehr gut. Das Anwählen von Telefonnummern ist über die Smartwatch möglich, hier sollten Sie ebenfalls vorher ein klärendes Gespräch über die Verfahrensweise führen. Da die Apple Watch SE keine Kamera besitzt, sind FaceTime-Video-Anrufe nicht möglich, FaceTime-Audio-Anrufe dafür schon.

Die Schriftumwandlung hat gut funktioniert. Einzelne Buchstaben können auf das Display der Uhr geschrieben werden, die Apple erkennt diese und kombiniert sie zu Sätzen und Wörtern. So können jüngere Kinder spielerisch nebenbei Buchstaben und das Schreiben erlernen.

Unser Fazit: Für Kinder und Erwachsene ist die Apple Smart SE eine tolle Uhr. Der einzige Haken ist der hohe Preis und die fehlende Robustheit, wie Smartwatches, die ausschließlich für Kinder konzipiert sind. Möchten Sie den Kauf eines Smartphones für das Kind noch ein paar Jahre hinauszögern und sind bereit den stattlichen Preis zu zahlen, dann ist die Apple Watch SE eine ausgezeichnete Wahl.

Was gibt es sonst noch?

Das Hauptmenü der Bauisan X11 ist schön designt und sehr kindgerecht. Die Bedienung via Touchscreen gelingt schnell und präzise. Dank der eingebauten SIM-Karte kann man mit der Uhr auch telefonieren, die Sprachqualität ist völlig ausreichend. Neben der Telefonfunktion gibt es jede Menge Minispiele und eine integrierte Taschenlampe.

Ein gutes Tracking sowie einen guten Telefonklang bietet das Modell Xplora 4. Die Kamera, mit der auch Videos aufgenommen werden können, überzeugte uns ebenfalls. Durch die Xplora-App, die kostenlos angeboten wird, ist nicht nur das Chatten mit dem Kind möglich, sondern auch die Organisation der Personen, mit denen das Kind in Kontakt steht sowie die Definition sicherer Bereiche. Bei Gebrauch wird die Smartwatch allerdings so heiß, dass das Tragen der Uhr sehr unangenehm wurde. Als wir versuchten das Passwort für das WLAN einzugeben, überhitzte die Uhr. Das war sehr deutlich auf der Kinderhaut der kleinen Testerin zu spüren. Das führt uns zum nächsten Problem: Weil das Gerät überhitzte, ging es schließlich in den Modus »Standby«. Da Kids generell, gerade bei neuen Dingen, zum häufigen Gebrauch der Uhr neigen werden, war uns das Risiko möglicher Verbrennungen oder Hautirritationen einfach zu groß. Für die restliche Testphase haben wir den Testkindern die Smartwatch nur noch in die Hände gegeben, aus Angst vor nochmaligem Überhitzen.

Die KA-X20 von Kalosiana verfügt über einen SIM-Karten-Steckplatz (Nano). Bestückt man den Steckplatz, können theoretisch Anrufe getätigt und entgegengenommen werden – in der Praxis ist uns das aber nicht gelungen, denn die KA-X20 hat keine unserer SIM-Karten erkannt. Tracking kann dieses Modell jedoch nicht. Wie viele andere Kindersmartwatches auch, kommt dieses Modell mit jeder Menge Minispiele und einer kindgerechten Software-Oberfläche daher.

Die Space 4G von Soy Momo schwächelt beim Tracking und der Akkulaufzeit, nach einem halben Tag moderater Nutzung ist der Energiespeicher bereits leer. Zwar geht das Aufladen recht zügig und auch der Telefon-Klang ist gut, empfehlenswert is die Space 4G aber unterm Strich trotzdem nicht.

Sieht aus wie ein Tamagotchi, ist aber ein GPS-Tracker von Spotter. Der ist leicht, hochwertig verarbeitet und schick. Dass es nicht nur Empfehlung gereicht hat, liegt am mangelhaften GPS-Empfang, anfangs hatten wir große Schwierigkeiten mit der Ortung. Gut gefallen hat uns hingegen, dass es die Möglichkeit gibt, einzustellen, dass Anrufe automatisch, also ohne Zutun des Smartwatch-Trägers, angenommen werden.

Die Kidizoom DX2 ist in erster Linie ein Kinderspielzeug, auf dem man die Uhrzeit ablesen kann. Zu ihr sollte man greifen, wenn man eigentlich keine wirkliche Smartwatch schenken möchte, sondern lediglich etwas, das aussieht wie eine.

Sinnvoller Helfer oder totale Überwachung?

Kinder-Smartwatches sind umstritten. Auf der einen Seite ist es ziemlich verständlich, dass die Eltern sich um die Sicherheit der Sprösslinge sorgt, auf der anderen Seite will man die totale Überwachung seiner Kinder vermeiden. Wir haben als Kinder ja auch große Freiheiten genossen. Oder?

Bei Eltern stößt das Thema zweifellos auf erhebliches Interesse. In einer Online-Abstimmung unter Lesern fand »Bild« heraus, das die Meinungen zu diesem Thema weit auseinander gehen:

34 Prozent sagen: »Nur, wenn mein Kind darüber Bescheid weiß.«

33 Prozent sagen: »Klar, ich will wissen, wo mein Kind sich rumtreibt.«

18 Prozent sagen: »Für einen längeren Schulweg ist das schon okay!«

15 Prozent sagen: »Auf keinen Fall, ich gehöre nicht zu den Helikopter-Eltern!«

Auch wir haben die Für- und Gegenargumente des GPS-Tracking kontrovers in unserer Redaktion diskutiert. Natürlich kann eine Smartwatch mit GPS-Funktion auch dazu dienen, die Kinder bei Gefahr in kürzester Zeit tracken. Man kann zu jeder Zeit sehen, wo sich Sohn oder Tochter gerade befinden – teilweise ist die GPS-Lokalisierung auf einen Meter genau. Also doch nur ein dubioses Instrument zur Überwachung für außer Kontrolle geratene Helikopter-Eltern?

 GPS-Tracker für Kinder Test: Kinder Smartwatch
Eine Smartwatch am Handgelenk des stolzen Knirpses.

Im weiteren Verlauf unserer Feststellung sehen die Tester das ganze Thema inzwischen etwas differenzierter. Für Grundschüler können Smartwatches eine durchaus nützliche Alternative zu einem Smartphone darstellen. Die Überwachung ist nur ein Faktor.

Der Nachwuchs kann von den Eltern ausgewählte Nummer anrufen oder angerufen werden. Die Kids können Textnachrichten empfangen oder verschicken und ohne Zugang zum Internet kleine Computerspiele auf der Uhr spielen. Mit echten GPS-Trackern ist das nicht möglich.

Smartwatches sind für Stefan Hempel, der Mitgründer des Herstellers »Pingonaut« ist, in erster Linie für Grundschüler geeignet, deren Eltern den Kauf eines Smartphones herauszögern möchten. Denn die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass die Kinder dann nur noch die Zeit am Bildschirm verbringen. Das ist aber wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit und unvermeidlich. Mit einer Kinder-Smartwatch können die Eltern das aber noch ein wenig hinauszögern.

Was sagt der Gesetzgeber?

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat reine GPS-Tracker mit einem integriertem Mikro seit dem Jahr 2018 als eine »verbotene Sendeanlage«eingestuft. Ihr Verkauf ist verboten und der Besitz ebenfalls strafbar. Die verdeckte Personen-Überwachung soll damit verhindert werden.

Was das Thema Kinder-Smartwatches angeht, ist die Gesetzgebung eindeutig auf der Seite der Eltern. So können sich Eltern jederzeit auf den Paragraphen §1626 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) beziehen, der den Eltern das Recht und die Pflicht zuspricht, Sorge für ihr minderjähriges Kind zu tragen.

Smartwatches verarbeiten allerdings personenbezogene Daten. Daher muss eine Einwilligung laut Datenschutz-Grundverordnung (Artikel 8 DSGVO) erfolgen. Selbst über ihre Daten dürfen Kinder erst ab einem Alter von 16 Jahren bestimmen. Eine Smartwatch mit Standortüberwachung einzusetzen, erfordert also nur das Einverständnis der Eltern. Experten empfehlen trotzdem, dass die Eltern auch ihren Kindern begründen sollten, wie eine Standortüberwachung generell arbeitet und warum sie diese Funktion bei ihnen einsetzen möchten. Ihr Kind sollte zu einer Ortung seine Zustimmung geben.

 Smartwatches und GPS-Tracker für Kinder Test: Kinder Smartwatch
Eine Smartwatch in schickem Schwarz.

Familientherapeut und Kinderschutz-Experte Dr. Klaus Neumann hält laut »Bild« nichts von der Ortung via GPS: »Sein Kind nicht mehr wiederzufinden ist zwar eine Urangst für die meisten Eltern. Doch für gewöhnlich kommen Kinder wieder. Kinder spüren es, wenn ihnen kein Vertrauen entgegengebracht wird, sie bleiben dann in vielen Bereichen unsicher.«

Die meisten Eltern sorgen sich weniger, dass der Nachwuchs mal ausbüxt, sondern eher dass ihm etwas zustößt. Die Entscheidung gegen oder für einen Tracker können nur die Eltern selbst treffen, am besten in gemeinsamer Entscheidung mit dem Nachwuchs. Wenn alle damit einverstanden sind, spricht nichts weiter dagegen.

Ohne einen Mobilfunkvertrag geht leider nichts

Dass eine Smartwatch die Position ihres Kindes bestimmen kann, reicht nur zur Hälfte – die Uhr muss in der Lage sein die Ortungsinformationen auch an die Eltern weiterzugegeben. Das geht nur über das Mobilfunknetz. Für die Nutzung des Mobilfunknetzes brauchen Smartphones eine eigene SIM-Karte. Dafür ist ein Mobilfunkvertrag nötig, durch den zusätzliche laufende Kosten entstehen können.

Allerdings wird in der Regel nicht so häufig über die Smartwatches telefoniert. Oft reichen hier Prepaid-Verträge und damit sind die Kosten überschaubar. Nicht immer ganz einfach ist die Aktivierung der SIM-Karten, denn hier muss man über ein geeignetes Verfahren die eigene Identität überprüfen lassen. Die einfachste Variante ist die direkte Identifikation mit Personalausweis oder Pass im Shop des Mobilfunk-Anbieters.

So haben wir getestet

Alle Smartwatch-Modelle wurden von uns alltagsnah getestet: Unsere jungen Testkinder nahmen die Uhren sogar mit in die Schule und testeten die unterschiedlichen Möglichkeiten. Wir achteten besonders auf die SMS-, Alarm- und Anruf-Funktion, die Optik, den Preis, die Handhabung der App und des Gerätes, die Größe, das Gewicht und Robustheit und die Genauigkeit der Ortung.

In unserer ersten Testrunde testeten wir alle Smartwatches mit einer SIM-Karte mit Vertrag. In der zweiten Runde kam eine Prepaid-SIM-Karte zum Einsatz. Die Formate der Karten unterschieden sich, von der Nano-SIM-Karte über Micro bis zur klassischen Standard-SIM-Karte war jedes Format dabei. Die Inbetriebnahme scheiterte bei einigen Smartwatches, weil sich die SIM-Karte nicht aktivieren ließ. Daher fand die Einrichtung der Uhren eine besondere Berücksichtigung im Testergebnis. Die jeweils dazugehörenden Apps wurden von uns ebenfalls genau begutachtet.

Das Telefonieren war mit der Mehrheit der Modelle kein Problem. Kniffliger wurde es bei den Smartwatches, die auch internetfähig waren. Die WLAN-Einrichtung bereitete bei manchen Modellen Probleme.

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