Kopfhörer Test: Kinderkopfhörer Allgemeine

Kinder-Kopfhörer im Test : Großer Klang für kleine Köpfe

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Veröffentlicht 16.03.2020

Fröhliche Kinderlieder und spannende Hörspiele sind ein toller Zeitvertreib für Kinder. Es gibt nur ein Problem: Kinder hören gerne dasselbe immer und immer wieder. Und irgendwann strapazieren selbst die schönsten Stücke das Nervenkostüm der Eltern. Kopfhörer können da ein wahrer Segen sein: So kann der Spross nach Herzenslust weiterhören, während Mama und Papa eine Verschnaufpause gegönnt wird. Aber welche Modelle sind empfehlenswert? Wir haben 25 spezielle Kopfhörer für Kinder getestet.

Kerstin Güntzel
Kerstin Güntzel
schreibt als freie Journalistin unter anderem für ELTERN, ELTERN family, Vanity Fair und die dpa. Sie ist zweifache Mutter und testet regelmäßig Produkte für Kinder.

Ob Hörspiele oder Musik, Kinder lauschen gerne. In diesem Punkt unterscheiden sie sich nur wenig von Erwachsenen – außer darin, was sie gerne hören. Während lustige Lieder und lebhaft erzählte Geschichten von Bibi & Tina bei den Kleinen hoch im Kurs stehen, langweilen sie die Eltern recht bald oder stören sie irgendwann. Man dem Junior zwar einen Kopfhörer aufsetzen, aber die Wahl des richtigen Modells gestaltet sich oft schwierig. Wir haben daher 25 Kopfhörer speziell für Kinder getestet. Hier sind unsere Empfehlungen.

Langlebig: Sony MDR-ZX110

Dass der Sony MDR-ZX110 recht günstig zu bekommen ist, sieht man ihm nicht an. Das Design ist zeitlos geschmackvoll, regelrecht erwachsen – das ist zwar für kleine Kinder weniger interessant, die sich von bunten Modellen in aller Regel eher angezogen fühlen als von einfarbigem, sterilen Weiß bzw. Schwarz, doch Kindern auf der Schwelle zum Jugendalter dürfte der Umstand hingegen sehr willkommen sein. Wer auf Farbe partout nicht verzichten will, bekommt den Kopfhörer ansonsten auch noch in einem zarten Rosa, mehr Auswahl ist aber nicht drin.

Damit ein Kopfhörer überhaupt die Gelegenheit hat, um den Kinderschuhen entwachsenen Jugendlichen peinlich zu werden, muss er natürlich erst einmal lang genug überleben, sonst erübrigt sich das Problem von selbst – und hier kann der Sony ganz klar punkten. Wir hatten ihn ihm Langzeittest und selbst nach längerer Nutzungsdauer gab es weder Kabelbrüche noch sich ablösende Ohrpolster. An der Verarbeitungsqualität gibt es wirklich absolut nichts zu kritisieren – trotz des günstigen Preises.

Nun nützt es nur wenig, wenn der Kopfhörer zwar Jahre überdauert, der Kopf des Trägers aber nicht mehr zwischen die Hörmuscheln passt, weil er in der Zwischenzeit herausgewachsen ist. Doch auch hier können wir Entwarnung geben: Der Bügel ist großzügig verstellbar, sodass ihn selbst Erwachsene bequem tragen können. Unterstützt wird der Komfort durch die weichen, gemütlichen Polster. Braucht man ihn gerade nicht, kann man den Kopfhörer platzsparend zusammenfalten.

Eine Lautstärkebegrenzung hat der MDR-ZX110 nicht. Das würden wir sonst in jedem Fall kritisieren, es fällt hier aber kaum ins Gewicht, denn der Kopfhörer gehört ohnehin zu den leiseren Vertretern seiner Gattung. Klanglich könnte er ruhig noch etwas mehr Wucht vertragen, ansonsten gehört er aber klar ins obere Regal, wenn es um Tonqualität geht.

Unterm Strich bekommt man mit dem Sony MDR-ZX110 einen äußerst robusten, kindgerechten Kopfhörer zum Kampfpreis. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte so schnell niemand toppen.

Zum Teilen: Motorola Squads 200

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Motorola Squads 200

Test Kopfhörer: Motorola Squads 200
Wächst nicht mit, ist aber solide.

von 40 Lesern gekauft

Der Motorola Squads 200 ist ein Kinderkopfhörer wie aus dem Lehrbuch. Das fängt bei der Farbgebung an, setzt sich beim beiliegenden Sticker-Bogen fort und zieht sich bis hin zur Bauform – denn die ist kindlich klein bemessen.

Als Begleiter bis ins Jugendalter hinein eignet sich der Squads 200 nicht, dafür ist er einfach nicht groß genug. Der Bügel lässt sich zwar ein Stück weit verlängern, auf üppige Erwachsenenmaße kommt man aber auch dann nicht. Außerdem sind die Hörmuscheln etwas unterdimensioniert, sodass wirklich nur kleinere Kinder damit wirklich Spaß haben können. Auch die Farben und der auffällig glänzende Kunststoff-Look dürften kaum noch einen Jugendlichen vor dem Ofen hervorlocken – aber diese sind ja auch nicht die Zielgruppe.

Beim Klang weiß der Motorola Squads 200 zu gefallen und belegt in dieser Hinsicht den dritten Platz der von uns getesteten Modelle, lediglich die Konkurrenten von Sony und JBL konnten sich hier noch besser behaupten.

Besonders für Geschwistern hält der Motorola eine schöne Funktion bereit: Im Kabel befindet sich ein Splitter samt zugehöriger Klinkenbuchse, an die sich ein weiterer Kopfhörer anschließen lässt. So können zwei Kinder gleichzeitig lauschen, was überflüssigen Streitereien vorbeugt und sich etwa auf langen Autofahrten bezahlt macht.

Ein Wermutstropfen ist das kurze Kabel von nur 80 Zentimetern, was für Kleinkinder aber gerade noch so ausreicht. Dass man den Squads 200 überdies nicht zum Transport zusammenfalten kann, fällt da schwerer ins Gewicht.

Flexibel: JBL JR300

Wohlklingend

JBL JR300

Test Kopfhörer: JBL JR300
Ein Hörgenuss – für einen Kinderkopfhörer.

Die härteste Konkurrenz für den Sony MDR-ZX110 kommt von JBL und hört auf den Namen JR300.

Mit seinem weitgehend einfarbigen Äußeren und den guten Klangeigenschaften ist er ihm in weiten Bereichen ähnlich, allerdings muss man beim JBL mit einem 20 Zentimeter kürzeren Kabel zurechtkommen. Leider befindet sich an selbigem kein Lautstärkeregler – den haben wir aber auch schon beim Sony vermisst. Der Schalldruck ist beim JBL JR300 aber ohnehin auf gehörfreundliche 85 Dezibel begrenzt.

Mit einem Gewicht von 100 Gramm gehört der JR300 zu den leichtesten Modellen im Testfeld, lediglich der Motorola Squads 200 liegt noch einmal 10 Gramm darunter. Zusammen mit der sehr guten Polsterung an den Hörmuscheln und am Bügel ergibt sich daraus ein hoher Tragekomfort, zumal der JR300 zugleich sehr gelenkig ist: Die Ohrmuscheln sitzen auf Scharnieren und lassen sich so sowohl kippen als auch um bis zu 90 Grad drehen – wieder wie beim Sony. Darüber hinaus kann die Länge des Bügels bei Bedarf angepasst werden, sodass der Kopfhörer selbst für Erwachsene noch bequem zu tragen ist.

Der JBL kombiniert mit dem JR300 guten Klang mit einem hohen Tragekomfort und solider Verarbeitung und schafft so einen tollen Kinderkopfhörer. Wenn Ihnen der Sony MDR-ZX110 nicht zusagt – etwa wegen der Farbe – ist der JBL die beste Alternative. Wer möchte, kann übrigens auch zu einer Variante mit Bluetooth greifen – der JBL JR300BT kostet allerdings mehr als das Doppelte des Kabelmodells.

Kabellos: IceTec VT02

Kabellos

IceTec VT02

Test Kopfhörer: IceTec VT02
Bluetooth verspricht Kabelfreiheit, dank des eingebauten MP3-Players kann man aber auch gleich komplett auf ein Zuspielgerät verzichten.

Keine Preise gefunden.

Noch mehr als unsere anderen Empfehlungen richtet sich der IceTec VT02 konsequent an Kinder. Das Design ist farbenfroh, klassisch gendergerecht in Blau oder Rosa erhältlich und auf Wunsch kann man in beiden Farben auch noch je eine Variante mit Comic-Motiv erstehen. Wer dann noch immer nicht genug hat, kann den Kopfhörer auch darüber hinaus weiter verschönern, denn dem VT02 liegt ein umfangreiches Sticker-Set bei.

Der IceTec lässt sich in der Größe verstellen, aber nur begrenzt. Auf einen erwachsenen Kopf passt er nicht, obwohl die Dimensionen recht großzügig bemessen sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es sich um ein Modell in Over-Ear-Bauform handelt. Das merkt man auch beim Verstauen: Zwar lässt sich der VT02 zusammenfalten, wirklich kompakt ist er aber auch dann nicht. Besser als ein starrer Bügel ohne Klappscharniere ist es aber allemal.

Der eigentliche Clou am Icetec VT02 findet sich allerdings nicht in seiner äußeren Form, sondern in seinem Innenleben bzw. seiner Funktionalität, denn das Gerät kommt ohne Kabel aus. Stattdessen kommt Bluetooth zum Einsatz. Der Funkstandard gehört bei Kopfhörern für Erwachsene schon länger zum guten Ton, bei Kinderkopfhörern feiert er gerade noch zunehmend seinen Einstand. Wenn der Akku nach rund 15 Stunden Spielzeit leer ist, kann der Kopfhörer aber auch ganz klassisch mit dem beiliegenden Klinkenkabel angeschlossen werden. Das ist, unabhängig von der Farbe des Kopfhörers selbst, allerdings fliederfarben, was optisch nur mäßig zu unserem blauen Testmuster passte, aber selbstredend trotzdem anstandslos funktionierte.

Noch angenehmer ist aber der eingebaute MP3-Player, der mit Hilfe einer microSD- oder microSDHC- (nicht aber microSDXC-) Karte gefüttert wird und anschließend über die Kontrolltasten an der Hörmuschel bedient werden kann. Zwar ist die Steuerung nicht ideal gelöst, die Tatsache, dass man kein extra Zuspielgerät mehr braucht, ist aber trotzdem ungemein praktisch.

Der IceTec VT02 ist somit eine All-in-One-Lösung. Wer nicht nur einen reinen Kopfhörer sucht, sondern gleich einen kompakten Media-Player, wird hier fündig.

Was gibt es sonst noch?

Im bunten Design für Kleinkinder präsentieren sich JVC HA-KD5, MPOW Kids Modell BH178A und Easy SMX KM-666. Neben den Farben zieren noch zusätzliche Motive die drei Kopfhörer. Außerdem haben sie gemein, dass sie ein gutes Stück kleiner ausfallen als der Durchschnitt im Testfeld. Für ältere Kinder und Jugendliche sind weder Design dieser Modelle noch Bauform geeignet, die ganz Kleinen haben aber ihren Spaß. Leider ist die Tonqualität bei den genannten Geräten bestenfalls mittelmäßig.

Klanglich etwas besser fällt der iClever IC-HS01 aus, optisch bleibt aber auch dieser jung. Auch hier gilt: Mit den neckischen Katzenohren können sich ältere Kinder nicht mehr identifizieren, für kleine Mädchen sind sie ein Hingucker.

Dass Mehrfarbigkeit auch erwachsener geht, zeigen die Modelle CH9 und CH6s von MPOW. Beide kommen mit einer 85-dB-Lautstärkebegrenzung, die man allerdings per Schieberegler noch einmal um 10 Dezibel anheben kann. Es ist abzusehen, auf welcher Position der Nachwuchs den Schalter parken wird. Da die Qualität auch sonst durchwachsen ist, ist das aber nicht schlimm – empfehlenswert sind beide Modelle nicht.

Möchte man einen noch erwachseneren Look, kann man zum Beispiel zum Gorsun e86 greifen. Wie der IceTec VT02 hat er Bluetooth und einen eingebauten MP3-Player. Allerdings knallen Kinderlieder und Hörspiele aufgrund der fehlenden Lautstärkebegrenzung mit wuchtigen 103 Dezibel in den Gehörgang – für Kinderkopfhörer untragbar.

Besser machen es da der Onta Gorsun, der trotz reduzierter Lautstärke überraschend gut klingt, und der iClever IC-HS14. Beide passen problemlos auch auf erwachsene Köpfe, sowohl was den Sitz angeht, als auch mit Blick auf die Optik.

Wissenswertes über Kinderkopfhörer

Statt dem Junior einfach nur das alte Schalengestell von Mama aufzusetzen, empfiehlt sich die Anschaffung eines eigens für Kinder konzipierten Kopfhörers. Das hat verschiedene Gründe: zum einen lieben Kinder bunte Sachen und die Hersteller tragen dem Rechnung – neben der Farbgebung bieten viele Kinderkopfhörer sogar gleich Sticker-Sets, um die Geräte individuell zu verschönern. Zum anderen sitzen entsprechende Modelle viel besser auf den kleinen Köpfen, ohne herumzurutschen oder gar herunterzufallen.

Ganz besonders wichtig ist aber noch etwas anderes: die Lautstärke. Für den Schalldruck, den Kopfhörer für Erwachsene auf höchster Stufe von sich geben, sind junge Ohren viel zu empfindlich. Eine Lautstärkebegrenzung ist daher unabdingbar. Die meisten Kinderkopfhörer beschränken auf einen Schalldruckpegel von 85 Dezibel – das entspricht bereits einem Wert, bei dem ein Gehörschutz vorgeschrieben ist, wenn es bei der Arbeit um Krach geht, herkömmliche Kopfhörer ohne Begrenzung toppen diesen aber noch einmal deutlich. Damit das kindliche Gehör keinen dauerhaften Schaden nimmt, sollten die Kleinen von derart hohen Pegeln unbedingt geschützt werden.

Der Klang ist nicht die oberste Priorität beim Kauf eines Kinderkopfhörers, ganz besonders nicht für die Kinder selbst. Zu audiophilen Connoisseuren, die über glasklare Höhen und wuchtige Bassuntermalung referieren, entwickeln sich Menschen wenn überhaupt erst später im Leben. Allerdings ist es ratsam, die Klangqualitäten nicht komplett außer Acht zu lassen. Denn deutlich voneinander unterscheidbare Töne können gerade bei niedrigerer Lautstärke viel besser verstanden werden, als wenn sich alles gleich matschig anhört.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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