Test: Kinder Fahrradhelm

Kinder-Fahrradhelme im Test : Sicherheit im Straßenverkehr

Update 06.05.2021

Damit das Fahrradfahren für die Kleinen nicht gefährlich wird, sollten sie Helme tragen. Wir haben 31 Fahrradhelme für Kinder getestet und empfehlen einige davon – natürlich in allen möglichen Formen und Farben.

Update 6. Mai 2021

Wir haben acht weitere Fahrradhelme für Kinder getestet. Der Casco Mini 2 und der Hudora Skaterhelm sind neue Empfehlungen. Unsere bisherige Empfehlung Cratoni Akino ist nicht mehr erhältlich und wurde deswegen entfernt.

Sebastian Schulke
schreibt als freier Autor unter anderem für Eltern Family. Er ist Vater zweier Kinder und testet vorwiegend Produkte rund um Familie, Mobilität und Fitness.

Während Fahrradhelme bei Erwachsenen eher unbeliebt sind, mögen Kinder die Helme meist ganz gerne. Bei den Sechs- bis Zehnjährigen sind es rund 76 Prozent, die mit einem Helm Fahrrad fahren. Die Auswahl bei Fahrradhelmen – vor allem für Kinder – ist aber schier endlos. Wenn man sich dann für ein Modell entschieden hat, warten noch diverse Farbvarianten auf einen.

Wir haben, um Ihnen zumindest die Wahl des Modells zu erleichtern, 31 Helme für Kinder getestet, welche mindestens gut von ADAC und Stiftung Warentest beurteilt wurden. Denn die Helme sollen ja vor allem eines: schützen. Außerdem waren noch zwei Helme dabei, die zwar nur ein »befriedigend« bekommen haben, aber sehr beliebt sind. Was die Preise betrifft, so lagen unsere Helme bei 30 bis 50 Euro.

Insgesamt hatten wir im Test kaum Helme, die wir wirklich schlecht fanden. Unsere Empfehlungen sind Modelle, die uns besonders begeistert haben.

Gelungenes Gesamtpaket: Alpina Ximo Flash

Gelungenes Gesamtpaket

Alpina Ximo Flash

Test Kinder-Fahrradhelm: Alpina Ximo Flash
Hier gibt es absolut nichts zu meckern. Und der Helm ist auch noch wirklich preiswert. Was will man mehr?

Der Alpina Ximo Flash überzeugt uns komplett: Kinnriemen, Gurtbänder sowie Größe des Helms können leicht verstellt und eingestellt werden, etwa über das Drehrad an der Rückfront. Das findet man übrigens bei allen Testmodellen.

Bei unseren beiden Testerinnen saß der Helm optimal in der Waagrechten, Stirn und Schläfen werden auch geschützt und die Kinder fanden die weiche Polsterung sehr bequem, auch nach 15 Minuten noch.

Ein LED-Licht befindet sich an der Rückseite des Helms und kann abgenommen werden. Blinken kann es auch und dank seiner Helligkeit ist es in der Dämmerung oder Dunkelheit gut zu erkennen. Auch der Insektenschutz gefällt uns, den gibt es aber nur bei den vorderen Lüftungsschlitzen. Bei der Konkurrenz war das aber nicht anders. Wir fänden die Schutznetze überall am Helm angebracht.

Wir hatten einen Helm mit Blumenmuster, aber wie auch bei anderen Helmen ist die Wahl an Mustern hier groß. Die Testerinnen fanden den Alpina Ximo Flash gut, da er nicht allzu sehr »kindisch« aussieht.

Auch die Handhabung kann sich sehen lassen, mit einem Druckknopf kann der Y-Clip-Verschluss vom Kinnriemen bedient werden. Die Gurtbänder reflektieren und öffnen sich beim Sturz nicht, einzustellen sind sie auch einfach. Per Drehrad kann das Kind die Weite selbst einstellen. Eine Winter Cap aus Microfleece kann man auch kaufen, die hält bei kalten Temperaturen die Ohren warm.

Allroundtalent: Casco Mini 2

Allroundtalent

Casco Mini 2

Test: Casco Mini 2
Dieser Helm sorgt im Sommer wie im Winter für Sicherheit, auf der Straße und auf der Piste.

Der Mini 2 von Casco bietet nicht nur in den Sommermonaten beim Inlineskaten, Roller- oder Fahrradfahren Sicherheit, sondern schützt auch bei winterlichen Sportaktivitäten wie Snowboarden oder Skifahren den Kopf des Kindes. Der Helm ist speziell konzipiert und geformt, um den Anforderungen aller oben genannten Einsatzbereiche zu genügen. Auch wenn das Kind in einem Fahrradsitz transportiert wird, überzeugt der Casco: Er liegt bequem und eng an und erzeugt keinen unkomfortablen Zwischenraum zwischen Kind und Rückenlehne.

Optisch überzeugt der Casco Mini 2 ebenfalls. Er ähnelt einem waschechten Rennfahrerhelm, bei unserem Testmodell im bunten Regenbogen-Design. Von vorn nach hinten verläuft über den farbenfrohen Allrounder eine »Safety Reflect Line«: Bänder aus Gummi, die in unterschiedlichen Farben erhältlich sind und in der Dunkelheit leuchten und reflektieren. Sie sind einfach und schnell auswechselbar. Bedauerlicherweise fehlen hinten am Helm Reflektoren. Für eine zusätzliche Beleuchtung ist der Helm ebenfalls nicht ausgelegt.

Der Casco-Helm ist als eine Mikroschale konzipiert, die im Spritzguß-Verfahren oder In-Mold-Verfahren gefertigt wurde: Hartschaum und Schale werden zu einem Helmkörper fest verschweißt. Sicherheit und Stabilität erhöhen sich dadurch.

Die sehr hochwertige Verarbeitung hat uns gut gefallen. Unkompliziert lässt sich das System der Gurtbänder verstellen und der Kopfgröße bequem anpassen. Auch der Sitz am Kinn überzeugt. Dasselbe gilt für den Kopfring, der sich im Inneren des Helms befindet. Der wirkte auf uns zuerst zerbrechlich und dünn, konnte aber über eine Verstellschraube zuverlässig und überzeugend stufenlos eingestellt werden.

Die Belüftungslöcher vorn und an den Seiten sollen bei heißeren Temperaturen für ein angenehmes Klima sorgen. Die Öffnungen sind aber recht klein geraten. In der Sommerhitze kann dies möglicherweise zu einer Überhitzung im Inneren des Helms führen. Die kleinen Löcher verfügen außerdem über kein Insektennetz, das vor einem eventuellen schmerzhaften Stich einer Wespe oder Biene schützen könnte, die sich in den Helm verirrt hat.

Ein tolles Zubehör und Extra für den Einsatz im Winter ist eine weiche Ohrenbedeckung, die einfach und schnell befestigt werden kann. Für das Warmhalten des Kopfes auf der Piste ist ein kuschliges Innenfutter für die Helmschale verfügbar. Die Ausstattung für den Winter bekommt man für etwa 20 Euro.

Unser Fazit: Der Casco Mini 2 ist ein Allroundtalent, hochwertig verarbeitet und mit schöner Optik. Die Belüftung könnte mehr Löcher vertragen und die dünnen Bänder aus Gummi beleuchten den Helm nur unzureichend.

Sicher und cool: Hudora Skaterhelm

Sicher und cool

Hudora Skaterhelm

Test: Hudora Skaterhelm
Fürs Radfahren, Skateboarden, Inlineskaten und Rollerfahren bestens geeignet - ein Helm für alle Fälle!

Der Hudora Skaterhelm besteht aus einer stoßfesten und widerstandsfähigen ABS-Schale, die mit EPS-Schaum gepolstert ist. Die beiden Belüftungslöcher vorn sind mit einem Insektennetz versehen, zwei hintere Öffnungen und sieben weitere auf der Oberseite des Helms sorgen bei heißen Sommertemperaturen für Erfrischung und Abkühlung. Man sollte aber darauf achten, die Innenpolster des Helms nicht aus Versehen davor zu kleben. Die Luftlöcher für die sehr heißen Tage sind ohnehin nicht besonders groß. Mit den Belüftungsschlitzen eines gängigen Fahrradhelms können sie nicht mithalten.

Das Gurtband-System des Hudora lässt sich ohne Probleme einstellen und sitzt gut. Die Stellschraube befindet sich hinten im Helm-Inneren, bietet genug Spielraum und ist gut bedienbar um mit den Fingern den Ring an die Form des Kopfes optimal anzupassen. Die Innenpolster sind abnehmbar, stabil befestigt und hochwertig.

Zwei streifenförmige, kleine Sticker an beiden Seiten des Helms fungieren als Reflektoren. Vorn, links und rechts am Helm ist der Schriftzug des Herstellers angebracht, der auch reflektiert und für eine bessere Sichtbarkeit sorgen soll. Für eine extra Beleuchtung ist der Helm aber nicht ausgelegt. Egal ob man einen Roller, ein Skateboard oder ein Rad durch die überfüllten Straßen einer Großstadt bewegt, Sichtbarkeit ist hier das A und O. Der auffällige grüne Farbton sorgt tagsüber für Aufsehen. Allerdings können die kleinformatigen Reflektoren dem Fahrradhelm in den Abendstunden nicht genügend Sichtbarkeit verleihen.

Das Gurtsystem hat ebenfalls leichten Verbesserungsbedarf. Der linke Helmgurt ist etwas kurz gehalten und bietet nur wenig Spielraum und Einstellmöglichkeiten. Der rechte Gurt ist hingegen sehr lang.

Das Resümee: Mit seinem Gewicht von 400 Gramm ist der Hudora kein Leichtgewicht. Aber die zusätzliche Eigenlast zahlt sich aus, denn beim Skaterhelm treffen Coolness, Funktionalität und Sicherheit aufeinander – ohne unnötige Kinkerlitzchen. Seine Hauptaufgabe erfüllt der Skaterhelm von Hudora bravourös: Den Kopf des Kindes gut zu schützen, egal ob beim Inlineskaten, Skateboarden oder Radfahren.

Für jüngere Kinder: KED Meggy Originals

Für jüngere Kinder

KED Meggy Originals

Test Kinder-Fahrradhelm: KED  Meggy Originals
Made in Germany – das finden wir super!

Einen guten Mikroschalenhelm für Kinder bis fünf Jahre bekommt man mit dem KED Meggy Originals. An der Größe liegt das nicht wirklich – M fällt eher groß aus – aber die Testerinnen fanden die 21 Motive alle zu kindisch. Für ältere Kinder dürfte der Helm also nicht mehr ganz so cool sein.

Trendiger geht es mit KED Meggy, der auch von ADAC und Stiftung Warentest getestet wurde und wegen lediglich ausreichender Hitzebeständigkeit nur 3,5 bekommen hat. Bei Komfort, Schadstoffen und Unfallschutz schnitt er aber »Gut« ab.

Ansonsten haben wir beim Meggy Originals aber nichts zu meckern. Vorne findet man genügend Belüftungsschlitze samt Insektenschutz, die Passform ist gut, die Polster sind bequem und weich. Leicht einstellbar sind die Gurtbänder und die Verarbeitung (made in Germany) kann sich auch sehen lassen. Zusätzlich gibt es einen Reflektor und ein Doppel-LED-Blinklicht. Da der Fahrradhelm weiter nach unten reicht, werden Schläfen und Stirn ideal geschützt und die Sicht dabei nicht versperrt. In Größe M wiegt er 280 Gramm. Wir finden das Gesamtpaket gut.

Gute Performance: Uvex Finale Junior

Gute Performance

Uvex Finale Junior

Test: Uvex Finale Junior
Mit diesem Helm können die Kleinen ganz groß rauskommen – eine rundherum überzeugende Performance.

von 25 Lesern gekauft

Wie ein Mountainbike-Helm kommt der Uvex Finale Junior daher. Dieser Helm ist am Hinterkopf und an den Seiten ein wenig tiefer gezogen, das bringt mehr Sicherheit und Schutz. Außerdem hat der In-Mold-Helm eine hohe Schlagfestigkeit dank EPS-Innenschicht und PC-Außenschicht.

Überhitzen ist mit diesem Helm nicht möglich. Die Belüftung übernehmen elf große Schlitze, vorne sind sie noch durch ein Insektennetz geschützt. Auch verrutschen kann er nicht so schnell. Die Größenanpassung ist stufenlos und recht komfortabel, das bringt Sicherheit und guten Halt. Die dafür vorgesehene Stellschraube ist stabil, robust und mit dem Helm fest und sauber verbunden, man kann sie einfach und unkompliziert drehen.

Nur der Name des »Fast-Adapting-System-Gurtbands« passt nicht ganz. Am Kopf sitzt es gut, das Verstellen geht aber eher umständlich. Die Druckknöpfe lassen sich nur schwergängig öffnen, dafür kann der Verschluss aber leicht bedient werden. Man kann ihn einhändig schließen und öffnen. Das kann praktisch sein. Im Helm ist die Polsterung eher sparsam, der Tragekomfort bleibt aber dennoch erhalten. Es gibt keine zusätzlichen Polster, dank Gurtband-System braucht man die aber auch nicht.

Insgesamt ist die Verarbeitung des Uvex Finale Junior hochwertig, jedoch dürften Farben und Design hier Kinder nicht so ansprechen – verspielt geht anders. Der Preis ist aber gut für das Gebotene, nur eine Beleuchtung fehlt, die kann man aber ergänzen. Sicherheit und Sichtbarkeit im Dunkeln werden dann dank Plug-in LED erhöht.

Was gibt es sonst noch?

Wie ein Dinosaurierkopf mit einem Irokesenpanzer, gelben Augen und Reißzähnen kommt der AiteFeir-Helm daher. Mit seinem auffälligen Äußeren sammelt er vorab optisch viele Pluspunkte bei den Kindern. Design und Optik sollten aber nicht die finale Entscheidung zum Kauf eines Helmes bestimmen. Wo liegen also die Stärken des Dinosauriers?

Beginnen wir mit dem Gurtband: Ein sogenanntes Strap-Fit-System sorgt für eine stufenlose und gute Einstellung, was die Gesichtspassform betrifft. Der drehbare Knopf für die Anpassung an den Kopf bietet eine Menge Spielraum und guten Halt. Allein die Plastikstreben wirken nicht allzu robust und sind schwammig und dünn geraten. Kopfanpassung und Gurt sind nicht unmittelbar miteinander verbunden. Das Gurtsystem wirkt so nicht homogen, sondern zusammengestückelt.

Die Belüftung und die gemütlichen Innenpolster verdienen sich Pluspunkte. Für eine ausreichende Ventilation sorgen zwanzig kleine und große Schlitze. Dank der stoßgedämpften EPS-Schale ist ein sicheres Fahrvergnügen garantiert.

Der XJD Klassiker 1.0 hat eine robuste und klassische Form und überzeugt mit seinem einfachen und schlichten Design. Aber auch mit seinen inneren Werten überzeugt der XJD. Eine Außenschale, die im Spritzgussverfahren hergestellt wurde, samt einer EPS-Innenschale sorgen hier für eine hohe Sicherheit: Innen stoßabsorbierend, außen schlagfest. Der hochwertige Drehknopf für die Kopfgrößenjustierung lässt sich bequem und leicht bedienen. Zudem kann das Gurtband stufenlos und leicht auf den Punkt genau an die jeweilige Kopfform des Kindes angepasst werden. Die angenehmen Innenpolster können leicht abgezogen und gereinigt werden. Ein Manko sind allerdings die zu klein geratenen Luftlöcher, die nach Aussage des Herstellers Atmungsaktivität ermöglichen sollen. Mit einem Gewicht von 335 Gramm tritt der XJD leider in der Schwergewichtsklasse an.

Insgesamt ist der XJD ein Allrounder. Er bietet eine Menge Spielraum, Sicherheit sowie Fahrvergnügen. Durch seine Hartschale und Form ist der Fahrradhelm ebenso auch für Skifahrer, Rollbrettfahrer, Inlineskater und Rollschuhfahrer sehr gut geeignet. Schön: Wenn Ihren Kindern die Helm-Optik etwas zu einfarbig und dröge ist, können Sie mithilfe von Farbstiften das Design neu und farbenfroher gestalten.

»Dieser Helm fühlt sich gemütlich an«, lobte die kleinere Testerin den Carapax Jr von Alpina. Der Grund dafür ist die gute Passform, die weiche Polsterung und sein leichtes Gewicht von 250 Gramm. Die einfache Handhabung hat uns ebenfalls gut gefallen: Das Gurtband lässt sich leicht justieren, die Größe des Helms kann einfach mit einem Drehrad eingestellt werden und die Mechanik des Verschlusses ist einfach gehalten. Der Alpina, der reichlich Belüftungsöffnungen besitzt, wurde GS-geprüft und vom TÜV Süd und TÜV Rheinland genauer unter die Lupe genommen. Die Belüftungsöffnungen sind vorn mit einem Fliegennetz versehen.

Das Visier des Carapax Junior schützt die Stirn des Kindes bei Stürzen und die Augen vor der Blendung durch die Sonne. Hier sollte der Hersteller nochmal nachbessern: Die Schläfen des Testkindes wurden nicht komplett bedeckt. Der sportliche Alpina spricht aufgrund der fünf verfügbaren Design-Varianten Jungs wie Mädchen gleichermaßen an. In zwei Punkten haben uns andere Helme aber mehr überzeugt: Preislich sind andere Modelle günstiger. Der Helm verfügt zwar über Reflektoren, das Fehlen eines Helmlichts ist aber ein unschönes Sicherheitsmanko. Alpina bietet zwar ein Multi-fit Light an, welches nachgerüstet werden kann – aber leider kostet das extra.

Der Pacer von Cratoni gehört ebenfalls zu den empfehlenswerten und vorteilhaften In-Mold-Helmen. Hätte das Modell eine Beleuchtung vorweisen können, hätte er sich sich tatsächlich weit auf den vorderen Plätzen platzieren können. Wenigstens besitzt der Pacer Reflektoren. So können er und sein Träger im Dunkeln besser gesehen werden. Das abnehmbare Visier dieses Modells schützt die Stirn des Kindes vor einem Aufprall und der Sonne. Da der Helm eher hoch sitzt, sind die Schläfen leider nur wenig geschützt.

Die Optik des stromlinienförmig designten Pacer ist sportlich gestaltet. Der Fahrradhelm ist in elf farblichen Varianten erhältlich. Unsere kleine Testerin fand ihn aber »hässlich«. Ihrer Einschätzung nach hat er auch zu viele Lüftungsschlitze (insgesamt 20). Zudem verfügt keine der Öffnungen über ein schützendes Fliegennetz! Am Sitz des Helm hatte sie aber nichts auszusetzen, nichts verrutschte oder wackelte. Sie lobte den Pacer wegen der kuschelig weichen Polster sogar als »ultrabequem«. Das schließt den Kinnriemen mit ein. Der Helm ist mit einem Gewicht von 230 Gramm eines der leichteren Modelle im Test.

Das Produkt wirkt qualitativ hochwertig. Das Verstellen der Gurtbänder und des Drehrads ist, wie es sein soll. 2017 belegte er bei einem Test von ADAC und Stiftung Warentest einen guten zweiten Platz und erhielt die Note »Gut« (1,8). Fazit: Für einen geringen Preis bekommen Sie einen robusten, guten und bis ins Erwachsenenalter mitwachsenden Helm.

Der Air Wings von Uvex sieht eher nach Mountainbike aus, die Testerinnen fanden diesen Helm aber weniger stylisch. Bei aktiven Jungs dürfte er aufgrund der etlichen Streetstyle-Designs gut ankommen.

Der in Deutschland entwickelte Helm ist schön verarbeitet, hochwertig und strapazierfähig. Viele Belüftungsschlitze gibt es zudem, vorne mit Insektennetz. Gurtbänder und Weite kann man dank Drehrad leicht einstellen. Stirn und Schläfen schützt der Helm gut. Den Ratschenverschluss haben die Testerinnen problemlos zu und auf bekommen. Aber auch hier gibt es kein Rücklicht, das wenigstens nachgerüstet werden kann.

Der Uvex Kid 2 eignet sich für Kinder bis drei Jahre und wir sind vor allem vom Preis-Leistungs-Verhältnis begeistert. Etwa 30 Euro zahlt man für tolle Qualität und viele Belüftungsschlitze, die alle ein Insektennetz haben.

Stirn- und Schläfenschutz sind auch gut, Stöße werden dank einer Außenschale aus Polycarbonat und Innenschale mit EPS abgemildert. Die Testerin fand die Polsterung bequem und das Handling leicht. Selbst Kleinkinder können per Knopfdruck den Verschluss schließen und öffnen. Das Gurtband kann man leicht verstellen und dank Drehrad kann die Helmgröße angepasst werden. Er wiegt außerdem nur 185 Gramm.

Man bekommt diesen Helm in fünf sehr bunten Versionen mit Palmen- und Tier-Designs. Schlicht ist hier nicht angesagt. Den Kleinen dürften die farbenfrohen Motive aber gefallen. Auch hier würden wir uns eine Beleuchtung wünschen, aber man kann zumindest die Triangle-LED von Uvex zukaufen.

Wissenswertes über Fahrradhelme für Kinder

Helmpflicht beim Fahrradfahren gibt es in Deutschland nicht, nicht mal für Kinder. Sich beim Rad fahren ernsthafte Kopfverletzungen zuzuziehen, passiert eher selten. Die Universität Kopenhagen hat dazu eine Studie durchgeführt und festgestellt, dass es statistisch gesehen bei 3000 Jahren durchschnittlich schnell radeln ein Mal passiert. Radfahrer sterben an schweren Kopfverletzungen außerdem seltener als Autoinsassen oder Fußgänger.

Experten streiten nach wie vor über die Schutzwirkung. Neurochirurg Frank Thomas Möllmann sowie seine Kollegen des Uniklinikums Münster haben sich 2004 häufige Verletzungen und die Gründe für Fahrradunfälle angesehen. Über 300 Patienten wurden dabei untersucht, die Hirnverletzungen beim Radeln erlitten hatten. 90 Prozent davon trug keinen Helm. Jedoch kamen die Forscher zu dem überraschenden Schluss, dass der Verletzungsgrad zwischen Trägern von Helmen und Patienten ohne nicht besonders unterschiedlich war.

Thüringen und Baden-Württemberg haben 2017 eine Grundlagenstudie durchgeführt, in der gezeigt wurde, dass das Verletzungsrisiko durch einen Helm 50 bis 70 Prozent gesenkt werden kann und die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas nachweislich gemindert werden können. Das klingt logisch. Die Unfallforschung der Versicherer, das Institut für Rechtsmedizin München und das Universitätsklinikum Münster haben 2012 und 2013 zudem 543 Unfälle mit Fahrradfahrern untersucht. Das Ergebnis: Fahrradhelme mildern die meisten lebensbedrohlichen Kopfverletzungen ab oder verhindern sie. Es gibt natürlich noch viel mehr Studien dazu.

10 Kinder Fahrrad-Helme im Test

In Ländern wie Spanien, Finnland, Chile oder Australien ist der Kopfschutz Pflicht laut Gesetz. Bei uns wird der Helm zwar von der Polizei empfohlen, aber es gibt keine Helmpflicht.

Neben Angela Merkel ist auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nicht für eine generelle Helmpflicht, da dies wohl zu einer Zunahme des Autoverkehrs führen würde. Zu kontrollieren oder durchzusetzen sei die Helmpflicht auch nicht. Damit dennoch Unfälle vermieden werden, setzt der Verband in Wohngebieten auf ein stärkeres Tempolimit und auf radfreundliche Verkehrsplanung.

Wenn es aber doch zum Sturz kommt, wirken große Kräfte ein auf den Körper und der Kopf schlägt fast immer auf einen harten Gegenstand oder den Boden auf. Sitzt der Helm richtig, wird die Krafteinwirkung immerhin reduziert. Hersteller bieten verschiedene Formen an, die haben auf die Sicherheit aber keine Auswirkung, hier kommt es lediglich auf den persönlichen Geschmack an.

Die Größe

Somit sind wir also der Meinung: besser irgendein Helm als gar keiner. Auch wenn das Modell nicht so tolle Bewertungen bekommen hat, kann es die Verletzungsgefahr dennoch verringern. Aber ein Kopfschutz hilft nur effektiv, wenn er auch passt.

Daher: Maßband holen und ca. eineinhalb Zentimeter über den Augenbrauen des Kindes ansetzen und das Band dann schräg um den Kopf legen, am Hinterkopf sollte es ein wenig unterhalb des Ausgangspunktes an der Stirn zusammenkommen. Die Zentimeter nun mit der Helmgröße vergleichen. Die finden Sie hier:

 Helmgröße Kopfumfang Alter
 XS 44-49 cm 0-3 Jahre
 S 46-51 cm 2-7 Jahre
 S/M 49-53 cm 3-9 Jahre
 M 52-60 cm 4-12 Jahre

Stiftung Warentest sagt, dass die Helmschale nicht zu eng oder zu weit sein soll. Also ruhig etwas am Kopf des Kindes rütteln, denn der Helm soll auch dann nicht verrutschen, wenn der Verschluss geöffnet ist. Ansonsten muss es ein kleineres Modell werden.

Schläfen und Stirn müssen durch den Helm geschützt sein, denn hier besteht das größte Verletzungsrisiko. Der Helm muss dafür waagrecht sitzen. Überall dort, wo Kinderkopf und Schale sich berühren, sollten bestenfalls Polster angebracht sein. Wir raten vor dem Kauf also zum Probetragen, denn ohne Dämmung wird der Helm schnell schmerzhaft und das Kind setzt ihn sicher nicht gerne auf. Die Gurtbänder treffen sich idealerweise fingerbreit unterm Ohr, der Kinnriemen sollte nicht zu eng oder zu locker sein.

 Kinder-Fahrradhelm Test: Helm anprobieren

Belüftungsschlitze braucht ein Helm auch, am besten mit Insektennetz. Ältere Kinder sollten außerdem dazu in der Lage sein, den Helm selbst ohne Probleme abzunehmen und aufzusetzen. Gefallen sollte das Aussehen des Helms dem Kind natürlich auch.

Neu muss er sein

Nach einem Unfall sollte der Helm entsorgt werden, selbst wenn er keine äußerlich sichtbaren Schäden hat. Denn innen kann er dennoch beschädigt sein. Wir raten daher auch vom Kauf gebrauchter Helme an, schließlich weiß man nie, wie viele Stürze der Helm schon mitgemacht hat.

In der Helmschale finden sich die Produktionsdaten: je neuer der Helm, umso besser, da Material auch verschleißt. Vom Gebrauch hängt es auch ab, wie lange der Helm einsatzbereit ist. Nach maximal fünf Jahren sollte er aber ausgetauscht werden. Ein CE-Kennzeichen ist auch wichtig, das garantiert die Einhaltung von deutschen Sicherheitsnormen. Auf dem Spielplatz sollte das Kind den Helm außerdem abnehmen, schlimmstenfalls kann es sich damit strangulieren.

Soft-, Hart- oder Mikroschale?

Die neueste Technik sind Mikroschalen-Fahrradhelme, zugleich sind das auch die besten und sichersten: Hier wird Hartschaumstoff (EPS = expandiertes Polystyrol) im In-Mold-Verfahren verschweißt mit einer dünnen Schicht Hartkunststoff. Diese schützt das EPS und gleitet beim Crash am Hindernis besser ab.

Ohne Hartkunststoffschicht kommen die Weichschalenhelme aus, der Kopf wird hier nicht so gut geschützt. Die staatliche Initiative »Ich trag‘ Helm« weist darauf hin, dass dieses Verfahren veraltet ist und man sich lieber einen neuen Helm anschaffen sollte.

Dann gibt es noch Hartschalenhelme, die auch von Downhill-Bikern dank harter Außenschale genutzt werden. Hier ist aber insbesondere das ziemlich hohe Gewicht zu bedenken.

So haben wir getestet

Wir hatten Testkinder, die zum Testzeitpunkt sieben und acht Jahre alt waren. Da wir keine Stürze inszenieren wollten, haben wir fast nur Helm-Modelle gewählt, die bei ADAC und Stiftung-Warentest »Gut« abgeschnitten haben. Zwei unserer Testhelme hatten nur ein »befriedigend«, hier handelt es sich aber im Bestseller, daher haben wir sie auch getestet.

Ansonsten haben wir uns noch Passform, Insektenschutz, Weiten- und Kinnriemeneinstellung, Gurtbänder, Material, Tragekomfort, Sicherheit und Gewicht angesehen, ebenso die Beleuchtung.

Ein allgemeiner Test von Fahrradhelmen ist schwer, da jeder Kopf anders ist. Unser achtjähriges Testkind hat einen eher großen Kopf, die Siebenjährige einen eher kleinen für ihr Alter.

Vor allem sollte der Helm von den Testerinnen aber anprobiert werden, denn wenn er falsch sitzt, nützt der beste Helm nichts. Unbequem darf er auch nicht sein. Die Empfehlungen sehen wir daher eher als Entscheidungshilfe, denn am Ende muss das Kind mit dem Helm zurechtkommen.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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