Test: Kinder Fahrradhelm

Kinder-Fahrradhelme im Test : Sicherheit im Straßenverkehr

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Veröffentlicht 26.08.2020

Damit das Fahrradfahren für die Kleinen nicht gefährlich wird, sollten sie Helme tragen. Wir haben 23 Fahrradhelme für Kinder getestet und empfehlen einige davon – natürlich in allen möglichen Formen und Farben.

Sebastian Schulke
Sebastian Schulke
schreibt als freier Autor unter anderem für Eltern Family. Er ist Vater zweier Kinder und testet vorwiegend Produkte rund um Familie, Mobilität und Fitness.

Während Fahrradhelme bei Erwachsenen eher unbeliebt sind, mögen Kinder die Helme meist ganz gerne. Bei den Sechs- bis Zehnjährigen sind es rund 76 Prozent, die mit einem Helm Fahrrad fahren. Die Auswahl bei Fahrradhelmen – vor allem für Kinder – ist aber schier endlos. Wenn man sich dann für ein Modell entschieden hat, warten noch diverse Farbvarianten auf einen.

Wir haben, um Ihnen zumindest die Wahl des Modells zu erleichtern, 23 Helme für Kinder getestet, welche mindestens gut von ADAC und Stiftung Warentest beurteilt wurden. Denn die Helme sollen ja vor allem eines: schützen. Außerdem waren noch zwei Helme dabei, die zwar nur ein »befriedigend« bekommen haben, aber sehr beliebt sind. Was die Preise betrifft, so lagen unsere Helme bei 30 bis 50 Euro.

Insgesamt hatten wir im Test kaum Helme, die wir wirklich schlecht fanden. Unsere Empfehlungen sind Modelle, die uns besonders begeistert haben.

Gelungenes Gesamtpaket: Alpina Ximo Flash

Gelungenes Gesamtpaket

Alpina Ximo Flash

Test Kinder-Fahrradhelm: Alpina Ximo Flash
Hier gibt es absolut nichts zu meckern. Und der Helm ist auch noch wirklich preiswert. Was will man mehr?

von 118 Lesern gekauft

Der Alpina Ximo Flash überzeugt uns komplett: Kinnriemen, Gurtbänder sowie Größe des Helms können leicht verstellt und eingestellt werden, etwa über das Drehrad an der Rückseite. Das findet man übrigens bei allen Testmodellen.

Bei unseren beiden Testerinnen saß der Helm perfekt in der Waagrechten, Stirn und Schläfen werden auch geschützt und die Kinder fanden die weiche Polsterung sehr bequem, auch nach 15 Minuten noch.

Ein LED-Licht befindet sich an der Rückseite des Helms und kann abgenommen werden. Blinken kann es auch und dank der Helligkeit sieht man es in der Dämmerung oder Dunkelheit gut. Auch der Insektenschutz gefällt uns, den gibt es aber nur bei den vorderen Belüftungsschlitzen. Bei der Konkurrenz war das aber nicht anders. Wir fänden die Schutznetze überall am Helm angebracht.

Wir hatten einen Helm mit Blumenmuster, aber wie auch bei anderen Helmen ist die Wahl an Mustern hier groß. Die Testerinnen fanden ihn gut, da er nicht so »kindisch« aussieht.

Auch die Handhabung kann sich sehen lassen, mit einem Druckknopf kann der Y-Clip-Verschluss vom Kinnriemen bedient werden. Die Gurtbänder reflektieren und öffnen sich beim Sturz nicht, einzustellen sind sie auch einfach. Per Drehrad kann das Kind die Weite selbst einstellen. Eine Microfleece Winter Cap kann man auch kaufen, die hält bei kalten Temperaturen die Ohren warm.

Von Stiftung Warentest empfohlen: Cratoni Akino

Von Stiftung Warentest empfohlen

Cratoni Akino

Test Kinder-Fahrradhelm: Cratoni Akino
Der Testsieger der Stiftung Warentest und des ADAC bekommt bei uns die Silbermedaille.

Keine Preise gefunden.

Bei ADAC und Stiftung Warentest wurde der Cratoni Akino Testsieger mit Note 2,2. »Der Cratoni glänzt in der erweiterten Stoß­prüfung. Er schützt insgesamt am besten.«, heißt es dort.

Auch wir können ihn empfehlen. Im Vergleich zur ersten Empfehlung geht hier allerdings der Ratschenverschluss vom Kinn etwas schwerer wieder auf. Die kleinste Helmweite, die hier möglich ist, war für die achtjährige Testerin mit ihrem Kopfumfang von 54 Zentimetern beinahe zu weit und der Helm wackelte. Somit ist dieser Helm eher für Kinder mit größerem Kopf geeignet. Einstellen lässt er sich mit einem Drehrad.

Im Zweifelsfall raten wir zu einer kleineren Helmgröße. Wenn der Kinnriemen dann noch perfekt angezogen ist, sitzt der Helm gut und waagrecht auf dem Kopf und Stirn sowie Schläfen sind geschützt.

Wir finden diesen Helm insgesamt solide und empfehlenswert, das liegt auch an der In-Mold-Technologie, die hochwertig verarbeitet ist. Der Akino ist antibakteriell und weich gepolstert. Selbst wenn man ihn nach einem Ausflug an einem heißen Tag abnimmt, riecht hier nichts unangenehm. Sein Gewicht beträgt 250 Gramm, das macht ihn komfortabel. Im Dunkeln ist er dank abnehmbarem LED-Licht gut zu sehen. Wählen kann man da aus drei Stufen: rotierend, blinkend oder fix. Genügend Belichtungsschlitze gibt es auch, vorne sogar mit Insektennetz.

Bei den Designs hat man die Wahl, sieben gibt es. Für die Kinder sollte da definitiv etwas passendes dabei sein.

Für jüngere Kinder: KED Meggy Originals

Für jüngere Kinder

KED Meggy Originals

Test Kinder-Fahrradhelm: KED Meggy Originals
Made in Germany – das finden wir super!

Einen guten Mikroschalenhelm für Kinder bis fünf Jahre bekommt man mit dem KED Meggy Originals. An der Größe liegt das nicht wirklich – M fällt eher groß aus – aber die Testerinnen fanden die 21 Motive alle zu kindisch. Für ältere Kinder dürfte der Helm also nicht mehr ganz so cool sein.

Trendiger geht es mit KED Meggy, der auch von ADAC und Stiftung Warentest getestet wurde und wegen lediglich ausreichender Hitzebeständigkeit nur 3,5 bekommen hat. Bei Komfort, Schadstoffen und Unfallschutz schnitt er aber »Gut« ab.

Ansonsten haben wir beim Meggy Originals aber nichts zu meckern. Vorne findet man genügend Belüftungsschlitze samt Insektenschutz, die Passform ist gut, die Polster sind bequem und weich. Leicht einstellbar sind die Gurtbänder und die Verarbeitung (made in Germany) kann sich auch sehen lassen. Zusätzlich gibt es einen Reflektor und ein Doppel-LED-Blinklicht. Da der Helm weiter nach unten reicht, werden Schläfen und Stirn ideal geschützt und die Sicht dabei nicht versperrt. In Größe M wiegt er 280 Gramm. Wir finden das Gesamtpaket gut.

Gute Performance: Uvex Finale Junior

Gute Performance

Uvex Finale Junior

Test: Uvex Finale Junior
Mit diesem Helm können die Kleinen ganz groß rauskommen – eine rundherum überzeugende Performance.

Wie ein Mountainbike-Helm kommt der Uvex Finale Junior daher. Dieser Helm ist am Hinterkopf und an den Seiten ein wenig tiefer gezogen, das bringt mehr Sicherheit und Schutz. Außerdem hat der In-Mold-Helm eine hohe Schlagfestigkeit dank EPS-Innenschicht und PC-Außenschicht.

Überhitzen ist mit diesem Helm nicht möglich. Die Belüftung übernehmen elf große Schlitze, vorne sind davon noch durch ein Insektennetz geschützt. Auch verrutschen kann er nicht so schnell. Die Größenanpassung ist stufenlos und recht komfortabel, das bringt Sicherheit und guten Halt. Die dafür vorgesehene Stellschraube ist stabil, robust und mit dem Helm fest und sauber verbunden, man kann sie einfach und unkompliziert drehen.

Nur der Name des »Fast-Adapting-System-Gurtbands« passt nicht ganz. Am Kopf sitzt es gut, das Verstellen geht aber eher umständlich. Die Druckknöpfe lassen sich nur schwergängig öffnen, dafür kann der Verschluss aber leicht bedient werden. Man kann ihn einhändig schließen und öffnen. Das kann praktisch sein. Im Helm ist die Polsterung eher sparsam, der Tragekomfort bleibt aber dennoch erhalten. Es gibt keine zusätzlichen Polster, dank Gurtband-System braucht man die aber auch nicht.

Insgesamt ist die Verarbeitung hochwertig, jedoch dürften Farben und Design hier Kinder nicht so ansprechen – verspielt geht anders. Der Preis ist aber gut für das Gebotene, nur eine Beleuchtung fehlt, die kann man aber ergänzen. Sicherheit und Sichtbarkeit im Dunkeln werden dann dank Plug-in LED erhöht.

Was gibt es sonst noch?

Hier finden sich alle Helme, die keine Beleuchtung haben. Sicherheit ist eben ein wichtiger Aspekt. Gute Produkte findet man aber auch hier.

Auch der Cratoni Pacer ist ein In-Mold-Helm. Wenn er eine Beleuchtung hätte, hätten wir ihn noch besser gefunden. Reflektoren gibt es aber. Ein abnehmbares Visier ist auch dabei, so wird das Kind nicht nur vorn der Sonne, sondern auch vor einem harten Aufprall geschützt. Bei den Schläfen sieht das anders aus: der Helm sitzt eher hoch, sodass sie nicht genügend bedeckt sind.

Und die Optik? Stromlinienförmig und sportlich. Elf Varianten gibt es bei der Farbe, da sollte für jeden etwas dabei sein. Unsere Testerin fand ihn nicht besonders schön, da er 20 Belüftungsschlitze hat, alle ohne Fliegennetz. Der Sitz dagegen konnte sie überzeugen, hier verrutscht und wackelt nichts. Der Helm wurde von der Testerin als »ultrabequem« eingestuft, auch der Kinnriemen hat ein Polster und dank nur 230 Gramm Gewicht ist er schön leicht.

Die Qualität finden wir gut und die Handhabung, etwa Gurtbänder und Drehrad verstellen, klappt auch problemlos. Bei ADAC und Stiftung Warentest wurde er unter »15 City-Helme für Erwachsene« 2017 mit 1,8 bewertet und belegte den zweiten Platz. Dieser Helm ist mitwachsend und kann bis ins Erwachsenenalter getragen werden. Wir finden diesen Helm robust und gut, er kostet etwa 30 Euro. Hätte er jetzt noch eine Beleuchtung…

Der Uvex Kid 2 eignet sich für Kinder bis drei Jahre und wir sind vor allem vom Preis-Leistungs-Verhältnis begeistert. Etwa 30 Euro zahlt man für tolle Qualität und viele Belüftungsschlitze, die alle ein Insektennetz haben.

Stirn- und Schläfenschutz sind auch gut, Stöße werden dank Polycarbonat-Außenschale und Innenschale mit EPS abgemildert. Die Testerin fand die Polsterung bequem und auch das Handling war leicht. Selbst Kleinkinder können per Knopfdruck den Verschluss schließen und öffnen. Das Gurtband kann man leicht verstellen und dank Drehrad kann die Helmgröße angepasst werden. Er wiegt außerdem nur 185 Gramm.

Man bekommt diesen Helm in fünf sehr bunten Versionen mit Palmen- und Tier-Designs. Schlicht ist hier nicht angesagt. Den Kleinen dürften die bunten Motive aber gefallen. Auch hier würden wir uns eine Beleuchtung wünschen, aber man kann zumindest die Uvex Triangle-LED zukaufen.

Der Uvex Air Wings sieht eher nach Mountainbike aus, die Testerinnen fanden diesen Helm aber weniger stylisch. Bei aktiven Jungs dürfte er jedoch ob der verschiedenen Streetstyle-Designs gut ankommen.

Der in Deutschland entwickelte Helm ist schön verarbeitet, hochwertig und strapazierfähig. Viele Belüftungsschlitze gibt es zudem, vorne mit Insektennetz. Gurtbänder und Weite kann man dank Drehrad leicht einstellen. Stirn und Schläfen schützt der Helm gut. Den Ratschenverschluss haben die Testerinnen problemlos zu und auf bekommen. Aber auch hier gibt es kein Rücklicht, das wenigstens nachgerüstet werden kann.

Der Abus Smiley 2.0 ist ein In-Mold-Helm, der nicht drückt und viele Polster bietet. Von Kunden bei Amazon wird teils die Passform kritisiert, der Helm falle kleiner aus. Hier ist also Vorsicht geboten, wenn man online kauft.

Ansonsten wiegt der Helm 225 Gramm, hat acht Lufteinlässe, vorne mit Fliegennetz und Größenanpassung und Bedienung gehen einfach. Auch hier fehlt die Beleuchtung, aber er hat immerhin Reflektoren.Neun Varianten gibt es, so ist für Mädchen und Jungen etwas dabei und einfarbig gib es ihn auch, man zahlt dafür weniger als 30 Euro.

Wissenswertes über Fahrradhelme für Kinder

Helmpflicht beim Fahrradfahren gibt es in Deutschland nicht, nichtmal für Kinder. Sich beim Rad fahren ernsthafte Kopfverletzungen zuzuziehen, passiert eher selten. Die Universität Kopenhagen hat dazu eine Studie durchgeführt und festgestellt, dass es statistisch gesehen bei 3000 Jahren durchschnittlich schnell radeln ein Mal passiert. Radfahrer sterben an schweren Kopfverletzungen außerdem seltener als Autoinsassen oder Fußgänger.

Experten streiten nach wie vor über die Schutzwirkung. Neurochirurg Frank Thomas Möllmann sowie seine Kollegen des Uniklinikums Münster haben sich 2004 häufige Verletzungen und die Gründe für Fahrradunfälle angesehen. Über 300 Patienten wurden dabei untersucht, die Hirnverletzungen beim Radeln erlitten hatten. 90 Prozent davon trug keinen Helm. Jedoch kamen die Forscher zu dem überraschenden Schluss, dass der Verletzungsgrad zwischen Trägern von Helmen und Patienten ohne nicht besonders unterschiedlich war.

Thüringen und Baden-Württemberg haben 2017 eine Grundlagenstudie durchgeführt, in der gezeigt wurde, dass das Verletzungsrisiko durch einen Helm 50 bis 70 Prozent gesenkt werden kann und die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas nachweislich gemindert werden können. Das klingt logisch. Die Unfallforschung der Versicherer, das Institut für Rechtsmedizin München und das Universitätsklinikum Münster haben 2012 und 2013 zudem 543 Unfälle mit Fahrradfahrern untersucht. Das Ergebnis: Fahrradhelme mildern die meisten lebensbedrohlichen Kopfverletzungen ab oder verhindern sie. Es gibt natürlich noch viel mehr Studien dazu.

10 Kinder Fahrrad-Helme im Test

In Ländern wie Spanien, Finnland, Chile oder Australien ist der Kopfschutz Pflicht laut Gesetz. Bei uns wird der Helm zwar von der Polizei empfohlen, aber es gibt keine Helmpflicht.

Neben Angela Merkel ist auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nicht für eine generelle Helmpflicht, da dies wohl zu einer Zunahme des Autoverkehrs führen würde. Zu kontrollieren oder durchzusetzen sei die Helmpflicht auch nicht. Damit dennoch Unfälle vermieden werden, setzt der Verband in Wohngebieten auf ein stärkeres Tempolimit und auf radfreundliche Verkehrsplanung.

Wenn es aber doch zum Sturz kommt, wirken große Kräfte ein auf den Körper und der Kopf schlägt fast immer auf einen harten Gegenstand oder den Boden auf. Sitzt der Helm richtig, wird die Krafteinwirkung immerhin reduziert. Hersteller bieten verschiedene Formen an, die haben auf die Sicherheit aber keine Auswirkung, hier kommt es lediglich auf den persönlichen Geschmack an.

Die Größe

Somit sind wir also der Meinung: besser irgendein Helm als gar keiner. Auch wenn das Modell nicht so tolle Bewertungen bekommen hat, kann es die Verletzungsgefahr dennoch verringern. Aber ein Kopfschutz hilft nur effektiv, wenn er auch passt.

Daher: Maßband holen und ca. eineinhalb Zentimeter über den Augenbrauen des Kindes ansetzen und das Band dann schräg um den Kopf legen, am Hinterkopf sollte es ein wenig unterhalb des Ausgangspunktes an der Stirn zusammenkommen. Die Zentimeter nun mit der Helmgröße vergleichen. Die finden Sie hier:

 HelmgrößeKopfumfangAlter
 XS44-49 cm0-3 Jahre
 S46-51 cm2-7 Jahre
 S/M49-53 cm3-9 Jahre
 M52-60 cm4-12 Jahre

Stiftung Warentest sagt, dass die Helmschale nicht zu eng oder zu weit sein soll. Also ruhig etwas am Kopf des Kindes rütteln, denn der Helm soll auch dann nicht verrutschen, wenn der Verschluss geöffnet ist. Ansonsten muss es ein kleineres Modell werden.

Schläfen und Stirn müssen durch den Helm geschützt sein, denn hier besteht das größte Verletzungsrisiko. Der Helm muss dafür waagrecht sitzen. Überall dort, wo Kinderkopf und Schale sich berühren, sollten bestenfalls Polster angebracht sein. Wir raten vor dem Kauf also zum Probetragen, denn ohne Dämmung wird der Helm schnell schmerzhaft und das Kind setzt ihn sicher nicht gerne auf. Die Gurtbänder treffen sich idealerweise fingerbreit unterm Ohr, der Kinnriemen sollte nicht zu eng oder zu locker sein.

 Kinder-Fahrradhelm Test: Helm anprobieren

Belüftungsschlitze braucht ein Helm auch, am besten mit Insektennetz. Ältere Kinder sollten außerdem dazu in der Lage sein, den Helm selbst ohne Probleme abzunehmen und aufzusetzen. Gefallen sollte die Optik des Helms dem Kind natürlich auch.

Neu muss er sein

Nach einem Unfall sollte der Helm entsorgt werden, selbst wenn er keine äußerlich sichtbaren Schäden hat. Denn innen kann er dennoch beschädigt sein. Wir raten daher auch vom Kauf gebrauchter Helme an, schließlich weiß man nie, wie viele Stürze der Helm schon mitgemacht hat.

In der Helmschale finden sich die Produktionsdaten: je neuer der Helm, umso besser, da Material auch verschleißt. Vom Gebrauch hängt es auch ab, wie lange der Helm einsatzbereit ist. Nach maximal fünf Jahren sollte er aber ausgetauscht werden. Ein CE-Kennzeichen ist auch wichtig, das garantiert die Einhaltung von deutschen Sicherheitsnormen. Auf dem Spielplatz sollte das Kind den Helm außerdem abnehmen, schlimmstenfalls kann es sich damit strangulieren.

Soft-, Hart- oder Mikroschale?

Die neueste Technik sind Mikroschalen-Fahrradhelme, zugleich sind das auch die besten und sichersten: Hier wird Hartschaumstoff (EPS = expandiertes Polystyrol) im In-Mold-Verfahren verschweißt mit einer dünnen Schicht Hartkunststoff. Diese schützt das EPS und gleitet beim Crash am Hindernis besser ab.

Ohne Hartkunststoffschicht kommen die Weichschalenhelme aus, der Kopf wird hier nicht so gut geschützt. Die staatliche Initiative »Ich trag‘ Helm« weist darauf hin, dass dieses Verfahren veraltet ist und man sich lieber einen neuen Helm anschaffen sollte.

Dann gibt es noch Hartschalenhelme, die auch von Downhill-Bikern dank harter Außenschale genutzt werden. Hier ist aber insbesondere das ziemlich hohe Gewicht zu bedenken.

So haben wir getestet

Wir hatten Testkinder, die zum Testzeitpunkt sieben und acht Jahre alt waren. Da wir keine Stürze inszenieren wollten, haben wir fast nur Helm-Modelle gewählt, die bei ADAC und Stiftung-Warentest »Gut« abgeschnitten haben. Zwei unserer Testhelme hatten nur ein »befriedigend«, hier handelt es sich aber im Bestseller, daher haben wir sie auch getestet.

Ansonsten haben wir uns noch Passform, Insektenschutz, Weiten- und Kinnriemeneinstellung, Gurtbänder, Material, Tragekomfort, Sicherheit und Gewicht angesehen, ebenso die Beleuchtung.

Ein allgemeiner Test von Fahrradhelmen ist schwer, da jeder Kopf anders ist. Unser achtjähriges Testkind hat einen eher großen Kopf, die Siebenjährige einen eher kleinen für ihr Alter.

Vor allem sollte der Helm von den Testerinnen aber anprobiert werden, denn wenn er falsch sitzt, nützt der beste Helm nichts. Unbequem darf er auch nicht sein. Die Empfehlungen sehen wir daher eher als Entscheidungshilfe, denn am Ende muss das Kind mit dem Helm zurechtkommen.

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