Test: Elektrischezahnbürste

Elektrische Zahnbürsten für Kinder im Test : Kinderspaß beim Zähneputzen

Update 22.11.2021

Kinder versuchen sich oft vor dem regelmäßigen Zähneputzen zu drücken. Alles, was das tägliche Ritual erleichtern kann, ist Eltern willkommen. Elektrische Zahnbürsten finden die Kids oft spannender als eine Handzahnbürste. Wir haben 21 elektrische Zahnbürsten für Kinder getestet.

Update 22. November 2021

Wir haben acht neue Zahnbürsten für Kinder getestet. Die Braun Oral-B Junior Smart, die Philips Sonicare HX 3411/01 und die Oral-B Kids sind neue Empfehlungen.

Kerstin Güntzel
schreibt als freie Journalistin unter anderem für ELTERN, ELTERN family, Vanity Fair und die dpa. Sie ist zweifache Mutter und testet regelmäßig Produkte für Kinder.

Karies bei Jugendlichen und Kindern ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Heute sind über 65 Prozent aller Zwölfjährigen nicht an Karies erkrankt. Die Anzahl der kariesfreien Kindergebisse soll sich laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie 2016 im Vergleich zum Jahr 1997 verdoppelt haben.

Auch wenn sich das Ergebnis etwas zu positiv anmutet, hört man sich im Bekanntenkreis um, stellt man fest: Ein Großteil der Eltern nimmt das von Zahnärzten empfohlene tägliche Putzen der Zähne »früh und abends zwei Minuten« sehr ernst.

Auf der anderen Seite flüchten die Kleinen ganz gern mal vor dem täglichen Schrubben der Zähne. Alles ist willkommen, was den Ritus nicht zur Qual für die Kids macht. Technik kann kann da helfen: Denn die Dreikäsehochs finden elektrische Kinderzahnbürsten deutlich spannender als langweilige Handzahnbürsten.

Während wir Erwachsenen bei der Anschaffung einer Elektro-Bürste überwiegend sachlich auf Bluetooth-Fähigkeit, eine Tiefenreinigungsfunktion, Bürstentechnik, Giftstoffe, Testbewertungen oder die Putzleistung achten, entscheiden die Kleinen spontan und instinktiv: Sie vergucken sich sofort in Bürstengriff-Lightshows, Melodien, aufgedruckte Prinzessinnen oder austauschbare Comicsticker.

Kinder wissen sofort: »Die fühlt sich super an.« Bei ihrem Urteil bleiben sie dann. Deswegen sollte man seinen Nachwuchs bei der Anschaffung mitreden lassen. Da der Markt für Kinderzahnbürsten übersichtlicher ist, gestaltet sich der sowieso leichter als bei uns Großen. Die Marken Philips und Braun sind gegenwärtig die Marktführer.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Schützt das ZahnfleischHervorragende ReinigungsleistungDruckvolle 3D-ReinigungMit PutztrainerPreiswert
Test: Oral B Junior SmartKinderspaß beim Zähneputzen Test: Philips Sonicare For KidsTest  elektri­sche Zahnbürste: Oral-B  Junior 6+Test  Kinderspaß beim Zähneputzen: Philips Sonicare For Kids HX6322/04Test: Oral B Kids Cars
Modell Braun Oral-B Junior Smart Philips Sonicare for Kids HX 3411/01 Oral-B Junior 6+ Philips Sonicare For Kids HX6322/04 Oral-B Kids
Pro
  • Sehr gutes Putzergebnis
  • Visuelle Andruckkontrolle
  • Drei Putzmodi
  • Lange Akkulaufzeit
  • App mit Putztrainer
  • Sehr gute Putzleistung
  • App mit Putztrainer
  • Gummierter Bürstenkopf
  • Lässt sich leicht reinigen
  • Reinigt sehr gut
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Ordentliche Akkulaufzeit
  • Simpel zu bedienen
  • Verwendbar mit vielen weiteren Aufsteckbürsten von Oral-B
  • Mit Bluetooth
  • App mit Putz-Trainer verfügbar
  • Zwei Putzprogramme
  • Comic Design
  • Gute Putzleistung
  • Günstig
Contra
  • Keine Lade-LED
  • App schlecht übersetzt
  • Nur eine Putzstufe
  • Ziemlich druckvolle und gewöhnungsvedürftige Rotation mit hartem Bürstenkopf
  • Lange Ladedauer
  • Erst ab 6 Jahren empfohlen und damit kein mitwachsendes Modell
  • Teurer als Testsieger
  • Nicht für jeden das richtige
  • Griffstück lässt sich schlecht reinigen
  • Schwache Akkuleistung
  • Keine Lade-LED
Bester Preis
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Schützt das Zahnfleisch: Braun Oral-B Junior Smart

Schützt das Zahnfleisch

Braun Oral-B Junior Smart

Test: Oral B Junior Smart
Mit ihrer visuellen Andruckkontrolle sorgt die Junior Smart für einen extra Schutz des Zahnfleisches.

Die Braun Oral-B Junior Smart überzeugt mit vielen Funktionen sowie einer tadellosen Verarbeitung. Da sie zudem wenig wiegt und eine kompakte Form hat, liegt die Zahnbürste sicher in der Hand und ließ sich vom Testkind gut bedienen.

Das Modell ist ab sechs Jahren gedacht. Das schlanke, weiße Handstück hat ein zeitloses, grafisches Design – Aufkleber gibt es hier nicht. Ein optisches Highlight ist der rote Streifen oben am Handstück. Die Junior Smart ist tadellos verarbeitet und liegt mit 290 Gramm sehr leicht in der Hand.

Mitgeliefert werden das Handstück, die Ladestation und eine Sensi Ultrathin Aufsteckbürste. Es stehen drei Modi zur Verfügung: »Tägliche Reinigung«, »Sensitiv« und »Aufhellen«. Letzterer sorgt mit rhythmischen Vibrationen für eine Tiefenreinigung der Zähne und beseitigt sanft und pulsierend Verfärbungen und Beläge.

Die sehr weichen Borsten sorgen mit ihren 3D-Bürstenbewegungen für ein hervorragendes Reinigungsergebnis, Zähne und Zahnfleisch werden auch bei einem zu starken Aufdrücken geschützt. Lediglich die Zahnzwischenräume werden bei der Sonicare HX 3411/01 von Philips noch etwas besser gereinigt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die visuelle Andruckkontrolle: Die streifenförmige LED oben am Handstück leuchtet rot auf, wenn man zu fest aufdrückt. Dann verringert die Oral-B selbstständig die Rotations- bzw. Putzgeschwindigkeit, sodass das Zahnfleisch zusätzlich geschützt wird.

Die Zahnbürste ist mit der Oral-B Fun App kompatibel, die es kostenlos für iOS und Android gibt. Verbunden wird das Modell via Bluetooth. Hält das Kind die empfohlene Putzdauer ein, kann es Punkte sammeln und so Spiele-Umgebungen und lustige, kindgerechte Fotofilter freischalten. So sollte die Motivation fürs Zähneputzen hoch gehalten werden. Der Akku hält bis zu 14 Tage durch, eine LED am Handstück weist darauf hin, wenn die Junior Smart geladen werden muss.

Einziger Kritikpunkt an der Oral-B Junior Smart ist der etwas hohe Preis von knapp 40 Euro, davon abgesehen ist die elektrische Zahnbürste definitiv empfehlenswert.

Hervorragende Reinigungsleistung: Philips Sonicare for Kids HX 3411/01

Hervorragende Reinigungsleistung

Philips Sonicare for Kids HX 3411/01

Kinderspaß beim Zähneputzen Test: Philips Sonicare For Kids
Mit dem Bürstenaufsatz für Kinder ab sechs Jahren liefert die Schallzahnbürste gute Putzergebnisse.

Die Philips Sonicare HX 3411/01 funktioniert mit Schalltechnologie und ist ab vier Jahren gedacht. Über die Vibrationshäufigkeit des Bürstenkopfs macht der Hersteller leider keine Angaben. Die »Make your own Monster Edition« bietet neben der Ladestation auch drei Aufkleberbögen mit Mündern, Wimpern, Armen, Flügeln und Punkten mit denen man den Handgriff kindgerecht gestalten kann.

Trotz fehlender Gummierung liegt das glatte, griffige Handstück gut in der Hand und hat eine hervorragende Haptik. Die hochwertige Verarbeitung gefiel auch dem Testkind gut, nur das Gewicht wurde als ein wenig zu schwer bemängelt. Unserer Meinung nach ist das Gewicht aber in Ordnung.

Das Aufstecken des länglichen Bürstenkopfs ist etwas schwergängig. Das ergonomisch geformte Profil hat rückseitig einen Gummiüberzug. So lassen sich die Zähne immer sicher und angenehm putzen. Unterwegs lässt sich der Bürstenkopf mit einer durchsichtigen Kunststoff-Abdeckung versehen.

Die Putzleistung ist teilweise sogar besser als die der Junior Smart, was vor allem den langen Borsten zu verdanken ist, mit denen auch die Zahnzwischenräume sehr gut erreicht werden. Das Modell verfügt zwar nur über eine Stufe, was aber für eine Kinderzahnbürste durchaus ausreichend ist. Ein Timer weist durch einen kurzen Stopp alle 30 Sekunden auf den notwendigen Wechsel des Quadranten im Mund hin. Nach zwei Minuten schaltet sich das Modell automatisch ab.

Die passende Philips Sonicare For Kids App ist für iOS oder Android verfügbar. Sie wird via Bluetooth mit der Zahnbürste verbunden und liefert als einzige App im Test korrekte Putzanweisungen auf kindgerechte Art: Hier öffnet Putztrainer Sparkly in einem Video weit den Mund und gibt an, wo die »bösen« Bakterien weggeputzt werden müssen.

Die Idee, die Kinder mit Geschenken oder Auszeichnungen zu motivieren, ist an sich gut, es sind jedoch schnell sämtliche Belohnungen verdient, sodass das einfache Motivations-Prinzip schnell flöten geht. Bis dahin sollten Anfänger allerdings die richtige Putztechnik gelernt haben. Alle Philips Sonicare For Kids Zahnbürsten können mit den Sonicare Standard-Bürstenköpfen genutzt werden. Allerdings gibt es hier keine Bürstenkopferkennung.

Die Sonicare For Kids HX3411/01 ist leise, hat eine hervorragende Putzleistung sowie ein sehr gutes Reinigungsergebnis in den Zahnzwischenräumen. Der Preis von etwa 35 Euro ist angemessen.

Druckvolle 3D-Reinigung: Oral-B Junior 6+

Druckvolle 3D-Reinigung

Oral-B Junior 6+

Test  elektri­sche Zahnbürste: Oral-B  Junior 6+
Absolut solide: Oral-B zeigt einmal mehr, dass sie elektrische Zahnbürsten verstehen wie kaum ein anderer.

Wenig zu meckern gibt es bei der elektrischen, wiederaufladbaren Oral-B Junior 6+. Die Braun putzte sich direkt in das Herz unserer kleinen Testerin. Schon nach wenigen Tagen druckvoller 3D-Reinigung (pulsierend, rotierend, oszillierend) waren ihre kleinen Zähne deutlich heller und sauberer.

Der zweiminütige Timer mit 30-sekündigem-Vibrationsalarm zum Seitenwechsel des Kiefers stellte sicher, dass das Testkind seine Zähnchen länger putzte. Die Handhabung der Junior 6+ wurde von ihr ebenfalls als leicht empfunden: Ein Druck auf den Knopf – und schon ging es los. Die zehntägige Akku-Laufzeit ist anständig und der Anschaffungspreis mit knapp 30 Euro fair. Obendrauf gibt es noch eine Garantie von zwei Jahren. Das gibt von uns ein Daumen hoch.

Einer der Negativ-Punkte war die recht intensive Rotation mit dem ziemlich harten Kopf der Bürste, an die die kleine Testerin sich anfänglich gewöhnen musste. Uns wundert, dass Braun die Oral-B Junior 6+ mit dem »extra sanften« Bürstenkopf anpreist. Auf der anderen Seite lässt sie sich außerdem mit vielen Aufsteckbürsten verwenden: Ortho Care, Power Tip, Dual Clean, Tri Zone, Tiefenreinigung, Precision Clean, Sensitive Clean, Sensi Ultrathin, 3D White sowie CrossAction. Da ist für jeden eine Lieblingsborste dabei.

Die 24-stündige Ladezeit empfanden wir als zu langwierig und das gewöhnliche Design in Lila und Apfelgrün als langweilig. Braun empfiehlt dieses Bürste erst für Kids ab sechs. Von Kindergartenkindern kann sie demzufolge noch nicht benutzt werden. Die Junior 6+ ist lediglich für ABC-Schützen geeignet und somit kein Modell, welches mitwächst.

Mit Putztrainer: Sonicare For Kids HX6322/04

Mit Putztrainer

Philips Sonicare For Kids HX6322/04

Das Modell Sonicare For Kids HX6322/04 von Philips ist bei anfänglicher Betrachtung fast konform mit der Sonicare For Kids HX6311/07 aus gleichem Hause: derselbe Easy Start-Modus, der die Putzintensität nach und nach erhöht, damit die Kids sich an das Putzen mit der Schallzahnbürste gewöhnen, der KidPacer für gründliches Überall-Reinigen, die beiden im Umfang enthaltenen Bürstenköpfe in Mini- und Standard-Größe, der ergonomische, rutschfeste Griff sowie die zwei Putzprogramme mit Timerfunktion.

Der Unterschied ist: Die HX6322/04 besitzt Bluetooth. Dadurch synchronisiert sich die E-Bürste mit der Philips Sonicare For Kids-App, die für iOS und Android verfügbar ist. Der Putz-Trainer der App spornt Kinder dazu an, gründlicher und länger zu putzen. Unsere kleinen Tester waren aber davon – wie bei dem Modell von Braun – nicht allzu hingerissen. Das ist wahrscheinlich ein Einzelfall, denn der Hersteller wirbt damit, dass 98 Prozent der Nutzer bestätigen, dass die App Kinder – verglichen mit einer Handzahnbürste – zum längeren und besseren Zähneputzen motiviert. Da bleibt die Fragestellung, ob es Mama oder Papa nicht zu mühsam ist, mit Tablet oder Handy im Badezimmer zu hantieren. Das bleibt wohl auch in diesem Fall Geschmackssache.

Mit der Sonicare For Kids-App können Eltern unbeschummelbar und zuverlässig überprüfen, ob die Kids ausreichend ihre Zähne putzen. Damit können hitzige Diskussionen vermieden werden – oder richtig entfacht.

Der Unterschied bei der Variante mit Bluetooth ist die Aufmachung der acht Handstück-Aufkleber, bei denen das ältere Testkind beanstandete, es könnten mehr Bildmotive für die größeren Kinder dabei sein. Die Bluetooth-Verbindung geht deutlich auf die Leistung des Akkus, die ein bißchen begrenzter als beim Bruder ohne Bluetooth ist – und der Kaufpreis: Der ist natürlich höher, wenn auch nicht viel.

Die Philips Sonicare For Kids HX6322/04 ist für alle Eltern, die die Putzzeiten ihres Nachwuchses bequem und ohne Stoppuhr kontrollieren, oder mit dem App-Putztrainer besser motivieren möchten.

Preiswert: Oral-B Kids

Preiswert

Oral-B Kids

Die Oral-B Kids ist in unterschiedlichen Designs erhältlich, wir haben das Modell »Cars« getestet. Vier wasserfeste Aufkleber des Disney-Franchises liegen bei, um das Handstück zu personalisieren.

Das Design ist kompakt und das Griffstück rundum gummiert – so liegt die Zahnbürste auch im nassen Zustand gut in der Hand. Da der Bürstenkopf etwas kleiner ist, ist er auch gut für kleinere Kinder geeignet. Die Oral-B Aufsteckbürsten passen – bis auf die Pulsonic und die iO – auf alle Zahnbürsten des Herstellers. So kann man mit der Zeit zu einem größeren Bürstenkopf wechseln, ohne dass das Handstück ausgetauscht werden muss.

Die Bedienung ist schnell erklärt, man muss nur auf den Knopf vorne drücken, damit die Kids startet. Das Modell hat zwei Modi: Sensitiv zur Eingewöhnung für kleinere Kinder und den Standard-Modus. Die Putzergebnisse sind gut, der Bürstenkopf kommt auch an schwer erreichbare Stellen. Durch die weichen Borsten und die langsame Rotation werden die Zähne gut gereinigt, das Zahnfleisch wird geschont. Mit dabei ist auch ein Zwei-Minuten-Timer. Eine Kontrolllampe gibt es zwar nicht, das ist aber angesichts des günstigen Preises okay.

Weniger gut gefällt die Akkuleistung von nur sieben Tagen und die recht hohe Betriebslautstärke. Zudem verschmutzt das Griffstück schnell, trotz gründlicher Reinigung verblieben nach jedem Benutzen Zahnputzreste in den winzigen Vertiefungen der Handstück-Gummierung fest. Sie ließen sich zwar recht leicht entfernen, doch die ständige Reinigung wird auf Dauer ein wenig nervig sein.

Für die Oral-B Kids steht auch die kostenlose »Disney Magic Timer«-App für Android und iOS zur Verfügung. Hier können sich die Kinder virtuelle Sticker für erbrachte Putzleistungen verdienen und sammeln. So soll auch die empfohlene Putzdauer von zwei Minuten eingehalten werden. Die App leitet jedoch weder anschaulich das Zähneputzen an, noch gibt es eine Begrenzung für die Putzhäufigkeit. Daher ist sie unserer Meinung nach nicht mehr als ein grafischer Timer.

Die Oral-B Kids ist eine solide Zahnbürste für Kinder mit einem guten haptischen und optischen Reinigungsgefühl. Zudem kostet sie nicht viel Geld. Das Modell ist auch noch in vielen weiteren Disney-Designs erhältlich.

Was gibt es sonst noch?

Die Braun Oral-B Stages Power Kids konnte im Test nicht ganz überzeugen: Das Testkind hatte nicht das Gefühl, dass die Zähne vorne richtig sauber werden. Die Bürste drückt zudem ein wenig stärker auf Zahnfleisch und Zähne, was den Kindern zu heftig war. Der Timer schaltet darüber hinaus auch nicht automatisch aus. Das blau-rote Design ist auch noch für ältere Kinder geeignet. Da sich feine Zahnpastareste in den Ritzen der gummierten Streifen am Griffteil absetzten, ist die Reinigung recht schwer. Crash-Tests überstand die Zahnbürste ohne Probleme, sie ist zudem eine der günstigsten unter den Markenmodellen.

Die interaktive Schallzahnbürste Smart Sonic von Playbrush bietet in einer App »lehrreiche« Spiele, die sich mit den Bürstenbewegungen steuern lassen sollen. Über einen einzelnen Knopf werden die Putzmodi »Normal« und »Sensitiv« sowie die Modi Ein und Aus eingestellt. Mittels Blinkmustern und verschiedener Farben wird der Status per LED-Leuchte angezeigt. Die Playbrush lieferte ein gutes Reinigungsergebnis bei einer angenehmen Lautstärke. Die Reinigung der Bürste von Zahnpasta-Resten klappte problemlos. Eine volle Akkuladung reichte im Schnitt circa fünf Tage.

Die Stages Vitality liegt mit ihren 310 Gramm Gewicht und dem kompakten Design hervorragend in der Kinderhand. Die Komplett-Gummierung des Griffstücks ist praktisch. Der Kopf verfügt über besonders weiche Borsten und ist von der Größe etwas kleiner. Die Rotationsbewegungen der Vitality sorgen für eine gründliche und umfassende Reinigung. Das Putzprogramm verfügt über zwei Modi (Normal/Sanft), mit langsamen und schonenden 7.600 Rotationen. Das optische und haptische Reinigungsgefühl überzeugte uns im Test durchgehend. Im Reinigungsbetrieb empfanden wir die Stages Vitality allerdings als etwas laut.

Die Ladezeit des Akku beträgt bis zur vollständigen Aufladung etwa 16 Stunden und hält etwa sieben Tage. Bemängeln müssen wir das Nichtvorhandensein einer Betriebs-LED. Zusätzlich kann auf dem elterlichen Smartphone die Android- oder iOS-App  »Disney Magic Timer App« installiert werden. Mit dieser soll die gängige Putzzeit von zwei Minuten eingehalten werden. Neue Bilder schaltet der Nachwuchs mit jedem Putzen der Zähne frei.

Ab vier Jahren ist die batteriebetriebene Colgate Minions geeignet. Zum Starten muss man nur die Zahnbürste auspacken und einschalten. Unter dem Batteriedeckel verstecken sich zwei AAA-Batterien, das Fach ist durch eine winzige Schraube verschlossen. Bei einem zukünftigen Batteriewechsel bedeutet das einige Fummelei. Aufgrund des großen, rotierend-oszillierenden Bürstenkopfs eignet sich das Modell eher für Grundschulkinder. Es reinigt die Zähne mit seinen weichen Borsten schonend. Am Handgriff befindet sich nur ein Kippschalter zum Ein- und Ausschalten. Insgesamt ist die Colgate eher als Notlösung geeignet, sollte der Nachwuchs im Urlaub mal seine Zahnbürste vergessen haben.

Die Prokudent Kids Akku-Zahnbürste für Kinder ist mit dem Konterfei des kleinen Drachen Kokosnuss versehen. Das Modell der Eigenmarke von Rossmann soll ab drei Jahren gedacht sein, dafür ist die Zahnbürste allerdings etwas zu groß. Das rotierend-oszillierende Akku-Modell gibt es in zwei verschiedenen Farben. Mitgeliefert wird die Ladestation und ein Bogen mit Drache Kokosnuss-Stickern. Auch eine Ladeleuchte ist vorhanden. Diese Zahnbürste hat zwei Putzstufen, die höchste Stufe empfand das Testkind allerdings als zu laut und zu stark. Bei einem zu hohen Druck warnt das Modell nicht, der Akku hält ungefähr sieben Tage.

Sind elektrische Zahnbürsten für Kinder sinnvoll?

Anfangs steht immer die große Frage, ob unsere Kinder schon elektrischen Zahnbürsten brauchen. Die kurze und knappe Antwort: Nicht unter drei. Das Gewicht der meisten Bürsten ist für die Kleinsten zu schwer, eine Handzahnbürste reicht da völlig aus. Eine E-Bürste macht erst im Vorschulalter – ab vier – wirklich Sinn.

Aber sind die elektrischen Modelle denn wirklich vorteilhafter als die klassischen Handzahnbürsten? Mit der richtigen Putztechnik erreicht man die selben guten Ergebnisse wie mit dem elektrischen Pendant. Das Problem dabei: Nur die wenigsten beherrschen die richtige Putztechnik, die recht kompliziert ist. Die meisten putzen einfach drauf los. Für Zahnfleisch und Zähne ist das sehr schlecht.

Eine vorsichtigere Reinigung bieten da die elektrische Zahnbürsten. Gerade Kinder drücken beim Putzen oft zu fest auf das Zahnfleisch. Außerdem ist die korrekte Putztechnik für die kleineren Kinder motorisch noch zu anspruchsvoll.

 elektrische Zahnbürste Test: Elektrischezahnbürste
Um den Nachwuchs für das Putzen der Zähne zu sensibilisieren, sollten elektrische Zahnbürsten benutzt werden.

Doch obwohl die E-Zahnbürsten in medizinischen Untersuchungen bessere Ergebnisse lieferten und die Wissenschaftler sich darin einig sind, dass Zahnbelag gründlicher beseitigt wird, gibt Dr. Johanna Kant, Bundesverbandsvorsitzende der oldenburgischen Kinderzahnärzte, zu bedenken: »Die beste Zahnbürste nützt nichts, wenn sie falsch angewendet wird oder gar unbenutzt Staub ansetzt. Der Mensch ist in Sachen Reinigungsleistung immer der ausschlaggebende Faktor.« Per se würden Eltern am gründlichsten putzen, so die Expertin. Eltern sollten die Beisser der Kinder solange säubern oder wenigstens nachputzen, bis die Knirpse über eine ausreichende Feinmotorik besitzen – was allerfrühestens erst ab acht Jahren zutreffend ist. Aber welche Kinder lassen sich bis dahin zwei Mal am Tag von ihren Eltern freiwillig ihre Zähne putzen? Uns sind keine bekannt.

Dr. Kant empfiehlt: »Mütter und Väter sollten darauf achten, dass zu kräftiges Putzen oder eine zu harte Bürste Zähne und Zahnfleisch nicht verletzen.« Ab und an Tabletten zum Färben der Zähne einzusetzen ist hilfreich. Sie zeigen an, wo nach dem Putzvorgang  nochmal nachgeputzt werden sollte. Das sorgt für Kontrolle und bereitet den Kindern Vergnügen. Bedeutender als die Zahnbürsten-Art ist fluoridierte Kinderzahnpasta, die exzellent vor Karies schützt.

Auch sollte die neue Zahnbürste der Kinder zum nächsten Zahnarztermin mitnehmen, wo der Mediziner nochmal erklären kann, wie am besten geputzt wird.

Technik und Zusatzfunktionen

Zahnputz-Apps, Musik, Comicfiguren oder austauschbare Sticker – was vielen Eltern überflüssig erscheinen mag, ergibt in der Tat Sinn: »Es motiviert Kinder ungemein, wenn die Zahnbürste ,nett‘ aussieht und Spaß macht. Zudem sollte sie, egal ob manuell oder elektrisch, ein weiches, kleines Bürstenfeld besitzen«, so die Kinderzahnärztin.

 elektrische Zahnbürste Test: Elektrischezahnbürste
Für Spaß beim Einhalten der korrekten Putzzeiten sorgen kindgerechte Apps.

Ein Putz-Timer rege die Kids dazu an, die Putzzeit einzuhalten. Ideal sind etwa zwei Minuten. Zusätzlich sinnvoll ist, weil sich das Kind so die Intensität des Putzens aussuchen kann, sind die unterschiedlichen Putzmodi: mal schwächer, mal stärker. Aber nur die wenigsten Modelle bieten das.

Mit Schall oder rotierend?

Die wichtigste Frage ist: »Was ist besser für mein Kind – die teurere und neuere Schalltechnologie oder die bewährte rotierend-oszillierende Zahnbürste?« Eine klare Antwort gibt es darauf nicht. Herstellerstudien stehen diesen oft nahe und generieren, wenig überraschend,  Resultate, die die jeweiligen Produkttechniken in einem positiven Licht dastehen lassen.

Schauen wir also lieber auf die technischen Unterschiede: Bei Zahnbürsten mit Schalltechnologie vibriert der Kopf der Bürste in schneller Folge. Bewegt wird der Kopf mittels Schall mit circa 30.000 Schwingungen in der Minute. Der schwemmt den Mix aus Speichel und Zahncreme durch die Zwischenräume der Zähne – ohne Bürstendruck.

Der runde Bürstendruck kreist bei der oszillierend-rotierenden Variante in einem Halbkreis. Dabei wird in schneller Folge die Bewegungsrichtung (oszillierend) gewechselt und so die Zähne von Plaque befreit.

Dem Laien ist das wohl egal, denn eine gute Reinigung bieten beide Varianten. Für beide Technologien gilt, ebenso wie bei der Handzahnbürste, dass dabei nicht so fest aufgedrückt werden sollte.

Die Schallbürsten aus unserem Test fühlten sich dabei kitzliger, aber auch sanfter im Mundraum an, während die oszillierend-rotierenden Geräte etwas bestimmter auftraten. Was der Nutzer als angenehmer empfindet, ist dabei reine Geschmackssache.

Die unterschiedlichen Ausstattungen sollten auch in die Kaufentscheidung einfließen: Die Zahnbürste sollte beispielsweise bequem in der Hand des Kindes liegen und nicht allzu leicht aus den nassen Fingern abrutschen. Die erste Wahl ist hier ein gummierter oder genoppter, ergonomischer und nicht allzu dicker Griff.

Ein schwacher Akku ist ebenfalls ein deutliches Minus. Der sollte mindestens sieben Tage Zähneputzen ohne ein Aufladen erlauben, denn für Besuche bei den Großeltern oder auf Reisen ist das praktisch.

Deutlich gehen die Meinungen auch bei dem Problem auseinander, ob die Zahnbürste mit Wegwerfbatterien oder mit Akku betrieben werden soll. Wegwerfbatterien erscheinen anfänglich als größere Umweltbelastung. Doch viele der elektrischen Zahnbürsten besitzen einen fest verbauten Akku und sind damit nicht austauschbar. Gehen dem Akku seine Lebensgeister aus, muss die komplette Zahnbürste entsorgt und ein neues Modell gekauft werden. Für den Nachwuchs sind Modelle mit fest eingebautem Akku sicherer und praktischer.

Sinnvoll kann es ebenfalls sein, bei Kids ab acht Jahren auf eine Zahnspangentauglichkeit zu achten. Geräte mit Schall werben oft für ihre sanfte Reinigung.

Ein wichtiger Punkt für den elterlichen Geldbeutel: Nachkaufbare Aufsteck-Wechsel-Bürsten für rotierende Modelle sind meistens günstiger als die für Zahnbürsten mit Schall. Wirklich große Unterschiede gibt es aber nicht.

Anwendungs-Tipps

Ein typischer Fehler bei Anfängern: Die elektrischen Bürsten verteilen die Zahncreme überall im Mundraum, nur nicht da wo sie hin soll: auf den Beisserchen. Die Ursache? Ein einfacher Fehler bei der Benutzung: Die Bürste sollte nämlich erst bei Kontakt mit den Zähnen angeschaltet werden, sodass die Zahncreme ausschließlich da säubert, wo sie auch soll.

Im Übrigen ist die elektrische Zahnbürste ein Instrument für das Faultier in uns. Jede extra Bewegung wird krumm genommen, denn die wichtigen Bewegungen macht die Zahnbürste automatisch. Es reicht, sie von einem Zahn zum nächsten zu führen. Wird sie allerdings gegen ihre vorgesehene Bürstenkopf-Richtung geführt, ist es mit dem Vorteil der eingehenden Zahnreinigung vorbei.

Anfangs sollte das Kind – trotz Timer – einen gründlichen Selbsttest machen. Manche Kinder brauchen doch länger als zwei Minuten für ein bestmögliches Ergebnis. Wenn sich die Zähne des Kindes glatt anfühlen, ist die Putzzeit in Ordnung.

Eine Routine sollte auch der Abzug des Bürstenkopfes und die Reinigung und Trocknung der Steckverbindung desselbigen sein. Alle Bürsten haben – trotz bester Pflege – nur eine beschränkte Lebensdauer. Sollten die Borsten anfangen, sich zu verbiegen, ist ein Wechsel nötig. Bakterien haben dann ein leichteres Spiel, außerdem wird die Reinigung der Zähne schlechter. Im Schnitt sollte der Bürstenkopf alle 90 Tage gewechselt werden.

So haben wir getestet

Zuerst haben wir Testberichte bei Ökotest und Stiftung Warentest angeschaut, unzählige thematische Artikel gelesen, haben uns bei Experten erkundigt und anhand von vielen Kaufbewertungen eine Vorauswahl getroffen. Dabei beabsichtigten wir auch preislich günstigeren Modellen, denen bisher eine gute Bewertung verwehrt blieb, die aber in etlichen Familien-Haushalten benutzt werden, eine Chance zu gewähren, um ein sehr großes Spektrum abzudecken. Unsere getesteten Modelle liegen preislich zwischen 10 und 50 Euro und bilden damit das komplette Spektrum ab.

Den wohl wichtigsten Teil übernahmen unsere sechs- und elfjährigen Testkinder, die bislang nur manuell geputzt hatten. Sie testeten mit großer Freude 13 elektrische Kinderzahnbürsten über die Dauer von mehreren Wochen, bauten die Modelle ohne Erwachsenen-Hilfe auf, ließen sie im Falltest auf den gefliesten Boden des Badezimmers krachen und bewerteten diese anschließend nach verschiedene Kriterien wie Akkuleistung, Griff, Design, Robustheit, Zahnreinigung und Kokolores wie Musik oder Apps.

Was uns gleich anfangs im Test auffiel: Beide Kids haben noch nie zuvor so lange – und so begeistert – die Zähne geputzt wie mit den E-Modellen. Ob sie in der Zukunft davon weniger Löcher in den Zähnen bekommen, wird man nie erfahren, denn bis jetzt sind beide Kinder frei von Karies. Wir hoffen sehr, dass es dabei bleibt. Die elektrischen Zahnbürsten waren bei Ihnen auf jeden Fall ein Volltreffer.

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