Test: Windeleimer

Windeleimer im Test : Hygienisch und geruchssicher

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Veröffentlicht 21.09.2020

Im Alltag mit Kleinkind und Baby ist ein Windeleimer ein praktischer Helfer, der das Wickeln erleichtern soll. Im Gegensatz zu konventionellen Mülleimern bieten Windeleimer eine hygienische, geruchsfreie, platzsparende und einfache Windelentsorgung. Wir haben 18 Windeleimer getestet.

Andrea Zschocher
Andrea Zschocher
schreibt als freie Journalistin und Bloggerin bevorzugt über Familie und mehr und testet Produkte für Babys und Kleinkinder.

Bis der Nachwuchs trocken ist, werden circa 5.000 bis 6.000 Windeln verbraucht. Da volle Windeln leider einen mehr als unangenehmen Eigengeruch besitzen, sollten sie möglichst schnell entsorgt werden.

Werden sie in einen normalen Mülleimer geworfen, verbreitet sich der Gestank rasch in der kompletten Wohnung. Die meisten Haushaltsmülleimer sind nämlich nicht sehr geruchsdicht. Und jede einzelne volle Windel separat in der Mülltonne zu entsorgen, ist ziemlich unpraktikabel.

Man kann auch jede Windel einzeln in einer Plastiktüte verpacken. Die Gerüche sind dann – vorausgesetzt es gibt kein Loch in der Tüte – darin eingeschlossen. Die Plastiktüte mit der gefüllten Windel wird dann im normalen Haushaltsmülleimer entsorgt. Die dünnen Obst- und Gemüsetüten aus dem Supermarkt werden von vielen Eltern gern dafür genutzt. Spezielle Windelbeutel oder Frühstückstüten können auch verwendet werden. Aber das belastet die Umwelt, mit jeder Menge zusätzlich produziertem Plastikmüll.

Die Anschaffung eines Windeleimers dürfte sich für die meisten Eltern also als praktisch und sinnvoll erweisen. Die Art es Windeleimers hängt auch vom Standort ab. Wenn der Windeleimer beispielsweise auf dem Balkon steht, braucht er nicht geruchsarm zu sein. Im Schlafzimmer ist das allerdings notwendig. Weitere entscheidende Punkte sind die Länge des Weges zur Mülltonne und wie häufig der Eimer geleert wird.

Abschließbar: Korbell M250DS

Abschließbar

Korbell M250DS

Test Windeleimer: Korbell Windelmülleimer 16l
Ein Treteimer, der nach seiner Windelzeit als Mülleimer weiterbenutzt werden kann.

von 53 Lesern gekauft

Der M250DS von Korbell hat eine angenehme Höhe und ist ein Windeleimer zum Treten. Der Klappe des Eimer wird per Fuß geöffnet, und die Windel einhändig in eine zweite Klappe, die zur Geruchsabriegelung dient, eingeworfen. Das funktionierte im Test erstklassig und im Gegensatz zu den anderen Modellen mussten wir keine feuchten, vollen Windeln berühren. Auch andere Verbrauchsgegenstände wie Wattestäbchen oder Feuchttücher können so bequem in ihm entsorgt werden.

Den Windelmülleimer muss nicht von Ihnen aufgebaut werden: Er kommt komplett einsatzbereit und fertig zusammengebaut. Auch das Einlegen des ersten Müllbeutels entfällt: er ist sofort einsatzbereit. Trotzdem sollte man sich vor Gebrauch erst einmal mit dem Aufbau des Korbell vertraut machen.

Der Windeleimer kann sowohl auf eine Anrichte, wie auch auf den Boden gestellt werden – je nach aktueller Windelsituation. Der M250D ist als Treteimer konzipiert, also in erster Linie für den Bodeneinsatz. In unserem Test wurde er von uns auch auf einen Anrichtetisch gestellt und statt mit dem Fuß per Hand bedient. Die zweite (Geruchs-) Klappe erforderte da etwas mehr Fingerspitzengefühl, generell war es aber ebenfalls machbar.

Wenn die größere Klappe geöffnet ist, kann man mit einer Hand die Windel durch eine zweite kleinere Klappe in den Windeleimer werfen. Bis zur Leerung des Mülleimers bleibt der komplette Müll dann dort – je nachdem, wie klein die Windeln zusammengefaltet wurden.

Das Fassungsvermögen des Korbell beträgt lediglich 15 Liter – andere getestete Eimer nehmen mehr auf. Für uns ist das Volumen absolut ausreichend. Mehr Fassungsvermögen heißt aber auch: mehr feuchter Windelmüll, der tagelang im Eimer müffelt. Wir brauchen da nichts schön zu reden: Windelmüll ist einfach sehr geruchsintensiv. Wollen Sie beim Wechseln des Müllbeutels nicht ohnmächtig werden, sollte die Kapazität des Windeleimers nicht zu groß ausfallen.

Das Entleeren des Eimers empfanden wir aber nicht als unangenehm. Die mitgelieferten Mülltüten sind nämlich parfümiert. Das hielt den Geruch in Grenzen. Bei anderen Modelle war das deutlich schlimmer. Der Wechsel des Müllbeutels ist für die meisten Eltern der Härtetest. Den hat der M250D mit Bravour gemeistert. Noch entscheidender ist die Information, wie viel Geruch im täglichen Gebrauch aus dem Eimer entweicht.

Auch in diesem Test belegt der Korbell M250DS den Spitzenplatz, nichts entwich. Eine Wohltat für unsere Testnasen: Selbst beim Entsorgen von vollen Windeln in den Eimer gab es keine Duftwolke oder Geruchsbelästigung im ganzen Zimmer. Eine kleine, verschließbare Klappe bietet extra Sicherheit gegen schlechten Geruch. Während des Eimer-Tests tigerten zwei Kleinkinder unablässig um die Windelmülleimer herum. Für Kinder ist es scheinbar spannend herauszufinden, wie so ein Windeleimer funktioniert.

Weil man den Korbell aber mittels eines Schlosses aus Plastik abschließen kann, klappte das für die Kinder nicht. Mit größerem Kraftaufwand können aber auch Kleinkinder die Klappe aufbrechen. Aber als Hilfsmittel gegen neugierige Nasen bewerten wir das Schloss als positiv.

Weniger gut gefallen hat uns die zwingende Verwendung von herstellereigenen Mülltüten, sprich einem Mülltütenschlauch. Für weniger als 10 Euro bietet der Schlauch ein Fassungsvermögen von 240 Windeln. Nach Angabe vom Hersteller sind die Windelmülltüten biologisch abbaubar. Da man selbst entscheidet, wann der Schlauch voll ist, spart man sich das Entsorgen von halbvollen Windelmülltüten, was außerdem auch nicht sehr umweltfreundlich ist. Wenn man den Beutel wechseln möchte, befindet sich im Windeleimer ein kleines, kindersicheres Messer, mit dem der Schlauch durchgeschnitten wird. Man knotet nur den unteren Teil zusammen, und hat innerhalb von wenigen Sekunden den nächsten leeren Müllbeutel. So lässt sich auch Müll vermeiden. Die Knoten dürfen allerdings nur sehr klein und haltbar sein. Uns gelang das nur mittelgut.

 Windeleimer Test: Korbell Windeleimer
Der Korbell M250DS von oben.

Wenn man auf die Beutel zum Nachfüllen verzichten möchte, können Sie auch herkömmliche Zugband-Mülltüten benutzen. Die Tüten in den Mülleimer zu bekommen ist allerdings etwas aufwändig. Mit ein bisschen Übung hat man den Kniff sicher bald raus, uns dagegen fehlte einfach das Durchhaltevermögen. Die Schwierigkeit liegt am Geruchsverhindernden-Klappeinsatz. Diese kann aber entfernt werden, wenn die Wickelzeit vorüber ist. Alle sonstigen Modelle verlieren dann ihre Zweckmäßigkeit, da sich kleinteiliger Müll nicht einfüllen lässt. Der M250DS verwandelt sich dann aber in einen alltäglichen Mülleimer und wird dann einfach weiter benutzt. Durch das schlichte Design gliedert er sich unauffällig in Küche oder Kinderzimmer ein. Diese Langlebigkeit im direkten Vergleich zu den Konkurrenzmodellen ist ein klarer Pluspunkt im Test.

Preiswert: Angelcare Windeleimer Dress-Up

Preiswert

Angelcare Windeleimer Dress-up

Test Windeleimer: Angelcare Dress up
Der Windelmülleimer hält den Geruch zuverlässig aus dem Zimmer fern.

Eine günstige Alternative zum Angelcare Comfort ist der Angelcare Dress-up Windeleimer. Das »Dress-up« – das Anziehen des Windeleimers mit einer großen Auswahl an verschiedenen preisgünstigen Hüllen, finden wir etwas überflüssig. In das Testurteil ist die Möglichkeit zum Verkleiden des Eimers nicht eingeflossen.

Der Eimer ist gut abgedichtet und hält den Geruch im Inneren. Auch beim Einwerfen der Windeln oder Aufklappen dringt kein Geruch nach draußen. Durch den sehr festen Schnappverschluss haben neugierige Kinderhände keine Chance. Außerdem bleibt der Raum so geruchsfrei.

In den Windelmülleimer kann auch Kleinteiliges eingeworfen werden, wie zum Beispiel Wattestäbchen, Taschen- oder Feuchttücher. Dabei kann es aber sein, dass Sie den Müllbeutel anfassen müssen, um etwas nachzuhelfen. Für sensorisch empfindsame Menschen könnte das gewöhnungsbedürftig sein. Wenn Sie Windeln einwerfen, müssen Sie das nicht, weil diese aufgrund ihres Eigengewichts von selbst hinunter gleiten.

Für den Angelcare Dress-up braucht man modelleigene Nachfüllkartuschen, denn die Angelcare Comfort-Kartuschen können hier nicht genutzt werden. Im Durchschnitt fasst eine Müllbeutelfüllung 180 Windeln und kostet circa 7 Euro. Wo sie den Müllschlauch abschneiden, und wann der Windelmülleimer voll ist, entscheiden sie selbst. Das Sicherheitsmesser teilt die Folie gut, anschließend muss lediglich das untere Ende neu verknotet werden und der Angelcare ist wieder einsatzbereit.

Vor der ersten Nutzung muss der Mülleimer selbst zusammengebaut werden. Was uns geärgert hat: Der Eimer ließ sich leider nicht erneut in seine einzelnen Teile zerlegen, und passte so auch nicht wieder in seine Originalverpackung. Das spielt für Sie aber wahrscheinlich keine Rolle.

Leicht zu reinigen: Rotho Roll Bob

Leicht zu reinigen

Rotho Roll Bob

Test: Rotho Roll Bob
Langlebiger Mülleimer, der sich gut einhändig bedienen lässt und keinen Geruch rauslässt.

Beim Design punktet der Rotho Roll Bob nur bedingt. Zuallererst ist er ein schwarzer großer Mülleimer, der für den anfallenden Hausmüll genutzt werden kann. Im Test stellten wir allerdings fest: Auch der Windelmüll wird sehr gut ohne schlechte Gerüche aufgefangen.

 

Die Bedienung ist sehr einfach: Einhändig die Windeleimer-Öffnung nach oben aufzuschieben und die Windel einzuwerfen, gelingt mit Leichtigkeit. So können Sie ohne Probleme mit einer Hand die Windel entsorgen, und mit der anderen das Kind festhalten. Der Schiebedeckel funktionierte problemlos. Alles was am Wickeltisch an kleinteiligem anfällt, lässt sich ebenfalls entsorgen. Ob Wattereste, Ohrenstäbchen oder Feuchttücher, der Roll Bob verschluckt einfach alles.

Da herkömmliche 30-Liter-Mülltüten in den Roll Bob passen, sind die Folgekosten überschaubar. Wir empfehlen Ihnen Zugband-Müllbeutel, das erleichtert Ihnen die Entsorgung des Windelmülls deutlich. Eltern sind dann bestimmt dankbar, wenn die Tüte beim Herausnehmen zugezogen werden kann. So vermeiden sie schlechten Geruch im ganzen Raum.

Wir empfehlen, nicht zu warten, bis der große Müllbeutel randvoll ist. Die Ausdünstungen werden während dieser Zeit zwar im Eimer bleiben, der Wechsel des Müllbeutels wird Ihnen aber spätestens dann die Sinne rauben.

Wenn Sie sehr neugierige Kindern haben, sollten Sie vorsichtig sein. Diese schieben den Mülleimerdeckel hoch und wieder runter, aber wenn sie dabei vergessen, ihn erneut nach unten zu schieben, verteilen sich die schlechten Gerüche doch im Zimmer. Im Test war der Rotho allerdings ziemlich uninteressant: Die Kleinkinder ließen nach zweimaligen Schieben Auf- und Abschieben vom Mülleimer ab.

Der Roll Bob von Rotho ist leicht zu reinigen. Einfach zur Reinigung den Deckel abnehmen, auswischen und desinfizieren. Den Mülleimer nach Ende der Windelzeit als normalen Hausmülleimer nutzen zu können ist nachhaltig.

Absolut geruchsdicht: Tommee Tippee Twist & Click

Absolut geruchsdicht

Tommee Tippee Twist and Click

Zunächst hatten wir den Eindruck, es handle sich um eine neue Version des Tommee Tippee Windelmülleimers mit farblich neuem Deckel. Stattdessen kommt der Twist & Click von Tommee Tippee mit einem neuen Einfall daher: Per Windelschlauch werden die Windeln per Hand eingedreht, anstatt sie luftundurchlässig zu verschließen oder einzeln zu verpacken.

Das Eindrehen der Windel klappt problemlos und machte auch den Kindern im Haushalt großen Spaß. Sie warteten gespannt auf jede der neuen Windeln, um dann am kleinen Rad drehen zu können, bis diese verschwunden war. Kein Windelgeruch war mehr in der Wohnung  zu riechen.

Wenn Sie die Mülltüte leeren möchten oder der Eimer voll ist, wird der Behälter geöffnet und der Schlauch mit dem kindersicheren Messer abgeschnitten. Seien Sie dabei nicht allzu sparsam, die ersten paar Male hatten wir die Enden immer sehr kurz abgeschnitten. So war es unmöglich, die Windelmüllbeutel noch zu knoten. Das Entsorgen des Mülls wurde dadurch massiv erschwert.

Nicht so gut gefallen hat uns der Umstand, dass der sorgfältig eingedrehte Windelmüll beim Entleeren des Mülleimers dann trotzdem ineinander fällt. Der Grund ist die manuellen Drehung. Sie haben so dann doch einen vollen Windelsack, den Sie zur Mülltonne tragen. Wenn Sie schnell sind, macht das geruchstechnisch nichts aus. Wird der Müll später zur Mülltonne getragen, kann es geruchstechnisch etwas lästig werden, da die Windeln ihren Duft ausbreiten können.

Für den Tommee Tippee werden spezielle Nachfüllkassetten benötigt. Das ist allerdings weder besonders preiswert, noch umweltfreundlich. Laut Hersteller bestehen die Kassetten zu 98% aus wiederaufbereitetem Kunststoff, das konnte von uns aber nicht überprüft werden. Wir können da nur empfehlen, sich für die 18er-Set Nachfüllkassetten zu entscheiden. Das reduziert die Kosten pro einzelner Kassette deutlich. Vor allem wenn der Tommee Tippee zur Geburt des Kindes gekauft wurde, können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Kassetten in jedem Fall noch gebraucht werden.

Was gibt es sonst noch?

Der Vital Innovations Diaper Champ wird in drei unterschiedlichen Größen – für 30, 50 oder 75 Windeln – angeboten. Außerdem ist der Eimer in diversen Farbkombinationen erhältlich – weiß mit blau, weiß mit silber oder weiß mit pink. Das Design des Windeleimers hat uns gefallen.

Der Preis des Windeleimers ist ein wenig höher als der der Konkurrenz und der Eimer ließ sich schwerer reinigen. Zusätzlich können in ihm keine Wattestäbchen, Pflegetücher, oder ähnlicher Kleinmüll entsorgt werden: Im kugelförmigen geformten Verschluss, der umher rutscht und damit für den Geruchsverschluss sorgt, verklemmt sich alles, was kleiner als eine Babywindel ist. Der Windeleimer-Kunststoff hatte nach Ende des Tests ziemlich stark den Windelgeruch angenommen.

Mit herkömmlichen Mülltüten kann der Chicco Odour befüllt werden. Die Handhabung scheint zuerst sehr einfach – einfach die Mülltüte hineinklemmen und fertig. Dass dieses System aber nicht gut funktioniert, wird erst auf den zweiten Blick klar. Eigentlich wird die Babywindel in eine runde Öffnung geworfen, am Griff gedreht und landet dann in der Mülltüte. Im Praxistest zeigte sich aber: Aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen hakte es öfter mal. Weil sich der Griff einfach nicht mehr drehen ließ, musste man den Windeleimer rütteln, sodass sich der Inhalt des Innenlebens neu verteilte. Kleinteiliges wie Ohrenstäbchen oder Feuchttücher kann nicht hineingeworfen werden. Durch ihr zu leichtes Gewicht werden sie erst mit der Windel entsorgt.

Eine Geruchsbarriere ist so gut wie gar nicht vorhanden: Wenn die gefüllte Mülltüte aus dem Windeleimer entnommen wird, sollte man vorher sehr tief einatmen und dann das Atmen vermeiden. Es stinkt zum Himmel – und das bei nur acht Windeln. Das Fassungsvermögen soll laut Angabe des Hersteller 20 Windeln betragen. Obwohl die Windeln von uns platzsparend gefaltet wurden, war das im Test für uns nicht erkennbar.

Im täglichen Alltag ist der Windelmüll nicht zu riechen, solange die Tüte nicht voll mit Windeln ist oder sich nichts verhakt. Es ist auch nicht sehr angenehm zu sehen, dass sich auf der dem Müll zugewandten Seite Kondenswasser vom Windelmüll bildet. Das sehr feuchte und warme Klima, das von den vollen Windeln ausgeht, war nur bei einem weiteren (baugleichen) Windeleimer in unserem Test genauso deutlich sichtbar. Der Chicco Odour nimmt ebenfalls den Geruch der Windeln an.

Zum Chicco baugleich gibt es auch ein Modell von Kidsmill, was allerdings etwas teurer ist. Der We-Too kommt im gleichen Design, nur der frische himmelblaue Farbton ist unterschiedlich. Wir erwarteten, dass uns die selben Kritikpunkte wie beim Chicco auffallen würden. Tatsächlich funktionierte das Kidsmill-Modell aber noch schlechter. Es hakte aus unerfindlichen Gründen bei jedem Einwerfen der einzelnen Windeln.

Das Einsetzen des Müllbeutels klappte ohne Probleme. Der Müllbeutel selbst war auch von außen nicht zu sehen. Weil der Mechanismus bei jedem Einwerfen herumzickte, landete wenig im Müllbeutel. Rütteln und Schütteln am Windelmülleimer war jedes Mal erforderlich.

Viele der Eltern benutzen einen simplen Treteimer zur Windelentsorgung. Der Paso von Rotho ist da besonders beliebt. Sein Material besteht aus Kunststoff und ist in unterschiedlichen Farben erhältlich, darunter auch in Edelstahl-Optik. Ein extra Innenring sorgt dafür, dass der Müllbeutel von außen nicht sichtbar ist.

Über einen Tretmechanismus wird der Deckel geöffnet und geräuschlos geschlossen. Das allerdings sehr langsam, was die Zeit deutlich verlängert, in der schlechte Gerüche ins Zimmer dringen können. Wahrscheinlich sitzt der Deckel nicht dicht genug auf den Eimer auf, weil im Test auch Geruch aus dem geschlossen Eimer drang. Hinter der Deckelklappe befindet sich außerdem eine Öffnung für den Mechanismus. Der Eimer ist also nach außen nicht vollständig abgedichtet. Wir geben trotz des sehr funktionalen Tretmechanismus keine Empfehlung ab.

Der Ubbi Windeleimer kann mit herkömmlichen 30-Liter-Müllbeuteln benutzt werden, was die nachfolgenden Kosten für den nicht so preiswerten Windelmülleimer in passablen Grenzen hält. Die Tüten werden in eine praktische Halterung eingehängt. Wir haben oft erlebt, dass Mülltüten leicht wegrutschen, und dann mehr als ursprünglich geplant gesäubert werden muss. Daher begrüßen wir die Idee mit der Halterung sehr.

Leider wird der Windelgeruch aber nicht in Grenzen gehalten. Nach kurzer Zeit waberte er sehr unangenehm durchs Zimmer. Eine Dämmung des Geruchs konnten wir leider nicht feststellen. Den Namen Kindersicherung hat diese leider gar nicht verdient. Im Test hatten die Kinder in drei Sekunden die Sicherung von geschlossen auf offen gedreht und die Füllluke geöffnet. So stand während der Testwochen die Luke längere Zeit immer wieder offen, was wir auch mehr als gerochen haben. Bei Familien mit nur einem oder größeren Kinder ist dieser Umstand zu vernachlässigen, uns hat er allerdings sehr gestört. So ist der Ubbi Windeleimer zwar ein hübsch designtes Teil, konnte aber durch die Geruchsbelastung in der Praxis nicht überzeugen.

Wissenswertes über Windeleimer

Clevere Geschäftsleute verwandelten den klassischen Windeleimer Ende der 90er Jahre in ein Wunderwerk der Technik: Im Windeltwister, heute unter dem Namen Sangenic Tec angeboten, wird jede Windel luftdicht verschlossen. Statt eines normalen Müllbeutels kommt eine mit Silberbioziden behandelte Folie zum Einsatz verwendet, die alle Keime abtötet.

Das Geschäftsmodell entspricht dabei dem der Hersteller von Druckern, die ihre Geräte günstig anbieten und ihre Kunden dann bei der Tinte ausnehmen: Die Müllbeutelfolie gibt es in Kassettenform, die jeweils immer nur für ein Modell passt. Somit wird der Kunde gezwungen, dem Hersteller über die komplette Wickelzeit viel zu viel Geld für das Verbrauchsmaterial in den gierigen Rachen zu werfen.

Wie bei der Tinte für den Drucker gibt es auch im Folienkassetten-Bereich für Windeleimer inzwischen Anbieter, die No-Name-Produkte  günstiger anbieten als beim Original. Und im Netz finden sich viele Tutorials mit Tipps, wie man die Hightech-Geräte mit gängigen Mülltüten bestücken kann.

Viele der Eltern, die sich einen kassettenbestückten Windeleimer gekauft haben, würden diesen nachträglich nicht noch einmal anschaffen. Die zahlreichen Berichte in den Elternforen zeugen davon. Viele Eltern haben inzwischen gelernt, wie kostspielig das ist. Manche Eltern verwenden den Hightech-Mülleimer nur für mit Stuhl gefüllte Windeln, die restlichen Windeln werden aus Kostengründen in einem regulären Windeleimer entsorgt. Aber wer stellt sich bitte ernsthaft zwei Windeleimer in die eigene Wohnung?

Die Nachteile der angeblichen Innovation machten in der Branche die Runde, was natürlich Konkurrenten auf den Plan gerufen hat. Sie bieten jetzt Windeleimer mit ausgefeilten Verschlüssen an, die auch geruchsfrei sein sollen. Außerdem sind sie umweltfreundlicher, weil sie weniger Folie verbrauchen, oder günstiger, weil sie mit normalen Mülltüten versehen werden können.

Windeleimer Test: Stinky Diaper
Die Geruchsbelastung ist manchmal kaum zum Aushalten.

So werden inzwischen verschiedene Windeleimer-Systeme angeboten. Die werdenden Eltern sind oft ratlos bei der Frage, ob sie denn einen Windeleimer brauchen und welcher denn nun der beste ist.

Normale Mülltüten reichen bei der Entsorgung der Windeln übrigens vollkommen. Folien beziehungsweise Tüten, die mit Silberbioziden behandelt worden sind und 99 Prozent der Keime abtöten sollen, sind tatsächlich unnötig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat mehrfach ausdrücklich betont, dass Silberverbindungen, die in antimikrobiell ausgerüsteten Verbraucherprodukten verwendet werden, keinen Verbrauchervorteil bieten.

Stattdessen wird dem Verbraucher empfohlen, das gängige Hygieneverhalten zu verbessern, um Infektionserkrankungen zu umgehen. Silberbiozide gelten zudem als umweltschädlich. Die Verwendung von biozidbehandelten Erzeugnissen ist in den Privathaushalten nur in sehr begrenzten Fällen wirklich nützlich und sinnvoll, darauf wird auch vom Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. hingewiesen.

Was macht einen guten Windeleimer aus?

Ein guter Windeleimer lässt keine Gerüche nach außen dringen. Dafür muss unterschieden werden, ob der Eimer Windelgerüche herauslässt, wenn er nur dasteht, oder ob das nur bei der Windelentsorgung der Fall bei ist, wenn der Windeleimer geöffnet wird. Eine typische Geruchsquelle ist das Wechseln der Mülltüte.

Im geschlossenen Zustand sind tatsächlich alle Windeleimer geruchlos. Wird eine Windel hineingeworfen, schaffen das jedoch nur wenige Modelle. Und beim Mülltütenwechsel ist der Geruch bei allen Eimern zu vernehmen – allerdings unterschiedlich intensiv.

Ein Vorteil ist auch die einhändige Bedienung des Windeleimers. Wenn das Baby auf dem Wickeltisch liegt, kann man so mit der anderen Hand das Herunterfallen des Kindes vermeiden. Bei einer größeren Höhe des Windeleimers wird darüber hinaus der elterliche Rücken geschont.

So haben wir getestet

15 Windeleimer wurden von uns getestet. Darüber hinaus hinaus drei kleine, normale Mülleimer, die nicht als Windeleimer konzipiert sind, aber als solche verwendet werden können.

Alle Windeleimer testeten wir im Alltag in einem Haushalt mit einem Baby und einem Kleinkind. Über Wochen hinweg wurden im Windeleimer verschmutzte und feuchte Windeln entsorgt. So konnten wir die Tauglichkeit der Windeleimer genau unter die Lupe nehmen. Außerdem haben die Kinder – gegen unseren Rat – die Eimer gern als Spielzeug benutzt und die Geruchsprobe damit noch intensiviert. Wenn der Geruch der Windeln plötzlich zu intensiv im Zimmer war, wurden manche Eimer als Spielzeug dann doch schnell uninteressant.

Für das Update 2020 testeten wir erneut mit dem üblichen Windelmüll eines Kleinkindes. Dass diese Windeln oft noch geruchsintensiver als die Windeln von Babys sind, war für einen solchen Test ideal. Die mit den Windelmülleimern spielenden Kinder waren natürlich auch wieder mit dabei und haben unsere und ihre Geruchsnerven sehr auf die Probe gestellt.

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