Test: Kinderwagen

Kinderwagen im Test : Komfortabel die Welt erkunden

Veröffentlicht 16.03.2021

Eine der wichtigsten und auch teuersten Anschaffungen ist für viele werdende Eltern der Kinderwagen. Kombi-Kinderwagen bieten den Vorteil, dass sie sich zuerst mit einer Babyschale und später mit einem Sitz für größere Kinder umbauen lassen. Wir haben 14 Kinderwagen auf Herz und Nieren geprüft.

Sebastian Schulke
schreibt als freier Autor unter anderem für Eltern Family. Er ist Vater zweier Kinder und testet vorwiegend Produkte rund um Familie, Mobilität und Fitness.

Ob es darum geht die perfekte Farbe für das Kinderzimmer auszusuchen oder einen Strampler – werdende Mütter lieben es, ihrem zukünftigen Baby ein hübsches Zuhause vorzubereiten. Darin sind Väter deutlich zurückhaltender. Das gilt allerdings nicht für die Wahl des Kinderwagens. Ob Kombi-Kinderwagen oder Auto, diese Themen interessieren die Väter.

Interessant ist es noch zu erwähnen, dass der in erster Linie an Funktionalität und Form begeisterte Papa beim Kauf eines Kinderwagens trotzdem nicht die endgültige Entscheidung trifft. Nach Herstellererfahrung treffen die Frauen die Entscheidung, ob und was für ein Modell angeschafft wird. Für gewöhnlich sind sie es auch, die mit dem Kinderwagen durch die Landschaft kurven.

In unserem Test haben wir die gängigsten Modelle ausführlich für Sie getestet. Unser Fokus lag dabei auf Kombi-Kinderwagen, die man ebenfalls zu einem Buggy umbauen kann. Die preisliche Spanne umfasste circa 200 bis 1.200 Euro.

Sicher und hochwertig: Bugaboo Fox 2

Wirklich überzeugt hat uns der Fox 2 von Bugaboo. Er fährt sich sehr leicht, hält seine Spur fast von selbst und ist durch sein geringes Gewicht sehr wendig. Außerdem punktet er mit einer tadellosen Verarbeitungsqualität, nichts quietscht oder klappert, der Bugaboo übersteht auch problemlos mehrere Baby-Generationen. In unserem Test trumpfte er mit der besten Federung aller Wagen auf. Fazit: Der Wagen strotzt nur so vor Qualität.

Sein variantenreiches, cooles Design und seine schmalen Abmessungen von nur 60 Zentimetern Gesamtbreite sind weitere positive Punkte. Eine Vielzahl von Kombinationen und Farben sind möglich: Ein grüner Kindersitz mit gelbem Dach oder lieber ein bunt gemustertes Verdeck mit einer blauen Wanne, die außerdem einen tollen Tragegriff hat? So können die Eltern selbst zu Designern werden. Uns wundert es da kaum, dass das Modell aus Holland einen Kult-Charakter besitzt und oft von anderen Herstellern kopiert wird.

Der Bugaboo Fox 2.

Wir hatten bereits das Vorgängermodell des Fox von Bugaboo getestet. Der Nachfolger Fox 2 kann mit kleineren Überarbeitungen aufwarten, die das Testurteil aber nicht verändern. So gibt es jetzt beispielsweise ein brandneues Sonnendach mit Lüftungsfenster und Guckloch. Die Babywanne verfügt nun über mehr Stauraum, da zwei zusätzliche Fächer hinzugefügt wurden. Außerdem wurden der Tragebügel sowie die Knöpfe zum Zusammenklappen des Kinderwagens überarbeitet. Er lässt sich nun deutlich leichter öffnen und die Sitzposition deutlich zweckmäßiger einstellen.

Auch beim Design wurde der Bugaboo Fox ein wenig optimiert: Der mittlere Teil des Kinderwagens ist nun etwas größer dimensioniert und ein Schutz der Schiebestange integriert. In zusammengeklappten Zustand bietet das extra Schutz für die Ledergriffe. Durch die großen Vollgummiräder ist der Fox unerwartet geländegängig – platte Reifen gehören damit außerdem der Vergangenheit an. Gras oder Kopfsteinpflaster meistert der Bugaboo mit Leichtigkeit. Selbst Schnee oder ein sandiger Strand können mit dem Gefährt problemlos gemeistert werden, weil er jederzeit in eine Outdoor-Zweirad-Position gebracht werden kann. Kein anderes Testmodell besaß ein so leichtes Fahrverhalten, was auch der exzellenten Federung geschuldet ist. Diese sorgt für eine sehr gute Straßenlage, selbst abgesenkte Bordsteinkanten bringen den Nachwuchs nicht aus dem Schlaf.

Die Feststellbremse, die sich leicht mit nur einem Fuß bedienen lässt, überzeugte uns ebenfalls. Im Gegensatz zu anderen getesteten Modellen sind bei den Seitenwänden der Babywanne mit ihrer sehr weichen Matratze keine harten Rohre verbaut. Gut finden wir die großzügig bemessene Fläche des gut gepolsterten Kindersitzes und die bequeme Fußablage. Bis zu einem Maximalgewicht von 17 Kilogramm und einem Alter von zwei bis drei Jahren lässt sich der Sitz nutzen.

Der Buggy hat eine angenehme Höhe von 59 Zentimetern. Das macht das Hineinsetzen und Herausnehmen des Kindes sehr komfortabel. Ein Fünfpunkt-Gurt bändigt das Kind, wenn es mal nicht brav im Bugaboo Fox 2 sitzenbleiben möchte. Der Verschluss des Gurtes gehört definitiv zu den unkompliziertesten und besten in unserem Test. Gut finden wir ebenfalls, dass sich lange Schlitze für die Gurte an der Kindersitz-Rückenlehne befinden. Sollten die Bänder herausrutschen, lassen sie sich mühelos wieder einfädeln.

Die Buggy-Rückenlehne des Bugaboo kann via eines Hebels aus Plastik variabel bis in die liegende Position verstellt werden. Ein zusätzliches Halteband am Griff sorgt für Sicherheit. Die waschbaren Bezüge und ein großzügiger Aufbewahrungskorb sind weitere Pluspunkte. Der Fox lässt sich klein zusammenfalten – auch die Räder sind abnehmbar – sodass er auch in die Kofferräume von Kleinwagen passt.

Sehr schön: Der Bugaboo Fox ist umweltschonend. Hersteller Bugaboo hat mit dem Fox sein erstes nachhaltiges Modell gebaut: Die einfarbigen Stoffe der Bezüge des Wagens bestehen zu 100 Prozent und die melierten Stoffe zu fünfzig Prozent aus recycelten Polyethylen-Flaschen.

Am Fox haben wir nur wenig auszusetzen, nur einige Kleinigkeiten am Wagen finden wir kritikwürdig: Beispielsweise das fehlende Sichtfenster im Verdeck. Der Kunstledergriff lässt sich simpel in der Höhe verstellen, die Nahtstellen am rutschfesten Leder können allerdings auf längere Dauer unangenehm in der elterlichen Hand liegen.

Der Umbau der Wanne auf den Buggy gestaltete sich ebenfalls nervig: Erst muss der Bezugsstoff umständlich aus dem Gestell der Wanne herausgeholt werden, dann der Kindersitz drübergezogen. Bis wir diesen Vorgang richtig verstanden, verging einige Zeit. Für uns fällt diese Technik aber nicht besonders stark ins Gewicht, weil man diese wahrscheinlich einmalig pro Baby durchmacht.

Schade: Eine Babyschale für das Auto liefert der Hersteller nicht mit. Adapter für Babyschalen von Maxi-Cosi oder Britax Römer können mit dem Bugaboo Fox aber genutzt werden.

Der Preis ist leider etwas happig geraten: Mit circa 1.150 Euro exklusive einer Babyschale für das Auto war der Fox der kostspieligste Wagen in unserem Test. Natürlich ist der Wert beim Wiederverkauf und seine Nachhaltigkeit durch die Langlebigkeit und Qualität hoch – trotzdem ist das eine Menge Geld.

Obwohl uns der Fox 2 von Bugaboo sehr gut gefällt, muss er nicht für alle Eltern der beste Kinderwagen sein. Der Preis spielt natürlich auch eine Rolle, deswegen haben wir günstigere, empfehlenswerte Alternativvorschläge für Sie.

Tolles Design: Bonavi 2.0

Tolles Design

Bonavi 2.0

Test  Kinderwagen: bonavi 2.0
Super Fahrverhalten, tolle Federung, hoher Komfort, cooles Design – eine Mischung aus Limo und Sportwagen.

Der 2.0 von Bonavi gefällt auf Anhieb. Sein leichtes und cooles Design überzeugt und sorgt für erste Pluspunkte. Dank der Allrad-Federung mit Schaumreifen und eingebetteten Luftkammern ist sein Fahrverhalten tadellos. Die Räder des Kinderwagens sind hinten (27 Zentimeter) und vorn (20 Zentimeter) ziemlich groß und verleihen dem Bonavi eine ordentliche Stabilität, allerdings ohne an Wendigkeit einzubüßen.

So hinterlässt der Bonavi auf asphaltierten Straßen, in den schmalen Gängen von Supermärkten wie auch im freien Gelände, wenn über Wurzeln, Steine, Schotterpisten oder Matsch gerollt wird, einen sehr guten Eindruck. Der 2.0 ist eine Mischung aus einem sportlichen Geländewagen und einer City-Limousine.

Sein Gestell ermöglicht einen bequemen und unkomplizierten Umbau von der Wanne zu einem Buggy (Extrateil). Ein großer Korb bietet viel Stauraum für Spielsachen und Einkäufe. Ein Adapter sorgt für Kompatibilität mit verschiedenen Babyschalen für das Auto.

Das Gestell des Bonavi lässt sich leicht aufklappen. Möchten man den Sportsitz benutzen, muss vorher das Sonnenverdeck am Gestellrohr per Klick befestigt werden. Die Babywanne verfügt über mehrere Reißverschlüsse für Sonnenblende und Sonnendeck. Das benötigt mehr Zeit, ist aber praktisch. Die Anleitung des Bonavi ist undeutlich bebildert und etwas unübersichtlich. Trotzdem werden nur einige wenige Handgriffe benötigt, bis der 2.0 zur Ausfahrt bereit steht. Das Zusammenklappen klappt ebenfalls unkompliziert.

Die Babywanne ist mit einer hochwertigen Matratze ausgestattet. Sechs Löcher zur Belüftung am Boden der Babywanne sorgen für ein einwandfreies Klima. Große Belüftungsfenster, die am Sonnendeck und an der Wanne mittels Reißverschluss geöffnet werden, tragen ebenfalls dazu bei.

Hochwertige Materialen sind beim Sportsitz verwendet worden. Die erstklassige Verarbeitung der angenehm sitzenden Gurte fällt sofort auf. Die Ablage für die Füße lässt sich bequem und gut verstellen. Der Sportsitz lässt sich nur in drei Stufen und im Ganzen verstellen. Die Bremse befindet sich zwischen den Hinterrädern. Sie lässt sich mit einem leichten Fußdruck auslösen und gut bedienen.

Der Bonavi bekommt von uns aber auch Punkte abgezogen. Den Kopfschutz der Babywanne, die sich zusammenfalten lässt, ist nur wenig komfortabel und sehr dünn. Das Sonnendeck kann allerdings nicht sonderlich sonderlich weit nach unten gezogen werden. Bei Sonneneinstrahlung könnte das Kind so geblendet werden.

Bei Verwendung des Sportsitzes gibt es einen Regenschutz, ein Moskitonetz sowie einen Sonnenschutz, der bis zu den Füßen des Kindes gezogen werden kann. Für den Piloten des 2.0, also die Eltern, gibt es einen praktischen Getränkehalter, der aber in der Metro oder im Fahrstuhl schnell mal stören kann.

Unser Fazit: Ingesamt überzeugt der 2.0 von Bonavi durch sein tolles Fahrverhalten, seine größtenteils erstklassige Verarbeitung und das stylische Design – ein guter Wegbegleiter für Eltern und Babys.

Schmale Form: Joolz Day 3

Schmale Form

Joolz Day 3

Kombi-Kinderwagen Test: Joolz Day3
Schick, gut gebaut und recht leicht, aber nicht ganz so praktisch.

Eine perfekte Ergänzung zu einer Designer-Wohnung ist der Day 3 von Joolz. Er besitzt ein minimalistisches Design und ist in neun Farbtönen lieferbar. Aber das trendige Stück Design aus Amsterdam bietet mehr als nur ein schönes Aussehen. Er besitzt eine hochwertige Verarbeitung und ist mit 59 Zentimetern Breite schön schmal.

Dadurch, das die Lenkerhöhe sich einfach einstellen lässt, ist der Day 3 auch für großgewachsene Eltern geeignet. Obwohl Kindersitz und Wanne eine höhere Position einnehmen, womit das Kind an einem Tisch im Restaurant keinen Hochstuhl braucht, wirkt der Wagen optisch zierlich.

Selbst auf holprigem Kopfsteinpflaster fährt der Joolz sich gut. Trotzdem bevorzugen wir in dieser Rubrik andere Modelle, weil er unserer Meinung nach fast schon eine zu gute Federung besitzt. Das Geschaukel wird dem Kind jedenfalls gefallen. Der Kinderwagen bremst mittels Fixierung mit einem Fuß. Seine Reifen aus Hartgummi, die leicht mit einem Fuß festgestellt werden können, sind vor Pannen durch platte Reifen geschützt.

Die Babywanne mit den praktischen Tragegriffen und dem weichen Kopfpolster bietet dem Baby eine Menge Platz. Das große Verdeck mit einem Lichtschutzfaktor von 50+ und einem Belüftungsfenster bietet einen guten Schutz vor der Sonne. Die Abdeckung verfügt außerdem über einen Reißverschluss.

Wir sind verzückt, wie leicht und bequem sich die Babywanne abnehmen lässt: Einfach zur selben Zeit fest auf die zwei weißen Drucknöpfe drücken, die Wanne herausheben – geschafft. Der Buggy verfügt über eine veränderbare Fußstütze. Die Rückenlehne kann durch beidseitigen Druck auf die vorgesehenen Knöpfe bequem in drei Stufen bis in eine Liegeposition verstellt werden.

Da der Joolz schon bereits vormontiert bei uns ankam, erwies sich der Aufbau als unkompliziert. Der Day 3 findet sogar Platz im Kofferraum eines Kleinwagens Platz, dafür muss aber wenigstens eins der Räder demontiert werden.

Als wir das erste Mal den Kinderwagen zusammenklappen wollten, klemmte bedauerlicherweise ein Hebel. Zuerst hatten wir die Befürchtung, ihn abzureißen. Doch auch er funktionierte dann ohne Probleme. Der Wagen steht auch in gefaltetem Zustand platzsparend aufrecht. Sehr gut gefällt uns, dass der Hersteller eine lebenslange Garantie gewährt.

Der Sicherheitsgurt des Buggys lässt sich nur schwer schließen. Es benötigt einige Anstrengung, die vier Magnete zu schließen, um dann noch die beiden Seiten einzuklicken. Der Gurt verdreht sich manchmal zusätzlich, dann ist noch mehr Fummelei angesagt. Sollte ihr Kind gerade mal keine Lust verspüren, im Wagen sitzen zu wollen, kann diese Frickelei zusätzlich erschwerend wirken.

Ratlosigkeit überfiel uns, als wir die Wanne abbauen wollten, um den Kindersitz zu installieren. Ein Blick in die Gebrauchsanleitung brachte keine Lösung. Irgendwann erkannten wir, dass der Rahmen des Wagens aus der Babywanne gefummelt werden musste, indem der Stoff mit etwas Gewalt herausgezogen und hierbei zwei Teile aus Plastik voneinander getrennt. Danach muss der Stoff des Buggys über das Wagengestell gezogen werden. Erst einige Zeit später fanden wir zu diesem Thema ein Instruktionsvideo auf der Internetseite des Herstellers.

Die Größe der Sitzfläche des Joolz ist schmaler als den anderen Modellen. Der kleine Stoffkorb lässt sich nur schwer erreichen, weil sich das Gestänge direkt darüber befindet. Die dicke Naht des mit Kunstleder ummantelten Griffes kann eventuell auf längere Zeit an der Hand drücken.

Der Preis des Kinderwagen ist stolz –  und beinhaltet kein Extrazubehör. Die Babyschale mit Adapter aus dem gleichen Haus schlägt nochmal mit circa 350 Euro zu Buche. Liebhaber von derartigen Design-Highlights werden sich von solchen Preisen aber nicht abschrecken lassen.

Wendiges Fahrverhalten: Kinderkraft Moov 3 in 1

Wendiges Fahrverhalten

Kinderkraft Moov 3 in 1

Der Moov 3 in 1 von Kinderkraft bietet ein überragendes Verhältnis von Preis und Leistung. Für einen Preis von 200 bis 250 Euro bekommt der Käufer eine gute Dreier-Kombination inklusive einer Babyschale für das Auto. Design und Verarbeitung sind natürlich nicht vergleichbar mit dem Niveau der luxuriösen Gefährte, aber gänzlich verstecken müssen sich die Eltern aber auch nicht. Den in einem dezentem Grau gehaltenen Moov finden wir optisch schlicht und sehr ansprechend.

Der Aufbau des Kinderwagens war sehr angenehm: Viele Teile waren vormontiert, der Rest war überwiegend selbsterklärend. Der Griff zum Schieben kann ohne Probleme niedriger oder höher gestellt werden. Der Wagen von Kinderkraft besitzt eine gute Wendigkeit beim Fahren. Die Stoßdämpfer hinten und vorne tun einen guten Dienst. Ebenfalls gute Arbeit leistet das mit nur einem einzigen Handgriff faltbare Kinderwagendach und durchsichtigem Fenster. Ein zusätzlicher Sonnenschutz kann noch per Reißverschluss ausgeklappt werden.

Gut gefallen hat uns die doppelseitige Hinterradbremse. Diese lässt sich mit nur einem Fuß lösen und betätigen. Die Babywanne, die für Kids bis zu einem Alter von acht Monaten konzipiert ist, besitzt einen praktischen Haltegriff. So kann sie bequem als Tragetasche benutzt werden. Der Bügel kann seitlich geöffnet werden und muss nicht entfernt werden. So kann der Nachwuchs bequem heraus und wieder hinein gehoben werden.

Praktisch und eine Erleichterung in der Hektik des Alltags mit einem Säugling: Mit nur einem Klick kann die Wanne ein- und ausgebaut werden. Fast genauso komfortabel funktioniert der Vorgang mit der Babyschale für den PKW, die mit einem Maximalgewicht von bis zu 13 Kilogramm beladen werden kann. Ebenfalls unverzichtbar ist der abwaschbare, große Einkaufskorb aus Stoff für beispielsweise Windeln oder ähnliches.

Der Buggy kann sowohl gegen als auch in Fahrtrichtung montiert werden, verfügt über eine großzügig dimensionierte Sitzfläche, eine integrierte Fußablage sowie einen Haltegriff. Die Lehne kann unkompliziert per Zug an einem Plastikgriff in drei Postionen justiert werden: sitzend, halbliegend und liegend.

Auch die Sicherheitsgurte mit einem Fünf-Punkt-System in Babyschale und Buggy überzeugen. Lediglich zwei Plastikteile müssen einrasten, schon ist der Nachwuchs angeschnallt. Schön: Der Moov 3 in 1 von Kinderkraft macht sich auf Knopfdruck sehr klein.

Wir brauchten etwas, bis uns einleuchtete, wie die großzügig bemessene Babywanne zu einem Buggy umgebaut wird. Die Gebrauchsanleitung ist da leider nicht hilfreich. Hat man das Prinzip aber verstanden, geht die Montage des Gefährts leicht und unkompliziert.

Abzüge gibt es von uns dafür, dass die vorderen Räder, die sich leicht mit einem Fuß feststellen lassen, etwas eiern und flattern. Jedoch: Je höher das Gewicht im Wagen ist, umso besser bewegen sich die Räder. Einige Kritiken auf Amazon bemängeln aber, dass die luftgefüllten Reifen schnell kaputtgehen.

Etwas unangenehm: Anfangs riecht der Wagen von Kinderkraft ein wenig nach Plastik. Wir empfehlen, den Kinderwagen vorher auszulüften. Leider spürt das Kind in der Babywanne den Stahlrahmen. Unschön: Als wir den Wagen das erste Mal zusammenfalteten, zerkratzte er sofort. Auch die Matratze für das Baby ist nicht gut gepolstert. Der Buggy wirkt robuster als die wacklige Babywanne, die lediglich an zwei Stellen am Wagenrahmen befestigt ist. Die Kunstledergriffe könnten aufgrund des Zippers auf der Innenseite auf Dauer unbequem werden.

Wer nur ein kleineres Budget hat, der ist mit dem Kombi-Kinderwagen von Moov gut versorgt. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis: Viel Wagen für sehr wenig Geld.

Platzsparend: Babyzen Yoyo+

Platzsparend

Babyzen Yoyo+

Kinderwagen Test: Babyzen Yoyo 0 Schwarz Peppermint
Kleiner und leichter als alle anderen Kinderwagen im Test: Den Babyzen Yoyo kann man sogar als Handgepäck mit auf Reisen nehmen.

Keine Preise gefunden.

Der Yoyo+ von Babyzen fällt optisch aus unserer Testreihe: Er ist sehr klein, äußerst drehfreudig und wirkt eher wie ein Rennauto, das einfach nur Spaß macht.

Der Babyzen ist komplett auf Flexibilität und Mobilität ausgelegt. Mit nur einem Handgriff kann er blitzschnell aufgeklappt und genauso fix wieder zusammengeklappt werden. Mit einem unter der Sitzfläche angebrachten Tragegurt lässt er sich sogar bequem schultern und angenehm transportieren. Er lässt sich in jedem Zugabteil und jedem Kofferraum verstauen. Laut Hersteller Babyzen soll er sogar als Handgepäck am Flughafen durchgehen.

Der praktische Aspekt ist toll, allerdings gehts das auf Kosten des Komforts für den Nachwuchs. Daher können wir den Yoyo+ nur eingeschränkt empfehlen. Die Babywanne bietet nur wenig Schutz, da sie über keine Verstärkung verfügt. Schon ein leichter Stoß an der vorderen Seite der Babywanne kann den Babykopf treffen. Außerdem lassen sich die Sicherheitsgurte der Liegefläche nicht abnehmen. So müssen die Gurte unter das Matratzenpolster gestopft werden, oder der Mini muss angeschnallt im Yoyo+ liegen. Sehr komfortabel ist das leider nicht. Die Liegefläche des Yoyo+ ist außerdem nicht allzu groß – mit einer Abmessung von 76 Zentimetern zu 29 Zentimetern ist sie die kleinste in unserem Test.

Möchten Sie Ihr Kind im ersten Halbjahr nach der Geburt lieber in einer Trage transportieren und deswegen nicht dauerhaft einen Wagen brauchen, können Sie bestimmt mit diesen Mankos leben. Sobald der Nachwuchs von selbst sitzen kann, kann der Babyzen als Buggy benutzt werden – und spart den Eltern eine Menge Geld. Somit ist der Yoyo+ ein flexibler und zuverlässiger Begleiter im Alltag und auf Reisen.

Einfach und schnell lässt sich das Modell mit nur wenigen Handgriffen montieren. Das Gestell aus Aluminium ist sehr stabil, sieht auf den ersten Blick aber wie ein bulliger Buggy aus, in dem eine Babywanne sitzt. Die Wanne besteht aus einer dünnen Matratze und gespannten Bezügen aus Stoff. Eine dickere Zudecke gibt es obendrauf. Für sommerliche und kurze Ausflüge reicht das allemal. In den winterlichen Monaten könnte diese Kombination für den Nachwuchs aber zu kalt werden. Mit einer extra Decke kann hier Abhilfe geschafft werden.

Der Fahrkomfort ist trotz der kleinformatigen Räder gut. Im Gelände wie auch auf Asphalt macht der Yoyo+ einen guten Eindruck. Die ausbalancierten und wendigen Reifen aus Gummi sind der Grund dafür. Leicht und locker rollen sie über Kanten, Wurzeln, Wiesen und Kies. Dank einer speziellen Technologie passt sich die Bereifung an den jeweiligen Untergrund an und lässt weniger oder mehr Reifenspiel zu. Praktisch: Ein Arretieren oder Einstellen der Reifen entfällt damit komplett. Die Bremse ist ein kleiner, roter Schalter an der Hinterachse des Kinderwagens – und kann mit nur einem Fuß bedient werden.

Wenn Sie weniger auf ein klassisches Kinderwagenmodell setzen, viel mit dem Mini auswärts sind und anfänglich eher auf Babytrage oder Tragtuch setzen, dann werden Sie den Yoyo+ schnell zu schätzen wissen. Von seinen kleinen Abmessungen und vom Design ist das Modell aus Frankreich eine absolute Augenweide. Einen kleineren und leichteren Kinderwagen gab es im Test nicht.

Was gibt es sonst noch?

Für einen Anschaffungspreis von circa 1.000 Euro bekommt man den Trailz von Stokke. Für eine Babyschale aus dem gleichen Hause sind noch einmal circa 250 Euro extra fällig. Er besitzt ein gutes Fahrverhalten, ist beweglich und schön gefedert. Mit seinen großen wahlweise luftgefüllten oder Hartgummireifen rollt er ohne Probleme durch jedes Gelände. Der mit Kunstleder überzogenen Griff ist höhenverstellbar. Die Bremse arbeitet gut. Die weich gepolsterte Wanne für Kids bis neun Kilogramm fällt sehr groß aus. Die Einkaufsablage ist wasserfest. Das Verdeck der Wanne mit Blendschutz ist erweiterbar, einem Belüftungsfenster und ohne Druckknöpfe lässt sich leicht falten. Die Babywannen-Abdeckung verfügt über einen zweckmäßigen Reißverschluss.

Der qualitativ wasserabweisende, hochwertige und robuste Stoff mit einem Lichtschutzfaktor von 50 + wirkt hochwertig. Der weich gepolsterte, großzügig bemessene Kindersitz, der mit einer Fußstütze versehen ist, kann gegen und in Fahrtrichtung montiert werden und trägt ein Maximalgewicht von 20 Kilogramm. Die Rückenlehne lässt sich einfach in eine Liegeposition verstellen. Luxus für das Kind!

Der Trailz von Stokke fällt allerdings optisch relativ massiv aus, weil der Kindersitz und die Babyschale besonders hoch entwickelt wurden, um Kind und Eltern näher zusammen zu bringen. Für kleine Eltern ist er deutlich zu hoch bemessen. Da hilft es auch nicht, den Griff des Wagens entsprechend anzupassen. Für großgewachsene Mamas und Papas ist er richtig bemessen.

Der Stokke lässt sich trotz seiner beachtlichen Größe klein zusammenklappen. Der Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt aus hochwertigem Kunststoff lässt sich etwas schwer schließen. Die Vorderräder lassen sich zwar feststellen, allerdings nur händisch.

Nicht gefallen hat uns: Moskitonetz und/ oder Regenschutz kosten extra. Bei so einem hohen Anschaffungspreis für uns eher unverständlich. Und bei einem Test der Stiftung Warentest im Jahre 2015 bekam er mit 4,8 die schlechteste Note. Der Grund waren krebserregende Stoffe im Bezug und am Griff – diese Mängel sind laut Hersteller aber mittlerweile behoben.

Wir haben ebenfalls den Cameleon 3 von Bugaboo getestet – das Nachfolgemodell vom Cameleon 2. Der Kinderwagen ist ein Klassiker, der es problemlos in die Gegenwart geschafft hat. Das aktuelle Modell besitzt einen Tragebügel, der drehbar ist, sowie gepolsterte Schultergurte. Die Reifen des Wagens können außerdem leichter demontiert werden. Der zusammengeklappte Rahmen lässt sich noch einfacher auseinanderfalten. Die dritte Version des Cameleon liegt mit einem Preis von 900 bis 1.000 Euro etwas unter dem des Fox. Beide Modelle ähneln sich, allerdings wurde der Bugaboo neu konzipiert. Wir fanden den Fox aber noch ein Stück komfortabler.

Der Kinderwagen hat kleine Vorderräder, die aber bei jedem Einsatz im Gelände mühelos querfeldein rollen. Mit Babywanne wiegt der Cameleon 11,3 Kilogramm, als Buggy 10,5 Kilogramm. Der Wechsel vom Sportsitz zur Babywanne ist ähnlich mühsam wie beim »Fuchs« von Bugaboo. Bei Bedarf kann der Wagen auch zu einem Strandmobil umgebaut werden. Mit einigen wenigen Handgriffen wird aus dem Gefährt mit vier Rädern ein zweirädriger Kinderwagen, den Sie hinter sich herziehen können. Nett!

Im Jahr 2013 bekam er von der Stiftung Ökotest die Bewertung »Mangelhaft«, weil potenziell krebserregende Stoffe im Material nachgewiesen wurden. Laut Hersteller wurden diese Mängel jedoch inzwischen behoben.

Der Cameleon 3 ist empfehlenswert, leichtläufig und langlebig und geringfügig günstiger als das Modell Fox 2 von Bugaboo. Doch trotz des günstigen Preises und des Gesamteindrucks kann das Chamäleon den Fuchs nicht überholen.

Anfangs platzierte sich der Viper 4 von ABC Design bei unserem Testlauf im oberen Mittelfeld: Der Griff, der mit Kunstleder überzogen, ist angenehm griffig und kann mittels Druckknopf leicht an die benötigte Körpergröße angepasst werden. Der Korb des Kinderwagens ist riesig. Die Bremse erfüllt ihre Funktion gut. Der Schutzbügel des Buggy ist abnehmbar. Die bis 15 Kilogramm belastbare Rückenlehne kann bis in eine Liegeposition verstellt werden. Selbst über Kopfsteinpflaster lässt sich der Kinderwagen leicht lenken. Die schwenkbaren Vorderräder können ohne großen Kraftaufwand fixiert werden. Und das monochrome Design – fünf Farbtöne stehen zur Auswahl – ist klassisch und hübsch. Wie einige der Testmodelle ist auch der Viper 4 ein Imitat des Kinderwagens von Bugaboo.

Die Montage des Kinderwagens war allerdings ein einziger Alptraum. Der Kinderwagen kam in jeder Menge Plastiktüten verpackt in der Redaktion an. Eine solche Menge Müll sollte der Hersteller auf jeden Fall vermeiden! Die Komponenten, selbst die Teile aus Plastik waren ölig. Ziemlich eklig! Die Babywanne zu montieren, erwies sich als fummelig und kompliziert. Die Gebrauchsanleitung fanden wir praktisch unbrauchbar. Der Buggy und das Gestell ließen sich dann glücklicherweise schneller aufbauen.

Die Polsterung der kleinen Sitzfläche geht in Ordnung. Das Fünf-Punkt-Gurtsystem fanden wir schwierig, die Stoffabdeckung ist durch Druckknöpfe unpraktisch zu handhaben. Beim Zubehör hat der Hersteller ebenfalls gespart, noch nicht mal einen Regenschutz bekommt man mit dazu.

Im zusammengeklappten Zustand wird der Kinderwagen nicht wirklich kompakter. Nur wenn man die Räder entfernt, gelingt das. Die Wanne kann einfach herausgenommen werden. Allerdings hat der Hersteller auf einen Tragegriff verzichtet. Äußerst blöd, wenn man im vierten Stock ohne Fahrstuhl wohnt. Unschön: Die Seitenwände der Stoffwanne sind im Übrigen nur wenig gepolstert, das Baby spürt das Metallgestänge.

Amazon-Kunden monieren den chemischen Geruch des Materials und die durchwachsene Qualität. Die Vorderräder sind nicht gefedert. Werden die Vorderräder angehoben, um Randsteine oder Stufen zu überqueren, landet der Wagen jedes Mal hart. Trotz der Werbung des Herstellers für besondere Geländegängigkeit und seine großen Lufträder ist das Gefährt unserer Meinung nach nicht für Outdoor-Bereich geeignet.

Für einen Preis von 600 Euro – ohne eine Babyschale und die entsprechenden Adapter – erwarten wir deutlich mehr.

Die erste Begegnung mit dem Capri von Bergsteiger ist ärgerlich: Wir bekommen die Babywanne kaum aus dem Karton, so kompliziert ist sie verpackt. Die Montage ist schnell und locker alleine zu schaffen. Der riesige Einkaufskorb besteht aus abwaschbarem Stoff. Der faire Preis ist lobenswert: Eine Babyschale und eine Menge Zubehör gehören zum Lieferumfang. Und das alles für nur 400 Euro. Das waren dann aber schon die Vorteile: Die Babywanne lässt sich kompliziert und nur zu zweit vom Gestell lösen. Der dazugehörige Verschluss aus Plastik ist klapprig und kann die Fingernägel ruinieren. Der Wechsel zwischen Kindersitz, Wanne und Autositz ist kompliziert. Eine Babyschale ist im Lieferumfang enthalten. Um diese zu befestigen, müssen Abdeckungen entfernt werden, die aber schnell Gefahr laufen, verloren zu gehen.

Da die Babywanne am Rand nicht gepolstert ist, drückt der Rahmen durch. Insgesamt lässt die Verarbeitung des Kinderwagens zu wünschen übrig. Besonders die Teile aus Plastik, die an stärker beanspruchten Stellen wie dem Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt zu finden sind, wirken sehr billig. Die Bremse aus Metall geht für uns in Ordnung. Die Räder, die mit Luft gefüllt sind, besitzen Chromfelgen. Die Federung des Kinderwagens ist ganz gut. Die Vorderräder lassen sich feststellen, das ging im Test aber recht schwer.

Fahrspaß möchte sich mit dem Bergsteiger nicht einstellen: Auf leicht abschüssigen Gehwegen zieht schmale, aber schwere Kinderwegen stark Richtung Bordstein.

Großgewachsene Mamas und Papas sollten darüber hinaus ihre Aufmerksamkeit eher auf ein anderes Modell lenken. Selbst die höchste Einstellung des Griffs reicht für sie nicht aus. Der mit Kunstleder bezogenen Griff fühlt sich hart und unkomfortabel an. Das Verdeck lässt sich nicht sonderlich weit nach vorn ziehen, das Kind ist nicht gut vor der Sonne geschützt. Der Sitzfläche ist zwar ausreichend groß, aber nicht besonders komfortabel. Die verstellbare Rückenlehne lässt sich leider nicht in die Liegeposition bringen. Selbst das Design überzeugt nicht. Die beige-braune Farbkombination (insgesamt gibt es neun Designs) des Testmodells finden wir schlichtweg hässlich.

Bevor Sie jetzt gleich Witze reißen werden, die Modellbezeichnung Hot Mom ist vielleicht ein wenig unvorteilhaft gewählt. Aber das ist natürlich Geschmackssache, genau wie das Aussehen des Kinderwagens. Unser Testmodell ist fast vollständig mit weiß-schwarzem Kunstleder statt mit Stoff bezogen. Alternativ kann man farblich auch ein weiß-braune Alternative bekommen. Kunstleder lässt sich zwar easy mit feuchten Tüchern reinigen, ist allerdings aber auch sehr empfindlich. Kaum aus dem Karton genommen, bekommt es erste Risse. Sicher ist aber eines: Der Hot Mom ist extravagant und auffällig.

Die unkomplizierte Montage ist ein deutlicher Pluspunkt. Die Wannen-Innenseite ist mit kuscheligem Fleece weich gepolstert. Die Lehne des Buggy kann bis in eine Liegeposition gestellt werden. Das Zusammenklappen funktioniert sehr einfach, indem die Wanne abgenommen wird. Der Hot Mom benötigt so nur wenig Platz. Der Kinderwagen kommt für große Eltern aber trotzdem in Frage. Sie fragen sich warum? Praktischerweise lässt sich die Babywanne selbst auf komfortable 87 Zentimeter Liegehöhe höher stellen. Das gilt auch für den nicht sehr weichen Griff, der mit Kunstleder ummantelt ist.

Doch dann rollt das Modell von selbst ins Aus: Der sehr schwere Kinderwagen fährt sich leider nicht besonders gut, hört und fühlt sich instabil an und ist nicht besonders beweglich. Das liegt unter anderem daran, dass die Federung des Wagens keine große Bedeutung bekommt. Ein Ausschlusskriterium in unebenem Gelände und auf Kies. Auf Pflastersteinen rattern die viel zu kleinen Vorderräder aus Hartgummi viel zu laut. Sie können zwar fixiert werden, aber nur händisch und unter massivem Druck. Das kann zu einer Belastungsprobe für lange Fingernägel werden.

Unser Fazit: Der Hersteller setzt bei diesem Modell in erster Linie auf die Optik statt auf Funktionalität. Zumal die Öffnung des Aufbewahrungskorbes so geschlossen ist, dass kaum die Einkäufe hineinpassen. Die Bremse des Kinderwagens konnte uns ebenfalls nicht überzeugen. Es bleibt ein Rätsel, warum sich so viele Spitzen-Bewertungen beim Onlinehändler Amazon finden. Der Anschaffungspreis kann jedenfalls nicht der Grund sein, denn für den Kinderwagen müssen circa 500 Euro auf den Tisch gelegt werden.

Der iCandy Lime ist in London entwickelt worden. Bereits bei der Montage sorgte er für einige kleine Überraschungen. Bei unserer Suche nach dem Aufsatz für den Sportsitz fanden wir die Montageanleitung lückenhaft und etwas zu bildlastig. Ein Anruf beim Hersteller brachte dann Licht ins Montage-Dunkel. Vergleichbar wie beim Modell von Bugaboo lässt sich durch einige Handgriffe, Druckknöpfe und Klettverschlüsse das Aufsatz-Gestell der Wanne ebenfalls für den Sportsitz nutzen. Dazu muss der Bezug nur über die entsprechenden Alustangen gezogen werden.

Die Babywanne besteht aus einer faltbaren Babyschale, in die ein Brett aus Plastik eingeführt, mit einem Reißverschluss verschlossen und befestigt wird – eine schönes Idee. Bugaboo lässt mal wieder grüßen. Die Klettverschlüsse lassen sich beim iCandy allerdings wesentlich einfacher schließen und lösen. Die Befestigung des Windschutzes erfolgt sehr umständlich mittels unter Spannung stehender Druckknöpfe. Dadurch sind diese schwer zu schließen und zu öffnen.

Für den Transport kann der Kinderwagen durch Falten in praktische kleine Einzelteile zerlegt werden. Praktisch ist auch das Stehbrett für ein Geschwisterchen zwischen den Hinterachsreifen. Mit einem Tragegurt, der unter dem Einkaufskorb angebracht ist, kann der zusammengeklappte Kinderwagen unkompliziert, direkt und schnell transportiert werden. Die kleinen Vorderreifen ermöglichen nur ein flatteriges Fahrverhalten, sie haben einfach extrem viel Spiel. Zwar lassen sie sich feststellen, doch das zeigt keine große Wirkung. Bei Geländefahrten hinterlässt die mittelmäßige Federung des iCandy daher keinen guten Eindruck. Während der Ausfahrt blieben wir schnell mal mit den Reifen hängen. Hat man es eilig mit dem Wagen, kann er dadurch rasch ins Schlingern geraten.

Und ein weiterer Minuspunkt: Vor der Montage braucht man viel Zeit und Nerven, um die benötigten Einzelteile des Wagens von der Verpackung zu befreien.

Die Bilanz: Sein feines und schlichtes Design überzeugt. Vom der Konstruktion ähnelt er stark dem Bugaboo Fox 2, kann jedoch in Sachen Sicherheit, Komfort und Fahrverhalten nicht mithalten.

Wissenswertes über Kombi-Kinderwagen

Kombi-Kinderwagen sind für diejenigen konzipiert, die sich nicht mehrmals mit der Wahl eines fahrbaren Untersatzes für das Kind auseinandersetzen möchten. Ihr Vorteil liegt klar auf der Hand: Ein einziger Kauf reicht, um ihrem Kind die Mobilität zu sichern, bis es von allein sicher laufen kann. Ab dem Beginn der Geburt bis in das frühe Kindergartenalter deckt das Kombi-Gerät alle Transportbedürfnisse perfekt ab: Der Wagen wächst buchstäblich mit ihrem Kind mit.

Ermöglicht wird das durch den Umbau von einer Babywanne zur Babyschale für den PKW und zu einem Buggy beziehungsweise Sportwagen. Teilweise bieten die Kinderwagen-Hersteller fertig geschnürte 3-in-1-Pakete inklusive verschiedenem Zubehör an. Bei anderen Herstellern sind nur Wanne, Rahmen und der Buggy im Kaufpreis enthalten. Die Babyschale und die Extras können dann auf Wunsch separat erworben werden. Auch bei den von uns unseren getesteten Modellen ist das unterschiedlich.

Welche Argumente gegen einen Kombi-Kinderwagen sprechen? Die Kosten liegen höher als für einen reinen Buggy oder einzelnen Liegekinderwagen. Und das außerdem nur für eine verhältnismäßig kurze Zeit. Die Liegefunktion wird nur solange gebraucht, bis der Nachwuchs von selbst sitzen kann. Im Regelfall beträgt dieser Zeitraum zwischen sechs und neun Monate. Danach wird das Kind in einem Buggy oder Sportsitz kutschiert.

Haben Sie sich anfangs für eine Babytrage entschieden, lohnt sich der Kauf eines Kombi-Kinderwagens nicht. Ein Buggy ist dann eine bessere Wahl, etwa der Yoyo+ von Babyzen. Für dieses Modell ist ebenfalls eine Liegewanne erhältlich.

Der Kombi-Kinderwagen besitzt ein höheres Gewicht und ist zusammengeklappt ausladender als ein Buggy, aber auch komfortabler. Ein Großteil der Eltern kauft deswegen später einen zusätzlichen Buggy für die alltäglichen familiären Ausflüge. Ein Kombi-Kinderwagen ist also doch nicht die von vielen erhoffte eierlegende Wollmilchsau.

Jede Familie hat andere Ansprüche an einen Kinderwagen: Die einen führen regelmäßig einen Hund in ländlichen Gegenden Gassi, die anderen huschen nur schnell in den Supermarkt. Deswegen sollte das Einsatzgebiet des Wagens gut überlegt sein. Lebt man eher ländlich oder in der Großstadt? Wird der Kinderwagen oft im Kofferraum des Autos geparkt oder steht fast nur im Treppenhaus? Wohnen Sie im fünften Stock eines Mehrfamilienhauses ohne Fahrstuhl und müssen die Babywanne immer abbauen und nach oben tragen? Oder haben Sie ein einstöckiges Haus mit Auffahrt und eigener Garage? Nur einige der Gründe, sich zu entscheiden, ob es ein Modell zum schnellen Verstauen im Auto oder ein leicht umbaubarer Kinderwagen sein soll.

Die Optik?

Ein nicht zu unterschätzender Faktor, der anfangs vielleicht oberflächlich klingt: Der Kinderwagen sollte den Eltern gut gefallen. Praktisch in oder her, wenn Sie sich ständig über das Design ärgern, werden Sie nicht glücklich. Aber zum Glück ist die Auswahl an funktionalen und hübschen Modellen riesig. Apropos: Schlichte einfarbige Modelle in Grau, Schwarz, Dunkelblau und Beige sind vielleicht keine auffälligen Hingucker, aber bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von bis zu vier Jahren sehen die Eltern sich nicht so leicht satt. Klassische Farbtöne harmonieren auch deutlich leichter mit der Garderobe der Eltern.

Was wiegt der Kinderwagen?

Ganz klar ist das Gewicht eines der wichtigsten Argumente für oder gegen den Kauf des Modells. Nicht jeder S-oder U-Bahnhof verfügt über einen Aufzug. Oft fehlt der nette Helfer, der spontan hilft den Kinderwagen die Treppen zur Arztpraxis oder zum Reformhaus hochzutragen. Bestimmt möchten Sie beim Heben in den Laderaum des Wagens einen Bandscheibenvorfall vermeiden. Frauen sind rein anatomisch auf eher leichtere Modelle festgelegt, damit sie sich mit dem Gewicht des Wagens inklusive schwerer werdendem Kind nicht den Rücken verrenken. Da zählt jedes Kilo weniger – vorausgesetzt, die Qualität stimmt und das maximale Belastungsgewicht liegt mindestens bei 15 Kilogramm. Kinderwagen mit einem Rahmen aus Aluminium wiegen meist weniger und korrodieren nicht. Gestelle aus Stahl sind deutlich widerstandsfähiger, aber oft auch schwerer.

Wie sieht es mit der Größe aus?

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Größe des Kombi-Kinderwagens, sowohl im zusammengelegten als auch in aufgestelltem Zustand. Je kleiner und schmaler das Modell, desto entspannter und flotter sind Sie unterwegs. Einerlei, ob in den Gassen von Supermärkten, im Café, im Hausflur eines Mehrfamilienhauses, im Zug oder im öffentlichen Nahverkehr. Messen Sie den Kofferraum Ihres Wagens vor dem Kauf zentimetergenau aus. So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen. Aber bedenken Sie dabei: Eine große Buggy-Sitzfläche ist für Ihr Kind deutlich bequemer als eine knapp bemessene Fläche. »Stiftung Warentest« empfiehlt für die Babywanne eine Breite bis 35 Zentimeter und eine Länge zwischen 78 und 80 Zentimetern. Für ein bequemes Lenkgefühl benötigen großgewachsene Eltern eine Griffhöhe von mindestens 110 Zentimetern. Deutlich rückenfreundlicher ist es außerdem, wenn die Babywanne etwas höher gelagert ist. Bei einem Buggy freuen sich Kleinkinder, wenn die Sitzfläche so tief liegt, dass sie leicht selbst hineinklettern können.

Und der Komfort im Alltag?

Der Alltag mit einem Kleinkind oder Baby ist schon stressig genug, da brauchen Papa und Mama nichts, was ihn darüber hinaus erschwert. Das gilt vor allem für den Kinderwagen. Darum muss alles am Kinderwagen schnell und einfach zu handhaben sein. Testen Sie Ihren Favoriten also ruhig vorher – immer mit einem Gewicht drin – egal, ob im Geschäft oder bei einem Online-Kauf unmittelbar nach der Montage: Welche Einstellungen können vorgenommen werden? Kann die Rückenlehne einfach verstellt werden? Kann das Kind auch flach in dem Buggy liegen? Ist der Eindruck des Wagens hochwertig? Sind Wanne und Sportwagen bequem gepolstert?

Können die Griffe unkompliziert an die eigene Körpergröße angepasst werden? Ist der Lenkergriff auch für einen längeren Zeitraum bequem und rutschfest? Schluckt die Federung Erschütterungen? Lassen sich Wanne und Sitz gegen und in Fahrtrichtung drehen? Wie schwierig ist es für die Eltern, die Babywanne dran- und abzubauen? Wie leicht kann von der Wanne auf Buggy oder Autositz gewechselt werden? Wie klein macht sich der Wagen? Ist das Fixieren der Vorderräder kompliziert? Gerade in den Wintermonaten, wenn die Straßen schneebedeckt sind, ist das wichtig. Funktioniert das Feststellen benutzerfreundlich mit dem Fuß oder nur mit den Händen? Kann das Verdeck zurück- und vorgeklappt werden? Bietet es ausreichend Schutz vor der Sonne? Ist die Abdeckhaube der Wanne praktischerweise mit einem Reißverschluss oder mit umständlichen Knöpfen versehen? Lässt sich der Sicherheitsbügel umklappen, um den Mini leichter hineinzuheben? Verfügt das Material über einen UV-Schutz?

Sind die Fußstützen individuell anpassbar und der Sicherheitsgurt einfach und gut zu schließen? Wie viel kann der Einkaufskorb aufnehmen? Ist das Material leicht zu reinigen? Wieviel Zubehör gehört zum Kinderwagen? Sind ein Moskitonetz und eine Regenhülle mit dabei? Kann Zubehör nach oder dazu erworben werden? Und last but not least: Wie leicht ist die Montage des Wagens?

Welche Bereifung ist am besten?

Es gilt die Faustregel: Große Räder lassen sich einfacher und sicherer lenken – vor allem im Gelände, sind aber auch schwerer. Kleinere Rollen stehen oft zu nah beieinander, blockieren meist auf Gras und Schotter und sind weniger standfest. Vordere Räder, die sich in einem Winkel von 360 Grad schwenken lassen, sind wendig auf asphaltiertem Untergrund, sollten aber fixiert werden können, um im Schneematsch oder auf Schotter ein besseres Vorankommen zu ermöglichen.

Kinderwagen besitzen generell Plastik-, Hartgummi- oder Luftreifen. Luftgefüllte Reifen sind vergleichbar mit Fahrradreifen. Der Vorteil? Selbst bei Ausfahrten über Stock und Stein federn sie erstklassig, schützen den Nachwuchs ausreichend vor Erschütterungen und lassen sich gut schieben. Wie bei einem Fahrrad besteht aber die Gefahr einen platten Reifen zu bekommen. Sie müssen auch immer mal wieder Luft nachpumpen.

Reifen aus Hartgummi können keinen Platten bekommen. Ihr Einsatzgebiet ist in erster Linie für die Großstadt konzipiert. Da sie nicht federn, geben sie jedes Holpern direkt an den Nachwuchs weiter. Reifen aus Plastik finden sich nur bei Billigmodellen. Sie haben eigentlich nur Nachteile.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Die wichtigsten Faktoren für einen sicheren Transport des Kindes sind ein Sicherheitsbügel im Buggy, ein Hosenträgergurt mit Fünf-Punkt-Sicherheitssystem sowie eine hochwertige Feststellbremse. Reflektoren sorgen nachts oder in den winterlichen Monaten für zusätzliche Sicherheit. Ein vorhandenes GS- oder TÜV-Siegel zeigen, dass die Sicherheitsnormen beachtet und eingehalten werden.

Und auch die Sicherheit von Mama und Papa ist wichtig: Wenn der Wagen zusammengeklappt wird, kann es bei manchen Modellen leicht zum Quetschen der Finger kommen. Ein No-Go! Einen guten Schutz vor Diebstahl bietet ein sicheres Fahrradschloss am Kombi-Kinderwagen.

Bietet der Hersteller Serviceleistungen?

Renommierte Hersteller bieten meist einen umfangreichen Reparaturservice, eine Vielzahl an Ersatzteilen und eine kostenfreie Servicenummer. Bei No-Name-Modellen aus China kann man oft nicht hundertprozentig sicher sein. Aus Nachhaltigkeitsgründen empfehlen wir, beim Kauf ein paar Euros mehr auszugeben und den Wagen dafür eine längere Zeit zu nutzen, als bei ersten Materialschäden den kompletten Kinderwagen zu entsorgen. Achten Sie bei einem Kauf auch auf die Garantieleistung. Viele Firmen bieten einen Garantiezeitraum von 24 Monaten. Ein Hersteller in unserem Test verspricht sogar eine lebenslange Garantie.

Lieferzeit?

Bestellen Sie den Kinderwagen noch vor der Geburt des Kindes. Erfahrungsgemäß sind die Lieferzeiten oft länger, manchmal mehrere Wochen bis einige Monate, bis der gewünschte Wagen geliefert wird.

So haben wir getestet

Alle oben genannten Attribute haben wir im Test berücksichtigt. Alle Kinderwagen wurden von uns montiert und anfänglich mit der Wanne getestet. Gehörte eine Schale für den PKW dazu, haben wir die auch unter die Lupe genommen. Danach wurden alle Kombi-Kinderwagen zu einem Buggy umgebaut. Das klappte, je nach Modell, mal einfacher, mal komplizierter und stellenweise nur mit großem Kraftaufwand.

Weil ein Kombi-Kinderwagen mit höherem Gewicht oft besser rollt und sich anders verhält, fuhren wir beim ersten Testdurchlauf probeweise entweder mit einem einjährigen Kind oder setzten eine Kiste mit Apfelsaftschorle in Buggy und Wanne. Ein Kasten Bier hätte die Passanten in der Münchner Innenstadt wahrscheinlich eher irritiert.

Befremdete Blicke ernteten wir beim zweiten Testlauf in Münchens Alten Botanischen Garten. Den hatten wir als Geländeparcours mit Rasen, Kies, Wurzeln und Steinen sowie natürlichen und alltäglichen Hindernissen, um neben der urbanen auch die geländetaugliche Einsatztauglichkeit jedes Modells zu überprüfen. Immer wieder schauten vorbeilaufende Besucher des Parks in die Wägen und waren über die in eine Plastikfolie gewickelten Ziegelsteine mehr als verwundert.

Zu guter Letzt wurden alle Kinderwagen von uns zusammengeklappt und ausprobiert, wie leicht sie in einen Kleinwagen-Kofferraum passen. Unser Testwagen war eine A-Klasse von Mercedes. Hinein gingen alle Modelle, aber bei einigen Wägen ließ sich der Laderaum nur knapp schließen, bei anderen Wägen blieb sogar noch Platz – und bei manchen wurden mehr Handgriffe benötigt als bei anderen. Ein Pluspunkt war, wenn die Räder des Wagens nicht demontiert werden mussten.

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