Test: Hochstuhl

Hochstühle im Test : Bequem und sicher

Update 30.01.2021

Ein Hochstuhl macht das Familienleben um vieles leichter. Sobald der Nachwuchs selbständig sitzen kann, wird der Hochstuhl zum praktischen Helfer am Esstisch. Ein Hochstuhl bietet Sicherheit und gehört mit zum wichtigsten Mobiliar im Kleinkindalter.

Update 30. Januar 2021

Wie haben vier weitere Hochstühle getestet. Mit seinem schlichtem Design und seiner langen Nutzbarkeit ist der Steps von Stokke eine neue Empfehlung. Außerdem haben wir den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert.

Andrea Zschocher
schreibt als freie Journalistin und Bloggerin bevorzugt über Familie und mehr und testet Produkte für Babys und Kleinkinder.

Wenn man Kleinkinder hat gehört ein Hochstuhl unbedingt zur Grundausstattung. Doch nicht jedes Modell ist für die Anforderungen der Eltern geeignet. Manche Eltern benötigen nur einen Hochstuhl, der lange nutzbar und praktisch ist. Andere Eltern achten in erster Linie auf das Aussehen des Modells und möchten, dass der Hochstuhl sich fließend ins Design des Esszimmers integriert.

Wieder andere Eltern verfügen über wenig Platz und wünschen sich statt eines wuchtigen Designerteils einen eher schmalen und schlichten Hochstuhl oder ein zusammenklappbares Modell, was sich gut verstauen lässt. Es gibt recht große Preisunterschiede, vom sehr günstigen Billigmodell bis zum kostspieligen Luxusmodell ist alles dabei.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Ab der Geburt nutzbarSchlicht und langlebigTolle VerarbeitungHochstuhl und WiippeHöhenverstellbarGünstig
Hochstuhl Test: Nomi Highchair Black Whiteoak 768x768Test: Stokke StepsTest Hochstuhl: Stokke Tripp TrappTest: Sweetyfox HochstuhlTest Hochstuhl: Hauck Alpha+Test Hochstuhl: Ikea Antilop
Modell Evomove Nomi Stokke Steps Stokke Tripp Trapp Sweetyfox Hochstuhl Hauck Alpha+ Ikea Antilop
Pro
  • Höhenverstellbar
  • Immer Augenkontakt möglich
  • Individuelles Design möglich
  • Ab Geburt nutzbar
  • Sehr langlebig
  • Bis 85 kg belastbar
  • Dezentes Design
  • Leicht abwischbar
  • Höhenverstellbar
  • Tolle Verarbeitung
  • Einfache Handhabung
  • Bis 110 kg belastbar
  • Als Hochstuhl und als Wippe nutzbar
  • Lässt sich sehr flexibel verstellen
  • Durchdachtes Design
  • Höhenverstellbar
  • Belastbar bis 90 Kilo
  • Vergleichsweise günstig
  • Extrem günstig
  • schnell aufgebaut
Contra
  • Teuer
  • Tisch nicht stabil
  • Sehr teuer
  • Babyset muss extra gekauft werden
  • Relativ teuer
  • Nicht so modern
  • Relativ teuer
  • Nur bis 15 Kilo belastbar
  • Tisch ist zu klein
  • Nicht höhenverstellbar
  • Nur kurze Zeit nutzbar
Bester Preis
  Technische Daten anzeigen

Ab der Geburt nutzbar: Evomove Nomi

Ab der Geburt nutzbar

Evomove Nomi

Hochstuhl Test: Nomi Highchair Black Whiteoak 768x768
Vom Erfinder des Tripp Trapp kommt der moderne Nomi – tolles Design und super in der Handhabung.

Optisch ähneln die meisten getesteten Hochstühle dem Stokke Tripp Trapp. Das Modell vom Marktführer wird natürlich gern mal kopiert oder nachgeahmt.

Der Evomove Nomi verfolgt hingegen ein ganz anderes Konzept beim Design: Er besitzt einen schmalen Körper, der sowohl uns, als auch das dreijährige Kind anfänglich im Zweifel ließ, ob das sichere und bequeme Sitzen auf dem Stuhl möglich sei. Sie kletterte auf den Hochstuhl und bemerkte sofort: Der Hochstuhl ist super sicher und super bequem!

Der Nomi ist eine Erfindung vom Designer des berühmten Tripp Trapp. Der Designer, ein Norweger namens Peter Opsvik, wollte mit seinem neuen Hochstuhl die Kinder-Interaktion neu überdenken. Als Werbebotschaft und zumindest theoretisch klingt das gut – das letzte Wort haben aber immer die Kinder. Und auch unsere Dreijährige war vom Nomi begeistert!

 Hochstuhl Test: Evomove Nomi
Der Evomove Nomi.

Da die Fußablage relativ breit ist und die Rückenlehne eher schmal gehalten wurde, kann der Nachwuchs sich zu jeder Zeit im Raum mitdrehen und mit den Eltern Augenkontakt halten. Im Gegensatz zu den übrigen Hochstühlen, die das Drehen im Stuhl nicht ohne weiteres ermöglichen, drehte das dreijährige Mädchen immer das Gesicht zu seinen Eltern und die Kommunikation riss dadurch nicht ab.

Das ist ebenso für zurückhaltende als auch für kommunikative Kinder ein wichtiger Punkt, denn so bekommen sie Sicherheit, die benötigt wird, um sich der Umwelt zu öffnen.

Der Hochstuhl-Umbau von baby- auf kindgerecht ging beispiellos schnell – er benötigte flotte sieben Sekunden. Zum Umbau der anderen getesteten Hochstühlen wurde immer Werkzeug benötigt. Der Nomi ließ sich durch einfaches Drehen von zwei Schrauben auf die gewünschte Größe des Kindes anpassen.

Der Hochstuhl lässt sich mit Rollen hin- und herbewegen. Das ermöglicht den Kindern, die noch nicht in der Lage sind zu sprechen, eine nonverbale Kommunikation. Ein Wegschieben des Hochstuhl vom Tisch bedeutet dann: »Ich bin pappsatt!«

Das Gewicht des Nomi beträgt knapp unter 5 Kilogramm. Damit zählt er zu den Leichtgewichten im Test. Deshalb war es möglich, dass das einjährige Kind im Test, das den Hochstuhl gern auch als eine Lauflernhilfe benutzte, sich darin stehend mit Leichtigkeit durch das Zimmer manövrierte.

Der Evomove ist stabil und äußerst solide. Er kann ein Gesamtgewicht von maximal 120 Kilogramm tragen, auch wenn er einen eher zerbrechlichen und schlanken Eindruck macht. Selbst als zusätzlicher Stuhl kann er auf Partys genutzt werden. Einfach auf die passende Höhe einstellen – und schon hat man eine Sitzgelegenheit mehr.

Der Wippenaufsatz des Nomi
Der Nomi mit Wippenaufsatz.

Der Nomi gehört zu den wenigen getesteten Hochstühlen, die sofort – ab Geburt des Kindes – eingesetzt werden können. Ein Wippenaufsatz ermöglicht das, der als extra Zubehör dazu gekauft werden kann. Der Wippenaufsatz wird einfach oben am Hochstuhl festgeklemmt und das Kind sitzt mit den Eltern gleichrangig am Tisch – oder schläft im Zweifelsfall, während die Eltern das Essen gemeinsam genießen. Dank Sicherung mit Dreipunktgurt ist das Baby sicher darin aufgehoben.

Der Nomi von Evomove ist äußerst flexibel und hat eine extrem lange Nutzungsdauer, wie auch der Stokke Tripp Trapp. Allerdings sieht der Tripp Trapp nicht ganz so hübsch aus – und hat außerdem einen höheren Preis als der Nomi. Allerdings schlägt beim Nomi der Wippenaufsatz zusätzlich mit 100 Euro zu Buche. Damit entfällt der zusätzliche Kauf einer Babywippe, was die finanziellen Kosten für manche Eltern rechtfertigen kann.

Der Stuhl kann eigens an die individuellen Designwünschen angepasst werden. So kann aus verschiedenen Farben und Holzarten gewählt werden, und der Farbton der Fuß- und Sitzfläche bestimmt werden. Allerdings kostet das extra und macht den Nomi dadurch teurer.

Auch die große Auswahl an Zubehör lässt sich Evomove extra bezahlen. Zu Beginn sind der Harness und der Aufsatz »Nomi Mini« fürs Baby sinnvoll. Beide Extras kosten etwa 40 Euro.

Babyaufsatz »Nomi Mini«.

Ein weiteres Zubehörteil ist der circa 50 Euro teure, ansteckbare Tisch. Vorsicht: Das Tablett steckt man einfach an den Baby-Aufsatz, dieses hält aber nicht allzu viel Belastung aus. Klettert ihr Nachwuchs aus dem Hochstuhlsitz und stemmt sich dabei auf den kleinen Tisch, kann sich dieser lösen und ihr Kind zu Boden stürzen! Unsere Empfehlung: Benutzen Sie den Tisch nur in Verbindung mit dem Kinderschutzgurt! Auch hier gilt die Grundregel: Lassen Sie ihr Kind niemals ohne Beaufsichtigung im Hochstuhl.

Meist wird der Tisch des Hochstuhls nicht benötigt, da die Kleinen es oft interessanter finden, direkt mit am Tisch der Eltern zu sitzen. Das wird allerdings nicht von allen Kleinkindern gemocht. Während das dreijährige Mädchen das Fehlen als positiv bewertete, fand unser Testbaby das Sitzen am eigenen Tisch sehr viel besser. Viele Eltern empfinden einen eigenen Tisch als gute Idee, denn in der längeren Phase des Essenkennenlernens wird oft gemanscht und gekleckert.

Es gibt aber auch Kritikpunkte: Der hohe Preis störte uns etwas, ebenso wie das schwergängige Schloss am fummeligen Gurt. Dass das Tablett nicht das Eigengewicht des Kindes trägt, ist ebenfalls nicht optimal. Das zählte aber nicht als Ausschlusskriterium, da man sein Kind sowieso nie ohne Beaufsichtigung im Hochstuhl allein lassen sollte.

In den Standfußschlitzen des Nomi setzten sich leicht Reste vom Essen fest, die wir nur ziemlich schlecht entfernen konnten. Dank der Kunststoffaufsätze ist der Hochstuhl aber leicht zu reinigen. Außerdem finden wir den Nomi plus Zubehör ziemlich teuer.

Schlicht und langlebig: Stokke Steps

Schlicht und langlebig

Stokke Steps

Test: Stokke Steps
Der Steps kann beim Kauf eines zusätzlichen Babysets Kinder vom ersten Sitzen bis zum Jugendalter begleiten.

Im selben Preissegment ist der Steps von Stokke zu finden. Er besitzt mit seiner maximalen Tragkraft von 85 Kilogramm ebenfalls eine lange Nutzbarkeit. Mit seinem schlichten Design und seiner Langlebigkeit kann das Modell von Stokke mit dem Nomi leicht mithalten.

Leider gilt das auch preislich. Nicht nur der Hochstuhl, sondern auch das Zubehör bestehend aus Tisch und dem Stokke Steps Babyset sind im hohen Preissegment zu finden und müssen extra erworben werden. Sollten Sie sich gegen das Zubehör entscheiden, kann der Hochstuhl erst ab einem Alter von 36 Monaten genutzt werden. Das Babyset bietet kleineren Kindern den entsprechenden Rückhalt im Stuhl.

Beim Auspacken kamen uns anfänglich Zweifel, ob der Hochstuhl auch dafür geeignet sei, Kleinkinder auf Tischhöhe zu befördern. In der Praxis stellte sich das aber als unnötige Befürchtung heraus, da alle unsere Testkinder gut und bequem am Familientisch Platz fanden und mitessen konnten.

Die Sitzfläche kann nicht verändert werden. Dafür lässt sich die Fußleiste aber an die Bedürfnisse des Kindes anpassen. Sicherlich werden sich darauf eine Menge Essenreste und Krümel ansammeln, die aber mit einem Tuch problemlos entfernt werden können. Stokke hat glücklicherweise auf einen Stoffbezug verzichtet, der irgendwann unansehnlich oder unappetitlich wird.

Durch die Babywippe »Bouncer« wird der Hochstuhl ab der Geburt des Kindes nutzbar. Einklicken, fertig! Das dezente Design, die komfortable Möglichkeit des Sitzens und die Langlebigkeit des Hochstuhls haben uns überzeugt, eine Empfehlung zu vergeben. Außerdem ist die Verarbeitungsqualität so hochwertig, dass wir davon ausgehen, dass beim Stokke keine Ermüdungserscheinungen auftreten werden. Und bei diesem Preis sollte das auch nicht der Fall sein.

Der Preis ist der wichtigste Kritikpunkt: Hochstuhl und Zubehör sind ziemlich teuer. Dem hohen Preis steht allerdings eine sehr lange Nutzungsdauer gegenüber, die den Anschaffungspreis über die gesamte Zeit relativieren sollte.

Wir empfehlen den Stokke Steps allen Mamas und Papas, die nach einem atypischen Hochstuhl suchen, der den Alltag der Familie über einen langen Zeitraum begleitet.

Tolle Verarbeitung: Stokke Tripp Trapp

Tolle Verarbeitung

Stokke Tripp Trapp

Das Modell Tripp Trapp von Stokke ist und wird ein großartiges Produkt bleiben. Die Verarbeitung des Klassikers ist solide und das Design oft kopiert. Inzwischen gilt er oft als das Synonym für den Hochstuhl im Allgemeinen.

In wenigen Minuten ist der Stuhl aufgebaut. Das Versetzen seiner Platten für verschiedene Größen geht unkompliziert und schnell.

Uns Testeltern, sowie auch unsere Testkinder überzeugte der Stokke Tripp Trapp. So konnten auch die noch kleineren Kinder dank der breiten Fußfläche den Stuhl weitestgehend selbständig erklimmen. Er lässt sich leicht verschieben, ist hochwertig verarbeitet und robust.

Speziell für geflieste Böden hat Hersteller Stokke auch Schienen zum Rutschen im Programm. Mit ihnen wird auf verschiedenen Böden ein Gleiten des Hochstuhles ermöglicht.

Für das Modell Tripp Trapp sind als Zubehör ein Tischchen, ein Babysitz und eine Babyschale erhältlich, außerdem verschiedene Auflagen und Kissen. Das Zubehör des Stokke ist bedauerlicherweise noch ein bisschen kostenintensiver als bei beim Modell von Evomove.

Während der Nomi zeitgemäßer wirkt, gehört der Stokke Tripp Trapp zu den Klassikern. Für welchen Sie sich entscheiden ist letztendlich Geschmackssache. Durch die hohe Belastung bis 90 Kilogramm werden Kindern und Eltern viele Jahre mit dem Stuhl verbringen.

Hochstuhl und Wippe: Sweety Fox

Hochstuhl und Wiippe

Sweetyfox Hochstuhl

Test: Sweetyfox Hochstuhl
Der Hochstuhl von Sweetyfox lässt sich gleichzeitig auch als Wippe nutzen.

Der Sweety Fox-Hochstuhl ist ebenfalls nicht so ganz preiswert. Vor allem sein durchdachtes und cleveres Design konnte im Test überzeugen, denn das Modell vereint einen Stuhl, der ab der Geburt des Kindes verwendet werden kann und eine Wippe. Diese wippt trotz ihres Namen nicht, durch die vielen Verstellmöglichkeiten wird sich ihr Baby aber trotzdem pudelwohl fühlen.

Die Rückenlehne des Stuhls ist in fünf verschiedenen Positionen verstellbar, die Stütze für die Füße in drei Positionen. In der Höhenverstellung kann aus sieben Möglichkeiten die jeweils passende gewählt werden. Unser Testkind wollte hingegen jedes Mal nur ganz unten oder ganz oben sitzen. Einjährige haben eben ihren eigenen Kopf. Wenn Sie ein Baby haben, werden Sie wahrscheinlich alle Möglichkeiten der Einstellungen nutzen.

Der Aufbau des Modells fällt sehr leicht – man muss sich nur etwas einarbeiten, welche Knöpfe gedrückt werden müssen, um die Einstellungen anzupassen. Der Hochstuhl kommt komplett aufgebaut nach Hause. Er kann, wenn er Ihnen im Weg stehen sollte, auch kleiner zusammengefaltet werden.

Wir empfehlen, das Modell zum Sitzen erst dann zu nutzen, wenn das Kind selbständig sitzen kann. Davor kann der Hochstuhl so eingestellt werden, dass das Kind bequem auf Höhe des Tisches liegen kann. Der Sweety Fox kommt mit Mobile und einem Tablett, je nach Kindesalter nutzen Sie das jeweilig passende Zubehör. In verschiedenen Abständen kann der Tisch am Stuhl befestigt werden, sodass er mit dem Kind stückweise mitwächst.

Der Hochstuhlteller, auf dem das Kind wahrscheinlich kräftig mit Essen rummatscht, kann aus dem Stuhl ausgeklickt und extra gewaschen werden. Der Stuhl ist leicht zu säubern, allerdings nicht so leicht wie die Modelle der Konkurrenz.

Da der Sweety Fox sich für Kinder bis maximal 15 Kilogramm eignet und uns das sehr durchdachte Design überzeugt hat, ist er eine Empfehlung für Familien, die einen Stuhl mit vielen Einstellungsmöglichkeiten haben möchten.

Höhenverstellbar: Hauck Alpha+

Allen Eltern, die bei dem Preis von circa 200 Euro für einen Tripp Trapp oder den Nomi sofort ein klares »Nein« aussprechen, empfehlen wir den Hauck Alpha+.

Er erinnert uns zwar sehr an den Stokke, kostet aber sehr viel weniger. Hergestellt wird er aus Birkenholz aus nachhaltiger Produktion. Der Hauck kann mit bis zu 90 Kilogramm belastet werden und hält auch mal zwei Kinder spielend aus. Er kommt zum Einsatz, sobald das Kind sitzen kann. Für besonders zierliche Kinder kann ein Sitzkissen gekauft werden.

Kleinkinder und Babys sind mit dem integrierten Fünfpunkt-Gurt ausreichend gesichert, der Bewegungsfreiheit bietet, ohne einzuengen. Wenn die Kids später größer sind, wird der Stuhl auf eine Schritthalterung umgebaut. Im Lieferumfang sind beide Haltesysteme bereits enthalten.

Auch wenn der Hauck-Hochstuhl über einen kleinen Tisch verfügt – er ist leider nicht groß genug, um vernünftig darauf zu essen. Alles quillt über den Tischrand, sodass unsere Empfehlung lautet: Stellen Sie den Stuhl ohne den Tisch auf und rücken Sie den Familientisch einfach näher.

Der Umbau des Babystuhls zum regulären Hochstuhl ist schnell erledigt. Dafür muss zwar fast jede Schraube locker geschraubt werden, aber das ist bis auf das Modell von Evomove bei fast allen Stühlen so.

Mit knapp mehr als 6,5 Kilo hat der Hauck zwar mehr Gewicht als der Nomi, ist aber verhältnismäßig immer noch leicht. Auch mit diesem Modell können sich die Kinder vom Tisch wegschieben, wenn sie keine Lust mehr haben, an ihm zu sitzen. Der Hochstuhl ist absolut kippsicher. In unserem Test vermochten wir Erwachsenen ebenfalls nicht, den Hochstuhl zu kippen.

Der Hauck Alpha+ ist also bestens geeignet für alle Eltern, die einen preislich günstigen Hochstuhl suchen, der mitwächst.

Günstig: Ikea Antilop

Günstig

Ikea Antilop

Test Hochstuhl: Ikea Antilop
Nicht gerade ein Designwunder, aber praktisch und sehr preiswert.

Wer ein eher kurzlebiges Stuhl-Modell für das Säuglingsalter möchte und keinen mitwachsenden Hochstuhl sucht, für den empfehlen wir den Ikea Antilop. Der preislich unschlagbare Stuhl kann vom Sitzalter des Kindes bis zum Alter von zwei Jahren genutzt werden. Nicht ohne Grund steht er in in vielen Restaurants weltweit: Gerade mal zehn Euro muss man dafür berappen.

Der Aufbau des Antilop ist spielend leicht, einfach die vier langen Stäbe in die Unterseite des Sitzes stecken – fertig. Viele Kinder freuen sich beim Erblicken des Antilop – er ist ihnen durch viele Besuche in Restaurants bereits sehr vertraut. Die Kinder werden durch einen Dreipunktgurt gesichert, dazu gibt es auch noch einen Steg aus Plastik zwischen ihren Beinen. Das begrenzt die Langlebigkeit, irgendwann passen ihre Knie einfach nicht mehr durch die Öffnungen.

Das Abstoßen vom Tisch ist für die Kinder im Ikeahochstuhl nicht möglich, das Hineinsetzen ohne elterliche Hilfe ebenfalls nicht. Aber er ist eben für die ganz kleinen Kinder gemacht, da ist das immer so. Wahlweise kann ein großer Kindertisch dazu gekauft werden, der wird ganz simpel an den Hochstuhl geklickt.

Die Verarbeitung ist durch die Verwendung von Vollplastik wenig nachhaltig, aber dafür stabil. Diesen Hochsitz wirft nichts so schnell um. Als temporäre Zwischenlösung machen Eltern mit dem Ikea-Hochstuhl nichts falsch.

Was gibt es sonst noch?

Der Clikk ist ein Hochstuhl, aus dem unser jüngstes Testkind nicht mehr herausklettern wollte. Das ist nicht ausschlaggebend für das Testurteil, soll aber an dieser Stelle nicht ohne Erwähnung bleiben.

Der Hochstuhl ist innerhalb kürzester Zeit aufgebaut: die Beine in die dafür vorgesehene Mulde mit einem Klick einrasten lassen und fertig. Die Stütze für die Füße kann in zwei verschiedenen Versionen befestigt werden, einmal für größere und einmal für kleinere Kinder. Abgebaut werden kann der Clikk ebenso schnell, weswegen der Hochstuhl auch als Reisebegleiter im Urlaub tauglich ist. Er ist platzsparend und viele der Kinder haben Altvertrautes auch gern unterwegs dabei.

Ein kleiner Tisch gehört dazu, der aber entfernt werden kann, wenn das Kind älter ist. In unserem Test war das einjährige Kind ganz wild darauf, am eigenen Hochstuhl-Tisch zu essen. Und auch für das Spiel während der Essenzubereitung musste unbedingt der Tisch angebracht werden. Der Tisch kann übrigens im Geschirrspüler gereinigt werden. Hersteller Stokke bietet ebenfalls ein Tischset an: eine Matte aus rutschsicherem Material, die leichter abzuwischen ist. Unserer Meinung nach ist diese nicht nötig.

Das reduzierte Design des Clikk fällt sofort auf. Er hat einen sicheren Stand, ist durch sein geringes Gewicht aber leicht und gut zu transportieren. Die Beine besitzen schützende Schoner aus Holz. Alle Flächen sind glatt, sodass Gematsche des Kindes am Stuhl überall leicht gereinigt werden kann. Eingetrocknete Essensreste sind damit kein großes Thema mehr.

Laut Angabe des Herstellers ist der Hochstuhl Phthalat- und schadstofffrei. Die Beine des Stuhles sind aus europäischem FSC-zertifiziertem Buchenholz hergestellt.

Mit Sicherheitsgurt und Tray kann der Clikk für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat (beziehungsweise wenn sie von allein sicher sitzen können) bis zum dritten Lebensjahr benutzt werden. Ohne Sicherheitsgurt und Tray ist er für Kleinkinder bis 40 Kilo und ab drei Jahren geeignet.

Der Kombi-Hochstuhl von Roba setzt sich aus einem separaten Tisch und einem gewöhnlichen Stuhl in Kindergröße zusammen. Ein Kinderhochstuhl wird er allerdings erst, wenn beide Möbel ineinander gesteckt werden. Ein durchaus außergewöhnliches Konzept, das sich wohl nicht auf Dauer als Hochstuhl eignet, aber einen Sinn als Zweitstuhl ergibt.

Wirklich niedlich ist der Roba-Hochstuhl auch. Zahlreiche Motive schmücken das Rückenlehnenpolster. So gibt es beispielsweise Elefanten und Bären, unser Testmodell hatte einen kleinen Igel.

Einzeln machen die beiden Teile einen ordentlichen Eindruck. Stuhl und Tisch haben eine gute Verarbeitung und sind stabil. Das Tablett, das an  den Stuhl angebracht wird, bildet da allerdings eine Ausnahme. Es ist bedauerlicherweise nicht allzu belastbar und das Fehlen einer Kantenwulst verteilte verschüttete Getränken und Speisen unkontrolliert im Esszimmer. Außerdem muss der Tisch mühsam unter Zuhilfenahme von Werkzeug abgebaut werden. Weil der recht große Tisch eine Besonderheit des Roba ist, hätten wir lieber die Möglichkeit des einfachen Abnehmens gehabt.

Wird der Tisch um circa 90 Grad gekippt, kann der Tisch in den Stuhl gesteckt werden. So bekommt man einen Hochstuhl mit guter Sitzhöhe. Die Höhe kann nicht verstellt werden, aber durch die recht knappe Sitzfläche und das maximale Belastungsgewicht von 15 Kilogramm ist der Roba Hochstuhl für schon größere Kinder sowieso nicht geeignet.

Die größte Stärke des Stuhls ist seine Konstruktionsvielseitigkeit: Im alltäglichen Einsatz können die Kinder Spieltisch und Stuhl nutzen, sollte Besuch eintreffen, hat man schnell und unkompliziert einen (zweiten) Sitz. Für den dauerhaften Einsatz ist der Hochstuhl hingegen wenig geeignet.

Wie der Antilop von Ikea ist der Joie Mimzy Snacker ein Hochstuhl für die ganz kleinen Kinder. Er trägt ein Maximalgewicht von 15 Kilogramm und ist ebenfalls mitwachsend. Der im Lieferumfang enthaltene Tisch ist schön groß und hat sogar eine Aussparung für einen Becher. Unserem einjährigen Testkind gefiel dieses Detail sehr gut. Unser Testbaby saß in perfekter Höhe zum Familientisch.

Der Hochstuhlsitz ist innen mit einem abwaschbarem Material ausgekleidet und angenehm weich. Der gesamte Stuhl lässt sich mit einem Handgriff zusammenfalten. Ein Fangnetz ist zwischen den Standfüßen angebracht, erwies sich im Test aber als relativ nutzlos, da weder Brötchenreste noch Nudeln aufgefangen wurden. Haben Sie nur wenig Platz in den heimischen Wänden oder suchen nur einen Hochstuhl der temporär einen Stellplatz findet, können Sie dieses Modell in die nähere Auswahl mit einbeziehen.

Der 3in1 Toni von Kesser kann, ähnlich den Kinderkraft-Modellen, in einen Hocker verwandelt werden. Zwei Varianten sind möglich: einen Minihocker – sowie einen hohen Hocker, auf den sie in der Praxis aber keinen Mini setzen sollten. Im Gegensatz zum Aufbau klappte der Umbau gut. Problematisch gestaltete sich der Aufbau durch eine schlechte Bedienungsanleitung und die verschiedenen Schrauben, die fast eine identische Länge besaßen, aber in unterschiedlichen Öffnungen hineingeschraubt werden mussten, um dem Kesser Stabilität zu verleihen. Das 360-Grad-Feature, um den Stuhl in jede Richtung drehen zu können, erwies sich in der Praxis als nachteilig. Der 3in1 Toni konnte zwar überall aufgestellt werden, war aber im Umkreis um den Familientisch eher hinderlich. Wenn Sie viel Stellfläche und Platz in Esszimmer oder Küche haben, könnte der Kesser ihr nächster Hochstuhl werden.

Ein 2-in-1-Hochstuhl ist der Kinderkraft Tixi. Er trägt ein maximales Gewicht von 15 Kilo. Anschließend können die Beine demontiert und mitgelieferte, kürzere Stuhlbeine angeschraubt werden. Dann fungiert der Tixi als ein Kinderstuhl. Der Umbau ist allerdings zeitaufwendig und nervig. Sie werden aber auch nicht so häufig zwischen den verschiedenen Stuhlarten wechseln. Dass die Holzschoner zum Anschrauben bereits im Lieferumfang enthalten waren, gefiel uns gut.

Der große Abstand zwischen den Stuhlbeinen überzeugte uns beim Kinderkraft leider nicht. Am Familientisch wirkt das Kind dank des Abstands deplatziert und etwas isoliert, so als wäre es von uns weggeschoben worden. Der Hochstuhl benötigt auf diese Weise auch wesentlich mehr Platz am Tisch.

Ein weiteres Manko war die nur schlechte Standfestigkeit als Stuhl für Kinder. Aufgrund der kurzen Beine gingen wir davon aus, dass der Stuhl nicht kippen kann. Das vierjährige Kind kippte in unserem Test aber mehrfach nach hinten. Ältere Kinder hören eben nicht immer auf die Ratschläge der Eltern. An der Standfestigkeit muss der Hersteller also definitiv nacharbeiten, denn die Kinder können im Kinderzimmer nicht immer beaufsichtigt werden.

Der Minla von Maxi Cosi ist ab der Geburt bis zu einem Gewicht von 30 Kilo nutzbar. Der Hochstuhl kann in verschiedene Höhen und Sitz- beziehungsweise Liegepositionen verstellt werden. Dafür benötigt man allerdings etwas Fingerspitzengefühl und Geduld. Die Einstellungen sind leider alles andere als intuitiv. In unserem Test fiel besonders die lehnenlose Sitzgelegenheit negativ aus. Diese kommt zum Einsatz, wenn die Kinder selbstständig und stabil von allein sitzen können. Unser sitzsicheres, vierjähriges Kleinkind kippte jedoch mehrere Male nach hinten und stürzte. Sie sollten es also vermeiden, den Stuhl auf die höchste Position einzustellen und am Tisch zu platzieren. Die Gefahr von Verletzungen ist einfach zu groß.

Obwohl der Hochstuhl für ein maximales Gewicht von 30 Kilo ausgelegt ist, kippelte der Minla bei unserem siebenjährigen Testkind mit weniger Gewicht bedrohlich. Ältere Kinder werden vom Design des Maxi Cosi ebenfalls eher weniger begeistert sein.

Wissenswertes über Hochstühle

Hochstühle erfüllen nur einen Zweck: Die Kinder bei den gemeinsamen Mahlzeiten mit an den Familientisch zu holen und ihnen beim gemeinsamen Essen ein Erlebnis auf Augenhöhe zu bieten. Der größte Teil der Hochstühle ist ab dem Sitzalter des Kinder nutzbar, für einige Modelle gibt es darüber hinaus als Zubehör auch noch Babyschalen, mit denen man auch schon Neugeborene mit an den Tisch holen kann.

Mitwachsender Hochstuhl – ja oder nein?

Eltern müssen bei der Anschaffung eines Hochstuhls vorher entscheiden, ob sie eine mitwachsende Variante wollen oder ob es darum geht, einen einfachen und preiswerten Stuhl für die Minis zu haben. Einfache Hochstühle bekommt man schon für kleines Geld, allerdings können sie nur für einen relativ kurzen Zeitraum eingesetzt werden, denn die Kinder wachsen schnell aus den Stühlen raus. Mitwachsende Modelle können dagegen jahrelang benutzt werden.

Die Hochstühle sind bei den Eltern sehr beliebt, weil sie es den Kindern ermöglichen, selbstbestimmt und aktiv an den gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen. Mitgeliefertes Zubehör wie Haltesitze oder Tischplatten können dafür sorgen. Die Möglichkeit, den Hochstuhl von allein zu verrücken, vermittelt dem Nachwuchs ein Gefühl von Eigenständigkeit.

Kinder sollten in einem Hochstuhl immer bequem sitzen können und erst dann in den Stuhl gesetzt werden, wenn sie ohne Probleme von selbst in aufrechter Position sitzen können. Leider kommt es oft vor, dass Babys in Hochstühle gesetzt werden, die nicht selbständig darin sitzen können. Dann versuchen Eltern, unter Zuhilfenahme von Decken oder Polstern alles zu verkleinern oder abzusichern, damit die Babys aufgerichtet werden. Der Körper der Kleinen ist hierzu aber noch zu schwach und die Babys können davon Schaden nehmen.

So haben wir getestet

Für den Test des besten Hochstuhls haben wir uns für eine breite Palette an Artikeln entschieden. Uns war wichtig, die komplette Preisspanne mit einzubeziehen, denn wir stellten uns die Frage: Sind die teuren Hochstühle auch wirklich die besseren? Unsere Antwort: Nicht zwingend. Man muss für einen erstklassigen Hochstuhl nicht viel Geld bezahlen. Der günstigste Teststuhl kostete weniger als zehn Euro, während der teuerste mit über 200 Euro das Haushaltskonto belastete.

Obwohl der Großteil der Hochstühle ähnlich vom Aufbau ist – es kommt wie immer auf Kleinigkeiten an. Fehlt es einem Modell an Sitzkomfort, fehlt es einem anderem an Stabilität. Auch das Um- und Aufbauen der Hochstühle haben wir im Test geprüft.

Im Vordergrund unseres Tests stand zuerst, dass die Modelle kleinkind- beziehungsweise babygerecht ist, denn in der Regel werden von dieser Klientel die Hochstühle gekauft. Nur wenige Eltern fällen die Entscheidung, für ein vier- bis sechsjähriges Kind noch einen Hochstuhl zu kaufen.

Trotzdem achteten wir gleichermaßen darauf, eine Auswahl für unterschiedliche Altersklassen zu testen. Auch wenn das wichtigste Kaufkriterium Langlebigkeit ist, wollen wir ebenfalls Empfehlungen für Eltern abgeben, die nach kurzfristigen Lösungen suchen.

Getestet wurden die Hochstühle mit einem vierjährigen und einem einjährigen Kind. So konnten die Stühle für die verschiedenen Altersklassen und bezüglich des Umbaus beurteilt werden. Außerdem wurden die Hochstühle von uns mit einem Gesamtgewicht von 15 Kilogramm belastet und dabei ebenfalls überprüft, ob das Hochstuhltablett das komplette Körpergewicht eines Kindes tragen kann. Die Kleinen klettern häufig aus dem Hochstuhl, wenn sie ungesichert sind.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links, die mit markiert sind. Kaufen Sie über diese Links ein Produkt, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr dazu.