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Hochstühle im Test : Bequem und sicher

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Veröffentlicht 21.09.2020

Ein Hochstuhl macht das Familienleben um vieles leichter. Sobald der Nachwuchs selbständig sitzen kann, wird der Hochstuhl zum praktischen Helfer am Esstisch. Ein Hochstuhl bietet Sicherheit und gehört mit zum wichtigsten Mobiliar im Kleinkindalter.

Andrea Zschocher
Andrea Zschocher
schreibt als freie Journalistin und Bloggerin bevorzugt über Familie und mehr und testet Produkte für Babys und Kleinkinder.

Wenn man kleine Kinder hat. gehört ein Hochstuhl unbedingt zur Grundausstattung. Doch nicht jedes Modell ist für die Anforderungen der Eltern geeignet. Manche Eltern benötigen nur einen Hochstuhl, der lange nutzbar und praktisch ist. Andere Eltern achten in erster Linie auf das Aussehen des Hochstuhls und möchten, dass er sich fließend ins Design des Esszimmer einfügt.

Wieder andere Eltern verfügen über wenig Platz und wünschen sich statt eines wuchtigen Designerteils einen eher schmalen und schlichten Hochstuhl oder ein zusammenklappbares Modell, was sich gut verstauen lässt. Es gibt recht große Preisunterschiede, vom sehr günstigen Billigmodell bis zum kostspieligen Luxusmodell ist alles dabei.

Ab der Geburt nutzbar: Evomove Nomi

Ab der Geburt nutzbar

Evomove Nomi

Hochstuhl Test: Nomi Highchair Black Whiteoak 768x768
Vom Erfinder des Tripp Trapp kommt der moderne Nomi – tolles Design und super in der Handhabung.

Optisch ähneln die meisten getesteten Hochstühle dem Stokke Tripp Trapp. Das Modell vom Marktführer wird natürlich gern mal kopiert oder nachgeahmt.

Der Evomove Nomi verfolgt hingegen ein ganz anderes Konzept beim Design: Er besitzt einen einen schmalen Körper, der sowohl uns, als auch das dreijährige Kind anfänglich im Zweifel ließ, ob das sichere und bequeme Sitzen auf dem Stuhl möglich sei. Sie kletterte auf den Hochstuhl und bemerkte sofort: Der Hochstuhl ist super sicher und super bequem!

Der Nomi ist eine Erfindung vom Designer des berühmten Tripp Trapp. Der Designer, ein Norweger namens Peter Opsvik, wollte mit seinem neuen Hochstuhl die Kinder-Interaktion neu überdenken. Als Werbebotschaft und zumindest theoretisch klingt das gut – das letzte Wort haben aber immer die Kinder. Und auch unsere Dreijährige war vom Nomi begeistert!

 Hochstuhl Test: Evomove Nomi
Der Evomove Nomi.

Da die Fußablage relativ breit ist und die Rückenlehne eher schmal gehalten wurde, kann der Nachwuchs sich zu jeder Zeit im Raum mitdrehen und mit den Eltern Augenkontakt halten. Im Gegensatz zu den übrigen Hochstühlen, die das Drehen im Stuhl nicht ohne weiteres ermöglichen, drehte das dreijährige Mädchen immer das Gesicht zu seinen Eltern und die Kommunikation riss dadurch nicht ab.

Das ist sowohl für zurückhaltende als auch für kommunikative Kinder ein wichtiger Punkt, denn so bekommen sie Sicherheit, die benötigt wird, um sich der Umwelt zu öffnen.

Der Hochstuhl-Umbau von baby- auf kindgerecht ging beispiellos schnell – er benötigte flotte sieben Sekunden. Zum Umbau der anderen getesteten Hochstühlen wurde immer Werkzeug benötigt. Der Nomi liess sich durch einfaches Drehen von zwei Schrauben auf die gewünschte Größe des Kindes anpassen.

Der Hochstuhl lässt sich mit Rollen hin- und herbewegen. Das ermöglicht den Kindern, die noch nicht in der Lage sind zu sprechen, eine nonverbale Kommunikation. Ein Wegschieben des Hochstuhl vom Tisch bedeutet dann: »Ich bin pappsatt!«

Das Gewicht des Nomi beträgt knapp unter 5 Kilogramm. Damit zählt er zu den Leichtgewichten im Test. Deshalb war es möglich, dass das einjährige Kind im Test, das den Stuhl auch gern als Lauflernhilfe benutzte, sich darin stehend mit Leichtigkeit durch das Zimmer manövrierte.

Der Evomove ist stabil und äußerst solide. Er kann ein Gesamtgewicht von maximal 120 Kilogramm tragen, auch wenn er einen eher zerbrechlichen und schlanken Eindruck macht. Selbst als zusätzlicher Stuhl kann er auf Partys genutzt werden. Einfach auf die passende Höhe einstellen – und schon hat man eine Sitzgelegenheit mehr.

Der Wippenaufsatz des Nomi
Der Nomi mit Wippenaufsatz.

Der Nomi gehört zu den wenigen getesteten Hochstühlen, die sofort – ab Geburt des Kindes – eingesetzt werden können. Ein Wippenaufsatz ermöglicht das, der als extra Zubehör dazu gekauft werden kann. Der Wippenaufsatz wird einfach oben am Hochstuhl festgeklemmt und das Kind ist auf Augenhöhe der Eltern am Tisch mit dabei – oder schläft im Zweifelsfall, während die Eltern das Essen gemeinsam genießen. Dank Sicherung mit Dreipunktgurt ist das Baby sicher darin aufgehoben.

Der Nomi von Evomove ist äußerst flexibel und hat eine sehr lange Nutzungsdauer, wie auch der Stokke Tripp Trapp. Allerdings sieht der Tripp Trapp nicht ganz so hübsch aus – und hat außerdem einen höheren Preis als der Nomi. Allerdings schlägt beim Nomi der Wippenaufsatz zusätzlich mit 100 Euro zu Buche. Immerhin fällt damit der zusätzliche Kauf einer Babywippe weg, was die Kosten für manche Eltern rechtfertigen kann.

Der Stuhl kann eigens an die individuellen Designwünschen angepasst werden. So kann aus verschiedenen Farben und Holzarten gewählt werden, und der Farbton der Fuß- und Sitzfläche bestimmt werden. Allerdings kostet das extra und macht den Nomi dadurch teurer.

Auch die große Auswahl an Zubehör lässt sich Evomove extra bezahlen. Zu Beginn sind der Harness und der Aufsatz »Nomi Mini« fürs Baby sinnvoll. Beide Extras kosten etwa 40 Euro.

Babyaufsatz »Nomi Mini«.

Ein weiteres Zubehörteil ist der circa 50 Euro teure, ansteckbare Tisch. Vorsicht: Das Tablett steckt man einfach an den Baby-Aufsatz, dieses hält aber nicht allzu viel Belastung aus. Klettert ihr Nachwuchs aus dem Hochstuhlsitz und stemmt sich dabei auf den kleinen Tisch, kann dieser sich lösen und das Kind zu Boden stürzen! Unsere Empfehlung: Benutzen Sie den Tisch nur in Verbindung mit dem Kinderschutzgurt! Auch hier gilt die Grundregel: Lassen Sie ihr Kind niemals ohne Beaufsichtigung im Hochstuhl.

Meist wird der Tisch des Hochstuhls nicht benötigt, da die Kleinen es oft interessanter finden, direkt mit am Tisch der Eltern zu sitzen. Das wird allerdings nicht von allen Kleinkindern gemocht. Während das dreijährige Mädchen das Fehlen als positiv bewertete, fand unser Testbaby das Sitzen am eigenen Tisch sehr viel besser. Viele Eltern empfinden einen eigenen Tisch als gute Idee, denn in der längeren Phase des Essenkennenlernens wird oft gemanscht und gekleckert.

Es gibt aber auch Kritikpunkte. Der hohe Preis störte uns etwas, ebenso wie das schwergängige Schloss am fummeligen Gurt. Dass das Tablett nicht das Eigengewicht des Kindes trägt, ist ebenfalls nicht optimal. Das zählte aber nicht als Ausschlusskriterium, da man sein Kind sowieso nie ohne Beaufsichtigung im Hochstuhl allein lassen sollte.

In den Standfußschlitzen des Nomi setzten sich leicht Reste vom Essen fest, die wir nur ziemlich schlecht entfernen konnten. Dank der Kunstoffaufsätze ist der Hochstuhl aber leicht zu reinigen. Außerdem finden wir den Nomi plus Zubehör ziemlich teuer.

Tolle Verarbeitung: Stokke Tripp Trapp

Tolle Verarbeitung

Stokke Tripp Trapp

Das Modell Tripp Trapp von Stokke ist und wird ein großartiges Produkt bleiben. Die Verarbeitung des Klassikers ist solide und das Design oft kopiert. Inzwischen gilt er oft als das Synonym für den Hochstuhl im Allgemeinen.

In wenigen Minuten ist der Stuhl aufgebaut. Das Versetzen seiner Platten für verschiedene Größen geht unkompliziert und schnell.

Uns Testeltern, sowie auch unsere Testkinder überzeugte der Stokke Tripp Trapp. So konnten auch die noch kleineren Kinder dank der breiten Fußfläche den Stuhl weitestgehend selbständig erklimmen. Er lässt sich leicht verschieben, ist hochwertig verarbeitet und robust.

Speziell für geflieste Böden hat Hersteller Stokke auch Schienen zum Rutschen im Programm. Mit ihnen wird auf verschiedenen Böden ein Gleiten des Hochstuhles ermöglicht.

Für das Modell Tripp Trapp sind als Zubehör ein Tischchen, ein Babysitz und eine Babyschale erhältlich, außerdem verschiedene Auflagen und Kissen. Das Zubehör des Stokke ist bedauerlicherweise noch ein bisschen kostenintensiver als bei beim Modell von Evomove.

Während der Nomi zeitgemäßer wirkt, gehört der Stokke Tripp Trapp zu den Klassikern. Für welchen Sie sich entscheiden ist letztendlich Geschmackssache. Durch die hohe Belastung bis 90 Kilogramm werden Kindern und Eltern viele Jahre mit dem Stuhl verbringen.

Stylisch: Stokke Clikk

Stylisch

Stokke Clikk

Der Clikk ist ein Hochstuhl, aus dem unser jüngstes Testkind nicht mehr herausklettern wollte. Das ist nicht ausschlaggebend für das Testurteil, soll aber an dieser Stelle nicht ohne Erwähnung bleiben.

Der Hochstuhl ist innerhalb kürzester Zeit aufgebaut: die Beine in die dafür vorgesehene Mulde mit einem Klick einrasten lassen und fertig. Die Stütze für die Füße kann in zwei verschiedenen Versionen befestigt werden, einmal für größere und einmal für kleinere Kinder. Abgebaut werden kann der Clikk ebenso schnell, weswegen der Hochstuhl auch als Reisebegleiter im Urlaub tauglich ist. Er ist platzsparend und viele der Kinder haben Altvertrautes auch gern unterwegs dabei.

Ein kleiner Tisch gehört dazu, der aber entfernt werden kann, wenn das Kind älter ist. In unserem Test war das einjährige Kind ganz wild darauf, am eigenen Hochstuhl-Tisch zu essen. Und auch für das Spiel während der Essenzubereitung musste unbedingt der Tisch angebracht werden. Der Tisch kann übrigens im Geschirrspüler gereinigt werden. Hersteller Stokke bietet ebenfalls ein Tischset an: eine Matte aus rutschsicherem Material, die leichter abzuwischen ist. Unserer Meinung nach ist diese nicht nötig.

Das reduzierte Design des Clikk fällt sofort ins Auge. Er hat einen sicheren Stand, ist durch sein geringes Gewicht aber leicht und gut zu transportieren. Die Beine besitzen schützende Schoner aus Holz. Alle Flächen sind glatt, so das Gematsche des Kindes am Stuhl überall leicht gereinigt werden kann. Eingetrocknete Essensreste sind damit kein großes Thema mehr.

Laut Angabe des Herstellers ist der Hochstuhl Phthalat- und schadstofffrei. Die Beine des Stuhles sind aus europäischem FSC-zertifiziertem Buchenholz hergestellt.

Mit Sicherheitsgurt und Tray kann der Clikk für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat (beziehungsweise wenn sie von allein sicher sitzen können) bis zum dritten Lebensjahr verwendet werden. Ohne Sicherheitsgurt und Tray ist er für Kleinkinder bis 40 Kilo und ab drei Jahren geeignet.

Hochstuhl und Wippe: Sweety Fox

Hochstuhl und Wippe

Sweetyfox Hochstuhl

Test: Sweetyfox Hochstuhl
Der Hochstuhl von Sweetyfox lässt sich gleichzeitig auch als Wippe nutzen.

Der Sweety Fox-Hochstuhl ist ebenfalls nicht so ganz preiswert. Vor allem sein durchdachtes und cleveres Design konnte im Test überzeugen, denn das Modell vereint einen Stuhl, der ab der Geburt des Kindes verwendet werden kann, und eine Wippe. Diese wippt trotz ihres Namen nicht, durch die vielen Verstellmöglichkeiten wird sich ihr Baby aber trotzdem pudelwohl fühlen.

Die Rückenlehne des Stuhls ist in fünf verschiedenen Positionen verstellbar, die Stütze für die Füße in drei Positionen. In der Höhenverstellung kann aus sieben Möglichkeiten die jeweils passende gewählt werden. Unser Testkind wollte hingegen jedes Mal nur ganz unten oder ganz oben sitzen. Einjährige haben eben ihren eigenen Kopf. Wenn Sie ein Baby haben, werden Sie wahrscheinlich alle Möglichkeiten der Einstellungen nutzen.

Der Aufbau des Modells fällt sehr leicht – man muss sich nur etwas einarbeiten, welche Knöpfe gedrückt werden müssen, um die Einstellungen anzupassen. Der Hochstuhl kommt komplett aufgebaut nach Hause. Er kann, wenn er Ihnen im Weg stehen sollte, auch kleiner zusammengefaltet werden.

Wir empfehlen, das Modell zum Sitzen erst dann zu nutzen, wenn das Kind selbständig sitzen kann. Davor kann der Hochstuhl so eingestellt werden, dass das Kind bequem auf Höhe des Tisches liegen kann. Der Sweety Fox kommt mit Mobile und einem Tablett, je nach Kindesalter nutzen Sie das jeweilig passende Zubehör. In verschiedenen Abständen kann der Tisch am Stuhl befestigt werden, sodass er mit dem Kind stückweise mitwächst.

Der Hochstuhlteller, auf dem das Kind wahrscheinlich kräftig mit Essen rummatscht, kann aus dem Stuhl ausgeklickt und extra gewaschen werden. Der Stuhl ist leicht zu säubern, allerdings nicht so leicht wie die Modelle der Konkurrenz.

Da der Sweety Fox sich für Kinder bis maximal 15 Kilogramm eignet und uns das sehr durchdachte Design überzeugt hat, ist er eine Empfehlung für Familien, die einen Stuhl mit vielen Einstellungsmöglichkeiten haben möchten.

Höhenverstellbar: Hauck Alpha+

Allen Eltern, die bei dem Preis von circa 200 Euro für den Tripp Trapp oder den Nomi sofort ein klares »Nein« aussprechen, empfehlen wir den Hauck Alpha+.

Er erinnert uns zwar sehr an den Stokke, kostet aber sehr viel weniger. Hergestellt wird er aus Birkenholz aus nachhaltiger Produktion. Der Hauck kann mit bis zu 90 Kilogramm belastet werden und hält auch mal zwei Kinder spielend aus. Er kommt zum Einsatz, sobald das Kind sitzen kann. Für besonders zierliche Kinder kann ein Sitzkissen gekauft werden.

Kleinkinder und Babys sind mit dem integrierten Fünfpunkt-Gurt ausreichend gesichert, der Bewegungsfreiheit bietet, ohne einzuengen. Wenn die Kinder später größer sind, wird der Stuhl auf eine Schritthalterung umgebaut. Im Lieferumfang sind beide Haltesysteme bereits enthalten.

Auch wenn Hauck-Hochstuhl über einen kleinen Tisch verfügt – er ist leider zu klein, um vernünftig darauf zu essen. Alles quillt über den Tischrand, sodass unsere Empfehlung lautet: Stellen Sie den Stuhl ohne den Tisch auf und rücken Sie den Familientisch einfach näher.

Der Umbau des Babystuhls zum regulären Hochstuhl ist schnell erledigt. Dafür muss zwar fast jede Schraube locker geschraubt werden, aber das ist bis auf das Modell von Evomove bei fast allen Stühlen so.

Mit knapp mehr als 6,5 Kilo hat der Hauck zwar mehr Gewicht als der Nomi, ist aber verhältnismäßig immer noch leicht. Auch mit diesem Modell können sich die Kinder vom Tisch wegschieben, wenn sie keine Lust mehr haben, an ihm zu sitzen. Der Hochstuhl ist absolut kippsicher. In unserem Test vermochten wir Erwachsenen ebenfalls nicht, den Hochstuhl zu kippen.

Der Hauck Alpha+ ist also bestens geeignet für alle Eltern, die einen preislich günstigen Hochstuhl suchen, der mitwächst.

Sehr günstig: Ikea Antilop

Sehr günstig

Ikea Antilop

Test Hochstuhl: Ikea Antilop
Nicht gerade ein Designwunder, aber praktisch und sehr preiswert.

Wer ein eher kurzlebiges Stuhl-Modell für das Babyalter möchte und keinen mitwachsenden Hochstuhl sucht, für den empfehlen wir den Ikea Antilop. Der preislich unschlagbare Stuhl kann vom Sitzalter des Kindes bis zum Alter von zwei Jahren genutzt werden. Nicht ohne Grund steht er in in vielen Restaurants weltweit: Gerade mal zehn Euro muss man dafür berappen.

Der Aufbau des Antilop ist spielend leicht, einfach die vier langen Stäbe in die Unterseite des Sitzes stecken – fertig. Viele Kinder freuen sich beim Erblicken des Antilop – er ist ihnen durch viele Besuche in Restaurants bereits sehr vertraut. Die Kinder werden durch einen Dreipunktgurt gesichert, dazu gibt es auch noch einen Steg aus Plastik zwischen ihren Beinen. Das begrenzt die Langlebigkeit, irgendwann passen ihre Knie einfach nicht mehr durch die Öffnungen.

Das Abstoßen vom Tisch ist für die Kinder im Ikeahochstuhl nicht möglich, das Hineinsetzen ohne elterliche Hilfe ebenfalls nicht. Aber er ist eben für die ganz kleinen Kinder gemacht, da ist das immer so.

Wahlweise kann ein großer Kindertisch dazu gekauft werden, der wird ganz simpel an den Hochstuhl geklickt.

Die Verarbeitung ist durch die Verwendung von Vollplastik wenig nachhaltig, aber dafür stabil. Diesen Hochsitz wirft nichts so schnell um. Als temporäre Zwischenlösung machen Eltern mit dem Ikeahochstuhl nichts falsch.

Was gibt es sonst noch?

Ebenso wie der Ikea Antilop ist der Joie Mimzy Snacker ein Stuhl für die kleinsten Kinder. Er ist bis 15 Kilo belastbar und wächst ebenfalls nicht mit. Der im Umfang enthaltene große Tisch hat sogar eine Becheraussparung. Dem Einjährigen gefiel diese Einzelheit sehr gut. Das Baby sitzt tief und in perfekter Familientischhöhe.

Der Hochstuhlsitz ist angenehm weich und mit abwaschbarem Material ausgekleidet. Mit nur einem Handgriff lässt sich der gesamte Stuhl zusammenfalten. Das im Umfang enthaltene Fangnetz in der Mitte der Stuhlfüße hielt weder Nudeln noch Brötchenreste auf. Für alle Eltern, die über wenig Platz verfügen oder einen Stuhl suchen der nur temporär aufgestellt wird, sollten sich die Anschaffung durch den Kopf gehen lassen.

Der Kombi-Hochstuhl von Roba besteht aus einem separaten Tisch und einem gewöhnlichen Stuhl in Kindergröße. Zum Kinderhochstuhl wird er allerdings erst, wenn beide Möbel ineinander gesteckt werden. Ein durchaus außergewöhnliches Konzept, das sich wohl nicht auf Dauer als Hochstuhl eignet, aber einen Sinn als Zweitstuhl ergibt.

Wirklich niedlich ist der Roba-Hochstuhl auch. Zahlreiche Motive schmücken das Rückenlehnenpolster. So gibt es beispielsweise Elefanten und Bären, unser Testmodell hatte einen kleinen Igel.

Einzeln machen die beiden Teile einen ordentlichen Eindruck. Stuhl und Tisch haben eine gute Verarbeitung und sind stabil. Das Tablett, das an  den Stuhl angebracht wird, bildet da allerdings eine Ausnahme. Es ist bedauerlicherweise nicht allzu belastbar und das Fehlen einer Kantenwulst verteilte verschüttete Getränken und Speisen unkontrolliert im Esszimmer. Außerdem muss der Tisch mühsam unter Zuhilfenahme von Werkzeug abgebaut werden. Weil der recht große Tisch eine Besonderheit des Roba ist, hätten wir lieber die Möglichkeit des einfachen Abnehmens gehabt.

Wird der Tisch um circa 90 Grad gekippt, kann der Stuhl in den Tisch gesteckt werden. So bekommt man einen Hochstuhl mit guter Sitzhöhe. Die Höhe kann nicht verstellt werden, aber durch die recht knappe Sitzfläche und das maximale Belastungsgewicht von 15 Kilogramm ist der Roba Hochstuhl für schon größere Kinder sowieso nicht geeignet.

Die größte Stärke des Stuhls ist seine Konstruktionsvielseitigkeit: Im alltäglichen Einsatz können die Kinder Spieltisch und Stuhl nutzen, sollte Besuch eintreffen, hat man schnell und unkompliziert einen (zweiten) Sitz. Für den dauerhaften Einsatz ist der Hochstuhl hingegen wenig geeignet.

Der Kinderkraft Fini ist auch ein 2-in-1-Hochstuhl, der den Umbau als Kinderstuhl bietet. Er erinnert ein bisschen an einen Managersessel, was wohl am grauen Bezug aus Kunstleder liegt, der sehr hochwertig wirkt. Der Bezug ist leicht abzuwischen, die Testkinder fanden aber, dass das Sitzen unbehaglich sei, weil der Stuhlsitz sich kühl anfühlte.

Der Aufbau des Fini ging leichter als beim Tixi, weil hier nur die Stuhlbeine in die dafür vorgesehenen Öffnungen geschraubt werden müssen, ein Schraubendreher wird lediglich für die Fußstütze benötigt. Das klappt – je nachdem wie fingerfertig Sie sind – innerhalb von weniger als einer Minute. Auch der Beinwechsel vom Hochstuhl zum Kinderstuhl gelang sehr einfach. Bei diesem wird eine Fußstütze nicht mehr gebraucht.

Der Fini-Hochstuhl wird inklusive eines Tabletts geliefert. Uns war es im Test nicht möglich, das Tablett in die vorgegebene Kerbe hineinzudrücken. Wenn der Kindersitz zum Stuhl umgebaut wird, kann man diese Kerben mit zwei mitgelieferten Lehnen auffüllen. Das Fini-Modell hat eine größere Standfestigkeit als das andere Modell vom selben Anbieter. Hier gibt es ebenfalls Holzschoner, die schon an den Stuhlbeinen montiert sind.

Bei keinem getesteten Hochstuhl war der Stuhlaufbau so langwierig wie beim Sit up III von Roba. Die im Umfang enthaltene Anleitung ist sehr schlecht und sorgte bei uns für eine Menge Unsicherheit und Frust, denn bei der Kindersicherheit wollen die Eltern keinerlei Fehler machen. Soll der Hochstuhl an die Körpergröße ihres Kindes individuell angepasst werden, muss er dafür fast komplett demontiert werden. Der Sit up III trägt ein Gewicht bis zu 50 Kilogramm. Das ist ein guter Wert, der für eine gewisse Langlebigkeit spricht.

Für kleinere Babys kann ein Sitzverkleinerer wahlweise dazu gekauft werden. Im Vergleich kann sich der Sit up III gegen die Konkurrenz aber nicht durchsetzen.

Das Modell Timba von Safety 1st ist eine Standard-Kopie des Tripp Trapp und überrascht wenig. Im Gegensatz zum Original ist er sogar komplizierter: Der Zusammenbau ist nervenraubend, der Brustbügel kann nicht abgenommen werden, ohne dass der Stuhl komplett zerlegt wird, und zum Anpassen der Fußablage und der Sitzhöhe muss man den Stuhl wenigstens halb auseinander nehmen. Immerhin verfügt der Timba über eine gewisse Stabilität, was aber durch das Fehlen von beweglichen Teilen kein Wunder ist.

Safety 1st bietet seinen Stuhl ohne als auch mit Tisch an. Das sollte bedacht werden, bevor sich Eltern entscheiden, denn der Tisch kann nicht einzeln nachgekauft werden. Er ist ausschließlich in Verbindung mit dem Hochstuhl zu bekommen.

Wissenswertes über Hochstühle

Hochstühle erfüllen nur einen Zweck: Die Kinder bei den gemeinsamen Mahlzeiten mit an den Familientisch zu holen und ihnen beim gemeinsamen Essen ein Erlebnis auf Augenhöhe zu bieten. Der größte Teil der Hochstühle ist ab dem Sitzalter des Kinder nutzbar, für einige Modelle gibt es als darüber hinaus als Zubehör auch noch Babyschalen, mit denen man auch schon Neugeborene mit an den Tisch holen kann.

Mitwachsender Hochstuhl – ja oder nein?

Eltern müssen beim Kauf eines Hochstuhls entscheiden, ob sie eine mitwachsende Variante wollen oder ob es nur darum geht, einen einfachen und preiswerten Hochsitz für die Allerkleinsten zu haben. Einfache Hochstühle bekommt man schon für sehr wenig Geld, allerdings kann man sie nur kurze Zeit einsetzen, denn die Kleinen wachsen sehr schnell aus den Stühlen raus. Mitwachsende Hochstühle können dagegen jahrelang benutzt werden.

Hochstühle sind bei den Eltern vor allem deshalb so beliebt, weil sie es den Kindern ermöglichen, selbstbestimmt und aktiv an den gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen. Dafür sorgt mitgeliefertes Zubehör wie Haltesitze oder Tischplatten. Auch die Möglichkeit, den Stuhl selbständig zu verrücken, vermittelt dem Kind ein Gefühl von Eigenständigkeit.

Kinder sollten in einem Hochstuhl immer bequem sitzen können und wirklich erst hineingesetzt werden, wenn sie ohne Probleme von selbst aufrecht sitzen können. Leider kommt es oft vor, dass Babys in Hochstühle gesetzt werden, die nicht selbständig darin sitzen können. Dann versuchen Eltern, unter Zuhilfenahme von Decken oder Polstern alles zu verkleinern oder abzusichern, damit die Babys aufgerichtet werden. Der Babykörper ist dafür aber noch zu schwach und die Kleinen können davon Schaden nehmen.

So haben wir getestet

Für den Hochstuhl-Test haben wir uns für eine breite Auswahl an Produkten entschieden. Uns war wichtig, die komplette Preisspanne abzudecken, denn wir stellten uns die Frage: Sind die teuren Hochstühle auch wirklich besser? Die Antwort: Nicht zwingend. Man muss für einen guten Hochstuhl nicht viel Geld ausgeben. Der günstigste Teststuhl kostete keine zehn Euro, während der teuerste mit über 200 Euro das Haushaltskonto belastete.

Hochstuhl Test: Hochstühle
Die zweite Testrunde: Die Modelle von Fillikid, Roba, Ikea, Safety 1st, nochmal Roba und Peg Perego.

Einer der bekanntesten Hochstühle ist der Stokke Tripp Trapp, der nicht in unserem Test fehlen durfte. Der Herlag Tipp Topp ähnelt ihm zwar vom Namen, sonst aber in keinster Weise. Die meisten Accessoires im Test bot der Hauck Alpha+. Außerdem war der relativ neue Evomove Nomi in einem erfrischend anderen Design mit dabei.

Im zweiten Lauf unseres Test hatten wir zwei Stühle aus Kunststoff mit dabei: Sowohl der Peg Perego Prima Pappa Zero als auch das Modell  Fillikid Aron bestehen zu fast 100 Prozent aus Plastik. Dafür sind sie bei Bedarf zusammenklappbar, wenn man sie verstauen möchte. Hersteller Roba taucht nun schon zweiten Mal mit seinem Kombi-Hochstuhl unserem Test auf. Das Modell Timba von Safety 1st ähnelt dem Tripp Trapp und ist ebenfalls ein Neuling in unserem Test. Als Referenz haben wir außerdem das Modell Roba Sit Up III noch einmal mit dazu geholt.

 Hochstuhl Test: Hochstuhl Gruppenfoto
Die Modelle unserer dritten Runde im Test: Sweety Fox, der Fini von Kinderkraft, der Kinderkraft Tixi und der Stokke Clikk.

In der dritten Testrunde haben wir den Stokke Clikk, den Sweetyfox-Hochstuhl sowie zwei Hochstuhlmodelle vom Hersteller Kinderkraft getestet. Der Fini und der Tixi sind Hochstühle, die länger mitwachsen. Sie können bis zu einem Körpergewicht von 15 Kilogramm als Hochstuhl genutzt werden und dann zu Kinderstühlen umgebaut werden können.

Der Ikea Antilop ist lediglich für Kleinkinder und Babys geeignet. Er trägt ein maximales Gewicht von 15 Kilo und setzt allein von der Bauart anatomische Grenzen. Er lässt sich nicht umbauen.

Auch wenn der Großteil der Hochstühle ähnlich vom Aufbau ist – der Teufel steckt wie immer im Detail. Fehlt es einem Modell an Sitzkomfort, ist das andere einfach nicht stabil genug. Auch das Um- und Aufbauen der Hochstühle haben wir im Test geprüft.

Im Vordergrund unseres Tests stand zuerst, dass der Hochstuhl kleinkind- beziehungsweise babygerecht ist, denn in der Regel werden von dieser Zielgruppe die Hochstühle gekauft. Die wenigsten Eltern fällen eine Entscheidung, für einen Vier- bis Sechsjährigen noch einen Hochstuhl zu kaufen.

Trotzdem achteten wir auch darauf, eine Auswahl für unterschiedliche Altersklassen zu testen. Auch wenn das entscheidende Kaufkriterium Langlebigkeit ist, wollen wir auch Empfehlungen für Eltern abgeben, die nach kurzfristigen Lösungen suchen.

Getestet haben wir die Hochstühle mit einem einjährigen und einem vierjährigen Kind. So konnten die Hochstühle für die verschiedenen Altersklassen und bezüglich des Umbaus beurteilt werden. Außerdem wurden die Hochstühle von uns mit einem Gesamtgewicht von 15 Kilo belastet und dabei ebenfalls geprüft, ob das Hochstuhltablett das komplette Gewicht eines Kindes tragen kann. Die Kleinen klettern häufig aus dem Hochstuhl, wenn sie ungesichert sind.

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