Immer die richtige Temperatur Test: Kontaktlos Fiebermessen

Fieberthermometer im Test : Immer die richtige Temperatur

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Update 26.03.2020

Ein Fieberthermometer sollte man immer im Haus haben, vor allem, wenn man Kinder hat. Wir haben 25 Thermometer getestet, von denen sich viele nicht nur für Kindern, sondern für die ganze Familie eignen.

Update 26. März 2020

Aufgrund der hohen Nachfrage wegen der Corona-Krise sind aktuell viele kontaktlose Fieberthermometer ausverkauft.

Doreen Menz
Doreen Menz
testet als passionierte Hobbyköchin nicht nur Küchen- und Haushaltsgeräte sondern interessiert sich auch für Gesundheitsthemen.

Wer Kinder hat, sollte ohnehin ein Fieberthermometer zuhause haben. Für die Grippesaison oder auch bei aktuellen Krankheitswellen wie dem Corona-Virus kann ein Thermometer bei der Diagnose helfen, sofern es die Temperatur wirklich zuverlässig anzeigt. Auch ältere oder pflegebedürftige Menschen bzw. ihre Familien profitieren von den kleinen Geräten, denn so kann man den Arzt im Notfall schon telefonisch über Temperatur und Symptome informieren. Grundsätzlich sollte ein Thermometer also in keinem Haushalt fehlen und vor allem bei Kindern können Modelle für die Messung im Ohr oder an der Stirn bzw. ganz berührungsfreie Messungen die Arbeit um einiges erleichtern.

Aber nimmt man nun ein digitales oder analoges? Mir Infrarot oder ohne? Getestet haben wir verschiedene Varianten, es waren normale Kontaktfieberthermometer mit dabei, welche für Stirn und/oder Ohr und sogar Geräte, mit denen man die Oberflächentemperatur messen kann. Manche messen sogar noch die Raumtemperatur. Welche wofür am besten geeignet sind und worauf es ankommt, erfahren Sie im Test.

Klein und vielseitig: NUK Baby Thermometer Flash

Vom NUK Baby Thermometer Flash waren wir insgesamt sehr begeistert, jedoch kann die Konkurrenz in vielen Punkten mit unseren Empfehlungen mithalten.

Klein und vielseitig

NUK Baby Thermometer Flash

Test Fieberthermometer: NUK Baby Thermometer Flash
Ein kleines und sehr vielseitiges Stirnthermometer – nicht nur für Babys geeignet.

Keine Preise gefunden.

Hierbei handelt es sich um ein Stirnthermometer, bei dem die Messung sehr genau ist. Wir finden, hier gibt es eine gute Mischung aus leichter Bedienung und Funktionsfülle.

Die Handhabung ist einfach, denn es gibt nur zwei Knöpfe, mit einem davon schaltet man das Gerät an, der andere ist für die Temperaturmessung gedacht. Man hält das Thermometer dazu an die Stirn, drückt kurz den Scan-Knopf und nach wenigen Sekunden gibt es zwei kurze Pieptöne. Diese signalisieren, dass die Messung beendet ist. Hierbei wird ohne Berührung gemessen, es bleibt zur Stirn also ein geringer Abstand, im Idealfall misst man in der Stirnmitte, etwas über den Augenbrauen.

Beim Test stellten wir fest, dass die richtige Temperatur sogar schon kurz nachdem wir die Scan-Taste betätigt hatten richtig angezeigt wurde.

Das Piepsen könnte stören, wenn das Kind beim Messen eigentlich schläft und davon geweckt wird. Es ist aber recht leise und kann auch abgestellt werden, zumindest wenn man wie, wie das funktioniert.

Einziger Nachteil sind für uns die beiden Knöpfe, denn die Einstellungen zu wechseln funktioniert nicht wirklich intuitiv, hier braucht man dann doch die Gebrauchsanweisung. Die ist gut verständlich geschrieben, außerdem auch auf Deutsch verfügbar, nach dem Lesen klappt auch die Bedienung ganz einfach.

Auch die Temperatur der letzten Messung kann man sich anzeigen lassen, dafür wird der Einschaltknopf gedrückt. Drückt man wiederholt, werden die letzten 25 Messwerte angezeigt.

Wenn der Stirnmess-Modus eingestellt ist, sieht man über der aktuellen Temperatur die letzte Messung, so sieht man sofort den Unterschied.

Das Gerät schaltet dann nach einer Minute von selbst um auf die Raumtemperatur-Anzeige, man braucht dafür also kein eigenes Thermometer. Man kann es bei Bedarf auch durch langes Drücken auf die Ein/Aus-Taste komplett ausschalten.

Beim Test hat das Thermometer die Temperatur ziemlich genau angezeigt. Zwischen den einzelnen Messwerten konnten wir maximal eine 0,1-Grad-Differenz feststellen. Somit haben wir hier eines der genauesten Testgeräte.

Wenn die gemessene Temperatur über 37,5 Grad liegt, gibt es einen langen und drei kurz aufeinanderfolgende Pieptöne, damit wird Fieber oder erhöhte Temperatur angezeigt.

Zusätzliche Funktionen

Für die Messung im Ohr gibt es hier keine Funktion, da die Stirnmessung aber sehr genau ist, ist das nicht nötig.

Auch Oberflächentemperaturen können gemessen werden, das ist etwa bei Milch oder Babynahrung praktisch, dafür wird aber ein anderer Modus benötigt. Hierfür hält man die Power-Taste gedrückt und drückt die Scan-Taste einmal. Das Symbol für die Oberflächenmessung erscheint. Auf diese Weise kann man auch zum Stirnmodus zurückwechseln.

Wir haben die Messgenauigkeit mit heißem Wasser überprüft, den Referenzwert haben wir mit einem Kontakt-Thermometer, das präzise ist, ermittelt.

Beim NUK war die Abweichung hier durchschnittlich 2,2 Grad zu niedrig, aber die anderen Stirnthermometer, die auch die Oberflächentemperatur messen können, hatten dabei mehr Probleme, hier war die Abweichung zum Referenzwert teils über fünf Grad zu niedrig.

Erstaunlich ist das durchaus, da die Messgenauigkeit bei der Körpertemperatur nur um Zehntel-Grad variierte. Für Babynahrung sind zwei Grad hin oder her aber unerheblich, bei über fünf Grad Unterschied ist das aber doch ein Problem, diese Thermometer empfehlen wir daher nicht.

Gibt es Nachteile?

Als größten Nachteil empfinden wir, dass man erst einen Blick ins Handbuch werfen muss, wenn man die Voreinstellungen verändern möchte. Dafür kann man aber die letzten Werte leicht nachschauen, auch das Messen geht einfach.

Das Batteriefach kann nur geöffnet werden, wenn man eine Büroklammer zu Hilfe nimmt und die Entriegelung damit entsperrt. Das sollte man wissen, denn im Test konnten wir sie auch mit Kraft nicht öffnen. Aber da das Gerät auch gerne in Baby-Nähe verwendet wird, ist so ein gut verschlossenes Fach auch von Vorteil, so kann es niemand einfach so öffnen.

Man muss hier eine CR2032 Knopfbatterie einsetzen, wir hätten eine AA-Batterie besser gefunden, da sie länger gehalten hätte. Dafür bekommt man hier aber auch ein kleines und handliches Thermometer. Sogar mit der Knopfbatterie wird eine Nutzungsdauer von maximal drei Jahren angegeben.

Präzise Messung: Braun ThermoScan 7

Präzise Messung

Braun ThermoScan 7

Test Fieber­thermometer: Braun ThermoScan 7
Misst sehr präzise, einfach zu handhaben und dank altersabhängiger Messung für die ganze Familie verwendbar.

Beim Braun ThermoScan 7 ist die Handhabung selbsterklärend. Mit diesem Thermometer kann man aber nur die Temperatur im Ohr messen. Vor allem fanden wir hier aber die altersabhängige Messung gut.

Denn ob das Kind nun Fieber hat, hängt vom Alter ab. Wo beim Dreijährigen die Temperatur lediglich erhöht ist, könnte das bei einem Baby von vier Wochen schon Fieber bedeuten.

Beim Thermometer gibt es eine Taste, über die man die drei Altersgruppen auswählen kann, entweder 0-3 Monate, 3-36 Monate oder dann 36+ Monate.

Sonst finden wir das Thermometer aber auch gut. Damit man das Trommelfell nicht verletzt, passt der Messkopf dank seiner Form nicht zu weit in den Gehörgang hinein. Die Messspitze wird zudem vorgewärmt, so werden ungenaue Messungen verhindert.

Über die Messung im Ohr können aber auch Krankheitskeime übertragen werden, daher braucht man dafür Schutzkappen. Im Lieferumfang sind 21 dabei, weitere kann man kaufen, so etwa einen 100er-Pack. Thermometer und Schutzkappen passen in die Aufbewahrungsbox hinein, die mitgeliefert wird, so ist alles sicher verstaut.

Wir finden dieses Thermometer für die Messung im Ohr gut und mögen vor allem die Einstellung der Altersgruppe.

Für Technikliebhaber: Nokia Thermo

Für Technikliebhaber

Nokia Thermo

Test Fieber­thermometer: Nokia Thermo
Das Thermometer misst zuverlässig die Stirntemperatur, ist aber nicht ganz billig und braucht einen technikliebenden Benutzer – für andere ist es zu aufwendig zu bedienen.

Das Nokia Thermo ist mit seinem außergewöhnlichen Design etwas vor allem für Gadget-Liebhaber. Zum Testzeitpunkt hieß das Modell noch Withings Thermo, mittlerweile wurde die Firma aber an Nokia verkauft, somit findet sich das Thermometer nun unter der Health-Sparte des finnischen Herstellers.

Das weiße Thermometer braucht kein LC-Display, dafür gibt es nötige Infos über die versteckten LEDs, die erkennt man auf unseren Fotos eher schlecht, in echt aber sehr gut.

Das Gerät misst berührungslos und zuverlässig. Hier war die maximale Abweichung 0,1 Grad zwischen den Messwerten. Per Vibration erkennt man, dass die Messung abgeschlossen ist, über die LEDs wird der Messwert dann angezeigt.

Das Thermometer macht unserer Meinung nach aber nur dann tatsächlich Sinn, wenn es per Thermo-App mit dem Smartphone verbunden wird, die App gibt es für Android und auch fürs iPhone.

Für die Einrichtung muss man sich erstmal registrieren und das Thermometer mit dem WLAN verbinden, Schritt für Schritt wird man von der App dann angeleitet.

Danach können beliebig viele Nutzerprofile erstellt und verwaltet werden. Nach der Messung zeigt das Thermo dann die Namen der Familienmitglieder an. Somit kann die Messung dann per Klick oder Wischen der richtigen Person zugeordnet werden.

Die Messwerte werden in der App dann übersichtlich gespeichert. Auch Notizen kann man hinzufügen, Symptome aus einer Liste wählen und auch Medikamentenangaben notieren. Somit hat man das Wichtigste immer zur Hand, für den Arztbesuch kann das ein großer Vorteil sein.

Mit anderen Apps kann die App zudem synchronisiert werden, so kann man etwa vom Nokia Daten in die Apple-Health-Apps übertragen.

Zu viel Technik fürs Fiebermessen? Dann ist das hier das falsche Thermometer für Sie. Flexibler ist tendenziell die Konkurrenz, denn beim Nokia kann man beispielsweise nicht im Ohr messen oder die Temperatur bei Flüssigkeiten messen.

Außerdem sind fast 100 Euro für ein Thermometer nicht gerade billig, dafür ist es aber auch ziemlich schick und für Technik-Fans sicher eine sinnvolle Investition.

Was gibt es sonst noch?

Wer keine Schutzkappen kaufen möchte, sollte sich das Sanitas SFT 65 ansehen, preiswert ist es auch noch. Auch die einfache Handhabung gefällt uns, ebenso das Display mit grün-roter Farbcodierung, das gut ablesbar ist. Fiber wird so angezeigt. Somit ist dieses Fieberthermometer auch für Nutzer geeignet, die ein eingeschränktes Sehvermögen haben.

Man kann das Thermometer aber für mehr nutzen als nur zum Fiebermessen: auch die Oberflächentemperatur kann damit bestimmt werden, so etwa für Breigläser, Babyflaschen und weiteres.

Bei der Messgenauigkeit schneidet es auf anderen Bewertungsportalen nicht so toll ab, wir haben aber keine allzu großen Temperaturunterschiede beim Testen festgestellt. Bei der Stirnmessung schnitt es bei der Genauigkeit aber nicht so gut ab im Vergleich zur Konkurrenz.

Wer auf Schnickschnack verzichten möchte, sollte sich das Wick Stirnthermometer näher ansehen. Es macht einfach nur das, was es soll, nämlich Fieber messen. Die maximale Abweichung im Test waren 0,2 Grad, leicht zu bedienen ist es auch. Drei Bilder auf dem Gerät zeigen an, wie man es verwenden soll. Einen Mess-Knopf gibt es und einen für An/Aus, falsch kann man so nichts machen und eine Anleitung muss man auch nicht lesen.

Extras gibt es nicht, so kann damit auch keine Oberflächentemperatur oder die von Flüssigkeiten gemessen werden. Für die Ohr-Messung eignet es sich auch nicht. Ebenso wenig gibt es Speicherplatz für vergangene Messungen. Nur beim Einschalten zeigt das Gerät die letzte Messung ein paar Sekunden lang an. Danach kann sie aber auch manuell nicht mehr aufgerufen werden.

Für die Temperaturen gibt es drei Farben: normale Temperatur bedeutet grün, erhöhte orange und Fieber rot. Man muss der Thermometer an der Stirn aufsetzen und von einer Schläfe zur anderen führen bis der Piepton erklingt. Kontaktlos kann somit nicht gemessen werden. Auch der Ton lässt sich nicht abstellen. Wer aber einfach nur ein leicht bedienbares Stirnthermometer sucht, wird hier fündig.

Das Ecomed TM-65E ist ein bedienerfreundliches Gerät, man versteht es auch ohne Anleitung gut. Wählen kann man zwischen Objekt- und Stirnmessung und auch einen Nachtmodus gibt es für beides, hier wird dann der Ton ausgeschaltet.

Zudem sind 30 Speicherplätze verfügbar und man kann das Thermometer kontaktlos verwenden. Bei der Stirnmessung betrug  die Abweichung nur 0,1 Grad, bei der Objektmessung 5 Grad, das war leider komplett am richtigen Wert vorbei.

Mit dem Medisana hatten wir das einzige Thermometer, das die Stirnmessung als Referenzwert für andere Messungen an Po, Achsel oder Mund versteht. Soll heißen man muss sich vorher entscheiden, welche Einstellung man braucht und das Thermometer rechnet die Stirntemperatur dann auf eine der anderen drei Stellen um. Praktisch, aber doch nicht so leicht einzustellen. An der Stirn misst man, bis der Piepton langsamer wird und es gleichmäßig piepst. Somit weiß man nicht so ganz genau, wann man mit dem Messen aufhören sollte, denn es piepst andauernd mehr oder weniger. An der Stirn hat es jedenfalls sehr genau gemessen.

Beim Beurer FT90 braucht man zuerst definitiv die Gebrauchsanleitung, dann kommt man aber recht gut zurecht. Bei der Stirnmessung betrug die Abweichung 0,2 Grad, das ist noch in Ordnung. Dafür muss man aber lange auf das Messergebnis warten. Andere Geräte zeigen es schneller an.

Das Reer 9840 fanden wir gut, Handhabung, Verarbeitung, Schnelligkeit und Preis konnten uns überzeugen. Wer keine zu hohen Ansprüche an das Fiebermessen hat, wird hier fündig. Ohr-Thermometer messen dennoch genauer, daher hat es hier für eine Empfehlung nicht gereicht. Wer nur kurzes Feedback möchte und nicht viel Geld investieren will, wird hier aber fündig.

Wissenswertes über Fieberthemometer

Vor einigen Jahren gab es noch nicht so viel Auswahl bei den Fieberthermometern, meist hatte man ein Quecksilberthermometer aus Glas.

Die gibt es heute nicht mehr. Einerseits, weil man auf einem analogen Thermometer die Temperatur nicht so leicht ablesen kann, andererseits ist Glas bei Kindern gefährlich, vor allem wenn es auch noch Quecksilber enthält. Deshalb dürfen in der EU seit 2009 keine quecksilberhaltigen Messgeräte mehr verkauft werden.

Fieberthermometer Test: Digitales Fieberthermometer

Dennoch kann man auch heute noch klassische analoge Fieberthermometer kaufen, die aus Glas bestehen, nur die Flüssigkeit ist eine andere.

Digitale Fieberthermometer dagegen erfassen die Temperatur mit einem Sensor, der befindet sich in der Thermometer-Spitze. Wenn sich die Temperatur ändert, verändert sich auch die Leitfähigkeit im Sensor. Auf dem Display wird diese Veränderung dann als Temperaturwert angezeigt.

Die Messung mit diesen Kontakt-Thermometern ist sehr genau, zu haben sind sie außerdem schon für ein paar Euro. Entweder online oder im Drogeriemarkt. Mehr als 10 Euro muss man hier nicht investieren.

Rektal messen geht bei Kindern aber meist nur bis zu einem bestimmten Alter ohne großen Protest. Auch bei Babys ist das Ausziehen davor umständlich. Die Messung mit einem Kontakt-Fieberthermometer dauert auch eher lang, bis zu zwei Minuten stillhalten wird ein Kind wohl nicht gerne.

Daher eignen sich gerade für Kinder Infrarot-Fieberthermometer besser. Hier wird die Körpertemperatur innerhalb einiger Sekunden gemessen, für Eltern ein Segen.

Die Infrarot-Fieberthermometer

Von den Infrarot-Fiebertherthermometern wird die Infrarotstrahlung gemessen, die vom Körper abgestrahlt wird. Die wird durch eine Linse auf den Sensor vom Thermometer übertragen und dann in den Temperaturwert umgerechnet, der auf dem Display erscheint.

Gegenüber normalen Kontakt-Thermometern hat das den Vorteil, dass das Ergebnis schon nach nur wenigen Sekunden angezeigt wird, so muss das Kind für die Messung nicht lange stillhalten.

Infrarot-Geräte messen inzwischen ähnlich gut wie digitale oder analoge Kontakt-Fieberthermometer. Dennoch ist das Messen am Po am zuverlässigsten, denn hier wird im Körperinneren gemessen. Damit kommt das Ganze der Körperkerntemperatur am nächsten und es gibt bei dieser Art der Messung auch weniger Störeinflüsse.

Fieberthermometer Test: Nuk Fieberthermometer

Mit einem Infrarot-Gerät erfolgt die Messung dagegen im Ohr oder an der Stirn. Das kann auch für falsche Ergebnisse sorgen, zum Beispiel dann, wenn man davor in der Kälte war oder unter der warmen Bettdecke.

Hat also das Kind wirklich hohes Fieber, ist die rektale Messung am sinnvollsten. Für Hauthalte mit Kindern ist ein einfaches, digitales Thermometer daher fast Pflicht.

Ansonsten ist aber auch ein Infrarot-Thermometer für Stirn- oder Ohr-Messung ausreichend, so kann man auch ganz einfach feststellen, ob die Person Fieber hat oder nicht.

Stirn- und Ohr-Messung haben beide Vor- und Nachteile.

Die unterschiedlichen Fieberschwellen

Beachtet werden sollte grundsätzlich, dass verschiedene Messstellen auch unterschiedliche Temperaturen liefern.

Somit gibt es je nach Körperstelle eine andere Fieberschwelle. Bei einer rektalen Messung gelten Temperaturen ab 38 Grad als Fieber, im Ohr ist die Schwelle bei 37,7 Grad, im Mund und unter der Achsel bei 37,2 und an der Stirn bei 37,4 Grad.

Das Gute daran: man muss sich das alles meist nicht einmal merken. Denn Infrarot-Thermometer für die Ohr- oder Stirnmessung zeigen meist farblich an, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Dabei bedeutet grün, dass alles gut ist, orange steht für erhöhte Temperatur und rot für Fieber. Bei manchen Geräten lässt sich auch das Alter der Person angeben, so wird die Fieberschwelle dann dementsprechend angepasst.

Wichtig ist aber, dass die Fieberschwelle bei Kleinkindern und Babys höher liegt. Eine normale Körpertemperatur für Babys sind 36,5 bis 37,5 Grad. Erhöht ist die Temperatur zwischen 37,6 und 38,5 Grad und ab 38,5 Grad hat das Baby Fieber. Bei Neugeborenen und Babys, die nur wenige Monate alt sind, sollte daher bei Temperaturen ab 38,5 Grad ein Arzt aufgesucht werden, denn Fieber kann hier schnell gefährlich werden. Im Zweifelsfall beim Baby: lieber einmal zu oft zum Arzt!

Die Messung im Ohr

In den Kinderarztpraxen misst man ab zwei Jahren nur noch im Ohr Fieber. Das geht schneller und ist unkompliziert, die Messgenauigkeit ist hier mittlerweile sehr hoch.

Wichtig ist aber dabei, dass in beiden Ohren gemessen wird und man dann den höchsten Wert nimmt, der ist ausschlaggebend.

Fieberthermometer Test: Ohr Thermometer

Die Ohr-Messung ist aber nicht ganz leicht, denn mit dem Sensor muss man genau aufs Trommelfell zielen. Dafür erst das Ohr in die richtige Position ziehen, damit der gebogene Hörkanal gestreckt wird. Das Ziehen geht bei Kleinkindern anders als bei älteren Kindern oder Erwachsenen.

Wenn man anstatt dem Trommelfell die Wand des Ohrkanals trifft, ist die angezeigte Temperatur etwa ein Grad zu niedrig. Viel Ohrenschmalz kann das Ergebnis ebenfalls verfälschen. Bei Mittelohrentzündungen sollte sowieso nicht gemessen werden.

Schlafende Kinder werden bei der Ohr-Messung ziemlich sicher aufwachen.

Und dann wäre da noch die Hygiene: durch den Hautkontakt und den mit Ohrenschmalz können auch Krankheitserreger übertragen werden. Bei manchen Thermometern braucht man daher für jede Messung eine Schutzkappe, die wird danach entsorgt. Wir finden das umständlich, außerdem hat man zusätzliche Kosten und vor allem Müll.

Die Stirnmessung

Ohr-Thermometer sind etablierter als Stirnthermometer, aber Stirn-Thermometer werden zunehmend beliebter. Das liegt vor allem daran, dass Babys und Kinder das Messen im Ohr nicht besonders toll finden. Beim Stirnthermometer dagegen muss man einfach nur an der Stirn entlang fahren und schon bekommt man sein Ergebnis.

Einige Geräte funktionieren auch kontaktlos, so kann man auch bei schlafenden Kindern Fieber messen. Die Hygiene spielt auch eine Rolle, denn durch kontaktloses Messen werden keine Krankheitserreger übertragen.

Fieberthermometer Test: Nuk Fieberthermometer 2

Wer also schnell testen möchte, ob das Kind Fieber hat oder sich an der Temperatur etwas geändert hat, sollte daher zum Thermometer für die Stirnmessung greifen. Jedoch nur als Ergänzung zur rektalen Messung, das ist bei der Messung im Ohr aber auch nötig.

Die Fehleranfälligkeit ist bei der Stirnmessung am größten. Wenn das Kind davor auf einem Kissen oder unter eine Lampe lag, wird eine zu hohe Temperatur angezeigt.

Sollte der Messwert also seltsam sein, erschrecken Sie nicht und messen nach einigen Minuten erneut.

Es gibt auch einige Kombigeräte, die Ohr- und Stirnmessung können. Misst man an beiden Stellen aber abwechselnd, können sich die Werte unterscheiden, was zu Verwirrung führt. Wir empfehlen das nicht.

So haben wir getestet

Getestet haben wir nicht nur neue und teure Produkte, sondern auch ältere oder günstigere Modelle. Wir haben die Messgenauigkeit, Funktionalität und Handhabung überprüft. Auch die Messgenauigkeit bei Raumtemperatur und Oberflächen ist wichtig.

Wir haben die Temperatur von Objekten gemessen, außerdem im Ohr und an der Stirn in mehreren Durchgängen. Beziehungsweise haben wir getestet, was die Geräte konnten. Pro Durchgang haben wir drei Messungen durchgeführt, darauf haben wir den durchschnittlichen Messwert und auch die maximale Temperaturabweichung berechnet.

Bei Flüssigkeiten haben wir die Temperatur bestimmt, indem mit einem hochpräzisen Kontakt-Thermometer der Referenzwert gemessen wurde, dann haben wir die Abweichung zum Messwert des Thermometers ermittelt. Interessanterweise haben alle Thermometer, welche die Temperatur von Flüssigkeit messen, hier keine guten Ergebnisse geliefert. Hier waren die Abweichungen mindestens zwei Grad unter dem Referenzwert, teils waren es sogar mehr als fünf Grad Unterschied.

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