Buggy Test: Buggy Test 2019 Alle

Buggys im Test : Flexibel unterwegs mit Kind

Update 31.03.2021

Wer ein Kleinkind hat, sollte neben dem Kombikinderwagen auch über die Anschaffung eines Buggys nachdenken, denn sie sind wendiger und kleiner. Wir haben 25 Buggys ausführlich getestet.

Update 31. März 2021

Wir haben fünf neue Buggys getestet. Eine neue Empfehlung ist der Ergobaby Metro. Außerdem haben wir den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert.

Andrea Zschocher
schreibt als freie Journalistin und Bloggerin bevorzugt über Familie und mehr und testet Produkte für Babys und Kleinkinder.

Ein Buggy kann eine ziemliche Erleichterung darstellen, denn gegenüber dem Kombikinderwägen ist er wendiger und auch kleiner. Man kann ihn leicht zusammenklappen und so im Kofferraum mitnehmen. Manche Modelle sind auch speziell für Reisen gedacht, wir empfehlen daher auch einen Reisebuggy.

Manche unserer Testmodelle kann man schon nach der Geburt nutzen, wir empfehlen diese Modelle im Test aber nicht, da wir beim Buggy vor allem Wert darauf legen, dass er leicht und klein ist. Bequem fürs Kind sollte er aber auch sein und genügend Platz bieten, sodass der Nachwuchs problemlos darin schlafen kann. Eine verstellbare Lehne ist also wichtig, genauso wie einfaches Ein- und Aussteigen.

Tolles Sonnendach: Joie Litetrax 4

Tolles Sonnendach

Joie Litetrax 4

Der Joie Litetrax gefällt uns gut, seine Bremsen überzeugen und schieben kann man ihn auch leicht. Mittlere sowie kleine Bordsteine sind kein Problem, man muss den Buggy dazu nicht mal kippen.

Auch die Lenkung geht schön leicht – vor allem wer größere Kinder hat, dürfte das zu schätzen wissen. Sogar mit lediglich zwei Fingern kann man hier noch Kurven ohne großen Lenkradius nehmen. Das ist angenehm, aber im Test eher die Ausnahme. Mit manchen Testprodukten kamen wir nur mit einiger Kraft um die Ecke.

Den Gurt sollte man immer anlegen, wenn das Kind im Wagen ist. Er ist sogar dreifach höhenverstellbar, also quasi ein mitwachsender Gurt. Anzulegen ist er einfach, das Testkind fand ihn äußerst bequem. Nichts sollte hier einschneiden, ansonsten kann es fürs Kind schnell unangenehm werden.

Auch das Sonnendach gefällt uns, hier wird das Kind nicht von der Sonne geblendet. Sonnendach zusammenklippen und mit dem Reißverschluss verbinden – fertig. Einen Sonnenschirm braucht man so nicht mehr. Als einziges Test-Dach ist es teilbar: Wenn es also grau und regnerisch ist, reicht das halbe Dach, wenn es regnet, kann man das mitgelieferte Regendach benutzen. Hier wird sicher kein Kind nass, sehen kann es aber trotzdem noch.

Weniger gut fanden wir den Bügel, der kann nur schwer geöffnet werden. Wenn das Kind also gerade Laufen lernt und häufig zwischen Laufen und Buggy wechseln will, kann der Bügel schnell nerven. Durch konsequentes Anschnallen kann auf den Bügel aber vielleicht verzichtet werden.

Auch die Rückenlehne kann angepasst werden, sie ist höhenverstellbar in verschiedenen Stufen. Eine Liegeposition geht auch, wenn das Kind gerade erst sitzen kann und schnell müde wird, ist das perfekt. Mittagsschlaf wie im Bett, was will man mehr?

Für Einkäufe ist der Buggy gut gerüstet, dafür sorgt der große Einkaufskorb. Auch an den Bremsen gibt es nichts auszusetzen, getestet haben wir das unter anderem in der Bahn, wo es öfter mal ruckelt. Hier fährt der Buggy nicht einfach davon, egal ob ohne oder mit Kind bleib er an seinem Platz. Andere Testmodelle hatten da mehr Probleme.

Auch zusammenklappen kann man ihn einfach und ohne Übung. Man findet unter dem Bezug eine markierte Stelle, drückt drauf und er faltet sich von allein zusammen. Das ist dann zwar keineswegs schmal, aber abgesehen davon sind wir vom Joie Litetrax 4 definitiv überzeugt. Wer also einen Buggy mit großer Sitzfläche und tollem Sonnen- und Regenschutz sucht, ist hier definitiv richtig.

Schnell zusammengefaltet: Hauck Rapid 4

Schnell zusammengefaltet

Hauck Rapid 4

Der Hauck Rapid 4 kann vor allem schnell zu- und aufgeklappt werden. Wer den Buggy also oft zusammenfalten muss, ist hier richtig. Schneller war beim Einklappen kein anderer Buggy im Test.

Das funktioniert sogar einhändig und ohne Kraftanstrengung. Schieben kann man ihn ebenso leicht und dank mehrstufig verstellbarem Lenker können den Buggy auch unterschiedliche große Eltern nutzen.

Weniger überzeugt sind wir von den Bremsen, aber nur, weil andere Testmodelle hier besser waren. In einer scharfen Kurve in der Bahn ist der leere Buggy leider etwas weggerutscht, mit dem Testkind drin passierte das aber nicht. Erwähnen möchten wir das dennoch.

Bei Stiftung Warentest hat der Bezug außerdem ein negatives Ergebnis bekommen, wir konnten die Inhaltsstoffe nicht selbst prüfen. Im Sitz wurde Flammschutzmittel TCPP gefunden – das muss da nicht sein und wir wünschen uns, dass der Hersteller da bald nachbessert.

Den Buggy kann man schon ab Geburt des Kindes nutzen, zumindest mit der zukaufbaren Babywanne. Man kann die Rückenlehne in eine waagrechte Position verschieben und dann mit ein paar Klicks die Wanne einfügen.

Die Rückenlehne senkrecht zu stellen hat uns Nerven gekostet, selbst die Aufbauanleitung hilft da kaum weiter. Wir verraten Ihnen daher den Trick: an den Schnüren ziehen und die mithilfe vom Plastikteil festklemmen. Die Rückenlehne ist dann stabil und man kann sie in jede gewünschte Position verschieben. Das ist eigentlich ganz simpel, man muss nur erstmal drauf kommen.

Beinpolster, Beinstützen und der Anschnallgurt können auf die Größe vom Kind angepasst werden. Beim Sonnenschutz gibt es ein Sichtfenster, das uns auch gut gefallen hat. Mit dem richtigen Bezug könnten wir den Hauck Rapid 4 uneingeschränkt empfehlen. So empfehlen wir ihn zwar auch, sind aber nicht restlos begeistert.

Für die Reise: Babyzen Yoyo+

Für die Reise

Babyzen Yoyo+

Test  Buggy: Babyzen Yoyo+6
Unsere Empfehlung für alle, die viel unterwegs sind und einen Buggy brauchen, der sich sehr klein zusammenfalten lässt.

Wer oft unterwegs ist, sollte sich den Babyzen Yoyo+ ansehen. Man kann diesen Buggy klein und schnell zusammenfalten. Ein Handgriff reicht aus, um ihn auf Handgepäckgröße zu bringen. Dank Schlaufe kann man ihn sogar über die Schulter wie eine Handtasche tragen, im Lieferumfang sind außerdem noch Aufbewahrungsbeutel und Regenverdeck. Er wiegt außerdem nur sechs Kilo, sodass er auch gut getragen werden kann.

Wie bei vielen anderen Buggys gilt auch hier: Das Zusammenlegen sollte man üben. Man löst den roten Sicherheitsbügel, nun klappt der Buggy aber nicht gleich zusammen, sondern bleibt noch stehen. Vor allem wenn man einmal abgelenkt sein sollte, ist das sehr praktisch. Das Zusammenklappen geht dann auch schnell und vor allem einhändig, für Eltern immer praktisch.

Wir fanden neben dem tollen Klappmechanismus auch die Verarbeitung gut und hochwertig. Eine definitiv lohnenswerte Investition und zudem ist er komfortabel und einfach im Handling.

Die meisten Buggys sind nur bis 15 Kilo Gewicht zugelassen, hier ist einiges mehr drin. Wir haben daher noch mit einem Kind getestet, das über 20 Kilo wiegt und auch das klappte ohne Probleme, sogar beide Kinder auf einmal konnten gefahren werden. Auch die Wendigkeit konnte sich sehen lassen. Um 360 Grad schwenkbare Räder, die ruhiger und besser als die der Konkurrenz laufen. Beim Schieben lag dieser Buggy für uns definitiv vorne.

Er kann zudem ab dem Babyalter genutzt werden, hierfür gibt es einen Aufsatz zu kaufen. Mit einem zusätzlichen Adapter kann man übrigens auch einen Maxi Cosi Kindersitz mit dem Buggy verwenden.

Die Bremsen sind toll, hier ist daher Vorsicht geboten: Beim Schieben sind wir aus Versehen zweimal drangestoßen und der Wagen hat sofort angehalten. Da das Testkind darauf nicht vorbereitet war, wurde es nach vorne geworfen. Verletzt hat es sich nicht, herausgefallen ist es auch nicht, erwähnen wollen wir das aber trotzdem. Je besser die Bremse, desto mehr Tücken kann sie haben.

Auch die große Fußleiste hat uns gut gefallen. Die reicht auch bei größeren Kindern fürs bequeme Beine abstellen. Ein großzügiges Sonnendach mit Guckloch gibt es auch und zudem ein Fach für Kleingeld oder Smartphone. Dank Gepäcknetz kann auch der Einkauf transportiert werden, dem Spaziergang steht also nichts im Wege.

Da man den Babyzen Yoyo+ klein zusammenfalten kann, passt er auch ins Handgepäck im Flugzeug, perfekt geeignet also für Reisen. Nur der Preis ist mit 400 Euro recht hoch.

Gute Dämpfung: Knorr-Baby Joggy S

Gute Dämpfung

Knorr-Baby Joggy S

Test Buggy: Joie Litetrax 4: Knorr-Baby Dreirad Joggy S
Nicht zum Joggen geeignet, aber genau richtig für alle, die eine gute Dämpfung brauchen.

Keine Preise gefunden.

Der Knorr-Baby Joggy S sieht zwar aus wie ein Sportbuggy, eignet sich aber nicht zum Joggen – auch wenn der Name das vermuten lässt. Es wird vom Hersteller sogar davor gewarnt, mit dem Buggy zu joggen. Das ist etwas verwirrend und wir verstehen den Sinn dahinter nicht wirklich.

Ansonsten haben wir aber kaum etwas auszusetzen, man kann ihn leicht schieben, die Sitzfläche ist groß und er hat Luftreifen. Dadurch ist die Dämpfung gut, das ist sogar dem Testkind aufgefallen. Eine verstellbare Rückenlehne gibt es auch, mit Klippverschlüssen kann man sie regulieren. Ob diese Verschlüsse aber über Jahre halten, können wir nicht sagen.

Hier empfehlen wir, vor allem wenn es an einen Bordstein oder in bergiges Gelände geht: Vorderrad lieber feststellen. Das macht zwar den Buggy unbeweglicher und schlechter zu lenken, aber man schafft dafür dann jedes Gelände. Das Rad kann außerdem mit einem Klick wieder gelöst werden, der Aufwand hier ist also gering.

Vor allem gefällt uns beim Knorr-Baby Joggy S das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vielseitig einsetzbar: Ergobaby Metro

Vielseitig einsetzbar

Ergobaby Metro

Test: Ergobaby Metro
In wenigen Sekunden zusammengeklappt lässt sich dieser Buggy auch auf Reisen gut mitnehmen. Er ist klein, wendig und überzeugt im mittleren Preissegment.

Der Ergobaby Metro ist für alle Sparfüchse geeignet, die weniger als 400 Euro für ein Topmodell ausgeben wollen. Der Buggy lässt sich innerhalb kürzester Zeit auf- und abbauen. Außerdem ist er bis zu einem Maximalgewicht von 18 Kilo zugelassen und kostet circa nur die Hälfte eines Premium-Modells.

Beim Auf- und Abbau kann der Metro überzeugen. Der Buggy kann mit nur einer Hand so klein zusammengefaltet werden, dass er bequem in jedes Auto passt. Man muss nur einer gewissen Logik beim Einklappen folgen: Anfangs ist es vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber bereits bei nachfolgenden Versuchen völlig unproblematisch.

Sobald der Metro zusammengeklappt ist, kann der Wagen an einem integrierten Griff bequem getragen werden kann.

Der schmale Sitz hat uns nicht sehr gefallen. Ist Ihr Kind von eher kräftiger Statur, könnte es sich im schmal konzipierten Sitzbereich unwohl fühlen. Für schmalgebaute Kinder sind auch die Haltegurte konzipiert. Das Testkind fand aber problemlos Platz im Testmodell. Das vierjährige Geschwisterlein hätte gewichtsmäßig den Buggy noch nutzen können, ein Anschnallen war aber nicht mehr möglich.

Die Bremse hielt sehr gut, fiel aber durch ihre unangenehmen Geräusche auf. Nach dem Lösen der Bremse und dem Weiterrollen schnarrten die Buggyräder eine Zeit lang. Da das nervige Schnarren nach längerem Rollen wieder von selbst verschwand, haben wir den Buggy nicht komplett abgewertet. Sind Ihre Kinder oder Sie geräuschempfindlich, könnte das eventuell ein Problem darstellen.

Überzeugt hat uns die Tragfähigkeit des Korbes des Ergobaby Metro. Mit einer maximalen Traglast von viereinhalb Kilogramm findet ein kleiner Einkauf samt Milchpackung bequem Platz. Der Hersteller verweist außerdem auf eine Tasche an der Rückseite, die zusätzlich noch einmal 1,5 Kilogramm tragen kann. Bevor Sie jetzt aber zu viel erwarten: Uns beschlich das Gefühl, eher nicht darauf vertrauen zu können.

Der Metro ist nicht nur gut für das Reisen geeignet, sondern ist auch im Alltag ein guter Begleiter. Er überzeugt mit einer sehr guten Verarbeitung. Mit einem Neugeborenen-Einsatz kann der Buggy laut Hersteller Ergobaby bereits direkt ab der Geburt genutzt werden. In unserem Test haben wir das aber nicht ausprobiert. Preislich platziert sich der Metro im Mittelfeld. Da Leistung und Preis für uns stimmig sind, sprechen wir dem Ergobaby Metro eine Empfehlung aus.

Wechselbare Blickrichtung: Moon ReSea Buggy

Wechselbare Blickrichtung

Moon ReSea Buggy

Test  Buggy: Moon ReSea Buggy
Ein Buggy, bei dem die Blickrichtung gewechselt werden kann. Die höhenverstellbare Lenkstange überzeugt uns.

Keine Preise gefunden.

Beim ReSea von Moon bekommt man Flexibilität und Qualität. Denn hier kann man wählen, in welche Richtung das Kind schauen soll, als einziger Testbuggy kann er mit änderbarer Blickrichtung punkten. Hierfür wird das Sitzteil entsprechend der Blickrichtung in die Verankerung geklickt. Das ist einfach und in wenigen Sekunden erledigt.

Fertigungsqualität wie auch Fahrleistung überzeugen uns. Noch ein Pluspunkt: die Lenkstange. Man kann sie stufenlos weit herausziehen, das ist vor allem für unterschiedliche große Partner praktisch – im Gegensatz zu einer festen Schiebestange.

Mit im Lieferumfang sind ein Adapter für den Maxi Cosi und ein Regencover, hier spart man sich gegenüber anderen Buggys also Geld.

Was gibt es sonst noch?

Der Recaro Easylife Elite rollt dynamisch und sportlich über den asphaltierten Untergrund. Mit seinen vollgefederten Reifen aus Gummi hält der Recaro die Spur, bleibt leichtgängig und macht im Gelände wie auch in der Stadt einen guten Job. Sein geringes Gewicht von sechs Kilogramm lässt ihn zur Gruppe der Leichtgewichte zählen. Mit dem grauen, schmalen Schalter am Schiebegriff kann er einhändig schnell, einfach und gut zusammengefaltet und transportiert werden. An heißen Sommertagen sorgt ein Belüftungssystem für Frische. Der großbemessene Einkaufskorb bietet ausreichend Platz.

Leider schrammt der Easylife Elite knapp an einer Top-Bewertung vorbei. Nicht gut gelöst finden wir das Einstellen der Rücklehne. Wir fanden das Verstellen billig und zu einfach. Dem Easylife Elite fehlt außerdem ein Bügel zum Sichern des Kindes, was in unserem Test zu einem weiteren Punktabzug führte. Da hat der Hersteller offenbar an der falschen Stelle gespart.

Der Grande von Kinderkraft kommt mit einigen Extras und einem sehr interessanten Preis. Im Lieferumfang enthalten sind ein Becherhalter, ein Fußsack, ein Haltebügel sowie ein Regenschutz. Der Grande lässt sich angenehm klein zusammenfalten. Das sehr tief gezogene Dach, das über ein integriertes Sichtfenster verfügt, gefällt uns sehr gut. So ist ein perfekter Sonnenschutz garantiert. Die Räder des Buggys können frei schwenkbar oder festgestellt gefahren werden. Im Test hatte unser Testmodell einen leichten Drall nach rechts, da das linke Vorderrad sich nicht frei einstellen ließ.

Laut Kinderkraft kann der Grande bereits ab der Geburt benutzt werden, wenn die gut verstellbare Rückenlehne komplett in die Liegeposition gebracht wird. Wir können dieser Empfehlung nicht folgen, weil unsere Zweijährige mehrere Male bemängelte, dass der Sitz ziemlich hart sei. Obwohl wir nicht selbst eine Sitzprobe genommen haben, erschien der Sitz auch mit den Händen gefühlt als zu hart.

Den Ohlalà von Chicco gibt es schon ein paar Jahre, das zeugt von solider Leistung. Man kann diesen Buggy angenehm schieben und auch ohne Probleme kompakt zusammenfalten. Mit dem kleinen Korb ist der Wocheneinkauf aber eher eine schlechte Idee, besonders belastbar ist er nämlich nicht.

Hier finden wir die Bremsen beinahe zu fest, das sorgt aber auch für mehr Sicherheit. Mit dem Sonnendach gibt es ausreichend Schatten, dafür finden wir aber die Fußstützen eher kurz, größere Kinder könnten das schnell unbequem finden. Hier bekommt man definitiv einen verlässlichen Buggy, allzu hoch ist die Qualität dabei aber nicht.

Der MacLaren Techno XT kommt schon aufgebaut an und ist wirklich gleich einsatzbereit – als einziger im Test. Die Sitzfläche ist groß, die Rückenlehne verstellbar. Vor allem aber gefällt uns beim Sonnendach das Sichtfenster, der umgeschlagene Stoff kann hier durch Magnete fixiert werden. Bei anderen Buggys hat uns der Wind die Öffnung immer wieder zugeweht.

Mit ein wenig Kraftaufwand kann man den Buggy auch gut schieben, die Bremsen sind auch gut. Ankippen ist bei Bordsteinen oft angesagt, der Höhenunterschied muss schließlich gemeistert werden. Weniger überzeugend: der Faltmechanismus ist behäbig, wir sehen hier kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und erwarten für den Preis eine bessere Handhabung und mehr Qualität.

Beim Peg Perego »Pliko Mini« haben wir uns erstmal über die schlecht gezeichnete und geschriebene Anleitung geärgert, nach Ausprobieren wussten wir dann auch endlich, wie Bremsen und Räder montiert werden. Ärgerlich ist das durchaus, Punktabzug gibt es aber dafür nicht.

Stattdessen ziehen wir Punkte dafür ab, dass der Buggy im Test mehrmals in sich zusammengesackt ist. Zumindest, wenn das Kind nicht drin saß – die Verankerung löste sich dann an der Seite und er klappte zusammen. Der Lenker richtet sich mehr an kleine Menschen. Beim Bordstein muss der Buggy angekippt werden, das freute weder Tester noch Kind. Insgesamt empfanden wir das Schieben hier als anstrengend, dafür gibt es aber immerhin ein stabiles und geräumiges Gepäcknetz.

Beim Zapp Xpress von Quinny überzeugte uns das hochwertige und tolle Design. Man kann ihn außerdem angenehm schieben und braucht zum Lenken nur wenig Druck. Wenn man es ein wenig geübt hat, geht auch das Zusammenklappen leicht, recht schmal wird der Buggy dabei aber nicht. Im Auto transportieren ist aber kein Problem.

Die Sitzfläche ist gegenüber der der Konkurrenz eher klein, auch die Fußstützen sind für große Kinder nicht perfekt. Das Testkind fand es unbequem und wollte lieber laufen. Auch der Korb fällt eher klein aus, viel Gewicht hält er nicht aus.

Wissenswertes über Buggys

Oft sind Buggys konzipiert für Kinder ab sechs Monaten. Das hängt aber auch vom Kind ab: Wenn es schon eigenständig sitzen kann, kann man es auch im Buggy mitnehmen. Bei manchen Herstellern kann der Buggy auch als ein Kombiwagen genutzt werden. Hier kann man dann die Babyschale einsetzen und etwa bei ReaSea ist ein Adapter für den Maxi Cosi dabei.

Einige der Modelle sind bereits ab der Geburt nutzbar. Von der Empfehlung des Herstellers würden wir allerdings abraten. Denn eine gut gepolsterte Liegefläche ist für die Kleinsten sehr wichtig. Bei den Buggys wird darauf aber leider nicht immer allzu viel Wert gelegt.

Einige Pädagogen empfehlen, dass die Kleinen erst ab einem Alter von etwa zwei Jahren in Fahrtrichtung sitzen sollen. Die Mehrheit der Buggys ist so konzipiert, dass das Kind nur in Fahrtrichtung schauen kann. Es gibt aber auch Modelle, bei denen man die Richtung wechseln kann. Wir finden: Es kommt immer aufs Kind an und Sie können als Eltern am besten einschätzen, ob Ihr Kind beim Fahren in Fahrtrichtung von zu vielen Eindrücken überfordert wird. Ist das der Fall, müssen Sie eben etwas länger auf den Kinderwagen zurückgreifen.

Belastbar sind die Buggys oft bis 15 Kilo – mit Ausnahmen. So viel wiegen Kinder meist mit etwa vier Jahren, nutzen kann man den Buggy also drei oder vier Jahre lang.

Möglichst platzsparend und wendig sollte ein Buggy sein, unsere Testmodelle konnten unsere Anforderungen aber nicht immer erfüllen. Alle Modelle konnte man aber fürs Verstauen zusammenklappen.

Alltags-, Reise oder Sportbuggy?

Beim Kauf hat man die Wahl: Soll es ein leichter und kleiner Reisebuggy werden? Ein »normaler« für den Alltag – auch hier gibt es Unterschiede – oder lieber ein robuster Buggy für den Sport? Viele Buggys haben vier Räder, vorne oft kleiner als hinten. Anhängig von der Anwendung kann das aber reichen. Insgesamt bekommt man mit kleinen Vorderrädern aber eher Probleme, insbesondere wenn die Fläche uneben ist oder man in Schnee oder Sand fährt.

Ein Sportbuggy hat meist drei Reifen, gefüllt mit Luft. Die Federung ist hier besser, wodurch die Kinder auch bequemer sitzen können und Stöße werden auch abgedämpft. Wichtig aber: Der Buggy muss für den Sport auch zugelassen sein. Wir hatten teils Modelle im Test, die zwar danach aussahen, aber nicht explizit als Sportbuggy zugelassen waren.

Alle Testmodelle hatten schwenkbare Vorderräder. Wichtig ist das, wenn man den Buggy leicht schieben können möchte. Wer aber oft Bordsteine oder andere Höhenunterschiede überwinden muss, sollte die Räder lieber feststellen. So kann man das ein oder andere Hindernis leichter überwinden. Feststellen macht aber die Lenkbarkeit schlechter, das Manövrieren wird dadurch erschwert. Mit meist nur einem Klick können die Räder aber wieder schwenkbar gemacht werden.

Nicht alle Buggys bieten eine Rückenlehne, die man verstellen kann. Wir stellten fest: Je günstiger der Buggy, desto geringer die Ausstattung. Wir empfehlen eine verstellbare Rückenlehne aber definitiv, vor allem für Kleinkinder, die oft unterwegs schlafen. So kann das Kind besser entspannen und tiefer und länger schlafen. Die Wirbelsäule der Kleinen schont das auch, da hier nicht in einer verkrampften Position geschlafen werden muss.

Der Korb, der meist in Bodennähe integriert ist, sollte lieber nicht überladen werden – wenn es blöd läuft, reißt das Netz. Teils schafften die Testbuggys auch nur eine Milchpackung, andere hingegen nahmen auch einen kleinen Einkauf problemlos hin.

Die Reinigung

Bei vielen Buggys kann der Bezug gewaschen werden. Das Handbuch sollte man daher anschauen. Wenn man den Bezug danach wieder aufzieht, kommt es aufs Fingerspitzengefühl an, Geduld schadet auch nicht. Bei nicht waschbaren Bezügen würden wir zur Reinigung mit feuchtem Tuch raten. Die Räder des Buggys kann man mit Fahrradöl einreiben, dann rollen sie besser. Gegenüber silikonhaltigen Schmiermitteln hat das außerdem den Vorteil, dass Schmutz und Staub nicht so angezogen werden.

Hat man den Regenschutz mal nicht dabei und der Buggy wird nass: durchtrocknen lassen, erst danach zusammenklappen, so entstehen keine Stockflecken oder Schimmel.

So haben wir getestet

Wir haben unsere Buggys mit einem sieben Monate alten Baby getestet, das gut sitzen kann und außerdem mit einem zweijährigen Kind, da die meisten Modelle nur bis 15 Kilo zugelassen sind. Viele Eltern schieben aber dennoch im Buggy auch schwerere und ältere Kinder.

Wir haben sämtliche Buggys auf der gleichen Strecke getestet. Die enthielt Kopfsteinpflaster, Asphalt und auch Sandwege. Normal hohe Bordsteinkanten mussten auch überwunden werden. Bei nur wenigen der Testmodelle saß das Testkind dabei sicher und gut im Wagen und hat sich danach nicht über den schmerzenden Po beschwert. U-Bahn sind wir auch gefahren, hier konnten die Bremsen ihr Können unter Beweis stellen. Nicht alle überzeugten hier und rutschten teils weg.

Zubehör ist auch viel dabei, vor allem das Sonnendach ist wichtig. Wir empfehlen, wenn kein Sonnendach enthalten ist, eines zuzukaufen. Gegen Sonne ist das Kind damit aber nicht automatisch geschützt, nicht alle bieten viel Schatten.

Zudem wollten wir wissen, ob man eine Schlaf- oder Liegeposition einstellen kann. Günstigere Modelle konnten das nicht und wenn das Kind so schläft, sackt der Kopf schnell nach vorne und es wird unbequem.

Auch wollten wir Anschnallgurte haben, die höhenverstellbar sind, kann man sie in unterschiedlichen Höhen einfädeln, wird sichergestellt, dass der Buggy auch für Kinder verschiedenen Alters geeignet ist. Meist gab es zwei Schritte bei der Höhenverstellung. Perfekt ist das nicht, reicht aber aus.

Außerdem wichtig: wie gut kann er zusammengefaltet werden. Grundsätzlich können wir das nun nach dem Test einteilen in Modelle, die wir schrecklich fanden beim Zusammenfalten und welche, wo es extrem einfach ging. Eingerissene oder abgeknickte Fingernägel blieben da nicht aus beim Testen. Nicht verzweifeln! Mit etwas Übung bekommt man jeden Buggy irgendwie klein.

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