Mit einem Ohr im Kinderzimmer Test: Babyphone Philips Avent

Babyphones im Test : Mit einem Ohr im Kinderzimmer

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Veröffentlicht 16.03.2020

Für frischgebackene Eltern gehört ein Babyfon zur Grundausstattung. Modelle gibt es zahlreich, viele davon unterstützen Video oder bieten zusätzliche Funktionen, wie Einschlafhilfen oder Nachtlichter. Nicht alles davon ist nötig oder sinnvoll. Wir haben 24 Babyphones getestet. Vier Modelle können wir empfehlen.

Lars Schönewerk
Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

Eltern wollen natürlich immer wissen, dass es ihrem Kind gut geht – auch nachts. In kleinen Wohnungen kann man einfach die Tür einen Spalt offen lassen, um sofort zu wissen, wenn etwas nicht stimmt. Schon bei größeren Wohnungen reicht die Akustik nicht immer aus, und spätestens wenn mehrere Etagen im Spiel sind, kommt man nicht mehr um Hilfsmittel herum.

Babyfone lösen das Problem, in dem sie die Geräusche aus dem Kinderzimmer übertragen – und manchmal auch das Bild, sofern man sich für ein Video-Modell entscheidet. Während die Grundfunktionen bei allen Geräten problemlos vonstattengehen, kommen in Hinblick auf Zusatzfunktionen, Tonqualität und Reichweite deutliche Unterschiede zum Vorschein. Dennoch gilt: Nicht für jeden Einsatzzweck braucht man ein teures Modell. Das spiegelt sich auch in unseren vier Empfehlungen wider.

Klang und Reichweite: Philips Avent SCD713/26

Das Philips Avent SCD713/26 ist rundum gut gelungen, denn es erfüllt alles, was man von einem Babyfon erwartet, zur vollsten Zufriedenheit. Es ist gut verarbeitet und zudem einfach zu bedienen, was der selbsterklärenden, mit Piktogrammen unterstützen Auszeichnung der Bedientasten und dem Display zu verdanken ist. Letzteres ist zwar klein und beherrscht nur Schwarzweiß-Darstellung, mangels Bildübertragung reicht es aber vollkommen aus.

Das Babyfon wird zusammen mit zwei Akkus der Größe AA (Mignonzelle) geliefert, die im Avent SCD713/26 aufgeladen werden können. Man muss sie also nicht wieder herausnehmen. Die Energiespender dienen dem Betrieb der Elterneinheit. Möchte man auch die Baby-Einheit komplett kabellos betreiben, ist auch das möglich, die passenden vier AA-Batterien muss man sich aber anderweitig besorgen.

Ein absolutes Highlight ist eindeutig der DECT-Funk bzw. was Philips daraus gemacht hat. Die Tonübertragung ist klar und deutlich und steht jener von Festnetztelefonen in keinster Weise nach. Im Test zeigte sie sich außerdem als äußerst stabil: Selbst über eine Distanz von vier Stockwerken Altbau gab es weder Verbindungsabbrüche, noch einen Abfall der Übertragungsqualität. Auch der Vox- und Eco-Modus funktionierten einwandfrei.

Das Philips Avent SCD713/26 besitzt ein integriertes Nachtlicht und kann Schlaflieder abspielen. Beide Funktionen lassen sich nach Belieben an beiden Einheiten des Babyfons ein- und ausschalten.

Das Philips Avent SCD713/26 gehört nicht zu den günstigsten Modellen, liefert dafür aber ein tadelloses Gesamtpaket. Lediglich das große, klobige Design mag nicht jedem gefallen. Was die Funktion angeht, lässt das Babyfon aber kaum Wünsche offen.

Umfangreicher Luxus: Philips Avent SCD735/26

Wenn es noch etwas mehr sein darf, ist das Philips Avent SCD735/26 eine hervorragende Wahl. Man kann das Modell als aufgebohrte Premium-Version des Avent SCD713/26 verstehen, das mit allerhand netten Zusatzfunktionen aufwartet – ein Mehrwert, den sich Philips allerdings auch großzügig versilbern lässt. Für viele Interessenten wird sich der Aufpreis nicht lohnen, was die Gesamtqualität des Babyfons aber nicht schmälert.

Da sich die Geräte stark ähneln, gelten alle Vorzüge des Avent SCD713/26 auch bei der großen Schwester: Die gute Verarbeitung, die enorme Reichweite, die exzellente Sprachqualität und sämtliche Funktionen findet man auch hier. Einige Unterschiede gibt es aber natürlich schon. So ist das Display ist nun etwas größer, für die Bedienung ist das aber unerheblich.

Wirklich praktisch ist hingegen das mitgelieferte Lade-Dock, mit dessen Hilfe die Akkus aufgeladen werden können, wie man es von Festnetztelefonen kennt. Somit wird der Stecker des Stromkabels weniger beansprucht, außerdem ist es natürlich komfortabler.

Neben den vom Schwestermodell bekannten Schlafliedern wartet das Philips Avent SCD735/26 noch mit einer anderen Unterhaltungsfunktion auf: Hinter einer Linse in der Baby-Einheit verbirgt sich ein Projektor, der sich bewegende, bunte Muster an die Decke zaubert. Das ist freilich eine Spielerei, der Effekt ist aber durchaus sehr hübsch anzusehen.

Außerdem verfügt die Baby-Einheit auch über das obligatorische Nachtlicht. Die Bedienung ist erneut vorbildlich, denn all diese Funktionen lassen sich an beiden Endgeräten ein- und ausschalten.

Als reines Babyfon überzeugt das Philips Avent SCD735/26, ist aber auch nicht besser als das wesentlich günstigere Avent SCD713/26. Wer aber auf die Zusatzfunktionen Wert legt und bereit ist, den höheren Preis zu zahlen, erhält in jedem Fall ein tadelloses Babyfon.

Vernünftiger Purist: Reer Rigi Digital

Das Reer Rigi Digital eignet sich für alle Eltern, die auf Spielereien vollkommen verzichten können und nicht gerade in einem Palast wohnen, denn das Gerät beschränkt sich auf das Wesentliche, das erledigt es dafür aber ohne Probleme. Einziger Luxus ist ein integriertes Nachtlicht, Einschlafhilfen, Schlaflieder oder ähnliches bleiben dem Nutzer aber verwehrt.

Beim Design orientiert sich Reer grob an den Modellen des Marktführers Philips mit ihrer klobigen Bauform, bringt aber einige Eigenheiten, wie das niedliche Vogellogo, mit ein. Ein schönes Detail ist die klappbare Öse, die sich sowohl als Gürtel-Clip als auch zum Aufhängen des Gerätes eignet.

Sprachqualität und Reichweite sind überdurchschnittlich gut, erreichen allerdings nicht das extrem hohe Niveau der Philips-Geräte. Das bedeutet, dass der Empfang für normale Wohnungen problemlos ausreicht, bei großen Häusern mit dicken Decken aber unter Umständen an seine Grenzen stößt.

Das Reer Rigi Digital lässt sich vollständig mit Batterien betreiben, das gilt auch für die Baby-Einheit. Pro Teil sind drei Mignonzellen nötig, also insgesamt sechs Batterien für den kabellosen Betrieb. Drei davon liegen als Akkus bei. Ansonsten lassen sich auch beide Einheiten per Micro-USB mit Strom versorgen. Störend fällt auf, dass das Batteriefach verschraubt ist – die Unzugänglichkeit für Kinder haben andere Hersteller eindeutig besser realisiert.

Unterm Strich leistet sich das Reer Rigi Digital nur vergleichsweise kleine Schwächen und überzeugt dabei durch einen niedrigen Kaufpreis. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt und seine Aufgaben verrichtet das Babyfon vollkommen zufriedenstellend. Wer mehr will, muss sonst deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Video-Modell: HelloBaby HB24

Video-Modell

HelloBaby HB24

Test Babyphone: HelloBaby HB24

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Generell sind wir aus verschiedenen Gründen nicht überzeugt von Video-Babyfonen. Wenn Sie auf die Bildübertragung aber gesteigerten Wert legen, lohnt sich ein Blick auf das HelloBaby HB24. Die Bildqualität liegt in Bezug auf Kontrast und Schärfe leicht über der Konkurrenz und auch der Bildfluss ist etwas geschmeidiger.

Bei der Reichweite liegt das HB24 im Mittelfeld, was angesichts der verwendeten 2,4-GHz-Technologie nicht allzu groß überrascht. Bei weiteren Entfernungen reduziert sich allerdings die Anzahl der Bildwiederholungen, die für den weicheren Bildfluss verantwortlich zeichnen. Schön ist hingegen die kurze Dauer, die das Gerät zum Hochfahren und für die Herstellung der Funkverbindung zur Kamera benötigt.

Äußerst praktisch ist der Standfuß mit Kugelgelenk an der Baby-Einheit, dank dem sich die Kamera sowohl stellen als auch an die Wand hängen lässt. Da die Perspektive unmittelbar von einer geeigneten Positionierung abhängt und diese nicht immer leicht fällt, ist diese Flexibilität nicht trivial, sondern bringt tatsächlich einen nicht zu unterschätzenden praktischen Nutzen im Alltag.

Die Menüoberfläche des HelloBaby HB24 ist eine andere als die, die man auf den meisten Fernost-Babyfonen vorfindet. Sie bietet mehr Übersicht und ist eingängiger in der Navigation. Lediglich beim Vox-Modus lässt die Software Federn, denn hier stehen nur zwei Empfindlichkeiten zur Verfügung, bei den meisten Konkurrenten sind es drei. Dafür hat das Babyfon acht Schlaflieder vorinstalliert.

Empfehlenswert ist das HelloBaby HB24 somit mit Einschränkungen. Nur wenn Sie sich der Nachteile bewusst sind und trotzdem unbedingt ein Video-Babyfon haben wollen, lohnt sich ein Kauf, und dann ist das HelloBaby HB24 auch ein guter Vertreter seiner Gattung. Unschlüssige sollten hingegen lieber zu einem reinen Audio-Modell greifen.

Was gibt es sonst noch?

Neben dem HelloBaby HB24 haben wir auch noch eine Reihe weiterer Video-Babyfone getestet, die sich vor allem in Bezug auf die Menüs und die Ausstattung ähneln. Dazu gehören das GHB VB603, welches nur beim Bildschirm minimal hinter dem HelloBaby zurücksteht, sowie das KYG VB605 und das Cosansys VB601, deren Ton aber Anlass zur Kritik lässt. Allerdings konnte uns auch das Markenmodell Philips Avent SCD630/26 nicht überzeugen: Die Reichweite liegt noch unter den Fernost-Geräten und die Tonqualität bleibt weit unter den reinen Audio-Babyfonen aus eigenem Haus zurück.

Philips kann aber dennoch ruhigen Gewissens als Platzhirsch im Bereich der Babyfone bezeichnet werden und geizt nicht mit Alternativen, begeistern können aber nicht alle davon. So leidet das Philips Avent SCD501/00 unter der fehlenden Möglichkeit, Akkus im Gerät aufzuladen, was sonst eine Standardfunktion darstellt, und das Philips Avent SCD503/26 fällt durch Funktionsarmut und zweifelhafte Haltbarkeit auf. Von beiden Modellen müssen wir abraten.

Außerdem tummeln sich noch einige Modelle am Markt, die im soliden Mittelfeld liegen, aber nirgends besonders herausstechen oder sich kleinere Fehler erlauben. Hierzu zählen unter Anderem das Olympia 40113, das mit DECT-Technologie ein wesentlich besseres Gerät sein könnte und das NUK Eco Audio Control 500, das durch unkomfortable Handhabung auffällt.

Wissenswertes über Babyfone

Babyfone unterscheiden sich voneinander in verschiedener Hinsicht. Diese betreffen etwa die Übertragungstechnik, wobei entweder auf den DECT-Standard, den man von schnurlosen Festnetztelefonen kennt, oder auf das 2,4-Gigahertz-Frequenzband, das unter anderem herkömmliche WLAN-Router nutzen, zurückgegriffen wird. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile: DECT bietet bessere Tonqualität und eine höhere Reichweite, außerdem ist die Übertragung weniger störungsanfällig, weil sich nur wenige andere Sender auf dem Frequenzband tummeln. Dafür hat DECT aber im Vergleich zum 2,4-GHz-Standard eine wesentlich geringere Bandbreite, Video-Übertragungen sind damit deshalb nicht möglich.

Zweitens muss man sich vor dem Kauf entscheiden, ob man auf die Bildübertragung gesteigerten Wert legt. Unseren Erfahrungen nach lohnt sich die Video-Option kaum, denn die Bildqualität ist selbst bei Markengeräten ziemlich bescheiden, geht aber zulasten der wesentlich wichtigeren Tonqualität. Außerdem gestaltet sich die Montage der Kamera-Einheiten schwieriger als man annehmen könnte, wenn man einen guten Überblick auf das Kinderbett haben möchte.

Während die Eltern-Einheit bei so gut wie allen Geräten per Akku oder Batterie betrieben werden kann, gilt das für die Baby-Einheit nur in Ausnahmefällen. Vor allem reiselustige Eltern profitieren aber von dieser Möglichkeit, denn so ist man komplett unabhängig von einer Steckdose. Aufgrund der höheren notwendigen Leistung für Kamera und 2,4-GHz-Funk sind Video-Babyfone mit reinem Batteriebetrieb sehr selten.

Alle Babyfone verfügen über die Möglichkeit, den Schwellenwert zu beeinflussen, ab dem eine Übertragung beginnt. Das Babyfon meldet sich dann erst, wenn das Kind weint, nicht aber bei leisen Nebengeräuschen oder einzelnen Glucksern. Das verschafft die Ruhe und senkt den Batterieverbrauch und die Strahlenbelastung, welche die Baby-Einheit verursacht.

   Unsere Empfehlungen sind redaktionell unabhängig.

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