Mit einem Ohr im Kinderzimmer Test: Babyphone Philips Avent

Babyphone im Test : Mit einem Ohr im Kinderzimmer

Update 01.07.2021

Für frischgebackene Eltern gehört ein Babyfon zur Grundausstattung. Modelle gibt es zahlreich, viele davon unterstützen Video oder bieten zusätzliche Funktionen, wie Einschlafhilfen oder Nachtlichter. Nicht alles davon ist nötig oder sinnvoll. Wir haben 40 Babyphone getestet. Vier Modelle können wir empfehlen.

Update 1. Juli 2021

Wir haben acht weitere Babyphone getestet, davon ein reines Audio-Gerät und sieben Video-Modelle. Das Heimvision Soothe 3 haben wir als neue Empfehlung gekürt, das HelloBaby HB24 ist keine Empfehlung mehr und nun unter „Was gibt es sonst noch“ zu finden.

Lars Schönewerk
testet als Technik-Redakteur vorwiegend Elektrokleingeräte und Fahrrad-Zubehör.

Eltern wollen natürlich immer wissen, dass es ihrem Kind gut geht – auch nachts. In kleinen Wohnungen kann man die Tür einen Spalt offen lassen, um sofort zu wissen wenn etwas nicht stimmt. Aber bei größeren Unterkünften reichen gute Ohren nicht immer aus und spätestens wenn mehrere Etagen im Spiel sind, kommt man nicht mehr um Hilfsmittel herum.

Babyphone lösen das Problem, indem sie die Geräusche aus dem Kinderzimmer übertragen – und manchmal auch das Bild, sofern man sich für ein Video-Modell entscheidet. Während die Grundfunktionen bei allen Geräten problemlos vonstatten gehen, kommen im Hinblick auf Zusatzfunktionen, Tonqualität und Reichweite deutliche Unterschiede zum Vorschein. Dennoch gilt: Nicht für jeden Einsatzzweck braucht man ein teures Modell. Das spiegelt sich auch in unseren vier Empfehlungen wider.

Vergleichstabelle
Vergleichstabelle
Klang und ReichweiteUmfangreicher LuxusVernünftiger PuristVideo-Modell
Babyphone Test: ImageTest  Babyphone: Philips Avent SCD735/26Test  Babyphone: reer Rigi DigitalTest: Heimvision Soothe 3
Modell Philips Avent SCD713/26 Philips Avent SCD735/26 Reer Rigi Digital Heimvision Soothe 3
Pro
  • Hervorragende Gesprächs­qualität
  • Hohe Reichweite
  • Mit Batterien oder Netzteil nutzbar
  • Nachtlicht und Schlaflieder
  • Hervorragende Gesprächs­qualität
  • Hohe Reichweite
  • Mit Batterien oder Netzteil nutzbar
  • Viele Zusatz­funktionen
  • Solide Reichweite
  • Mit Batterien oder Netzteil nutzbar
  • Integriertes Nachtlicht
  • Gute Bildqualität
  • Leise und reaktionsschnelle Kamera
  • Gutes Menü
  • Gute Haptik
Contra
  • Großes Gehäuse
  • Großes Gehäuse
  • Sehr teuer
  • Batteriefach ist verschraubt
  • Nur ein USB-Netzteil
  • Nur zwei Empfindlichkeits­stufen
  • Leise
  • Beim Fernsteuern der Kamera gelegentlich Streifen im Bild
  • Schlechter Ständer
  • Kamera spricht beim Einschalten
  • Kein Trennungsalarm
Bester Preis

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Klang und Reichweite: Philips Avent SCD713/26

Klang und Reichweite

Philips Avent SCD713/26

Babyphone Test: Image
Solide Verarbeitung, hohe Reichweite und tolle Übertragungsqualität. Hier stimmt das Gesamtpaket.

Das Avent SCD713/26 von Philips ist rundum gut gelungen, denn es erfüllt alles, was man von einem Babyfon erwartet zur vollsten Zufriedenheit. Es ist gut verarbeitet und zudem einfach zu bedienen, was den selbsterklärenden Piktogrammen auf den Bedientasten und dem Display zu verdanken ist. Letzteres ist zwar klein und kann nur eine Schwarzweiß-Darstellung, da aber eh kein Bild übertragen wird, reicht das vollkommen aus.

Das Babyfon wird zusammen mit zwei Akkus der Größe AA (Mignonzelle) geliefert, die im Avent SCD713/26 aufgeladen werden können. Man muss sie also nicht wieder herausnehmen. Die Energiespender dienen dem Betrieb der Elterneinheit. Möchte man die Baby-Einheit ebenfalls komplett kabellos betreiben, ist auch das möglich, aber dafür müssen die passenden vier AA-Batterien anderweitig besorgt werden.

Ein absolutes Highlight ist eindeutig der DECT-Funk bzw. was Philips daraus gemacht hat. Die Tonübertragung ist klar und deutlich und steht jener von Festnetztelefonen in keinster Weise nach. Im Test zeigte sie sich außerdem als äußerst stabil: Selbst über eine Distanz von vier Stockwerken Altbau gab es weder Verbindungsabbrüche, noch einen Abfall der Übertragungsqualität. Auch der Vox- und Eco-Modus funktionierten einwandfrei.

Das Philips Avent SCD713/26 besitzt ein integriertes Nachtlicht und kann Schlaflieder abspielen. Beide Funktionen können nach Belieben an beiden Einheiten des Babyfons ein- und ausgeschaltet werden.

Das Philips Avent SCD713/26 gehört nicht zu den günstigsten Modellen, liefert dafür aber ein tadelloses Gesamtpaket. Lediglich das große, klobige Design mag nicht jedem gefallen. Was die Funktion angeht, lässt das Babyfon aber kaum Wünsche offen.

Umfangreicher Luxus: Philips Avent SCD735/26

Umfangreicher Luxus

Philips Avent SCD735/26

Test  Babyphone: Philips Avent SCD735/26
Die aufgebohrte Version des Avent SCD713/26 bietet zusätzliche Funktionen – für einen happigen Preis.

Wenn es noch etwas mehr sein darf, ist das Philips Avent SCD735/26 eine hervorragende Wahl. Man kann das Modell als aufgebohrte Premium-Version des Avent SCD713/26 verstehen, das mit allerhand netten Zusatzfunktionen aufwartet – ein Mehrwert, den sich Philips allerdings auch großzügig versilbern lässt. Für viele Interessenten wird sich der Aufpreis nicht lohnen, was den Gesamteindruck des Babyfons aber nicht schmälert.

Da sich die Geräte stark ähneln, gelten alle Vorzüge des Avent SCD713/26 auch bei der großen Schwester: Die gute Verarbeitung, die enorme Reichweite, die exzellente Sprachqualität und sämtliche Funktionen findet man auch hier. Einige Unterschiede gibt es aber natürlich schon. So ist zum Beispiel hier das Display ist nun etwas größer.

Wirklich praktisch ist hingegen das mitgelieferte Lade-Dock, mit dessen Hilfe die Akkus aufgeladen werden können, wie man es von Festnetztelefonen kennt. Somit wird der Stecker des Stromkabels weniger beansprucht, außerdem ist es natürlich komfortabler.

Neben den vom Schwestermodell bekannten Schlafliedern, wartet das Gerät noch mit einer anderen Unterhaltungsfunktion auf: Hinter einer Linse in der Baby-Einheit verbirgt sich ein Projektor, der sich bewegende, bunte Muster an die Decke zaubert. Das ist freilich eine Spielerei, der Effekt ist aber durchaus sehr hübsch anzusehen.

Außerdem verfügt die Baby-Einheit auch über das obligatorische Nachtlicht. Die Bedienung ist erneut vorbildlich, denn all diese Funktionen können an beiden Endgeräten ein- und ausgeschaltet werden.

Als reines Babyfon überzeugt das Philips Avent SCD735/26, es ist aber auch nicht besser als das wesentlich günstigere Avent SCD713/26. Wer aber auf die Zusatzfunktionen Wert legt und bereit ist, den höheren Preis zu zahlen, erhält in jedem Fall ein tadelloses Babyfon.

Vernünftiger Purist: Reer Rigi Digital

Vernünftiger Purist

Reer Rigi Digital

Das Rigi Digital von Reer eignet sich für alle Eltern, die auf Spielereien vollkommen verzichten können und nicht gerade in einem Palast wohnen, denn das Gerät beschränkt sich auf das Wesentliche, das erledigt es dafür aber ohne Probleme. Einziger Luxus ist ein integriertes Nachtlicht. Einschlafhilfen, Schlaflieder oder ähnliches bleiben dem Nutzer verwehrt.

Beim Design orientiert sich Reer grob an den Modellen des Marktführers Philips mit seiner klobigen Bauform, bringt aber einige Eigenheiten, wie das niedliche Vogellogo, mit ein. Ein schönes Detail ist die klappbare Öse, die sich sowohl als Gürtel-Clip als auch zum Aufhängen des Gerätes eignet.

Sprachqualität und Reichweite sind überdurchschnittlich gut, erreichen allerdings nicht das extrem hohe Niveau der Philips-Geräte. Das bedeutet, dass der Empfang für normale Wohnungen problemlos ausreicht, bei großen Häusern mit dicken Decken aber unter Umständen an seine Grenzen stößt.

Das Rigi Digital lässt sich vollständig mit Batterien betreiben, das gilt auch für die Baby-Einheit. Pro Teil sind drei Mignonzellen nötig, also insgesamt sechs Batterien für den kabellosen Betrieb. Drei davon liegen als Akkus bei. Ansonsten lassen sich auch beide Einheiten per Micro-USB mit Strom versorgen. Störend fällt auf, dass das Batteriefach verschraubt ist – die Unzugänglichkeit für Kinder haben andere Hersteller eindeutig besser realisiert.

Unterm Strich leistet sich das Rigi Digital von Reer nur vergleichsweise kleine Schwächen und überzeugt dabei durch einen niedrigen Kaufpreis. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt und seine Aufgaben verrichtet das Babyfon vollkommen zufriedenstellend. Wer mehr will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Video-Modell: Heimvision Soothe 3

Video-Modell

Heimvision Soothe 3

Test: Heimvision Soothe 3
Das Soothe 3 überzeugt durch ein gut strukturiertes Menü und eine gute Bildqualität. Einen Trennungsalarm gibt es hier allerdings nicht.

Keine Preise gefunden.

Mit dem Soothe 3 von Heimvision bekommt man ein solides Videogerät, das allerdings nicht frei von Fehlern ist. Die Bildqualität und die Bedienbarkeit gehören zu seinen Stärken, Abstriche muss man bei der geringen Maximallautstärke machen.

Bevor wir dem Soothe 3 unsere Empfehlung aussprechen konnten, haben wir tatsächlich ein paar Tage gründlich darüber diskutiert, da uns keines der getesteten Video-Modelle rundum überzeugt hat. Alle Geräte weisen Mankos auf, allerdings an verschiedenen Stellen. Auch das Gerät von Heimvision ist da keine Ausnahme, macht aber vieles richtig.

Zu den wichtigsten Schwerpunkten an einem Babyfon mit Videofunktion, gehört vor allem die Bildqualität. Ansonsten könnte man stattdessen ein echtes Audio-Modell kaufen, welches weniger kostet. Da macht das Modell alles richtig: Der Videostream ist – hinreichend Empfang vorausgesetzt – flüssig, hochauflösend und scharf. Die Farben wirkten leicht verwaschen. Diese Problematik hatte aber jedes getestete Videogerät – wenn auch unterschiedlich stark.

Wird der Winkel der Kamera mittels Fernsteuerung bedient, erfolgt eine schnelle Reaktion. Dabei traten in unserem Test aber zeitweise Bildfehler auf, vor allem während des Kameraschwenks nach unten und oben: Farbige, querlaufende Linien, die aber prompt wieder weggingen und den Gerätebetrieb nicht weiter beeinträchtigten. Das ist optisch unschön und dürfte bei Modellen dieser Preiskategorie eigentlich nicht auftreten.

Bei Dunkelheit fällt das Videobild Infrarot-typisch schwarz-weiß aus. Hier fallen die Unterschiede bei den getesteten Modellen übrigens nur marginal aus. Das Heimvision bietet solide Qualität. Bei längeren Kamerafahrten durch das ganze Kinderzimmer konnten unsere Tester ein nachträgliches, kurzes Aufhellen feststellen. Das ist zwar untypisch, stört aber auch nicht. Verändert sich die Entfernung zum Baby nicht, bleibt der Effekt aus. Die relativ leisen Motorgeräusche bei den Bewegungen der Kamera haben uns gut gefallen.

Im Video-Bereich sieht es überwiegend gut aus, dass können wir aber leider nicht über die Audio-Abteilung des Gerätes behaupten – denn der Ton ist deutlich zu leise. Unser auf Zimmerlautstärke eingestellter Fernseher übertönte das Heimvision mit Leichtigkeit, auch ohne eine Heimkinoanlage. Die leisen Lautsprecher sind der größte Nachteil, die Sprachqualität geht für unsere Ohren aber in Ordnung. Die hört man aber leider nur selten und so eine Ruhe wie wir in unserem Test werden Sie im Alltag wohl kaum haben. Dieses Manko tritt bei beiden Übertragungsrichtungen auf, besonders schlecht ist es aber von der Baby- zu der Elterneinheit. So tritt das Gerät von Heimvision quasi als Gegensatz zu den Video-Modellen der Avent-Reihe von Philips auf – beim Konkurrenten ist der Ton gut und das Bild eher schlecht.

Unser Urteil zur Verarbeitung und Haptik fällt da schon deutlich positiver aus, denn beides ist hervorragend: Das raue Kunststoffgehäuse besitzt eine gute Haptik, die ein versehentliches Abrutschen verhindern soll. Die Tasten verfügen über einen einwandfreien Druckpunkt und bestätigen jeden Knopfdruck mit einem angenehm leisen Klicken. Allein der ausklappbare Ständer wirkt nicht sonderlich langlebig und ist vor allem zu kurz. Das ermöglicht nur einen flachen Aufstellwinkel des Gerätes. Eltern sollten sich deshalb in einer deutlich erhöhten Position über dem Display positionieren.

Beim Funktionsumfang des Gerätes bleiben kaum Wünsche offen: Temperaturalarm, Fütterungstimer, Schlaflieder und ein Vox-Modus. Das Gerät verfügt außerdem über einen micro-SD-Kartenschacht, mit dem auf entsprechenden Karten Videos des schlafenden Kindes abgespeichert werden können. Für uns ist diese Funktion eher bloße Spielerei. Was wir dagegen vermisst haben, ist eine Nachtlichtfunktion.

Unter allen getesteten Video-Babyphonen überzeugte das Soothe 3 von Heimvision zwar am meisten, dennoch können wir das Gerät aber aufgrund der minimalen Lautstärke nur mit Einschränkungen empfehlen.

Was gibt es sonst noch?

Legen Sie auf die Bildübertragung gesteigerten Wert, lohnt sich ein Blick auf das HB24 von HelloBaby. Die Bildqualität liegt in Bezug auf Kontrast und Schärfe im oberen Bereich und auch der Bildfluss ist geschmeidig. Bei der Reichweite liegt das HB24 im Mittelfeld, was angesichts der verwendeten 2,4-GHz-Technologie nicht allzu groß überrascht. Bei weiteren Entfernungen reduziert sich allerdings die Anzahl der Bildwiederholungen, die für einen weichen Bildfluss verantwortlich sind. Schön ist hingegen die kurze Dauer, die das Gerät zum Hochfahren und für die Herstellung der Funkverbindung zur Kamera benötigt. Äußerst praktisch ist der Standfuß mit Kugelgelenk an der Baby-Einheit, dank dem sich die Kamera sowohl stellen als auch an die Wand hängen lässt.

Die Menüoberfläche des HelloBaby HB24 ist eine andere als die, die man auf den meisten Fernost-Babyphonen vorfindet. Sie bietet mehr Übersicht und ist eingängiger in der Navigation. Lediglich beim Vox-Modus lässt die Software Federn, denn hier stehen nur zwei Empfindlichkeiten zur Verfügung, bei den meisten Konkurrenten sind es drei. Dafür hat das Babyfon acht Schlaflieder vorinstalliert.

Das Avent SCD723/26 von Philips ist ein aktualisiertes Modell des Avent SCD713/26 und weist entsprechende Ähnlichkeiten auf. Neu hinzugekommen sind ein Vibrationsalarm und ein Nachtruhemodus, mit dem sich der Ton und die Bildschirmhelligkeit dimmen lassen. Ähnlich wie beim Avent SCD735/26 besitzt es eine Ladestation, die sich aber farblich nicht vom Rest des Gehäuses unterscheidet. Für die Anzeige des Geräuschpegels hat der Hersteller nun fünf anstatt drei LEDs verbaut. Ansonsten ist alles wie gehabt. Dass dieses Gerät keine Empfehlung geworden ist, liegt letztendlich am Anschaffungspreis. Nochmal etwa 50 Prozent Aufpreis zum ohnehin schon hohen Preis stehen in keiner Proportion zu den eher geringfügigen Vorteilen des Gerätes.

Wir müssen zugeben: Das Design des Projektor-Babyphones von Reer ist ansprechend. Insbesondere die kreisrunde Elterneinheit sieht hübsch aus. Wie sich aber schon so oft in unserem Test herausstellte, ist Optik nicht alles. Beim Umfang der Funktionen hat der Hersteller nicht gespart: Mit Sternenprojektion, Schlafliedern, Gegensprechfunktion, Fütterungsalarm und einem Temperatursensor ist das Babyphone gut aufgestellt. Die grottige Bedienbarkeit sorgt beim Gerät aber für deutliche Punktabzüge: Durch eine Mehrfachbelegung sind die Tasten absolut überladen, allein mit ihrer Intuition werden Eltern nicht weit kommen.

Leider können wir dadurch nur ein zweifelhaftes Prädikat vergeben: Das Babyphone mit Projektor war das einzige der Testmodelle, dessen Handbuch wir vorab durcharbeiten mussten, um das Gerät überhaupt starten zu können. Wir waren dann zwar mit der Handhabung vertraut, leicht fielen uns die Eingaben deswegen aber nicht. Die Sternenprojektion sieht optisch hübsch aus und besitzt einen Wow-Effekt, ist aber als Nachtlicht viel zu hell konzipiert. Etwas weniger Helligkeit wäre hier wesentlich angenehmer gewesen.

Das Neo Digital von Reer ähnelt unserer Empfehlung Reer Rigi Digital, ist aber vom Umfang der Funktionen deutlich abgespeckt. Auf eine Gegensprechfunktion und ein Nachtlicht hat der Hersteller verzichtet. Ebenso ist das Batteriefach der Baby-Einheit eingespart worden, was auf Kosten der Flexibilität des Neo Digital geht.

Sprachqualität und Reichweite sind mit der des Schwestermodells vergleichbar. Darüber hinaus ist das Reer Neo Digital etwas preisgünstiger als das Reer Rigi Digital. Wenn Sie auf Extras verzichten können, bekommen Sie immer noch ein solides Gerät. Da sich der Preisvorteil aber in Grenzen hält, raten unsere Tester trotzdem zum etwas teureren Schwestermodell.

Das HM136 von Heimvision ähnelt nur entfernt dem von uns empfohlenen Soothe 3 desselben Herstellers. Der Funktionsumfang und die Menüs ähneln sich zwar, darüber hinaus weisen beide Modelle aber deutliche Unterschiede auf. Gegenüber unserer Empfehlung Soothe 3 besitzt das Heimvision HM136 eine viel dickere Eltern-Einheit und die Kamera des Kinder-Gerätes ist mit Bärenohren verziert. Bei der Verarbeitungs- und Materialqualität schneidet das HM136 deutlich schlechter ab: Durch glattes, leicht glänzendes und billig wirkendes Plastik fehlt eine gute Haptik. Die Monitoreinheit besitzt trotz der größeren Abmessungen weniger Gewicht, die Tasten verfügen über einen recht hohen Gegendruck und knacken zudem bei jedem Knopfdruck. Der Ständer lässt sich ausklappen und wirkt nicht sehr robust, aber auch nicht so grazil wie der Ständer des Soothe 3. Als einziges Modell im Test bietet es eine Zwischenrasterung, sodass die Monitoreinheit in zwei unterschiedlichen Winkeln aufgestellt werden kann.

Uns gefiel die überdurchschnittliche Bildqualität, diese erreicht in Bezug auf Kontraste und Farben aber nicht das Level des Soothe 3. Das Display könnte außerdem ein wenig mehr Helligkeit vertragen. Im Großen und Ganzen können wir aber bei der Optik nur wenig bemängeln, da das HM136 keinerlei Bildfehler produzierte. Bei der Akustik ist allerdings ein permanentes Übersteuern des Gerätes gegeben, was das Verstehen des Tons auf der Gegenseite fast unmöglich macht – Lautsprecherdurchsagen auf Bahnhöfen lassen grüßen. Bei der Ausstattung sieht es da schon positiver aus: Neben einem Vox-Modus stehen einige Einschlaflieder, Temperaturalarm und ein Fütterungswecker zur Verfügung. Besitzen Sie mehrere Kameras, können Sie diese mittels eines eigenen Knopfes an der Elterneinheit durchzappen. Anders als bei unserer Empfehlung fehlt dem Modell ein micro-SD-Karten- und eine dazugehörige Aufnahmefunktion. Das HM136 von Heimvision gehört zu den besseren der von uns getesteten Video-Babyphonen. Aufgrund der vielen Mankos reicht es hier aber nicht zu einer Empfehlung.

Wissenswertes über Babyphone

Babyphone unterscheiden sich voneinander in verschiedener Hinsicht. Das betrifft etwa die Übertragungstechnik, wobei entweder auf den DECT-Standard, den man von schnurlosen Festnetztelefonen kennt, oder auf das 2,4-Gigahertz-Frequenzband, das unter anderem herkömmliche WLAN-Router nutzen, zurückgegriffen wird. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile: DECT bietet eine bessere Tonqualität und eine höhere Reichweite, außerdem ist die Übertragung weniger störungsanfällig, weil sich nur wenige andere Sender auf dem Frequenzband tummeln. Dafür hat DECT aber im Vergleich zum 2,4-GHz-Standard eine wesentlich geringere Bandbreite, Video-Übertragungen sind damit deshalb nicht möglich.

Zweitens muss man sich vor dem Kauf entscheiden, ob man auf die Bildübertragung gesteigerten Wert legt. Unseren Erfahrungen nach lohnt sich die Video-Option kaum, denn die Bildqualität ist selbst bei Markengeräten ziemlich bescheiden und geht zusätzlich zulasten der wesentlich wichtigeren Tonqualität. Außerdem gestaltet sich die Montage der Kamera-Einheiten schwieriger als man annehmen könnte, wenn man einen guten Überblick auf das Kinderbett haben möchte.

Während die Eltern-Einheit bei so gut wie allen Geräten per Akku oder Batterie betrieben werden kann, gilt das für die Baby-Einheit nur in Ausnahmefällen. Vor allem reiselustige Eltern profitieren aber von dieser Möglichkeit, denn so ist man komplett unabhängig von einer Steckdose. Aufgrund der höheren notwendigen Leistung für Kamera und 2,4-GHz-Funk sind Video-Babyphone mit reinem Batteriebetrieb sehr selten.

Alle Babyphone verfügen über die Möglichkeit, den Schwellenwert zu beeinflussen, ab dem eine Übertragung beginnt. Das Babyfon meldet sich dann erst, wenn das Kind weint, nicht aber bei leisen Nebengeräuschen oder einzelnen Glucksern. Das verschafft die Ruhe und senkt den Batterieverbrauch und die Strahlenbelastung, welche die Baby-Einheit verursacht.

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